Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 17 (1.12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
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— 180 — Wünsche zum Gemeindejubiläum Unserer Bitte, der Israel. Gemeinde Stuttgart anläßlich ihrer Hundertjahrfeier einige Worte zu widmen, wurde durch Einsendung der nachfolgenden Beiträge entsprochen. Die Schriftleitung. JUditsamualt . Tk. Simen dtagum, JälmgeH: Präsident der Israel Landesversammlung Das hundert jährige Jubiläum des verfassungsmäßigen Bestehens der Israel. Religionsg« nieinde Stuttgart versetzt uns wieder in die /eil der staatlichen Regelung der Verhältnisse der .Juden Württembergs. Ihr ist im vorigen ..Jahr in sehr denkwürdiger, erhebender Weise gedacht worden. Aber auch die Jubiläumsfeier 'der Jüdischen Gemeinde Stuttgart verdient •die' lebendigste Anteilnahme nicht nur der Mitglieder der Gemeinde, sondern der gesamten wiirttembergisdien Judenheit. In dem verflossenen Jahrhundert hat die Gemeinde ihre Aufgabe auf dem Gebiet der Pflege der Religion find des Kultus, des Zusammenhalten» der Gemeindeniitglieder wie auf dem Gebiet der Hilfsbereitschaft im Innern und der Nertretung nach autien in würdigster W eise erfüllt. Das war ihr möglich, weil an ihrer Spitze stets geistliche Führer von hervorragender Bedeutung standen, weil sich aus der Genu-iudc stets Männer gefunden haben, die der Sache des Judentums mit voller Hingebung dienten und weil die Ge ineindeniitglieder zum großen Teil und in den N verschiedensten l’ntervereinigungen den Bestrebungen der Gemeinde tatkräftige Mit arbeit angedeihen .ließen. Für die übrigen Gemeinden des Landes war und ist die Jubilarin vielfach vorbildlich und richtunggebend. darüber hinaus aber die wichtigste ..finanzielle Stütze, ohne welche die Isr. Religion-gemeinschaft Württembergs ihren Belangen überhaupt nicht gerecht werden könnte. All dies gibt uns die Berechtigung, uns an dem Gedeihen der Jubilarin mitzufretten und ihr für das zweite Jahrhundert ihres Wirkens herzlichste Segenswünsche zum Ausdruck zu bringen. MinisUdaieoi Tk. Otta tJUcsth, Stuttgart.-. Präsident des Israel. Oberrats Im Abstand von gerade einem Jahr von der Israelitischen Landeszentralbehörde dürfen die organisierte Religionsgemeinde Stuttgart und ihr Vorsteheramt ihr hundertjähriges Bestehen feiern. In dieser ganzen Zeit sind die Beziehungen der beiden Kollegien zueinander stets besonders nahe und gute gewesen, nicht bloß infolge der Tatsache, daß sie beide in der Landeshauptstadt ihren Sitz hatten, sondern aus dem inneren Grund, daß in stetiger Entwicklung die Gemeinde Stuttgart zur größten Religionsgemeinde des Landes und zum Kern der Landesorganisation wurde. Vor einem Jahrhundert stand Stuttgart mit seinen 130 Glaubensgenossen unter den damaligen 73 israelitischen Religionsgeineinden des Landes der Seelenzahl nach erst an 22. Stelle: jede der Gemeinden Laupheim. Buchau. Oberdorf - Bopfingen. Mühringen. Freudenthal. Rexingen und Niederstetten zählte damals mehr als doppelt soviel Mitglieder, während heute in Stuttgart rund 4900 Juden und in der nächstgrößten Gemeinde. Heilbronn. gleichfalls einer größeren Stadt, weniger als ein Viertel dieser Zahl leben. Fs wäre ein interessantes, reizvolles und lohnendes Thema für eine staatswissenschaftliche Doktorarbeit, dieser Entwicklung im einzeliten nachzugehen, die Herkunft der heutigen Stuttgarter Juden aufzuzeigen und etwa mit derjenigen unsere! nichtjüdischen Mitbürger in Parallele zu stellen. Aber auch ohne eine solche Untersuchung läßt sich feststellen. daß diese Entwicklung Stuttgarts zu einem sehr erheblichen Teil auf Kosten derjenigen Gemeinden vor sich gegangen ist. die heute zu den kleinen und kleinsten in Württemberg gehören oder gar aufgelöst werden mußten. Diese Feststellung ist nicht nur von theoretischem Interesse, sondern darf praktische Bedeutung beanspruchen. Denn sie scheint mir eine historische und damit mora- Hüte Herrenmoden Stets das Neueste In HOten Cravatten Oberhemden TQblngerstrasse 1 Ecke KSalgstraasa lische Verpflichtung der Gemeinde Stuttgart zu begründen, mit ihren Kräften gerade auch in der jetzigen Notzeit den weniger leistungsfähigen Gemeinden sich für den Lustenaus gleich innerhalb der Landesorganisation nicht zu versagen. Sie wird damit auch der Zukunft des württcmbcrgischen Judentums dienen, denn es könnte wohl sein, daß die Abwanderung der Juden vom Land in die Stadt einer vergangenen Periode angehört und daß die Landgemeinden wiederum wie einst berufen sind, einen wichtigen Faktor in der Entwicklung des deutschen Judentums zu bilden. Die Bedeutung der Stuttgarter Gemeinde wird sich dadurch nicht mindern. Die ausgezeichneten Männer, die an ihrer Spitze gestanden sind und stehen, und ihre geistlichen Führer, die das Stuttgarter Rabbinat geziert haben und zieren, und denen als ihren theologischen Mitgliedern die Zentralbehörde so viel verdankt, haben es immer verstanden, dieser Bedeutung gerecht zu werden. Möge es so bleiben und möge die israelitische Religionsgemeinde Stuttgart auch im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens ihren eigenen Mitgliedern, unserer württembergischen Religionsgemeinschaft und dem ganzen Judentum zum Segen sein! StadtcaMwec Jh. JUegec, Stuttgart: Vorsitzender des Württ. Rabbiner-Vereins Frommer Herzensdank erfüllt mich beim Rückblick auf das erste Jahrhundert meiner lieben Stuttgarter Gemeinde. Mit stolzer Freude erfüllt mich die Ehrenreihe edler echtjüdischer Männer und Frauen, die in ihr und Jlnkißlidv fre bun&ettjäbrigrn Bcftebena?rr ,'Vrnrlirifchrn .Ncligienagemeinfr Stuttgart findet am C? amftaci, den 10. Dezember, 9 Ubr morgens, in der festlich geschmückten Svnagoge ein mit Predigt , von Stadtrabbiner Dr. Jiieger Festgoitesdienst statt, zu dem alle Mitglieder der Gemeinde hierdurch Herzlich eingeladen sind. Isr. Gemeindevorsteheramt Stuttgart Rothschild. Berthold Auerbach-V er ein Samstatt 10. Dezember, Oberes Museum, KanzleU trage 11, abends 8’/« Uhr, Chanukka-Feier mit Tanz / Künstlerische Darbietungen / Tombola Eintritt Wr Mitglieder HM. 1.—, fir Nkfctmitglleder KM. 1-5* lad. Steaer Wir laden hierzu unsere Mitglieder, sowie die ganze jüdische Gemeinde herzlidist ein und hotten aut ein zahlreiches Erscheinen. Dienstag, ddn &. Dezember, Stuttgart-Loge, Calwerttr. 3 J Hths., abends 8' c Uhr, spricht Dr. mcd. Paul Bonem •her »Der Jude als Problem der modernen Psychologie' Dienstag, den 13. Dez., Ort u. Zeit wie oben, spricht Rabbiner Dr. Auerbach ■her „Unsterblichkeit“ Wir bitten um zahlreiches Erscheinen Dia neuen Tapeten u.ftofffe gut und preiswert bei Uenhardt Lindenstraße 7, Ecke Calworsir -! > Nach 5 jähriger Assistenten-Tätigkeit an der psychiatrisch-neurologischen Klinik und Poliklinik in Heidelberg (Prof. Dr. Wilmanns und Prof. Dr. Homburger t), an der Abteilung und Poliklinik für Nervenkranke im städtischen Krankenhaus Frankfurt a. M. (Prof. Dr. Dreyfus) und an der psychiatrisch-neurologischen Abteilung des Bürgerhospi- "tals Stuttgart'(Prot. Dr. Wetzet) habe ich mich niedergelassen und übe meine Praxis in den Räumen des Herrn Dr. medv Max Weil f aus. Dr. med. Paul Moos Facharzt für Nerven- und QamOtskrankheiten Stuttgart, Sattlerstraße 25 Telefon 219 78 Sprachzait: fl —12 Uhr, 3-5 Uhr und nach Varaiobarung. Vs_ /dt habe midi als RECHTSANWALT in ULM a- D. niedergelassen. Meine Praxis befindet sieh Bahnhof Straße 20, Fernsprecher 2397 Dr.jur. Karl Erlanger Rechtsanwalt Krankenpflegerstation der Brüderanstalt Karlshöhe HnoptsUHentr. lCM 0 f msptether 70903 empfiehlt steh ftr Tageipflegen, NaWawAn, volle Pflegen (Tag and Nadtt) --Kranken, Kiemklmnamipui <l n. rfunfrei Me h,*lt<*flfli,htn Verrtddangen IKELSIOR Bunte Bühne Abendvorstellung täglich 8.45 Uhr Jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag 4 Uhr Nachmittag der Hausfrau kompl. Qedack m. Garderobe und Programm RM. 2 — - J Billiger, trotzd. sehr guter, reichhaltiger Mittags- und Abnndtfsch Anfragen unter Chiffre f.V.S. 13Z7 an die Gemeinde-Zeitung erbeten. Um ihre Arfedkr za bestMlllgea fertigt Bhrende M >1 - Sch nelderel am Platze fla$-AnztgC >„ 48 u 55 Mk mit la Zutatea entUanig an. Anfragen erbeten unter U. L. 888 an dl» Oemaindexeitung. Seiler mnh e^Miefisae«» Mt I- Frttzj.Hr timt tzttztrt Schalt la Ulm Htj.chtz Watto, Pakt* galt am» fciligt Ptag»a (rttatl) M Fr», 0fflavU8 3gOM «t,. SU». 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