Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 16 (16.11.1932)
- Date
- 1932-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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Das photographische Jltelier Hosfrup bittet seine verehrten Kunden, die Weihnachts-JJufträge rechtzeitig zu erteilen GeOffnet 9-1 Uhr 2-7 Uhr üübingerstr. J ..Kampfbunds für deutsche Kultur“ in einem Konzert in der Liederhallc am II. November singen — und der jüdische Bevölkerungsanteil, der von jeher unseren heimischen Bühnen ein außerordentliches Interesse entgegenbringt, „hatte keinen Zutritt“. Auf Grund der „Burgfrieden-Notverordnung“ ist dieser Abend aber verboten worden, soll aber, wie wir hören, noch im November stattfinden. Der Landtagsabgeordnete Berthold Hevni a n n hatte sich in dieser wahrhaft üblen Angelegenheit schon an das Staatsministerium gewandt. Wir veröffentlichen nachstehend den aus der ,.S di w ä b i s di e n T a g w a di t“ entnommenen Wortlaut dieser Anfrage. Auf die Antwort darf man gespannt sein! An den Anschlagsäulen in Stuttgart künden große Plakate des „Kampfbundes für deutsche Kultur“ eine Konzertveranstaltung an, deren musikalischer Teil ausschließlich von namhaften Kräften der W ü r 11 e m be r g i sehe n Landestheater bestritten wird. Am Schluß seiner Einladung zum Besuch dieser Veranstaltung enthält das Plakat die Worte „Juden haben keinen Zutritt“ und kennzeichnet die Veranstaltung hierdurch als eine weltanschaulich und parteipolitisch einseitige und die Gleichberechtigu ne aller Staatsbürger verneinende Ku ndgebung. Da die Mitglieder der Landestheater zur Mitwirkung bei Veranstaltungen von Organisationen jeder Art auf Grund ihrer Verträge der Genehmigung der Leitung bedürfen, so frage ich das Staatsministerium: 1. War der Leitung bei der Erteilung der Genehmigung zur Mitwirkung an dieser Veranstaltung ihr Charakter soweit bekannt, daß sie ihn hinreichend beurteilen konnte? 2. Ist das Staatsministerium bereit, die Weisung zu geben, daß für Veranstaltungen dieser Art keine Genehmigung zur Mitwirkung zu erteilen ist, um die Württembergischen Landestheater als ein staatliches, der Gesamtheit der Bevölkerung olfenstehendes Kunstinstitut vor dem Verdacht der Förderung der oben gekennzeichneten Bestrebungen zu bewahren? - 171 - Aus dm Gemeinden 'lOücUemBetgs. Stuttgart. Wie an dieser Stelle schon mitgeteilt, ßnden am Sonntag, den 20. November, die Wahlen zum Israel. Vorsteheramt und zur Israel. Landesversammlung statt. Für das Israel. Vorsteheramt sind sieben Abgeordnete zu wählen, für die Israel. Landesversammlung zwei ordentliche und zwei Ersatzabgeordnete. Die Wahlen finden im Gemeindehaus, Hospitalstr. 3t p., in der Zeit von 11—17 Uhr statt Wir verweisen auf die diesbezügliche amtliche Bekanntmachung in dieser Nummer und die früher von uns veröffentlichten amtlichen Ankündigungen des Israel. Oberrats und des Israel. Gemeindevorsteheramts Stuttgart. Bei Redaktionsschluß dieser Nummer lag außer dem gemeinschaftlichen Wahlvorschlag des „Vereins für jüdische Gemeindeangelegenheiten“, des „Israel. Liberalen Vereins“ und des „Stadtverbands des jüd. Frauenbundes“ ein anderer Wahlvorschlag nicht vor. Die von diesen Organisationen zur Wahl empfohlenen Personen werden auf Seite Itt dieser Nummer bekanntgegeben. Es darf dankbar begrüßt werden, daß sich nahezu alle turnusmäßig ausscheidenden Vorsteher wieder in den Dienst der Gemeinde zu stellen bereit sind. Mit Direktor Robert Levi und Dr. Manfred Sichel sind neue Kandidaten gewonnen worden, von denen man die Ueberzeugung haben darf, daß sie im Falle ihrer Wahl das ihnen entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigen werden. Das gleiche gilt auch für die zur Landesversammlung vorgeschlagenen Kandidaten: Dr. E. Hasgall, Ludwig Stern (ordentliche Abgeordnete), Hugo Davidsohn, Dr. Max Homm e I (Ersatzabgeordnete). Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß die Stimmzettel und Wahlumschläge zur Vorsteherwahl weiß, für die Wahl zur Landesversammlung blau sind. Jeder Umschlag darf nur einen Stimmzettel enthalten, der weiße Stimmzettel mit dem Aufdruck: „Wahl zum Vorsteheramt“ muß in den weißen, der blaue Stimmzettel mit dem Aufdruck: „Wahl zur Landesversammlung“ in den blauen Umschlag gesteckt werden. Der Wähler darf die Stimmzettel und Wahlvorschläge nicht verwechseln, sonst ist seine Stimmabgabe ungültig Stuttgart. Wie in den Vorjahren, so wird auch an dein dem Totensonntag voruusgehenden Sabbath —dem 19. November — unserer im Weltkrieg gefallenen Brüder im Gottesdienst gedacht werden. — Die Stuttgarter Ortsgruppe des R.j.F. hält am darauffolgenden Sonntag eine Gedenkfeier auf dem Israel. Pragfriedhof ab. wozu sie jedermann auf Seite 166 dieser Nummer einlädt. Wir fordern unsere Leser auf, unsere Gefallenen durch rege Beteiligung an diesen Feiern zu ehren. — Stuttgart. Am 30. Oktober versammelten sich die Vertreter verschiedener jüdischer Landgemeinden Württembergs in den Bäumen des lsr. Oberrats zu einer Aussprache über Fragen <S <& Peter Funk als Kritiker. Sag m*lr Großmutter, warum hängst Du eigentlich so in dem alten Kasten? Den hast Du wohl zur Hochzeit bekommen? Wenn ich mal heirate, dann lasseich mireinen »Siemens 46« schenken. Der tot fein. Ich hab ihn neulich im Radio geschah gehört 1 Siemens Rundfunkgeräte werden gerne in Fachgeschäften vor geführt. dos Haushaltplanes und der Steuermittelbeschaffung. Wie wir hören, wird sich mit diesen Fragen auch die demnächst tagende Landes Versammlung beschäftigen. Stuttgart. Am 30. Oktober fand die erste Son- . derverunstultung des Le h r h a u se s statt, in der Dr. iians Kohn. Jerusalem, über „Juden und Judentum i n A m e r i k a“ sprach. Nach kurzen Begrüßungsworten durch Ministerialrat Dr. II i rs ch zeigte der Redner, wie die Verhältnisse der Juden in Amerika nur aus der allgemeinen Lage und der Fntwicklung dieses großen Landes heraus verstanden werden können. Bis vor etwa 15 Jahren, so führte der Redner u. u. aus. war Amerika das große, gewissermaßen grenzenlose Land, das jedem weit geöffnet war, in dem jeder, der ehrlich und tüchtig arbeiten wollte, auch Erfolg hatte. Daher die Wertung, welche der Amerikaner der Arbeit entgegenbringt. Die größere Beweglichkeit, die der Amerikaner gegenüber dem Europäer besitzt, rührt von der Pionierarbeit, dem Nichtgebundensein an die Scholle her: der einwandernde Jude brachte eine phnliche Beweglichkeit zum Teil schon mit. Die letzten 15 Jahre haben das Bild Amerikas verändert: die Möglichkeiten sind geschwunden. die Grenzen fest geworden. Amerikas Jugend ist zu Ende gegangen wie diejenige des amerikanischen Judentums. Daher die Sper- WIR SORGEN FÜR IHR AUTO! 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