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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-12-16 · 18 (16.12.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
18 (16.12.1932)
Date
1932-12-16
Page
[Seite] (sequence 12)
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Institutes München hol sich Simon Maringt-r Gelegenheit, ah Vertreter des ..k ii 1 n e r J ü d i - s <h e n \V o ch e n b I a t t mit Dr. A I - I r e d Adler über jüdische Erziehung-— Irasen /u sprechen. Die Fragen, die Adler vurge legt wurden, lauteten: I. Inwieweit kann man ton einer spezifischjüdischen Neurose sprechen? 2. Bringt das jüdische Kind infolge seiner Rassezugehörigkeit besondere- Begabungen zu ^besonderen Leistungen mit? Nachfolgend das Ergebnis: \ glaubt ii i dl t all ein intensiveres |K-|- i-ainw irkeiide» Mfirderw ertigkc-it'gefiili! de- I <■' bei jeder and, len AI inderlieit ■N.-gi p len in I )< nt-,lilaiid Proletarier, Zigeuiii u a. tu ii ei liandeii i~t. 1 >, -halb fallen für lim auch I ,,'liegen fort, die eine "Stärkung Inder i.:‘ deni iii,ii\ i,bial|i-> ciiologi'iiien Terniimi' aii'- g, d : kl eine I rniiitigiing de' Jndeti :jtidi'tiieii kiii i■■' gerade auf dein •- .ebiet fordern, auf dein > 'ein, Niederlage erlitten hatte nämlich auf dein jiitli~c.ii,-ii Gebiet, d. h. er lehnt als Therapie — II - mann 2* - Tal. 23*54-57 >rkz*ag« für Bastler und Haushaltung ib»l|af«ralhtrea - Laubttgeboli 1^ laushattur>g I ilgtlMli I Grad der Intelligenz hinge, wie es auch die experimentelle Psychologie schon seit langem bewiesen hätte, von der ökonomischen und sozialen Schichtung ab. der das betreffende Individuum amgehöre. Der Gesichtspunkt des Lebensstandard im weitesten Umfange, also nicht nur des jüdischen Faktors, sei erst eine Gewähr für eine richtige Persiinlichkeits- und Intelligenzdiagnose. Badlo Musik-Apparate Planen Insfrnmenfe in reichster Auswahl bei niedrigsten Preisen Haaptstätterstr. 32 An. 19. e ine Intensiv ierung de« jüdischen Bewußtseins ,ib. Er ist der Meinung, daß die Ermutigung darin bo'tHie. in dem zu erziehenden jüdischen Kinde da~ Bewußtsein der moralischen und kulturellen Unzulänglichkeit der Umwelt zu schaffen, die zu bc-helwn später auch eine seiner Aufgaben sein -oll. Der Antisemitismus sei eine Kiilturschande. doch 'teileer nur einen de r sozialen und kulturellen Mängel dar. I)«' Primat in jeder Erziehungsarbeit sei de r ktiltiirgeineinschaftsgedanke. Nur. wenn eine jüdische Bewegung sich diesen zur Aufgabe macht, ihn tagtäglich praktisch in die W irklichkeit unisetzt. ihn quasi lebt, nur dann gestellt Adler ihr eine Existenzberechtigung zu. Den Glauben an eine angelnm-ne Begabung lehnt er von seinem intliv idiiatpsv chologischen 'Standpunkt au~ prinzipiell ab. (Devise: Grundsätzlich kann jeder jedes!, -Er gibt zu. daß man in den ersten Schulklassen einegrößere- Gewecktheit des jüdischen Kindes festste!len kann, doch sei diese nicht auf eine ange borene \ eranlagting /urückzufülrren. vielmehr auf eine spezifische AIilienlve, infinssung. Adler spricht von einer ..j u d i ' ch e ii A t in o ~ p h ä r e" in der jüdischen Familie, in der die Bezogenheit der Eltern zu den Kindern, besonders der Mutter, eine viel innigere- und für den geistigen Erwerb weitaus fruchtbarerei-t al~ in der nichtjüdisehen Familie-. Die« habe natürlich seine historischen l rsachen in der Exklusivität und Resistenz der Juden gegenüber ihrer Umgebung. (Eine tible Erscheinung i~t die \ erzürteliing: sie ist oft die Ursache einer Neurose. al~o eine ..nicht jüdische” Ursache., Im übrigen sind Fähigkeit und Intelligenz das Ergebnis eines dauernden 1 rainings und stehen mit der Erziehung im Aerhältnis einer direkten Proportion: je besser der Trainer (Milieu. Atmosphäre usw.l desto ..gew eckt er” der Mensch. Der Kfar Jeladim, das Kinderdorf. Von Jehoschua Maschler, Jerusalem. Komm. Sonja, ich will Dir etwas erzählen, wovj 011 Du vielleicht schon geträumt hast, geträumt, wie von etwas Unmöglichem, Kindischem. Komm, ich will Dir zeigen, wie Träume Wahrheit werden können. Siehst Du den großen, weiten Saal? Helle Sonne malt die Fenster auf den blanken $teinl>oelen. große saubere Tische stehen bereit, aber noch sind die Bänke leer — der Saal wartet — wartet auf etwas Großes. Wichtiges: denn es ist ein großer Tag heute. Selbst die «hwarze-n Augen der kleinen Rachel leuchten heute noch mehr als sonst, und die Teller, die sie auf die Tische verteilt, klirren leise in ihrer zitte-rndc-n Hand. Ja. sogar die Hände der kleinen Rachel fühlen es. daß Wichtiges vor sich geht Denn dort im Nebenzimmer berät man jetzt in Ernstem Gespräch, wie die Arbeit fürs nächste Jahr einzuteilen. Du glaubst sicher, Sonja, daß dort erwachsene Menschen. Lehrer mit langen Bärten beraten, was für Aufgaben sie im nächsten Jahr den'Kindern geben sollen. O nein. Sonja, das gibt es hier nicht, hier bist Du in der kinderrepumik. in „Kfar-Jeladim”. hier haben Große nichts dreinzureden. Hier sprechen Er Avachsene nur. wenn sie gefragt werden. Nur wenn ein Kind nach etwas fragt, was es noch in ich t gelernt hat. dürfen Erwachsene antworten, über alles andere besprechen und beschließen die Kinder selbst. Und das ist nicht leicht. Die Wirtschaft ist groß. An allen Ecken und Enden braucht man fleißige Hände, viel Arbeit ist zu tun und gerecht muß sie verteilt werden. Denn Gerechtigkeit muß sein. Das fühlen alle. Und auch Du. Sonja, wirst es verstehen, daß die kleine Rachel mit den großen schwarzen Augen nicht ewig kochen und Tisch decken kann. Das alles müssen;dic- Kinder bei der Arbeitseinteilung in Betracht ziehen, und es geht daher auch sehr laut und stürmisch zu. Aber endlich, endlich ist man fertig geworden Mit roten Wangen stürmt die kleine Schar in den Speisesaal, und jeder Bub und jedes Mädchen hält einen Zettel in der Hand. Auf diesem Zettel steht geschrieben, was sie im nächsten Jahre zu tun haben. Auch für Rachel ist ein Zettel da. Ainos überbringt ihn ihr freudestrahlend Ja. . er ist ganz stolz. Arnos, denn er hat es durch-; gese tzt, daß Rachel nun für drei Monate zur Hirtin wird. Täglich wird sicmit ihrer Herde ins . Feld gehen und w ird, braun von der Sonne in ‘frischer Luft, bald die Kochtöpfe vergessen. Rachels Augen leuchten. Blumen, viele Blumen wird sie sammeln. „Einen so großen Strauß bringe ich täglich nach Hause.“ ruft sie strahlend. ..und du. Ainos, bekommst die schönsten." ..Du mußt sic* mir gar nicht nach Hause bringen.“ sagt Arnos würdevoll, „denn ich habe Gibbor und üMlKalfenbach&Söhne^ Besteckfabrik seit 1870 Altensteig im Schwarzwald Ixahüsdu Qesdienk: Artikel ferner Gasherde und Reformküchen Fr. Sdiranbitms «w>. Hausu. Küchengeräte Stuttgart z Langestr. 6 FEINKOST OTTO EHMANN HAUPTBAHNHOF (Mittelhalfe) Telefon 20991 GE^CHENKKÖRBE Spezialität: Anrichten feinster kalter Platten Inserieren bringt Gewinn! vN c°v’ **><£>*» SKI direkt an Privat zu Fabrikpreisen sowie allen Zubehör Weimarstraße 38 b, Hinterhaus Sonntags geöffnet L «*S - Jeden Einkauf bei unferen Inferenten! Wenn Sie Ihrem Kinde zu Weihnachten ein hübsches Spielzeit# schenken wollen, dann nur von Jilumhacdt 4M JCÖHiQSfau Große Auswahl billige Preise

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