Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 23 (1.3.1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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254 — Auch sie starben für Deutschland... jeiligc hinaus -/nr Verfügung /n stelL-n. was dieser schon bisher für, die ../entralw ohlfalirtssteNe der deiitsihen Jijden" und für <Iie für sorge für entlassene Strafgefangene aus de /entralkasse erhalten hat. Dabei set/eir wir Milans. daß dem Oberrat tfin maßgebender Einfluß auf dir Beschlüsse des I..I.W. üln-r I irr« rsirrt,nn gen eingeriiinnt wird.' Einige Zahlen aus dem Haushaltsplan der Isr. Zentralkasse für 1932. Wir veröffentlichen nachstehend die w billigsten die jüdisch, ( >rffentlichkc-it interessierenden /ahleu aus dein letzten Etatjahr: Die l'r. /entralkasse veraii'gabte fiii Ge halt r' > rl e I II a b b i n e r u n il Heller.- lehre, I"S st2.1(1 |l\|.: für R il lie g e II a I t e r und 11 i n t i-i I) I i r-I) »• n e u-b e / li g e -M> 1 >4.2 > Reichsmark: für 1" n t e i ' t ii t / u n g s b e ii rage an die C >eineinden >0 iHltl. KM.: für h rh a I t ii n g de r I r i e tl Ii ö f <■ I tun. I! XI : f ii r Beitrage a II \ erei II e und <) r g a ii i - ' a I i o n e n <>2lHI KM. I iil Verwaltung'- k ii ' I e n wurden t| "itlT.ts KM. aufgew endet. I >ie /.< nlralkass, \ereinnahinte al' Be i t i a g e rl e r <, i - ui ei n rl e n zu den Bezügen der Rabbiner iimI Kcligiiiii'lehrer _»**’ >2MM KM. Del s t n a i ' z ii ' rh ii li betrug 25 tun. HM. Aus dm Qememdm UDürtteM&ecQs. Stuttgart. Im AnsehliiR an den in letzter Nummer veröffentlichten Bericht iibc-r die Sitzung des Isr. Vorsteheramts vom 6. Februar teilten wir unseren Lesern mit. daß wir in dieser Nummer > inen würdigenden Riiitkhlick über die überaus verdienstvolle I ätigkeit des früheren Vorsitzenden des \ orsteheramts. Oskar Roths <h i I d . geben würden. Da Oskar Rothschild uns bittet, von einer solchen Würdigung abzusehen, sei ihm an dieser Stelle nur eines ausgesprochen: der Ii e r z. I i <h e Dank der ganzen Gemeinde f ii r s,e ine b n e r m ii d I i «h e . von h ii Hi s t e di P f I i <h t bje w ii ß t s e i n erfüllte \ in t s I ii h r ii ii g! Stuttgart. \or einen! aufmerksamen Hörer kiel' begann am ll.februar Dr. G n m bei. Ileilbronn. einen vom J 11 d l - ih e ii I ehr h a li - und dein J ii d i*' <fi e i| I r a u e n h u II d verunstalteten s p i n o z a - / > k I ii s . für den von - den \ eranstaltern drei Kbende angesetzt waren. Wie wir hören, muRtl-n die beiden letzten Ulende aber ausfallen. da Dr. Guiilbcl zwischenzeitliih erkrankt ist. Der /vklus soll abei in Böhl, fortgesetzt werden. Der Referent 'ihilderte in lukh'l instruktiv >-> W ei-e die geistige Situation des CT. Jahrhunderts, die du i ch neue nni u rw i"i-ii'cha ftlichc- Frkenntniss,- eine besondere Note erhalt und durch eine Rev olutioiiiei nag des philosophischen Denkens gekennzeichnet ist. VI|s dieser geistigen Neuorientierung des Denkens über Gott und die Welt resultiert Spinozas Philosophie. Die 'Hörer spendeten dem Referenten lebhaften Bei fall Stuttgart. B e i t hol <1 X u e r h a »h - \ erei n. I Illen außerordentlich wertvollen X ortrag über . B re ii n e n de Frag e u d e r heutig e n li Ir i.i ln i” hielt P a u I W a n u e r . der AntffV dc-v iü Stuttgart urnufgefülirtc nr kriegsgefange iieustinks . Du' Referat gab einen Feber b^ick übel die I ntw i<klung der Literatur von der klassizistischen hpoihe bis in unsere läge und zeigte höchst geistvoll die Spannungen auf. die sich au» der früheren Gebundenheit des literarischen Schaffens an die bürgerliche Well lind die langsam,;, zwangsläufige Eingliederung des proletarischen Llemeiits in die Dichtung er-J gaben. In diesem /iisainineiihang beleuchtete Warmer den jjrundsafzlithen Themenw audel in der Literatur und keine Auswirkungen auf I heute Heilung. Publikum und den I lichter selbst. Der Referent bejahte die inodfiue Dichtung als vorbehaltlose mutig« l.elieusgestallung und uiiteisuihte dann die Problematik des dichte i i-chc-ii Werk' von den Gesichtspunkten einer Lineiierung der Spinibe und der ethischen Zielsetzung. Die zahl reiche Hörerschaft s|>eudetc dem Referenten. der seine lebendigen zum Nachdenken höchst anregenden \osfülmilige,i in der Wir IiuIm-ii schon fiiiher hier z.iini Xusiliuck gebracht, welch außerordentlichen F. i lief ritt k die große \ u f k I ii r u n g s v e r s a in in - lang der hiesigen Ortsgruppe des ..Reichsb ir n d s j ü d i s ch e r I r o n t s o I <1 a t e ii" in nichljüdischen kreisen gemacht hat. Dieser kam insbesondere in vielen Zuschriften zum Ausdruck. die der Ortsgruppe des K.j.L. nach dem X ortrag von Dr. I.lidw ig I r e u n d aus allen I eilen der Bevölkerung und von maßgeblicher >eite ziigegangen sind. .So wies, wie wir dem Zentralorgan des RJ.F.. dem ..Schild", entnehmen. ein Teilnehmer an der X ersaiiiiiilung auf das Buch .1) i e w li I I I e ln b e r g i s ch e G e - birg s.a r t i I I e r i e im Weltkrieg 19 15 bis I V | s" von I laupMiinun Seegrr und auf das über den Heldentod mul die Lhruiig des s<hvv übischi n jüdischen Offiziers I heo XI o o s aus l Im Gesagte hin. Auf Seite lti2 dieses Buches heißt es. .X or dem Aisiiekanal kam der Angriff zum Mucken. Die I ebergangssteile wurde vom Dorf«’ ( vs beherrscht, in dessen zur Xerteidiguiig ausgebauten kellern und Hausern feindlich, Maschinengewehre sich eingenistet hallen und jede Annäherung verhinderten liier könnten unsere kleinen Geschütze nichts auslichten, und schwere waren vonnöten. Abc-, der Drang nach voiwärt' beherrschte alles, und ging s nicht von weitem, so mußte man es aii' der Nähe versuchen. I rotz tollsten l euers gingen die .Stoßzüge vor. um ans nächster Nähe die feindlichen Stellen auszuröiiifiern. Dabei büßten Leutnant d. R. Schroter. Gehn <>. -niid Leutnant d. K. Moos Gehn II. beide durch Xiaschinengevv ein kugeln getroffen. ihr Leben ein. Mit diesen beiden verlor die Abteilung ihre schneidigsten und besten Ofhzierc: auf allen klieg'scfiauplätzeu hatten sie Wunder der Tapferkeit verrichtet und den Ruf der w ürttembergischeu Gebirgsartillerie al' kern- und Murmfnippe begründet." I nd auf Seile lt,5 des gleichen XX erkes lesen w ii : .Nach einer Rast von drei lagen in den großen französischen Ruhelagern von Serches •Di'kussjon noch erweiterte und vertiefte, herzlichen Beifall. Xiii 2t. Februar sprach Stadri abhincr Dr. Riege r über da* Thema ..XX a r ii ui w o I I e n w i r Jude n b I e i b e u 1" Man darf es als ein besonderes Xerdienst des Referenten bezeichnen, daß er.seine Ausführungen ganz aus der R e u I i- I a I unserer jüdischen Situation heraus gestaltete. Da' heißt: Dr. Riegel zeigte, nachdem er in tiefgründiger, (mpulürw issenschaftlicher Darlegung ein ..Russenbild" der modernen Judenheit gegeben hatte daß hier von ..Rasse" im Sinne eines homogenen blutmäßigen I V PS nicht ge sprochen werden kann, wurde ausgezeichnet erläutert Vv je sich durch die Bibel eine gerade ethische Bekeunenslinie zieht, die immer wieder erkennen läßt, daß das ..Erlebnis Gottes" das Wesentliche i-i. Zu der biblischen Lrkeuutnis von der Kinigkcit und Kinzigkeit Gottes kommt eine besondere ethische Xiiffassung. deren Fundament die XX illensfreiheil i't zwei Faktoren, ans denen eine jüdische Ideeiigeineinsamkeit für das ganz e Judentum gewonnen werden könnte XX it bleiben Juden, «o folgerte der Referent zusammcnfassciid. nicht aus rassischen Gründen, nicht aus religiösen denn dazu sind wir religiös viel zu differenziert nicht aus Gründen schicksalhafter X erbnndenheit dazu ist das Schicksal der Judenheit in den Ländern der Erde zu verschieden sondern: # eil w ir es w ollen! XX eil w ii ans I rene und Fhrgefiihl nicht fahnenflüchtig werden. I nd mit stolzer, verantwortungsbewußter Freue werden wir auch die schwierigsten Zeitetr als Juden überwinden. Die aufmerksamen Hörer bekundeten dem Referenten durch stürmischen Beifall, daß er ihnen ans dem Herzen gesprochen hatte. Fine kurze ili'kussiou schloß sich au. Im Xrisihluß an den X ortrag fand eine Mitgliederversammlung statt, bei der 5. Petri zum XX andern urt bestimmt wurde-. Stuttgart. Bert h o I d X ii e r b a ch - X erei n. Dem Frust der Zeit entsprechend hält der B.A.X. ging es über die X esle und Aisne und die eroberten Stellungen des Cheniin des Dantes zurück. .Noch einmal konnte man im Geiste die vor kurzem bestandenen harten kämpfe . an sich vorüliefziehen lassen, denn an vielen * alten Feuerstellungen führteder Weg vorbei Fs fand sich nun auch noch Gelegenheit, die Gräber der Gefallenen würdig auszuschmükken. L ud um die einsamen Ruhestätten der Leutnants Schroter und Moos. die. auf der Ileihe oberhalb von ('liavoniif angelegt, ins Aisnetal hinunterschuuen. dessen UeberschTeilung beide unter Kinsutz ihres Lebens erzwangen. versammelten sich die Sechser und die Elfer in stillem Gebet, und die vielen Blumen und Kränze legten Zeugnis davon ab wie beliebt und verehrt die Iteideti gewesen." In diesem Zusammenhang veröffentlicht der ..Schild“ auch einen Auszug des Briefs, den der konintundf ur eines w ürttemhergischen Regiments dem Vorsitzenden der ILj.r .-Ortsgruppe Ilorb-Re\ingen schrieb: in diesem Briefe, der. wie der ..Schild“ seit reibt, eine Ehrung für unsere Gefallenen, eine h'hrimg der VXuhrheit, aber auch gleichzeitig des Briefschreibers selbst ist. heißt es: .Ich bedauere es um so mehr, nicht zu Ihnen kommen zu können, als ich für meine jüdischen Kameraden von jeher die größte Svmpathie und Hochachtung hege. Sinti doch in dem Regiment, das ich im Feld befehligte, zwei meiner tapfersten Offiziere, die Leutnants Elsas aus Ludwigsburg und Netter aus Göppingen, im wahrsten Sinne des Wortes an der Spitze ihrer Mannschaften heldenhaft kämpfend und vorstürmend für unser teures Vaterland gefallen: auch der Führer meiner Regimentsnuchrichtenubteilung, Herr G ii 11 m a n n aus Memmingen, den ich kurz hintereinander wegen Tapferkeit vor dem Feind zum Interoffizier. Vizefeldwebel und Offiziersstellvertreter befördern konnte, war mir in den schweren Kämpfen des September/Oktober 1918 eine ganz unentbehrliche, auch in den schwierigsten Lagen nie versagende Stütze* meines Stabes!" seinen P ii r i m a be ii d diesmal im kleinen Rahmen ab. Dennoch sollten alle .Mitglieder die Gelegenheit wahrnehmen, einigegemütliche Stunden im Rahmen des Vereins zu verleben. — In Kürztspricht Fabrikant Albert Bach über ..J ii d i s ch e Familiennamen in Württemberg". Mit der Ansetzung dieses Referats erfüllt der B.A.X. einen seit langem gehegten XX misch seiner Mitglieder. (Siche Anzeige S. 25<t.) Stuttgart. Die Mitglieder versannt!Inng des .. X e r e i n s zur Ausstattung von Bräuteii" findet am 15. März statt. Die Tagesordnung und alles Näherefinden unsere Leser auf S. 250 dieser Nummer. Stuttgart. Luter der bewährten Leitung von Direktor Karl Adler und unter Mitwirkung anderer jüdischer Künstler und Künstlerinnen v ei ansialtet der J ü «I i s ch c- Fra ii e n h II ii d am Sonntag, den 19. März, eine X b cn d- XI u s i k in der Sv n a g o g e. Das Programm enthält durchweg wertvolle Stücke aus dem t7. und 18. Jahrhundert, die dem Kenner ob ihrer seltenen Aufführung, dem Liebhaber wegen ihrer schlichten Melodik hohen musikalischen Genuß bereiten werden. Das Programm enthält — soweit es keine Instrumental stücke sind Soli und kleine mehrstimmige ( höre mit X ertonung alttestamentarischer Texte. Hervor gehoben seien nur ein hebräischer Psalm von S. Rossi-Fbreo und der 25. Psalm von Schütz für Soli. ( hoi ii nd Orchester. Der Frlös des Konzerts kommt a u s s ch I i e ß - I i ch der J ii d i s ch e u X o t It i I f e zugute. Daher haben sich ausnahmslos alle Mitwirkendc-n ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Die Eintrittspreise — 2 RM. und I ILM. — sind außerordentlich nieder gehalten, damit jedem Gcnicindcmitglied der Besuch ermöglicht ist. Jedes Gemeindemitglied sollte an diesem Kon zc-rt tc-ilnehmen und bei seinen Bekannten für den Besuch desselben werben, damit die große Mühe der Mitwirkendcii durch ein schönes Er- Für Recht und Freiheit! uste 2 Sozialdemokraten