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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-11-16 · 16 (16.11.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
16 (16.11.1932)
Date
1932-11-16
Page
[Seite] (sequence 8)
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rung der Einwanderung, die aber nicht nur wirtschaftliche Gründe hat. sondern auch als Maßnahmen gegen die allzu starke Europai«ierung des Landes betrachtet werden muß. Gleichen L"rsachen verdankt das Gesetz der Prohibition seine Entstehung: der Amerikaner wehrt sich gegen das Großstadtleben Europas und will zu rückenden zur puritanischen Lebensgestaltung der früheren /eiten. Eine analoge Entwicklung mußte auch die amerikanische Juden heit mitmachen, die ja hauptsächlich auf deutschen und ostjüdischen Einwohnern fußt. Die Hälfte der amerikanischen Juden wohnt in New York. Diese Stadt aber gleicht nicht Amerika, sie steht eher im Gegensatz zum Land und tendiert nach Europa hin. so wie die Juden in New York eine andere Struktur erhalten haben als die übrigen Juden Amerikas. Darum ist auch der Antisemitismus in Amerika sozial: er richtet sich gegen die Juden, die nach Meinung der eingesessenen Bevölkerung die puritanische Haltung des Landes gefä h rden. Die Entwicklung des Judentums in Amerika ist im großen Ganzen eine Anpassung an den Amerikanismus. der — besonders bei den Männern — das Geistige wenig pflegt. So erklärt es sich, daß - besonders in dem von 2 Millionen Juden bewohnten New lork — die orthodoxe und die konservative Lebenshaltung mehr und mehr schwinden, da- ..Jiddische“ immer seltener wird, die Reformsvnagoge aber sich immer mehr ausdehnt. Diese ..Reformsynagoge“ ist aber nicht von europäischer Art. Sie i»t schlechthin der Ausdruck der Verbundenheit de« Judentums und nicht allein Gebetsstätte. Sie enthält auch Schulräume. Vortrag-säle. Klubräunte. Küche und Räume für Tanz und Vergnügen. Der Rabbiner ist nicht in erster Linie Kenner und Lehrer des religiösen Schrifttums, sondern \ertreter der Bildung innerhalb de« Judentums im allgemeinen; »ein religiöses Wissen ist oft gering: ebenso ist seine religiöse Lebensführung oft von der bei uns für selbstverständlich gehaltenen abweichend. Das amerikanische Judentum hat aber die Reform synagoge nötig: ohne sie wäre es der Auflösung verfallen gewesen. Die Reformsynagoge hat das Judentum verdünnt, ihm aber die Möglichkeit eröffnet, neup Ringe anzusetzen. Der hochinteressante Vortrag, für den durch lebhaften Beifall gedankt wurde, fand durch die Antworten des Referenten auf aus der Hörerschaft gestellte Fragen einewertvolle Erweiterung. Stuttgart Staatsrat a. D. Dr. J. Stein be’rg. Berlin, wird demnächst im Rahmen des" ..Verein' j ii d i ' ch e s L e h r h a u s“ über ..D i e I eire und die Aussichten der Juden und de» Judentums in Polen“ sprechen. Weser Abend stellt die zweite Sonderveranstaltung des- Lehrhause' im neuen Arbeitsplan dar. Man kann ihr mit um so größerem Interesse ent gege-nsehen. als Steinberg ein ausgezeichneter Kenner der \ erhältnisse des Osten« ist. Dr. Steinberg. der jetzt als Schriftsteller in Berlin lebt -und als \ olk«kommissar unter Trotzki die ersten Anfänge de« Sowjetstaats miterlebt hat. wird vielen unserer Leser von «einem im November Iü3o gehaltenen Vortrag noch in bester Erinnerung sein. (Siehe Anzeige Seite 166.) . Stuttgart. Am Nachmittag des 30. Okt. sprach Dr. Hans Kuhn. Jerusalem, im Jugendheim über ..( h a ' ' i d i s m u s u n d A u f k I ä r u n g“. I)er Redner, einer weiten deutschen Oeffentlichkeit durch 'eine geistvolle Berichterstattung aus den Oststaaten bekannt, fand in der Jugend einen aufgeschlossenen Hörerkreis. Am 5l. Oktober sprach Dr. Hans Kohn im Rahmen eines offenen Loge nahend« über die Verhältnisse in Sowjetrußland. Leber «einen im I.ehrhaus gehaltenen Vortrag berichteten wir an anderer Stelle. Stuttgart. Im Rahmen des -Berthold Auerbudi-\ereins sprachen Amtsrichter Dr. Fritz Bauer über ..Wirtschaftsformen der Zukunft“. Generalkonsul Max Straus über ..LTiel da Costa“ und Trude Weigl über ..Menschenerkenntnis durch Individualpsychologie“. Wir werden über diese Veranstaltungen noch zusammen fassend berichten. Stuttgart. Vom Berthold Auerbach- Verein, ln der zweiten Novemberhälfte veranstaltet der Berthold Auerbach-Verein einen .iG e m ü 11 i ch e n A b e n d“. den w ir der besonderen Beachtung unserer Leser empfehlen. — Qöpputqen HERMANN FRITZ Haus für moderne Beleuchtung u. Radio Hauptstraße 49 - Telefon 2464 KONDITOREI UND CAFE Caxl £uipoid TELEPHON Nr. 3518 - 172 - Eine außerordentlich interessante Veranstaltung stellt auch der Vortragsabend über „B e r u f s - wähl in der gegenwärtigen Krise“ dar. für den der B.A.V. Regierungsrat S t ä b I e r vom Städt. Arbeitsamt gewonnen hat. (Siehe Inserat Seite 166.) Auf Wunsch des B.A.V. teilen wir noch mit, daß der für den 15. November vorgesehene Vortrag von Stadtrabbiner Dr. R i ege r über ,.W arum wollen wir Juden bleiben?“ ausfallen mußte. Das Referat wird aber zu Anfang nächsten Jahres gehalten werden. £ss£mg&t Vnrtinnflnn ia««ien«erai*iwi«i IIII 1 111IIlr 1^11 Durdi regelmUigen Oebrandi de* „DlabetlKer-Tee“ (Marke „Schlange lm Kreuz“) kann man der Immer mehr Oberhand nehmenden Zuckerkrankheit (Diabetes) Vorbeugen. / 1 Paket Hk. US. Zu beziehen von Schwan-Apotheke »4«“ Jetzt ist es Zeit den Kindern Lebertran zu geben. Reinen, vitaminreichen Tran neuester Ernte empfiehlt CENTRAL-DROGERIE Carl Mmttllar/kNn Britta MzTaL 73*2 Emst Pfisterer Weilstr. 15, TeL 6934 Elektrotechnisches InstallationsgesdKft für Licht-, Kraft- und Signal-Anlagen Oaa , Waaacsr^HawcKLAw- Im Dienste der Hausfrau Dampfwascherei Uf ■ ER M H. Dawid, Inhaber: WA> I VW W Fernsprecher 7189 UllnflM, Kistmaaiir. Sa. 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