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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · 19 (1.1.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
19 (1.1.1933)
Date
1933-01-01
Page
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- 206 - ih r DAS HAUS ba in FÜR JUWELEN. GOLDu. SlfBERWAREN BESTECKE, UHREN MODESCHMUCK ^Stuttgart / Kdnigstr. 17 J schwächsten \\ idci'IhiicIc-'. .Vnjri-~*t-iIit- und Ar- Ix itcr witiIi n gcr.ide/ii /um I lungc-rtodclernrteilt. wenn -ie über ilie ullgcnirinc-n w irtschaftli<beii (,runde hinaus noch als Juden xerfolgt und aus dein V irt-ihaftspro/eH ausgc-Mhaltrt werden. In den I )irekiion»biir<» grolh-r Kon/erne -öl ur immer jemand dafür, (lall jüdische Angt"- "tellte bei kiindigiiiigc-11 und Fntlass„ngcn nicht nber-ehen und bei I inste-lbingc-n nicht beachtet wi idc n. und /war oft auch dann, wenn die hinüber -elli't Juden "ind. II >ie Inngandaiic i Ilde- A i Ix it'lusighcit mit all |ietraurigen I I»lg,-rnngi-II \on \ot und V c r- "i iII111)^ /<-itijit in den Ma — eil ilei jüdischen i aniilien /»"tände. die man noch cOl wc-nigen Jaliii-n für uiiiiitigiwli uehalten liattd. Junge Men- -<1 -r■ 11 w c iden /u einer Last liir ihre alten Eltern, lut die "ie einmal »or^en "ollten. Sic "ind nicht nx'hi in d< i I agc />> heiraten und einen llaiis- "tand /u giiiiiden. Ihe /all! der jüdischen Geburii n wild "l.rndii; gelinget. die Sterbefälle iibciw iec.1-11 breit» in ei lieblichem Malle. Die Selbst- I,r -iaii" wirtschaftlichen Gründen häufen "ich.! II einem ei "I hi ^1 kendeii l mfciii^rc- "C t/t eine I iii. it aii" dem JmleiiluHi ah letzte Bettung cor w n i-ih.iftliihem NicderiÄnige ein. Die /ahl der jüdischen \ i beit-dosen lallt "ich null' ei miltein. da die öffentlichen \rbeit"ämter keine konfessionelle Statistik führen, die jiidi- "ihen \ I beitsiiachw ei»e abei nur einen I eil der cie-aiiilen jüdischen Vrbcit'lci'igkeit erfassen. VIhin. beim jüdischen Arbeitsnachweis Berlin waten im Jahre I'Dl ca. 11 (Mit) jüdische Vrbeits- Ici'e gemeldet, aho fast ein Drittel aller jüdischen \rbeilnehmel Berlin" \ber diese /.ahl ..IIII clei V\ ii klichkeit nicht nahe: liinzii/uziilif4-ti sind die zahlreichen Vgenten. Vermittler. Vcriivin. frühe I 'selbständigen Kauflente und Intellektuellen, die alle erwerbslos im tranrjg- "ten Sinne de-' Wortes "ind. üeichs- und Staatsbehörden haben angesichts der immer wachsenden Hetze im besten lall einige beruhigende Worte. Auf irgendein Eingreifen gegen den Boykott in der Wirtschaft wartet man vergeblich: auch die Wirtschaftsverbande. die Vereinigungen der Arbeitgeber, selbst die Gewerkschaften schweigen. Int Interesse der deutschen Gesamt Wirtschaft, aber auch im Interesse der in ihrer Existenz bedrohten jüdischen Gemeinschaft richtet die Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise an die Oeffentlichkeit. an Reichs- und -Staatsbehörden die entschiedene Forderung. mit allen Mitteln gegen die wirtschuftschädigonde Boykotthetze einzusch reiten. Von den W irtschaftsverbänden der Arbeitgeber, von den Gewerkschaften der Arbeitnehmer erwartet die Zentrale, daß sie auch die Interessen ihrer jüdischen Mitglieder wahrnehmen und sie durch Bekämpfung des Wirtschaftsbov kotts vor der Verdrängung aus dem Wirtschaftsleben schützen!. Das deutsche Judentum hat erkannt, daß c-S verpflichtet ist. eigene- Maßnahmen zur l.indejruug seiner besonderen Notlage zu treffen. VVirtJschafiliehe Notstände können nur auf dem W c-gf einer produktiven Gestaltung der jüdischen Sojzialarbeit bekämpft werden. Diese umfaßt heute bereits: Darlehnskassen und Genossenschaften!. Berufsberatung lind Bertifsfiirsorge. Ein rieh j Hingen zur Fortbildung und Unterbringung langjfristig Arbeitsloser und schließlich als wichtigste Maßnahme: jüdische Arbeitsnachweise. Die Erbfolge der jüdischen Arbeitsnachweise in Berlitj. Breslau. Frankfurt a M. usw. zeigen deutlich, daß es auch heute noch möglich ist. jüdische- Menschen vor dauernder Arbeitslosigkeit zu bewahren. Eine besondere Aufgabe ist die- Lnlerbringung der Arbeitnehmer, die am Sabbath nicht arbeiten. In Gemeinschaft mit der Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaftslagen der Juden in Deutschland hat es die Vereinigte Zentrale fü ' jiidisihe Vrbcit'iinchwci'c übernommen, überall für den Ausbau des jüdischen Arbeitsnachweis. Wesens, für Arbeit'- und Erwcrbsbeschaffung z.» werben. Diese Werbung kann aber nur von Erl folg begleitet s,-j„.. wenn sich die gesamte jiildisthe Oeffentlichkeit. Einzel persönlich keifen und Organisationen, mit allen ihren Kräften für dit- Durchführung dieser wichtigen Aufgaben einsetzt-n. _ Regierungsprogramm und Deutsche Judenheit. Von Dr. Alfred Hirschberg, stellvertretender Syndikus des Centralvereins. Die Rundfunkrede des Reichskanzlers voji Schleicher hat die innorpolitische deutsche 8itu.it- BanlKcsdiaa » BypoWtkenmkelir BICMtd Imr Kotwm-O«». _STUTTGART FRIEDRICHSTRASSE A TELEPHON Nr. 20000 tiou in starkem Maße geklärt und entspannt. Herr von Schleicher nannte mit erfreulicher Deutlichkeit die Dinge, die jeder meint und die jeden angelten, beim Namen. Er erhob nur Fotderimgcn. die lebenswichtig sind: seine Rede war besonders interessant durch das, was sie nicht enthielt, was man aber seit einiger Zeit in Kunzlerreden zu hören gewohnt war. Die Haupt! Ii escdes Kanzlers lautet: Das X ü ch s t I i e g e n d e sofort unfassen. d a - F c r n I i c g cn d e an s i ch h crank o in in e u lassen. Die w irtsdiaftspolitischen Bläue des Kanzlers stehen an dieser Stelle nicht zur Erörterung. Das l’roblem der V rbeitsbe-s ch a f f u n g als solches ist jedoch auch für die jüdischen Arbeitnehmer von erheblicher Bedeutung. Sie leiden neben der allgemeinen Arbeitslosigkeit unter einer zusätzlichen, die von antisemitischen Untergründen hcrknmmi. Aber Boykott jüdischer Angeste llter und f irmen ist letzten Endes ein Ergebnis der ungeheuren Zersetzung und Verhetzung aller Bev ölkerungskre-isc-, durch die das Volk sozusagen in eine Anzahl einander feindlich gegen überstellender Lager aufgeteilt wurde. Es ist außerordentlich viel geschehen, um die W irkungen dieses Bo\ kottc-s zu verhüten und ihn selbst einzuschränken. Die jüdischen Juristen Deutschlands kennen sehr genau dus .Urteilsarchiv des ( V. mit seinen zweieinhalbhundert Entscheidungen. Aber die Verhältnisse von Grund auf ändern kann nur e i n e A e u (I e - r ii ii g des V o I k s b e w u ß t s e j n s. Darum begrüßen wir die öffentliche Verurteilung der gewerbsmäßigen Unruhestifter durch den Reichskanzler. Die Autorität der Regierung, die sich nicht ..autoritär" nennt, wird vom Regierungschef stark genug eingeschätzt, um eine Reihe von Ausnahmebestimmungen, die die bürgerlichen Freiheiten innerhalb Deutschlands einschränkt, wieder aufzuheben. Zugleich aber macht der Kanzler darauf aufmerksam, und diesmal mehr in seiner Eigenschaft als Führer der Reichswehr. WIR SORGEN FÜR IHR AUTO! Ein gepflegter Kraftwagen spart Zeit, Geld und gibt Ihnen Sicherheit! AUTO-REIFEN Trinkner iimitiiiiiiiiiiHtiiiiiiitiiitfiiiiiiiiiiiimtiiiii Refnsburgstr. 45 - Telefon 63227 auch Nachischalter f-- Mc Alles für Ihr Auto durdi unsere Inserenten! Geben Sie denselben den Vorzug! KÜHLERFABRIK LÄNGERER & REICH A.G. Hackstraße 25-29 / Fernsprecher 40441 AutomobilkOhler / Verchromung Reparaturen fachgemäß, schnell und billig DIPLOM-INGENIEUR J. BÜCHER ChampignystraBe 7 Auto - Reparaturen sämtlicher Systeme Von der Handelskammer vereidigter Sachverständiger Karosserie Vetter Cannstatt BrQckenstraBe Nr. 6 — Telefon Nr. 51687 bietet Gewähr für tadellose Arbeit und ist trotzdem billig ALFRED BROSE auto-sattlErei Polstern kompletter Garosserien sowie Anfertigung von Verdecken Verdeckhüllen,' Kühlerdecken usw. 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