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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 5 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 5
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
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47 — SpOtt= 4U nd 3leise~J(£eidiMQ Sport-Anzüge / Regen-Mäntel!ass & Weis Sport-Hosen / Herren-Artikel MITTNACHTBAU sie sich aus den Tatsachen des wirklichen Lebens heraushält. Die größeren Gemeinden erhalten die Auf-, gube, die nähere und weitere Umgebung schulisch zu versorgen, ln diesem Zusammenhang ist die Frage der Internate von besonderer Wichtigkeit, nicht nur deshalb, weil sie im Verein mit der Bewirtschaftung des Bodens eine Ausbildung auch nach der 1 a 11 d - wirtschaftlichen Seite hin ermöglichen, sondern auch deshalb, weil geschlossene Anstalten allein Gewähr geben für eine geschlossene jüdische Erziehung. Darüber hinaus läßt sich durch sie eine Disziplinierung des jüdischen Jugendlichen erreichen, die ihn für das schwere Leben, das ihn erwartet, und für die Uberpersönlichen Aufgaben, die ihm die geschichtliche Situation des Judentums auferlegt, befähigt und erzieht. Ich denke hier an das Vorbild der englischen Schulen und an die Heranbildung einer jüdischen Elite, besonders im Hinblick auf Palästina. Es ist nun einmal so, daß die eine Alijah die andere wieder gutmachen muß. Und man wird sich darüber klar sein, daß an der deutschen Alijah dieses Jahres sehr vieles gutzumächen ist. Wir müssen noch ein besonderes Wort sagen zu der Frage der Lehrer, die in diesen Schulen unterrichten und erziehen sollen. Eine Schule für Juden ist noch keine jüdische Schule, und ein ..jüdischer“ Lehrer nicht ohne weiteres der geeignete Lehrer für sie. Wir müssen jetzt schon ganz nachdrücklich davor warnen, mit Mitleid und Wohlfahrtsgesinnung die grundlegende Bedeutung unserer Schulen zu beeinträchtigen. Wir sind absichtlich nicht eingegangen auf solche Fragen, deren Beantwortung von der Einstellung der Regierung abhängt. Wir glauben auch nicht, daß die Entscheidungen über Zulassung zu Prüfungen von erheblicher Bedeutung sein werden, solange der Befähigungsnachweis nichts bedeutet für die berufliche Unterbringung. Es ist sinnlos, alle möglichen Ziele zu gleicher Zeit zu verfolgen. Wenn unsere Schule das klare Ziel der U m s ch i ch - t u n g hat, kann es uns nicht darauf ankommen, ob und welche Examina, die für Inland und Ausland gelten, gemacht werden, ln welchem Berufe auch der Jude stehen mag, in keinem wird ihm der Geist gleichgültig sein. Der Verlust an Akademikern bedeutet noch keinen Verlust an Geist. ln den einzelnen organisatorischen Schulfragen müssen die Aufgaben örtlich und nach Ländern dezentralisiert werden. Die Bedingungen sind hier ganz verschiedene, und da. wo Ansätze in bestehenden Anstalten sdion vorhanden sind, müssen sie ausgebaut werden. Die Rieht- 1 i n i e n aber eines Schulplans für die jüdischen Schulen in Deutschland müssen allgemein verbindlich sein. Die Reichsvertret u n g der deutschen Juden muß unverzüglich an die Ausarbeitung des S ch u 1 p 1 a n s herangehen. Wie er ausfällt, wird davon abhängig sein. wessen Geistes die Männer sind, die die Reichsvertretung zu diesem Zwecke heranholt. Die Auswanderung nach Palästina. Einige notwendige Hinweise. Es ist selbstverständlich nicht möglich, an dieser Stelle sämtlichen Fragen gere cht zu werden, die mit der Auswanderung nach Palästina in Zusammenhang stehen. Zu einigen wesentlichen aber muß Kenntnis verbreitet werden, da mancherlei geradezu märchenhafte ..Informationen“ von sogenannten „gut Informierten“ im Umlauf sind. 1.) Wer kein Geld hat, diö Reise nach Palästina und — je nach dem für Palästina geplanten Beruf — die erste Zeit ohne Verdienst bestreiten zu können, tut gut daran, diese finanziellen Grundbedingungen mit Hilfe von Verwandten. Bekannten oder hiesigen örtlichen jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen so zu besprechen, daß über diese Frage erst einmal Klarheit besteht. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, darauf hin zu weisen, daß bei der gegenwärtigen Situation der Juden in Deutschland keine jüdische Wohlfahrtsstelle über so gewaltige- Mittel verfügt, daß sie nur auf Bittstelle r zu warten braucht. Jedes einzelne Gesuch wird natürlich einer Beurbei- - tung bedürfen, bevor und ob es genehmigt werden kann. 2 1 Gleichzeitig mit der Klärung der finanziellen Frage tnuß Hand in Hand gehen die Sichtung der Interessenten nach den Kategorien, welche durch die E i n w a n d e r u n g s v o r s ch r i f t e n der palästinensischen Regierung aufgestellt sind: Menschen zwischen achtzehn und fünfunddreißig Jahren, die über eine Ausbildung als Landwirte oder Handwerker, insbesondere als Bauhandwerker verfügen, können mit ziemlicher Sicherheit in Palästina auf eine Existenz.möglichkeit rechnen. Sie tun gut daran, sich einer Chaluzorganisation anzuschließen. Für diese Kategorie von Einwanderern kommen die Zertifikate in Betracht, um die man durch Vermittlung des Palästinaamts der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sich bewirbt. Anfragebogen sind bei der durch die Gemeinde zu erfragenden Palästinaberatungsstelle zu haben. Auch die „Agudas Isroel“ verfügt über die Möglichkeit, diese Anfragen weiterzuleiten. Eine andere Kategorie ist die der Personen mit einem Vermögen. Hier ist keine Altersgrenze gesetzt. Das Vermögen, das vorgeschrieben ist als Minimum geht von £250 bis £ 1000. je nach dem Beruf. Einzelheiten sind auf der Palästinaberatungsstelle zu erfragen. Nun kommt der Gang, der zu der Freigabe de s Vermögens in Deutschland, zum Unbedeitklichkeitsvermerk des Finanzamts, zum Ausreisesichtvermerk der Polizei, zur Visumerteilung beim britischen Generalkonsulat in Frankfurt u. M. führt, wobei der erste Weg nach der jüdischen Berufung zur offiziellen Auswandererberatungsstelle führen sollte, die im Haus des Deutschtums vom Deutschen Auslandsinstitut unterhalten wird. Die Befragung dieser Stelle ist notwendig, um hiesige Vermögen freizubekommen, da die Devisenbewirtschaftungsstelle die Angelegenheit erst behandelt. wenn schriftliche Aeußerungen dieser offiziellen Auswanderungsberatungsstelle vorliegen. Nach der heutigen Lage der Dinge dauert das alles etwa zwei bis drei Monate. Es empfiehlt sich dringend, den Konnex, zuerst mit den sachkundigen hiesigen jüdischen Steilen aufzunehmen. Im ganzen ist zu sagen: Ich warne vor Illusionen. daß Palästina für jeden das richtige Land sei: eine persönliche Beratung ist immer unerläßlich. Ich warne weiter vor der Illusion daß vor Geldüberfluß strotzende zionistische oder andere jüdische Organisationen bestehen, die nur auf den Anklopfenden warten, um ihm Geld und Ansiedlungsansprüche in Palästina förmlich aufzudrängen. Ich warne auch vor der Jllusion. als ob der Weg durch eine sofortige Inanspruchnahme englischer Behörden in Deutschland oder Palästina abgekürzt werden könnte. Nach den reichlich vorliegenden' bisherigen Erfahrungen werden von der britischen Behörde die Interessenten. die außerhalb des üblichen Geschäftsganges zuerst dort ihr Glück versuchen, an die zuständigen jüdischen Organisationen insbesondere die zionistischen verwiesen. . . Man wende sich auf alle Falle zuerst an die Jüdische Gemeinde Stuttgart, um von dort geeignete Beratungsstellen zu erfuhren. Dr. Bonem. An die jüdische Fraul Die schwere Entrechtung, die über das deutsche Judentum gekommen, stellt uns vor große ungeahnte Schwierigkeiten. Nur wenn wir stark und mutig im Ertragen, tatkräftig und zielsicher im Handeln sind, können wir ihrer Herr werden. Unsere Gegenwart braucht'jüdische Menschen, die dem Schicksal gewachsen sind und sich zur jüdischen Gemeinschaft bekennen. „Aus der Not der Zeit muß die Gemeinschaft erwachsen und lebendiges Dasein gewinnen. Aus ihr muß der Einzelne die Kraft zum Leben und zum Wirken schöpfen“. Auch an die jüdischen Frauen 'geht der Ruf zur Sammlung, zur Gemeinschaft, zur Mithilfe in; dieser Sdiicksulsstunde. Ja, helfen wollen und müssen wir! Um des Verdienstes frommer Frauen willen ist Israel aus Agvpten erlöst worden. Möge es dereinst heißen, der jüdischen Frau unserer Zeit ishes'iu danken, daß das Judentum diese Heimsuchung^überstanden hat. Helfen wollen wir zunächst in der eigenen Farn ijie. Ist dir und den Deinen der Lebeasraum beengt, io, die Existenzmöglichkeit genommen, laß* dich nient unterkriegen. Halte den Kopf hoch und verliere die Nerven nicht! Gerade die t rau soll ihre Kraft und ihr Streben darein setzen, durch schnelle Umstellung den Lebensstandard zu senken. Sie soll! t i k f t Die teichste Auswahl in Marken-Schokoladen, Pralinen Keks, Kakao u. Geschenkpackungen stet« frlsoh In jed. Preislage finden Sie Im bekannt. Fachgeschäft 'IVilheim JacoUnski Haus feiner Schokoladen-Erzeugnisse Schloßötr. 68 am Dreieck, ,Tel. 638-46, Poststr. 17 am Postplatz CNeueröffnung) 4*06 Go5e« am Xmmnmm (Ä»r«l (fi (tq, Xt» mmifMrgtBc, SHm, Srn*U!s). 31b. Kar» gJflt erholte» jebe ft« »Rofcht« Xosb. bar« JtaUaavocfnuO Dr. ■ •4. Slforlia, «otMlitoli 6. SEEGER / STUTTGART rtahrifc. NnworMlwr 6*0 41/4* m r, Katalog», ProloHobon, Sr Mehl) rM, Wwfeadruck#, Proopokto, FarbMdruofca. KortBlkartaH. ToliantnlflM PMrah-ohrolbbOchOf. gohrolbwofM, Paplorhandal iioi(iMi»n Wilhelm» bao (Etng. Maricnstr.) Banku. HypothakanflasctiMt ~:ErnstThierer •snksiaBlt« Oeschitte Jeder Art. »L8LÄ * Hypothek Aa- BBd Vtfkail VON QrSSdbSSltK * Empfehlen Sie unser Blatt weiter I vhCjer 9 •ÄüVftaU^

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