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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-12-01 · 17 (1.12.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
17 (1.12.1932)
Date
1932-12-01
Page
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PERSER ■T»ppich» bMtwn VKtnuininctii, darum Imnnr NECKARSTK. 47 HOPF KÖNIG STR. SS eipcnthchi- C>rijn<Iiin_ cr-t durch die Verfügung di- Mini'terium' <1*Innern über dir» kirchliche Einteilung der l'iueliten des Königreich- Württemberg in I ' ll.ibbimit'be/irke vom 5. Augu-t l'5_:. Nach läri-ern \ crlia»dliinge» und vorherige! \ i i iii'limung der l'raeliti'thc n ()berkirehidx hordc erfolgte die königliche Ent- 'chlieflting \um I". Juli |x52. d^e dann /ii der \itfügnng dt- Mini'ieriuni' führte. Der erste Rabiiin.it-lie/irk -idlte das Rahbinat .Stuttgart 'ein. welchedie Stuttgarter Gemeinde mit den Graeliteii ui Muttgart. Mohringen. Gai-burg. C ann- 't.itt '.::d Vliin-ter und im Oberami ( ann'tatt. sowie .lie l'raeliten in den (.emeinden f düngen. \h. eigen mit I.iitlw ig'burg und Nothberg umso-, n sollte. In engem /ii'aiumenhange mit tlie- »er Verfügung «tand <ler f rwerb des er-teu Beg r.ilini'idat/eauf dem I loppenlaiifrietlhof im November l'"4. nachdem die Stuttgarter Juden Indahin duloten auf den Friedhöfen von I i, ,,d uth und Nothberg beigt*'et/t hatten. fi-t am J". September l->57 wurile ilie er-te sv:;,i:ote in. xtiittgart im Hintergebäude der I an-i 'tlalle I«, feierlith , ingevveiht. Die Zahl der indischen I amilieii betrug clamals erst l>. I >, Vuf'lieg ,1er Genieinile vvar eng mit dem \\ a-h'liiin des | .indes Württemberg v erblinden. W ii > ttemliei ”w ar hi'/um Anbeginn des 19. JalirhII Ii, :• rt' \ g .i rsta.it gewesen. Die Bestrebungen /III I iitfaltniig des w irt'tbaftlithen Lebens beginnen mH der Lniihtung einer ..W ethselbank ii ii le' i!,i_ f iini.; U irtembergi'<he Nof-Banque" in Stuttgart ../ui Liiqiorbiingung des Handels“ iliu-h das Dekret des Herzogs Friedrich II. vom IN Xugii't l'iij und dem gleichzeitigen Auftrag an den I bl /"glichen llofbankier Jacob Kaulla und ..ii S.hwe-ier Mad.ime kaulla. an dieser Neugründung teil/iiiiehmen. Da' Gründiing'- kapitai der Bank. 500 0011 (,üblen wurde zu gleichen I eilen vom Herzog und den Gesthwisiern kaulla hergegeben. Mit ilieser Bankgriinduiig vvar die l ebersiedlung der Familie kaulla aii' I b «hingen v erbuiitlen. ,lie hier tlas Haus zur ehemaligen ..kröne“ vom Metzgermeister Krauß •ervv al ben, l a't gleith/eitig vviirile in Stuttgart die Bankfirnia der Gebrüder Benedict ins Leben gerufen, die IM>‘> in die neue W iirtlembergi'thc \ < ier,-bank'überging. I in Zeugnis für das unerwartet starke Anwachsen der Gemeinde war der Bau der noch heute bestehenden Sv nagoge. die am V Mai IS6I eingeweiht wurde I n/vv jscheu war die Gemeinde, die bisher zu dop kleinsten des Landes gehört hatte, die bedeutendste geworden. Im Rabbinat'- biiiiiht von I'44 durfte kirthenrat Dr. Maier, der B ibbiner der Gemeinde, sagen; .Aon den Gemeinden des Landes nimmt Stuttgart sowohl in sittlich religiöser al' ökonomischer Hinsicht den ersten l’latz ein. Die Bildung, welche die Bewohner der .Stadt vor denen auf dem Lande voraii'habeii sowie ihr. w ohlstaud der meisten dieser Genos-rti wirkt wohltätig auf die Moralität. I ' gibt in der Gemeinde derzeitig keinen Einzige». der sich von dem eigentlichen Nothamlel nährte. Diejenigen, vveiche nicht von den Zinsen ihrer Kapitalien leben, treiben Geschäfte im (•rollen, eine kmi't oder Wissenschaft oder sonst ein ordentliche» bürgerliches Gewerbe.“ Durch da- Anwachsen der Gemeinde war besonders < in Mangel an Kraiienplät/cn im Gottesliau-e in der l.angestraße entstanden, das im ganzen nur 22ö 2"V» Sitzplätze hatte, so (lall bereit' |s-o au. einen Neubau des (Gotteshauses gedaiht werden mußte. Am 9. Mai 1X56 wurde da' ,|er Legationsrätin Beul! gehörige Haus in der Hospitalstr. 56 für den Bau einer Sv nagoge — II - angekauft. In diesem Hause hatte unmittelbar zuvor der Dichter Mörike gewohnt und unsterbliche W erke geschaffen. Lnter den vier eingegangenen Bauplänen wurde der des Baurates Breymann gewählt, und am 26. Mai 1859 der Grundstein zum neuen Gotteshaus gelegt. Da Professor Breymann während des Baus starb, wurde er von dem Bauführer A. W’olff vollendet. Die Baukosten betrugen über HO (KN) Gulden, und doch war die Gemeinde freudig bereit, dieses große Opfer zu bringen, um nur ein würdiges Gotteshaus zu besitzen. Durch höchste Lntschliellung hatte der König auf Ansuchen der Gemeinde eine Staats Unterstützung von 2500 Gulden bewilligt. Die Linweihung des Gotteshauses am 5. Mai 1X61 wurde überaus feierlich vollzogen. Die Verschönerung des Gottesdienstes war einer der Hauptgründe des neuen Baus gewesen, da das alte Gotteshaus die Aufstellung einer Orgel und eines Sängerchors räumlich nicht zu<- liell. Für diesen neuen Gottesdienst schuf Kirchen rat Dr. Maier das neue Gebetbuch, welches nicht auf leichtfertige Reformen ausging, sondern nur eine Läuterung von fremdem Beisatz * erstrebte. Die Gemeinde wollte sich in ihrem Gottesdienste ..weder von den übrigen Gemeinden noch von der Synagoge überhaupt trennen“. Die Predigt sollte an keinem Sabbath und Festtage fehlen. Die Verlesung der Thora w urde auf drei Jahre verteilt. Das Prophetenwort sollte deutsch vorgetragen werden. Allerlei Schwierigkeiten verursachte der spätere Finbau der Heizungsanlage im neuen Gotteshaus. bis 1911 die neue Heizungseinrichtung hergestellt wurde. Auch die würdige Beleuchtung des Hauses veranlaßte mancherlei Sorgen, bis |x<>9 die Einrichtung der elektrischen Beleuchtung durchgeführt wurde. Aber peinlicher als diese Baufragen war die Tatsache, dal! bereits 1875 das Gotteshaus nicht mehr für die Gemeinde ausreichte. Der Gedanke eines Neubaus oder mindestens eines Umbaus wurde ernstlich erwogen und zu diesem Zwecke eine Reihe Nachbargrundstücke erworben. Als Notbehelf wurden 1894 die Filialgottesdienste an den höchsten Feiertagen im Festsaal des Königshaus, später im Siegiehaus eingerichtet. Zur Begründung einer j ii d i s ch e n Volkss ch ii I e konnte sich die Gemeinde trotz mannigfacher Mahnungen nicht entschließen. Für die Pflege des Religionsunterrichtes sorgte seit 1855 die Religionsschule der Gemeinde, die in den Parterreräum lieh keile» des Gemeindehauses in der Langestraße untergebracht wurile. Aber die Klagen über den unregelmäßigen Besuch des Religionsunterrichtes wollten nicht aufhören. Auch der Rabbinat'beriiht von 1x44 äußerte sich ungünstig über das Priifungsergebnis. Allerlei Versuche, vv ie /. B. der Besuch des Unterrichtes durch die Vorsteher der Gemeinde, mißglückten. Fs war das Verdienst der immer erneuten Anregungen des Vorstehers Gottlieb Sontheim er. daß der Religionsunterricht an den höheren Lehranstalten seit 1880 in diesen erteilt werden sollte. Für diesen Zweck wurde am 15. Oktober 1881 Dr. S t ii s s e I als Religionslehrer angestellt und auf Antrag des Vorstehers Dr. Ruff eine eigene .Schulkommission ins Leben gerufen. Alter die Wendung zum Besseren brachte erst der Fintritt des Kirchenrats Dr. Krone r i n das Stadtrabbinat. Ihm ist die Nenorganisierung des Religionsunterrichtes in den Jahren 1894 -1907 zu danken. Die Hinrichtung des obligatorischen israelitischen Religionsunterrichtes bildete den Abschluß dieser Neuordnung. Auch der Friedhof der Gemeinde war inzwischen belegt worden, so daß 1876 ein Vertrag zwischen der-Stadt Stuttgart und der Gemeinde geschlossen wurde, nach dem ein Teil des neu angelegten Friedhofes auf der Prag zum Teil unentgeltlich zum anderen Teil gegen Bezahlung der Gemeinde überlassen werden sollte Der alte Friedhof wurde 1882 geschlossen, aber pietätvoll erhalten und gepflegt. Noch in den beiden letzten Jahren sind weitgehende VV ietlerhersteliungsarbeiten auf diesem Friedhof vorgenommeii wor¬ SPARGELDER FESTGELD-KONTEN V »i 1 h NOTENBANK STUTTGART i Rlr.DRK Hs FR. 2!)L ROM n \ KA8S1- HINTERLEGUNGSSTELLE FÜR MÜNDE % Rechtsanwalt De. £udwig OtUnheimec, Stuttgart: Vorstand des Israel. Landes-Asyl und Unter, slßlznngs- Vereins. Der nachfolgende Glückwunsch konnte, da unliebsam verspätet, aus technischen Gründen nicht mehr unter der einschlägigen Rubrik veröffentlicht werden. Der Israelitische Landes-Asyl- und Un rstützungsverein für Württemberg hat im li.nblick auf die Größe der Israelitischen Gemeinde Stuttgart und die Bedeutung, welche sie für das ganze Land Württemberg hat. s■ -it seiner Gründung wiederholt und immer mehr Gelegenheit und Veranlassung gehabt, i dt der Israelitischen Gemeinde Stuttgart zusummenzuarbeiten. Diese Verbundenheit, weh-.-c schon in der Satzung dadurch verankert t, daß der e rste Rabbiner in Stuttgart nach e -r Satzung dem Ausschuß angehört, gibt ch m Verein willkommene Veranlassung, die Israelitische Gemeinde Stuttgart zur 100. Wiede -- kehr des Tages ihrer Gründung herzlidtst .4 beglückwünschen. den. Auf dem neuen Friedhof wurde 1879 eine Kapelle errichtet, die später erweitert wurde Die Anlegung eines Urnenhaines zur Beisetzung von Aschenresten wurde im letzten Jahrzehnt durchgeführt. Der Raum des-bisherigen Fried hofes ist voraussichtlich in fünf Jahren belegt Das Vorsteheramt hat in den beiden letzten Jahren dafür Vorsorge getragen, daß ein en;- sprechender Teil des neuen städtischen Friedhofgeländes auf dem Steinhaldenfeld von der jüdischen Gemeinde erworben wurde. Es ist eine Pflicht der Dankbarkeit, die Nann n. der Gemeindevorsteher (oder, wie sie früher genannt wurden, der Kirchen Vorsteher), zu nennen, die sich besonders um die Entwicklung und Erhaltung der Gemeinde verdient gemacht haben. Vom Anbeginn der Gemeindegeschichte haben Mitglieder der Familie Kaulla zu ihren Vorstehern gehört. Neben Dr. Dreifuß, dem geistigen Urheber des Eßlinger Waisenhauses, waren es 1 lofagent Salomen Jacob Kaulla und Hofrat Wolf v. Kaulla. Am 11. März 1865 wurde Rechtskonsulent (später Rechtsanwalt) S. Max Kaulla in das Vorsteheramt gewählt, der bis 1905 der juristische Berater der Gemeinde blieb. Sein Nachfolger wurde Rechtsanwalt Dr. G u n z e n h a u s e r. Besondere Verdienste um das Gemeindeleben erwarb sich Hofrat Levi. der 1855—1881 im Ge meindevorsteheramt wirkte. Von 1866—1897 war der um das Religionsschulwesen der Gemeinde vürdiente Gottlieb Sontheimer tätig, von 1875—1899 David Neuburger, von 1877 bis 1894 Louis Kiefe, von 1879—1909 Julius Spiegelthal, von 1891—1905 K in a n 11 e I C a r I e b a ch . von 1895—1908 Max Hausmeister. von 1897—1901 David S ch w a b a ch e r. Von den verewigten Vorstehern, die bis zunx letzten Jahrzehnt gewirkt haben, sind besonders Ru dolf Grünwald, Kommerzienrat Adolf Wolf. Benjamin Loeb und Felix VV o 1 f f zu nennen. Unter den jetzt Lebenden sind Louis 11 i r s ch . der seit dem 1. März 1895, und Arthur Essinger, der seit dem 14. Januar 1905 Steuerdeputierter der Gemeinde gewesen, dankbar zu nennen. Arthur Essinger war nach der neuen Verfassung der. erste Laienvorsteher des Vorsteheramtes und ist noch heute in ihm tätig. Seil 1950 ist Oskar R o t h s ch i 1 d der Vorsitzende des Vorsteheramts. Das Bild der Geschichte des ersten Jahrhun derts der Stuttgarter Gemeinde wäre unvollständig. wenn nicht auch von ihrer sozialen und Wohlfahrtsarbeit gesprochen würde. Ii: der Anfangszeit der Gemeinde war die Wohlfahrtspflege Angelegenheit der einzelnen Wohltäter. Sie wurde dann das Arbeitsgebiet der Wohlfahrtsvereine. Die Krankenbetreuung bo- Zeitgemäße Verzinsung von GIROGUTHABEN LOELDER

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