Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 17 (1.12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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BMkieMUUar IT«TT««>T HnMutcnrcriKir mtCmree——»— In FRIEDRIOHSTRASSE 4 TELEPHON Nr. 800SO Konfessionsschullehrer, sowie zu den Kosten des Bezirksrabbinats, die von der Landes Versammlung festgesetzten Beiträge zu leisten haben. Wesentlich erweitert sind auch die Bestimmungen bezüglich der Beträge und Leistungen der Gemeinden für die innerhalb derselben bestehenden religiösen Minderheiten. Hier ist eine Bestimmung eingeführt, nach welcher ein Beitrag in angemessener Höhe einer solchen Minderheit auf Antrag verwilligt werden mufl, wenn die Minderheit zu einem rechtsfähigen Verein zusammengeschlossen ist, dem dauernd mindestens 20 volljährige Gemeindemitglieder und mindestens 2 Prozent aller steuerpflichtigen Gemeindemitglieder angehören. Die Beiträge an solche Minderheiten dürfen insgesamt 20 Prozent der Gemeindesteuereinnahmen nicht übersteigen. Bestimmungen über eine staatliche Oberaufsicht kennt die Verfassung nicht Nut müssen die Steuerbeschlüsse, die Genaltsregelunp der Rabbiner, Religionslehrer und Vorsänger im Kirchengesetz vorgeschriebenen Bestimmungen entsprechen. Diese sind für alle Konfessionen gleich geregelt. Die Handhabung der Verfassung darf ebensowenig wie bei den anderen Konfessionen mit den Staatsgesetzen in Widerspruch stehen. — 186 —! Die bis hierher erwähnten Aufgaben der Gemeinden sind verfassungsjgemäfl vorgeschrieben. Die wichtigste Aufgabe aber, die die Gemeinde zu erfüllen hat, ist das nicht geschriebene Gesetz, den Frieden und die Eintracht unter den Gemeindegenossen zu erhalten und innerhalb ihres Geschäfts kreises durch geordnete Verwaltung den Beweis zu erbringen, dafl sie befähigt sind, selbständig ihre Aufgaben mustergültig zu erfüllen. Es darf wohl gesagt werden, dafl die Gemeinde Stuttgart diesen Beweis in hundertjähriger Tätigkeit erbracht hat, und der Wunsch ausgesprochen werden, dafl die friedlichen und geordneten Zustände auch fernerhin erhalten bleiben mögen. Weitere Jubiläums-Artikel und Gcmeindenachriditen siehe Beilage I Der Amsterdamer Juden- - markt I So berühmt der Käsemarkt in Alkmaar ist, so 'bekannt ist der Sonntagpmarkt im Judenviertel von Amsterdam. Der Fremde, der diesen fast orientalischen Markt zum ersten Male sieht, glaubt sich wirklich im ersten Augenblick in irgendeine Stadt des Orients versetzt, und nicht mitten in der Hauptstadt eines Landes, dessen Bewohner blondhaarig und blauäugig sind. Bevor man den Markt beschreibt, bedarf es /- -s DAS HAUS FÜR JUWELEN, GOLDu. SILBERWAREN. ba in BESTECKE UHREN. MODESCHMUCK ^Stuttgart/Kidgsfe. 17 _/ einer kurzen Einführung. Holland besitzt iy% Millionen Einwohner und fast 120 000 Juden, die im Gegensatz zu fast allen Juden anderer europäischen Staaten nicht aus Polen, Rußland und Umgebung stammen, sondern aus Portugal und Spanien. Und da Holland bekanntlich zwar nicht die freieste Verfassung hat, aber das freieste Land Europas ist, so gewährte man vor vielen hundert Jahren den Juden die Gastfreundschaft und die Freiheiten, die sie wollten. Amsterdam wurde ihre zweite Heimat. Von den 800000 Menschen. die in dieser Stadt leben, gehören sicher 75 000 dem jüdischen Glauben an. Und wie überall, so siedelten sie sich in einem Stadtteil an, der zum Ghetto wurde. Mitten zwischen Kontoren und riesigen Bankpalästen an der Herrengracht hört urplötzlich Holland auf — eine neue Welt beginnt. Die holländische Reinlichkeit, das ewige „Großreinemachen", hat hier seine Grenze gefunden. Jonas — Daniel — Mayer — Plein, der Zwanenburgwal, die Jodenbrestraat und der Watcrlcxmlein sind die Zentren. Die Insassen haben nicht nur das typisch orientalische Aussehen, sondern auch deren Temperament. Nur die stolz klingenden Namen — Rodrigo, Tentuffa, Fernando Ciquista — erinnern an die Fördert das Heimische krandrverk! Karl Loqter, Mech.Schrelner«! OiitMbsrfilnls 0O - TttophM 61326 Anfertigung kompL MöbeluXadenetnrlch' tungen. Spezialiabrikate der Holzbrand». Reparaturen - Reisen - Rolleren (ft. 9aoM«o«ff, etltflort Gipserei und Stuckgeschäft Ausführung sämtlicher Glpaer- und Stückarbeiten . an Neu- und Umbauten OerbeiatiaSe Nr. 8 — Fernsprecher Nr. 24M2 Wimcln Blcncdtcr, Forststraße 50 - Stuttgart - Fernruf 64661 Elektro- und Radio-Anlagen / Reparaturen Büro für Elektrotechnik Inhaber I O. Btatn Oartenstr. 17 - STUTTGART - Foraepr. 60766 Ausführung sämtl. elektrischer Anlagen, Rundfunk- und BUtxsdiutz-Anlagen, Beleuchtung«- KOrper, Radio etc. Reparaturen aller elektrischen Apparate und Motoren. 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