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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-03-01 · 23 (1.3.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
23 (1.3.1933)
Date
1933-03-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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gcbnis zu Gunsten der Notleideuden belohnt wird! — Wegen des sicher zu erwartenden großen Besuchs wird es sich empfehlen, sich Eintrittskarten im Vorverkauf zu sichern. (Siehe Anzeige Seite 250.) Stuttgart. Am 15. Februar ist ein sehr bekanntes und geschätztes Mitglied unserer Gemeinde, Privatier Max Fuchs, nach längerer Krankheit im Alter von 75 Jahren aus dem Leben geschieden. Der Entschlafene ist als Mitbegründer der bedeutenden Holzfirma H. Fuchs Söhne im Jahre 1897 von Karlsruhe hierher übersiedelt. Er hat es verstanden, sich durch seine gewinnende Liebenswürdigkeit und seinen ehrenhaften Charakter einen großen Kreis von Freunden /.u erwerben; auch durfte er sich hohen Ansehens in allen Schichten der hiesigen Bevölkerung erfreuen. Während des Kriegs ist er von der Heeresverwaltung wiederholt als Berater in Fragen der Holzversorgung zugezogen worden Wenn sich der Verstorbene an Angelegenheiten der Gemeinde auch nicht aktiv betätigt hat, so hat er — einem gutjüdischen Elternhaus in Weingurten bei Karlsruhe entstammend — doch nn allen Vorkommnissen innerhalb unserer Gemeinschaft lebhaften Anteil genommen und war ihr ein aufrichtiger, treuer Anhänger; auch hatte er stets, wo immer es galt, Wohltätigkeit zu üben, eine offene Hand. W ir beklagen den He imgang des wackeren Mannes, der ein eifriger und treuer Leser unserer Zeitung gewesen ist, mit der Familie und seinen Freunden aufs tiefste! Stuttgart. Sanitätsrat Dr. Karl Ries wurde vom W Urtt. Innenministerium auf die Dauer von drei Jahren in den Landesgesundheitsrat berufen, dem er schon in früheren Jahren, nngehörte. Eßlingen. Am Samstag, den 18. Februar, hielt Bezirksrabbiner Dr. Tänzer, Göppingen, eine - ge haltvolle Predigt. Am Abend versammelte sich die Gemeinde fast vollzählig, um einen hochinteressanten Vortrag Dr. Tänzers über „Jüdische Geistigkeit“ zu hören. Das Referat, an das sich eine lebhafte Diskussion anschloß. zeigte die jüdische Geistigkeit aus der historischen Entwicklung auf und legte abschließend die guten und nachteiligen Seiten dieser betonten geistigen Haltung dar. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Eßlingen. Das Schaffen der in Eßlingen gebürtigen jüdischen Malerin Dina- Cyrabalist wird von Clement Morro (Paris) in der bekannten französischen Zeitung „Revue des Arts et de la Vie“ eingehend gewürdigt. Der Kritiker rühmt „ihre verständige Komposition und scharfe Beobachtung, mit der sic auf eine unbeugsame Weise Seele und Charakter des Gegenstands erforscht“. Freudental. Bezirksrabbiner Dr. Tänzer, Göppingen, weilte vom 13. bis 15. Januar in unserer Gemeinde. Bei einem Gemeindeabend um 14. Januar nahm er die Verpflichtung des neuen Religionslehrers vor und hielt dann einen ausgezeichneten Vortrag über den Werdegang der jüdischen Gemeinde Freudental. — Am 22. Januar sprach Rabbiner Mayer im Auftrag der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums“; sein Vortrag bedeutete einen starken Appell zur Aktivierung des jüdischen Lebens. Heilbronn. Die „Arbeitsgemeinschaft der gesetzestreuen Jugend Heilbronns“ lädt auf Seite 250 dieser Nummer zu ihrer Purimfeier am 12. März herzlich ein. Wir machen unsere Leser auf diese Veranstaltung besonders aufmerksam. Heilbronn. In seltener körperlicher und geistiger Frische darf am 1. März Privatier Sigmund Würzburger seinen 85.Geburtstag begehen. Der Jubilar, der am Feldzug 1870/71 teilgenommen hat, genießt von jeher als kernhafter und aufrechter Vertreter der alten Generation die Sympathien seiner Mitbürger. Wir entbieten dem würdigen Jubilar unsere herzlichsten Glückwünsche. Laupheim. Der Vorsitzende des „Landesverband der jüdischen Jugendvereine Württembergs“, Rechnungsrat Julius Wißmann, erstattete am 5. Februar im Jugendbund ein wertvolles. Referat über „Die Situation der J u ge n d“. Der Redner behandelte insbesondere die Lage der jüdischen Jugend, die neben den allgemeinen Problemen noch ihre eigene Not durchzukämpfen hat. Mit großer Aufmerksamkeit folgten die Hörer den ausgezeichneten Ausführungen, die auch die Verantwortung der Gemeinden auf dem Gebiete der Berufsberatung und Arbeitsbeschaffung klar herausstellten. Lehrer Silbermann dankte dem Referenten und richtete an die Mitglieder den Appell zur aktiven Mitarbeit im Sinne des Vortrags. Bad Mergentheim. Der älteste Bürger unserer Stadt. Abraham Seligmann, verstarb am 8. Februar im Alter von 89 Jahren. Bad Mergentheim. Der Synagogenchorverein veranstaltete am 19. Februar eine Vorfeier zu Purim. Nach dem Vortrag eines Prologs durch den Schüler Erich Stern hielt der Vorsitzende. Max Fröhlich, die Begrüßungsansprache. Den Höhepunkt des Abends bildeten — 255 — zwei humorvolle Theaterstücke, die von den Damen Irma Strauß, Erna Kahn, Friede 1 E cs. m a n ii, Frl. Kirdihoimer und den Herren Lehrer Frankfurt, Siegfried Heidelberger, LudwigFröhlich,Manfred Kahn und Leo Adler zur ausgezeichneten Darstellung gebracht und mit großem Beifall aufgenommen wurden. Mit wohlgeschultem Tenor sang Lehrer Frankfurt als Einlage ein Lied aus dem „Zarewitsch“. — Hervorragend einstudiert waren auch die von den Damen Erna Kahn, Lisbeth Jonas, Frl. Kirchheim e r und Friedei Eckmann ausgezeichnet gestalteten Tänze und Reigen. Eine reichhaltige Tombola und froher Tanz trugen dazu bei, die zahlreichen Gäste aus nah und fern in beste Stimmung zu versetzen. Ulm. Am ». Februar hielt der I s r. Frauenverein seine alljährige, gut besuchte Plenarversammlung ab. Die erste Vorsitzende, T rau Sophie Levy, begrüßte die Mitglieder, den \ ertreter des Rubhinuts und des Männer- Wohltätigkeitsvereins und gedachte der im vergangenen Geschäftsjahr aus dem Leben geschiedenen Vereinsmitglieder. Nach der Verlesung des Protokolls durch die Schriftführerin, Frau Elise Erlanger, gab die Rechnerin, Frau Helene Hirsch, den Rechenschaftsbericht Frau Hirsch betonte, daß angesichts der herrschenden Not Ersparnisse nicht gemacht wurden, daß man aber überall, wo es not tat, Hilfe bringen konnte. Der Verein ist, wie die Vorsitzende anschließend berichtete, bei den Städtischen Erwerbslosen-Nähkursen, bei der Winterhilfe, dem Kleinrentnerbund und der Städt Mittelstandshilfe vertreten. An der Arbeit des Jüdischen Frauenbunds hat er regen Anteil genommen. In der Nähstube wurde Hervörragcncies geleistet: ebenso wurde durch die Pfunasammlung wieder viel Gutes gewirkt. So wurden in den letzten fünf Monaten ca. zwölf Zentner Lebensmittel und 100 Zentner Kohlen zur Verteilung gebracht. Audi die Erholungs- TAPETEN - LINOLEUM VORHÄNGE - GARDINEN HIENERWADEL STUTTGART BÜCHSENSTRASSE 26 B FERNRUF 29506 fürsorge brachte das in Ulm gewohnte gute Ergebnis, während der Reisekasse ein besserer Zuspruch zu wünschen wäre. Durch die gesteigerten charitativcn Anforderungen mußten die kulturellen Bestrebungen des Vereins —- wir haben über die Verunstaltungen seinerzeit berichtet — zu rücktreten. Alles Geleistete konnte nur deshalb ohne Defizit und Beitragserhöhung durchgeführt werden, weil die Mitglieder in größter Opferfreudigkeit den Verein förderten. Dafür wurde ihnen sowie den aktiven Mitarbeiterinnen herzlichster Dank gezollt. _ Bei der Neuwahl wurde der Vorstand fast einstimmig wiedergewählt. Der Sekretär des Vereins, Dr. Moos I, dankte der Vorstandschaft für die mustergültige Leitung. Rabbiner Dr. Cohn dankte im Namen des Rabbi nats und des Vorsteheramts insbesondere der -Vorsitzenden mit warmen Worten. F rau Lies eJ-Erlanger gedachte der Verdienste der 2. Vorsitzenden. Frau Karoline Kirschbaum, die trotz ihres hohen Alters still und emsig Gutes wirkt. Nach Dankesworten der Vorsitzenden an den abwesenden Revisor Isak Neuburger begann eine Verlosung, zu der die Mitglieder schöne Handarbeiten und Geschenke gestiftet hatten. Durch sie wurde ein guter Zweck erfüllt: der Verein kann eine zweite Kohlenhilfe gewähren! Ulm. Wie alljährlich veranstaltete der 1 s r. Lese verein eine Pu rimfeier, die einen Cannstatt" Empfehlen Sie diese Rubrik welterl Sanitäts-Drogerie A. 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