Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 19 (1.1.1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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Wertpapiere, FetittM- ■ypaOKkca, sparkMüca GirnkfMUMauditf SicftntnnH löeii Stuttgart. In der Hauptversammlung des A.D.A.C. Gau 12. (Württemberg und Hohenzol- 1cm). die unlängst in Stuttgart stattfand, wurde der Ehrenvorsitzende der M.V.C. Crailsheim. Theodor Rosenfeld. Stuttgart, der schon seither Gauaussdiufimitglied war. einstimmig wiedergewählt und weiterhin zum Gaudelegierten für die im Februar 1953 in Berlin stattfindende A.D.A.C.-Hauptversammlung bestimmt. Für die Wertschätzung, die Theodor Rosenfeld an seinem früheren Wohnsitz genießt, zeugt auch ein ehrendes Schreiben des Turnvereins Crailsheim, der ihm ein Bildnis des Turnvaters Jahn übersandte und ihn auf Grund eines einstimmigen Beschlusses der Hauptversammlung in Anerkennung seiner tatkräftigen Arbeit und Unterstützung beim Crailsheimer Tifrnhallcnbau zum lebenslänglichen beitragsfreien Mitglied ernannte. Stuttgart Vor kurzem mußte sich der W U r t t. L a n d t u g wieder einmal mit der Schachtfrage beschäftigen, da hierzu eine Eingabe des Württ. Frauentierschutzvereins vorlag. Berichterstatter K ü ch 1 e (Z.) beantragte, die Sache, zu der eine Gegeneingabe des Israel. Obcrruts vorlag, zu vertagen. Es kam nun zu einer lebhaften Geschäftsordnungsdebatte: unter stürmischen Zwischenrufen der Nationalsozialisten und entsprechenden Gegenrufen wurde dann der Antrag auf Vertagung dieses BeratupgsgegenStandes angenommen. Buchau. In den letzten Wochen fanden hier verschiedene bemerkenswerte Veranstaltungen statt. Im Rahmen eines Gemeindeabends sprach Generalkonsul Max Straus. Stuttgart, in ausgezeichneter Weise über „Uriel da Costa“. — Anläßlich des Gefallenenge den ktags fand am 19. November v. Js. eine Gedenkfeier in der Synagoge statt, an der der Bürgermeister und Abordnungen der Militär- und Kriegervereine tcilnahmcn. — Am 26. November v. Js. veranstaltete das I s r. V ö r - steheramt einen Gemeinde ab epd. welcher der Vorbereitung der kurz darauf stattgefundenen Wahlen zum Israel. Vorsteheramt diente. Nach einer Wahlaussprache hielt Rabbiner Dr. Schlesinger anläßlich des 300. Geburtstages Spinozas einen geistvollen Vortrag, mit dem er ein Bild von der Persönlichkeit des großen Philosophen und seines geistigen Wejrks ■ vermittelte. Die Anwesenden dankten dem Redner durch lebhaften Beifall. -- Der I s r. P r i v a tarmen verein hielt seine Plenarversammlung am 3. Dezember v. Js. ab. Mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand stellte der bisherige Schriftführer und Kassier, Martin S. Einstein, sein Amt zur Verfügung, das er 36 Jahre in mustergültiger Weise verwaltet hatte. Mit herzlichen Worten gedachte der Vorstand des Vereins. Max Weil, der unermüdlichen Tätigkeit und Pflichttreue des ver- ’icnten Ausschußmitglieds, dessen Sohn, Siegbert Einstein, anschließend zu seinem Nachfolger bestimmt wurde. Die Zusammensetzung des Ausschusses ist nun folgende: Max Weil (Vorsitzender), Siegbert Einstein (Schriftführer und Kassier), Siegmund Einstein. Franz Moos. Adolf Beer, Norbert Kahn. Siegfried Dannhauser (Ausschußmitglieder). I Crailsheim. Am I. November v. Js. trat Religionsoberlehrer Wilhelm Kahn, früher in l.aupheim. die hiesige 'Stelle als Religionslehrer an. Nachdem er selbst seine Gemeinde beim llauptgottesdienst vom 5. November in einer eindrucksvollen Predigt begrüßt, von den Pflichten des Religionslehrers ein Bild entworfen, um die Unterstützung aller Gemeindemitglieder und um ihr Vertrauen gebeten hatte, erfolgte seine Einführung am 12. November durch Bezirksrabbiner Dr. Cohn, Ulm. Dieser richtete am Schlüsse seiner schönen Predigt warme Worte der Begrüßung, Anerkennung und Aufmunterung an den neuen Beamten. Am Abend des 12. November rand eine offizielle Begrüßungsfeier statt. Nach Ic-r Begrüßung der überaus stattlichen Versamming wandte sich der Vorsitzende des Isr. Vor- 'teherumts, Sam F riedmann, mit herzlichen Worten an Oberlehrer Kahn und seine Familie und wünschte ihm Glück namens des Kollegiums und der Gemeinde für seine künftige Tätigkeit in Schule und Synagoge. Oberlehrer Kahn dankte hierauf dein Vorsitzenden sowie Bezirksrabbiner Dr. Cohn für die ihm erwiesenen Ehrungen. Unter dem Motto Dienet dem Herrn mit Freude“ versprach der Redner, sein Amt aufzufassen als eine freudige Arbeit mit und an der Jugend, als eine heilige Tätigkeit an Vorbeterpult und Kanzel zu Ehren Gottes und zum Segen der ganzen Gemeinde. Bezirksrabbiner Dr. Cohn erfreute sodann die Anwesenden durch einen Vertrag über „D i e Entwicklung der, synegogalen Ge * ä n g e“, der durch Sdiallplatten erläutert — 213 - wurde. In seiner bekannt volkstümlichen und packenden Art verstand es Dr. Cohn, sein Thema den Hörern nahezubringen, sodafi der Dank des Vorsitzenden herzlichen Widerhall bei allen Teilnehmern fand. Crailsheim. Am 18. Dezember v. Js. konnte der frühere langjährige Vorstand des Vereins „B i k - kur Chol im“, Metzgermeister Jakob Esst n g e r,. in erfreulicher körperlicher und geistiger Frische seinen 82.,Geburtstag feiern. Das Vorsteheramt brachte dem mit einem erfrischenden Humor ausgestatteten Jubilar die herzlichsten Glückwünsche der Gemeinde zum Ausdruck. Göppingen. Frau Ida Hirsch geh. Bauland feierte am 20. Dezember v. Js. ihren 70. Geburtstag. Die Jubilarin erfreut sich noch ungemein geistiger Frische und wurde weit über ihren Familienkreis hinaus gefeiert und verehrt. Wir wünschen ihr auch weiterhin noch viele gesegnete Lebensjuhre iin Kreise ihrer Familie! Heilbronn. Die 11 e r d e r - L o g e verunstaltete vor kurzem zusammen mit dem 1 s r. F r u u e n - verein eine S p i u o z u - F e i e r. Bezirksrabbiner Dr. Bccrmann hielt in bekannt meisterhafter Weise die Festrede und entwarf eine treffende Charakteristik des großen Philosophen. Der Redner schilderte dann Spinozas Stellung zum Judentum, deutete den Bannfluch der Amsterdamer Gemeinde in geistvoller Weise aus und zeigte abschließend an Hund von Spinozas Werken die religiöse Einstellung des Philosophen auf. —Der Vortrug war stimmungsvoll umrahmt von künstlerischen Klaviersolis (Dr. Fritz Wolf) und ernsten Rezitationen (H e r in u u n K e r n). Am 13. Dezember v. Js. sprach cor demselben Kreise Dr. Gandersheim er. Frankfurt a. VL. über „Mittelalterliche Kunst in Schwaben und Franken“. Die inhaltlich und sprachlich hervorragenden Ausführungen des bekannten Gelehrten und Spezialisten auf dein Gebiete der kirchlichen Kunst fanden lebhaften Beifall. Heilbronn. 'Nor kurzem veranstaltete die R.j.F.- Ortsgruppe einen gutbesuchten Herrenabend, der im Zeichen einer offiziellen Ehrung des Vorsitzenden der Ortsgruppe, Eugen Victor, stand. Lehrer K a hji überreichte demselben im Auftrag der Berliner Bundesleitung die'goldene Bundesnadel und hob in einer Ansprache die außerordentlichen Verdienste des Geehrten um die hiesige Ortsgruppe sowie um die Bundesarbeit im ganzen Lande hervor. Eugen Victor dankte für die Ehrung mit herzlichen Worten. — Ein gemütliches Zusammensein schloß sich an. Heilbronn. Die J u n g g r u p p e des Jüdischen Jugendbunds „M ontefiorr" versammelte am 18. Dezember v. Js. die Gemeindemitglieder in einem Bunten Chanukka -Abend, dessen unter der Leitung der Herren R o s e n s t e i n und A rthurReis stehendes Programm großen Beifall fand. — Der Abend wurde mit drei Kanons alter Meister eingeleitet, die von den Jüngsten der Gruppe unter der Leitung von Arthur Reis ausgezeichnet vorgetragen wurden. Lehrer Karl Kahn hielt eine schöne Begrüßungsansprache, in der er die Jugend aufforderte, nach dem . Vorbild der Makkabäer zu leben. Zwei iünge Pianistinnen. Liesel Heule und Hilde odisberger, spielten vierhändige Klavierstücke in harmonischem Zusammenklang mit beachtenswerter Technik. Unter der Mandolinenbegleitung von Herrn M a n d e 11 a.u b führten dann acht Mädels (Einstudierung: Frl. Heilbronner) deutsche Volkstänze vor, die lebhaften Beifall” fanden. Die übrigen Programmnuinmcrn umfaßten sportliche Vorführungen der Herren Bär. Kahn, Marschall und Paul S chi e u e r. Die Lockerungsübungen, das Seilspringen und die sonstigen trefflichen Darbie-’l tungen gefielen außerordentlich. Stürmischen Bei-, fall fand auch des heimischen Komponisten Rost i n (Rosenstein) neues Schlagerkouplett „’s ist alles Natur“, das von Herrn Bär vorgetragen wurde. Ein Singspiel sowie ein Einakter leiteten dann zu einer reichen Gabenverlosung über. Die Junggruppe hat sich mit dieser Chanukka-Feier viel neue Freunde geworben. Laupheim. Im Rahmen des Israel. Frauenvereins hielt Religionslehrer Silbermann am 15. Dezember v. Js. einen Vortrag über das Thema „F rauen der Bibe 1“. Frau Rabbiner T r e i t e 1 begrüßte die zahlreichen Hörerinnen und teilte dann mit, daß für die Winterarbeit noch weitere Veranstaltungen vorgesehen seien. In der ihm eigenen klaren Weise beleuchtete der Redner nun die Bedeutung der Frau insbesondere auch auf den jüdischen Gebieten und zeigte dünn, wie sehr sich die Frauen der Bibel als Gattinnen. Mütter, Führerinnen, ja als Märtyrerinnen Bewährt haben. — Der Referent zeigte aber auch, daß Frauen sich an den Zerfallserscheinungen der jüdischen Antike mitschuldig gemacht haben. Die Vorsitzende unterstrich mit herzlichen Worten den Beifall, der dem Redner gespendet _wu rde. Ludwigsburg. Der Israel. Frau e n verein hielt Ende November v. Js. seine Mitgliederversammlung ab, die gut besucht war. Die Vorsitzende, Frau Fanny Elsas, erstattete den Jahresbericht, der deutlich zum Ausdrude brachte, daß der Verein auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege Außerordentliches leistet. Hauptpunkt der Tagesordnung stellten diesmal die Wahlen dar, aus denen wieder hervorgingen: als Vorsitzende Frau Fanny Elsas, als Rechnungsführerin Frau Henriette Ottenheim er, als Ausschußmitglieder Frau Fanny K u s i e I und F rau Eugenie Ottenheim e r. Neu gewählt wurden Frau Mi na Metzger als Schriftführerin, Frau Ella Elsas als Delegierte. Die Anregung zu einer Chanukka-Pfundsammlung fand allgemeine Zustimmung. Ueber die Frage der Nähstube konnte aber volle Einigkeit nicht erzielt werden. Oberdorf-Bopfingen. Um das Interesse für die Arbeit des Centralvereins zu fördern, hielt Milton Strauß am 17. Dezember v. Js. vor der versammelten Gemeinde einen Vortrag über „Die politische Lage und die Arbeit Vim a. 2). Engelapotheke J. MENDLER ULM a. Donau Elektro- und Radiohaus HANS MAIER Kornhausplatz Nr. 8 / Fernsprecher Nr. 3640 Ausführung s&mil. elektrischer Insiallaiionsarbciien u. 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