Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 18 (16.12.1932)
- Date
- 1932-12-16
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- [Seite] (sequence 7)
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DhPnillJft GMtMadilas, kalte Füße, IIIIV* IIIIIU9 Wechaeljahrbescfa werd., Katarrhe, Neuralgie, beseitigt sicher die von zahlreichen Aerzten und der Ortskrankenkasse verordnete Kayss«r-M«thode. hriMlim- D iratiaeAa STUTTQART MÄStotarttwi rm IkflyMCr, BAheieutralle f ja auch früher schon geschehen ist, mit anderen Gruppen der Gemeinde über die Wahlen zu verständigen. Unser Stundpunkt, an den bewährten fünf bisherigen Gemeindevorstehern, die sich — teilweise recht ungern — zur Wiederwahl bereiterklärt hatten, unter allen Umständen festzuhalten, wurde nach einigem Widerstreben akzeptiert. So kam es, daß nur zwei neue Namen in Betracht kamen, die Auswahl also äußerst beschränkt war. Hiebei mag die bei der Einstellung vieler Wähler nicht unnötige Bemerkung eingeschaltet werden, daß gerade bei den Vorsteherwahlen den Kandidaten zwar auch eine Würde, in erster Linie jedoch eine Bürde zugeteilt werden soll: denn es wird von ihnen verlangt und erwartet, daß sie nach Charakter, Wissen und Können befähigt und gewillt sind, iin Dienste der Gemeinschaft ersprießliche und intensive Arbeit zu leisten und etwaigen Stürmen der Zukunft die Stirne zu bieten. In diesem Sinne suchte der „Gemeindeverein“ in Zusammenarbeit mit anderen Gruppen seine Auswahl zu treffen und die verschiedenen Schichten der Bevölkerung zu berücksichtigen. Wie es sieh geziemt, hat der Ausschuß dann in der Yercinsversanimltiug vom 23. Oktober über seine Wahlvorbereitung Rechenschaft abgelegt und es wurden weder gegen sein Verfahren im allgemeinen, noch gegen die Personen der vorgeschlagenen Kandidaten ernstliche Einwendungen erhoben. Es erfolgte zwar die Nennung einiger neuen Namen: die letzte Entscheidung wurde aber dem Ausschuß anlieimgegehen. Wenn, wie sich nachträglich ergeben hat. zahl reiche Mitglieder des ..Gemeindevereins" mit den Vorschlägen des Ausschusses nicht einverstanden waren, so wäre es ihre 8adie gewesen. in der maßgebenden Vereinsversammlung ihren Widerspruch klar und deutlich anzumelden und dementsprechende Beschlüsse herbeizuführen. Die Vereinsleitung wäre dann instand gesetzt worden, loyulerweise die liberale Gruppe davon in Kenntnis zu setzen, daß der Verein die getroffene Wahlverabredung nicht billige. Wenn schon ein Wahlkampf sein soll, so soll er ehrlich und sadilich sein: unsere Gemeinschaft möge davor bewahrt bleiben, daß die üblen Wahlpraktiken. die sich im politischen Leben allzu sehr eingenistet haben, in unseren Gemeindewahlen einreißen! Die in den Zirkularen der sogenannten Op|M)sition enthaltene Behauptung, es habe nur ein kleiner Teil des Ausschusses des Gemeindevereins die Nominierung der Kandidaten vorgenommen und durchgeführt. ist protokollarisch als objektiv unwahr nachz»weisen. 1111 übrigen sei erwähnt, daß infolge des Ausfalls der Wahlen der Ausschuß des ..Gemeindevereins" sich veranlaßt gesehen hat, insgesamt seinen Rücktritt zu erklären. _ Aus den Gemeinden WücUem&eeqs. Stuttgart. Sitzung des Vorsteheramtes am 7. Dezember. In seinem einleitenden Berichte spricht der Vorsitzende, Oskar Rothschild, von den geschichtlichen Ereignissen, welche das Vorsteheramt veranlaßt haben, am kommenden Sabbath die Hundertjahrfeier der Gemeinde zu begehen. Eine Stiftung soll die Erinnerung an die Jubelfeier festhalten, die sonst nur durch einen Gottesdienst begangen werden soll. Er dankt der „Gemeindezeitung" für die festliche Sondernummer und erwähnt die eingegangenen Glückwünsche. Die Versammlung tritt hierauf in eine Aussprache über den Einspruch des Dr. Ludwig Ottenheimer gegen die Gültigkeit der Wahlen zum Vorsteheramt am 30. November ein, über welchen Einspruch das Vorsteheramt vorerst zu entscheiden hat. Nach der Auffassung des Vorsitzenden dürfen die fünf bei der Wahl beteiligten Mitglieder des Vorsteheramtes wohl an der Beratung über den Einspruch teilnehmen, aber nicht mit anstim¬ — 199 — men. Den Vorsitz übernimmt während der Verhandlung über diesen Punkt der Tagesordnung Friedrich L. Kiele als das dienstälteste Mitglied. Das Referat über diesen Punkt erstattet Sanitätsrat Dr. Ries als Vorsitzender des Wahlbüros. Er beschreibt den Wahlvorgang und die Vorkehrungen zur Geheimhaltung der Abstimmung, die jedem die geheime Stimmenabgabe ermöglicht hätten. Der Einspruch des Dr. Ottenheimer sei darum zurückzuweisen. In einer ausführlichen Stellungnahme zu den Einzelheiten des Referates kommt Dr. Flegenheimer zu einem gegenteiligen Urteil. Maßgebend sei nicht, ob die Vorkehrungen vorhanden, sondern ob sie innegehalten werden. Gerade aus den Feststellungen des Referenten sei deutlich, daß die geheime Stimmabgabe mindestens für eine Stunde efährdet gewesen. Nach der Rechtsprechung des adischen Verwaltungsgerichtshofes wäre die Wahl anzufechten, wenn die geheime Stimmenabgabe gefährdet gewesen. Dazu mußte die gleiche Aufmachung der beiden Wahlzettel notwendig zu Verwechslungen führen. Schon während der Wahl habe Landgerichtsrat Dr. Richh e i m e r den Gemeindepfleger auf die mangelnden Vorkehrungen zur Sicherung der geheimen Stimmenabgabe aufmerksam gemacht. Auch andere Wähler haben mit ihren Bedenken nicht zurückgehalten. Es müsse also die Ungültigkeit der Wahl unbedingt erklärt werden. Für die Gültigkeit der Wahl tritt Eduard Weil deshalb ein, weil die Stimmenverhältnisse zwischen den beiden Wählergruppen um über 200 Stimmen differenzieren, so daß das Endergebnis kein anderes geworden wäre, selbst wenn Irrtttmer und Versehen vorgekommen sein sollten. An der Aussprache beteiligen sich wiederholt Dr. Ries, Dr. Cohn und Dr. Flegenheimer, ferner Ludwig Stern und Dr. Tänzer. Auf Veranlassung Dr. H o m m e I s erfolgte die Beschlußfassung in geheimer Abstimmung, in der sich vier Mitglieder des Vorsteherämtes für die Ungültigkeit der Wahl, drei für die Gültigkeit der Wahl erklärten. Die Entschließung des Vorsteheramtes wird durch Anschlag an der Synagogentür und durch schriftliche Mitteilung an die Gewählten bekanntgegeben werden. (Für die Einsprache gegen die Gültigkeit der Wahlen zum Vorsteheramt und zur Landesversammlung gelten die untenstehenden Paragraphen der Verfassung von 1924.)*) Den Bericht der Finanzabteilung erstattet Karl Levi. Dem L.I.W. werden weitere 200 Mk. bewilligt, ebenso dem Verein „Agudas Achim" für weitere sechs Monate je 20 Mk. An Vereine und Organisationen wurden Beitragszahlungen im Gesamtbetrag von 1770 Mk. beschlossen. Eine Stiftung der verewigten Frau Ottilie Neu wird dankend angenommen. Mit einem Bericht über die letzte Tagung des Verbandes der jüdischen Großgemeinden schließt das Referat. Den Bericht über die Prüfungen des Religionsunterrichtes in der Gemeinde Stuttgart erstattet Sanitätsrat Dr. Ries, wobei er die Frage der Schaffung einer neuen Schulstelle erörtert. Der Stadtrabbiner gibt zu dem Bericht einige Ergänzungen. Besonders wichtig ist das Referat Dr. Tänzers über die Zusammenlegung der „Jubiläumsstiftung für Kinderfürsorge" von 1911 und der „Oberkirchenrat Dr. Kroner-Stiftnng" von 191? anläßlich , seines 70. Geburtstages. Infolge der Inflation sind diese beiden Stiftungen so zusammengeschmolzen, daß sie keinen ausreichen- *) I 2V (l) Ule Gültigkeit der Wahl kann von jedem Wahlberechtigten innerhalb einer Wo<he nach der öffentlichen Bekanntmachung des Wahlergebnisses im Weg der Einsprache beim Vorsteheramt angcfochten werden. (2) Gegen die Entscheidung des Vorsteheramts ist Beschwerde An den Oberrat zulässig, die innerhalb einer Woche nach Eröffnung der Entscheidung des Vorsteheramts erhoben werden muff. (3) (»egen die Entscheidung des Oberrats kann innerhalb zwei Wochen weitere Beschwerde an den Beschwerdeausschuß der Bundesversammlung erhoben werden, der endgültig entscheidet, ohne an Entscheidungen des Vorsteheramts und des Oberrats gemäß I 23 gebunden zu sein. (4) Vor endgültiger Erledigung der gegen die Gültigkeit ihrer Wahl erhobenen Einsprachen können die Gewühlten nicht in das Vorsteheramt eintreten. I 83. (1) Die Gültigkeit der Wahl (zur Eandesversammlung) kann von jedem Wahlberechtigten innerhalb einer Woche nach der öffentlichen Bekanntmachung des Wahlergebnisses im Weg der Einsprache beim Oberrat ungekochten werden. (2) Etwa erforderliche Erhebungen werden \on diesem veranstaltet. (3) lieber die Einsprache selbst, sowie über die vorläufige Zulassung des Mitglieds, gegen dessen Wahl Einsprache erhoben ist. entscheidet die I.andesversammlung. ohne an Entscheidungen des Vorsteheramts und des Oberrats gemäß t 23 gebunoeQ zu sein. r irr Peter Funk in der Geoqraphiestunde. y.Wo liegt Bukarest?* „Bukarest?? — Bei Leipzig!" „Aber Peter!. „Jawolll — .Das steht doch groß und deutlich auf der Skala unseres»Siemens 46». neben dem Sender Bukarest liegt Leipzig!** Peter denkt natürlich nur an den „Siemens 46** von dem er begeistert ist. Lassen Sie sich dieses Gerät auch einmal vorführen bei Ihrem Radiohindler. Siemens Rundfunkgeräte werden Ihnen gerne in Fachgeschäften vorgeführt. den Ertrag gewähren. Ihr Aufwertungsbetrag ist zurzeit 2970 RM. Der Referent schlägt vor, diesen Betrag als Jubiläumss-tiftung auf 3000 RM. zu erhöhen. Die Verwaltung der neuen Stiftung soll durch je drei Mitglieder des Vorsteheramtes erfolgen, die Verteilung der Zinsen jedesmal am 11. Dezember vorgenommen werden. „Der Zweck der Stiftung ist die Fürsorge für körperlich und geistig schwache, zurückgebliebene oder der Verwahrlosung ausgesetzte Kinder jüdischer, in Stuttgart wohnender Eltern oder Mütter durch Unterstützungsbeitrüge und andere zweckmäßig erscheinende Maßregeln", wobei die Kinder von Kriegsteilnehmern in erster Reihe berücksichtigt werden sollen. Auf Anregung Eduard Weils soll der Name der Stiftung sein „Vereinigte Dr. Kroner- und Jubiläumsstiftung der Gemeinde für Kinderfürsorge". Die Versammlung beschließt dementsprechend. Vor der Landesversammlung soll auf Anregung des Vorsitzenden eine Besprechung mit den Stuttgarter Mitgliedern der Landesversammlung am 18. Dezember stattfinden, an der auf'ihren Wunsch drei Vertreter der Landgemeinden teilnehmen sollen. Das Referat für diese Besprechung übernimmt Eduard Weil. Zar Sache äußern sich Karl Levi, der Stadtrabbiner, Eduard Weil und der Vorsitzende. Ende der Sitzung nach 11 Uhr. Stuttgart. Mitgliederversammlung des L. I. W. um 27. Xovemb e r. Einleitend begrüßte der Vorsitzende. ArthurEssinger. clie Erschienenen, besonders die Vertreter des Israel. Oberrates, des Stuttgarter Vorsteheramtes und die Vertreterinnen der jüdischen Frauenvereine, und berichtete, daß die Kassen- und Buchführung durch die Herren B am berge r und Säen ge r durchgeführt wurde; die Versammlung erteilte dem Vorstand darauf die erbetene Entlastung. Die Fürsorgerin. Fräijein W a i t z f e 1 d e r . erstattete den Bericht über die Tätigkeit des L EW. im Jahre' 1931/32. Ans dem Bericht ging hervor, daß die Anforderungen im letzten Berichtsjahr außerordentlich gewachsen sind: es werden 7300 RM. für reine Fürsorgezwecke gebraucht werden: Die Fürsorge des L.I.W. erstreckte sich fast ausschließlich auf in den leistungsschwachen Landgemeinden lebende Hilfsbedürftige. Die Fürsorgerin trat lebhaft für clie Intensivierung der Wonlfahrtsarbeit in den württembergischen Landgemeinden ein und machte Vorschläge für eine erweiterte Mittelaufbringung und engere Zusammenarbeit, sowohl Was clie örtliche Arbeit der Vereine unter sich als auch deren Arlieit mit dem L.I.W. betrifft. Besonders wies die Referentin darauf hin. daß der L.I.W. jederzeit mit Auskünften so bezüglich der WIR SORGEN FÜR IHR AUTO! Ein gepflegter Kraftwagen spart Zeit, Geld und gibt Ihnen Sicherheit! Tachometer-Reparatur S 0 D A C C U Zylinderschlelfen nur durch IMU« KOlb«l Putz & Theilacker Inhabers Alfred Thellecker, lageeleer Cannstatter Straße 46 - Telephon Nr. 41804 R. 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