Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 1
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4904101-5442805-5443288--3845-4907667- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 10 - / H C F F 1. TEPP ICH F m uakdinen nr.KORATlQ.NE> 1Tladecne Jfutendekacation Teppiche £äufet_ Bioandechen TJlchel&tofle BehocatUmsstoffe LMsheimerlCie. Calwerstraße 28 STUTTGART dürfte die näih'te \'nlkszühlung in bezug auf die Juden eine l eher: a'chiing bringen. I iie»c IJiiiiTtsind mehr oder weniger bekannt. '!■■ -ind auch liier nm deshalb »■> ausführlich bandelt wurden. weil Deutschland gewisser- ■i tri rr ein Puiudigmn für andere Länder dar- -tellt. um! da' wird \ielleicht manchen wundern, dein iniiuei wieder hört man sagi-11. dal! diesem \nflo'iina'|>rn/i'H doch uolil'cin aulh rordentlich »t.iihe» Wachstum. namentliih im Osten, gegonilieiMelit. D is i»t ein w eite erbreiteter Irrtum. I V. Dinii eiilwiikeln »ich nämlich jenseits der c.e!!/■ in de r-c Iben ilichtun^. Sanitätsrat Dr. Emanuel Weil zum Gedenken. \l i i m a II II e 1 w eil i»t einer jener Aer/te n; -d: •. den. die die gute alte /eit im besten '■r •.'•.repräsentierten. iJor \ erstorbene war ein \!. r erst auf (.rund eingehender allgemein- ■ i/iui'dier Kenntnis».' »ich der damals noch in - ir \111.c!i_c• t> steckenden Ohrenheilkunde zuw ndte und »ich II liire; Entwicklung durch " jsi;.~chattliche VI beitn I' ge beteiligte. >ieine vor- ' ine \'t in: l nig..iig mit Hilfe suchenden Mcne ». ia tiefe» \er'tamlni' für ihre körperi< 1,• n und »eelischen Leiden, vor allem aber die ft.die. »ich die /iineigutm de, kleinen und klein- -n i l’atieaten /u gewinnen, sicherten Emanuel A.tl da» \crtrauen weitester Kreise. Seine Be- ■ iif'..rbeit erstreckte sich aber auch auf gemeineit/iges Wirken: er war von |s.sV 1014 in der Eine Erklärung des Centralvereins. Der „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischetr Glaubens", der die größte Organisation der 565 090 deutschen Jaden ist nnd der auf vaterländischem Boden steht, erklärt zu den Vorgängen der letzten Tage folgendes: Nach Mitteilungen deutscher Blätter werden von verschiedenen ausländischen Zeitungen Meldungen verbreitet, etwa, daß regelmäßig verstümmelte Judenleichen vor dem Eingang des jüdischen Friedhofes Berlin-Wcißenseo lägen, daß jüdische Mädchen auf öffentlichen Plätzen gewaltsam zusammengetrieben worden seien, daß hunderte deutscher Juden in Genf einträfen, von denen neun Zehntel, darunter zahlreiche Kinder, schwer mißhandelt seien. Alle derartigen Behauptungen sind frei erfunden. Der Central verein stellt mit allem Nachdruck fest, daß das deutsche Judentum für solche unverantwortlichen Lntstellungen. die aufs schwerste zu verurteilen sind, nicht verantwortlich gemacht werden kann. Das deutsche Volk befindet sich seit Wochen in einem politischen Umschwung gewaltigen Ausmaßes. Hierbei ist es zu politischen Racheakten und Ausschreitungen auch gegen Juden gekommen. Die Reichsregierung w ie die Länclerregierungen haben-sich mit Erfolg bemüht, möglichst schnell Ruhe und Ordnung wieder herzustcllen. Der Befehl des Reichskanzlers. Einzelaktionen zu unterlassen, hat seine Wirkung getan. Gewiß erfüllen uns gerade in letzter Zeit deutlich erkennbare antisemitische Zielsetzungen auf den verschiedensten Wirtschafts- und Lebensgebieten mit schwerer Sorge. Ihre Bekämpfung sieht der Centralverein nach wie vor als eine innerdeutsche Angelegenheit an. Wir sind aber überzeugt, daß die Gleichberechtigung der deutschen Juden, die sie sich in Krieg und Frieden durch Hcjgabc von Blut und Gut auch innerlich verdient haben, nicht wieder aufgehoben wird, und daß sie wie bisher, unlösbar verbunden mit dem deutschen Vaterlande, mit allen anderen Deutschen guten Willens am Aufstieg des Vaterlandes werden mitarbeiten können. — ehemaligen Städt. Poliklinik als Ohrenarzt tätig; dumal-c schon — vor Schaffung beamteter Schulärzte — w urden durch Dr. Weil Schüler untersucht und die Untersuchungsbefunde von ihm w issensdiaftlich verarbeitet. Im ,.S t ut t ga rte r \ e r z 11. Verein" war Dr. Weil ein hochgeschätztes Mitglied:!90f> wurde er zum Vorstand des Vereins gewühlt und vor wenigen Jahren durch das einmütige Vertrauen seiner Kollegen zum Ehrenmitglied der Organisation ernannt. Auch in Standesfragen stellte er sich in den Dienst der Aerzteschaft. die ihn von 1006 bis 1012 in den Aerzll. L a n d e s a u s s ch u fi entnü ndte. Unser VübreiiDorittinb Nachruf Herr Sanitätsrat Dr. Emanuel Weil ist uns durch den Tod entrissen worden. Ter Verstorbene war im Jahre 1896 unter den Gründern unseres Vereins und gehörte auch dem ersten Ausschuß desselben an. .M Jahre 1908 wurde er zum Vorstand gewählt und bekleidete dieses Amt bis 1919. Bei seiner Amtsniederlegung wurde er in Anerkennung seiner hervorragenden Dienste, die er für unsere Lache geleistet, zum Ehrenvorstand ernannt. Bis in die letzten Tage seines Lebens bekundete er für das Asyl sein besonderes Interesse. Der Name des teuren Entschlafenen ist mit unserem Bereis für immer innigst verbunden. 3fr. Landes-Asyl nnD Unterstützungs- Stuttgart, den 23. März 1933 Verein für Württemberg e. D. Ter Vorstand: vr. Ludwig Ottemheimer Erstklassige Vermögensanlagen Revisionen / Regelung von Erbschaftsangelegenheiten Hausverwaltung Hoercher & Co. G.m.b.H. Stuttgart / Mittnachtbau / König* atraBa 46 / Farnspracher 24166 ’ErnstThierer K8nlK.tr. B«7S Wilhelm.ban (Eint. Mcrtcsit.) Banku. HypothekengesctiSft Oefrandet 18M Telephon 23121 BankmSSiga daschSfta jeder Art. toSuftn! * kapital gegen Hypothek An-'nnd VerkiiTWOII QniadbOBltS 9uic die Jeiedage empfehlen wir unsere bekannt Vorzug/. Qualitäten in täglich frischer Teebutter Tafelbutter Kochbutter Sille Sorten feiner Käse TJloCheceiJCufui Sonnenflr. 5 / Telefon 24373 Tiliale Cannstatt: Bahnhoffir. 13, Telefon 51073 Auch auf jüdischem Gebiet hat sich der Verstorbene bleibende Verdienste erworben. Dr. Weil gehörte zu den Mitbegründern des I s r. Landesasyls in Sontheim, das er viele Jahre als Vorstand leitete und dessen Verwaltung er als Ehrenvorsitzender angehörte. Vom Januar 1908 bis März 1920 war er Mitglied der ehemaligen lsr. Oberkirchenbehörde und hat in dieser für die Entwicklung der württembergischen Judenheit so entscheidungsvollen Zeit segensreich gewirkt. Während des Krieges wirkte Dr. Weil als Oberstabsarzt in einem Reservelazarett, bis er infolge einer Infektion als Opfer seiner Arbeit selbst schwer erkrankte. j Einem langen, arbeitsreichen ■ und verdienstvollen Leben setzte nun der Tod am 22. Mürz ein Ende. Das Andenken Emanuel Weils. der ein vorbildlicher Arzt und Menschenfreund und ein aufrechter Jude war. wird in allen Kreisen hochgehalten und stets lebendig bleiben. D r. Ries. * Für den Dahingeschiedenen fand ain 27. März in der Halle des Krematoriums auf dem Pragfriedhof eine Trauerfeier statt, an der ein überaus großer Kreis von Leidtragenden teilnahm. Nach einer Gedenkrede von Rabbiner Dr. Auerbadi widmeten Dr. mcd. Hecht als Vertreter der Stammorganisation und Rechtsanwalt Dr. I. ii d w i g O 11 e n h e i m e r für das lsr. Landesasyl dem trefflichen Manne herzliche Worte des Dankes für sein unermüdliches Wirken. Unter weihevollen Orgelklängen senkte sich dann der Sarg in die Tiefe. — , Aus den Qememdm lüucttem&ecgs. Stuttgart. B e r t Ii o I d A ii e r I> a ch - V e r e i n. Am 14. Mürz sprach Albert B a ch über „J ü d is ch o Fa in i I i c* n ii u m e ii in W ii r 11 e m - be r g“. Die aufschlußreichen Ausführungen des Referenten zeugten von großer Sachkenntnis und fanden den lebhaften Beifall der aufmerksamen Zuhörer. Der Referent, der seinen Vortrag auf die Werke ..Rechtsgeschichte der Juden in Württemberg" von Rechtsanwalt Dr. Paul Tänzer und ..Die Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen“ von Rabbiner Dr. Tänzer aufbaute, gab ein umfassendes Bild von der Entstehung und Wandlung jüdischer Familiennamen in Württemberg. Am 16. März veranstaltete der B A.Y. itn Jugendheim einen R e z i t a t i o tt s u b e n d , der einen sehr guten Besuch aufwies. Margot Burgheimcr und Hilde B e i f u s gaben in bunter Reihenfolge ernste und heitere Ausschnitte über ..D i e Familie“ aus Werken verschiedener Autoren. Durch die gemütstiefe und stimmungsvolle Gestaltung der Rezitation nahm der Abend einen sehr schönen Verlauf. Jbad Ttleigentheim Hotel Caf6 Wien Bes.: JOSEF PFRIEM Ftintt Konditor«! - Caf* Grote Auswahl In Spazlalltitan x Nsuzattl. Haus / Framdarv zlmmar ✓ Simliich« Zlmmar mit Zantralhaizg. u fllaö. Wasaar Cafe Ulack INHABER: CARL STECK D Dag vornehme Famillencaf6