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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-09-16 · 12 (16.9.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
12 (16.9.1932)
Date
1932-09-16
Page
[Seite] (sequence 13)
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I Ulm. Die Monatsversammlung der? Ortsgruppe Ulm-Neu-Ulm des R.j.F. stand im Zeichen der Trauer um ihren so rasch verstort denen 1. Vorsitzenden, Dr. med. Franz H i r s ch. An der Versammlung nahmen sämtliche orts- ■ anwesenden Mitglieder des Bundes teil. Das! Versammlungslokal war mit einem Bilde des I Entschlafenen eindrucksvoll geschmückt. Dr. Leo- 1 pold Hirsch II entwarf noch einmal ein Le- I bcnsbild des Entschlafenen und schilderte ins- 1 besondere seine außerordentlichen Verdienste I als Vorsitzender des R.j.F.-Landesverbands. Von 1 den vielen Beileidsschreiben, die auch beim ] Frontbund eingingen, hob der Redner besonders I das Schreiben des Generals Exzellenz R e i n - 1 hard hervor, der zu Dr. Franz Hirsch seit Jah- I ren in engen Beziehungen stand. Die Feier I endete mit einer wehmutvollen Gedenkpause I für den toten Kameraden und Führer. 3 Im Anschluß fand die Neuwahl des l.Vor- 3 sitzenden statt. Mit sämtlichen abgegebenen’ Stimmen wurde der bisherige Kassier, Fabrikant ) Friedrich Wallersteiner, gewählt, der | durch Wort und Tat längst bewiesen hat, daß für ihn der Frontbund eine ernste Sache ist Der neugewählte 1. Vorsitzende verstand es, durch seine anschließenden programmatischen Ausführungen seine Hörer aufs stärkste zu fesseln. Mit dem Dank für seine Wahl verband er die Bitte um intensive Mitarbeit. — Zum Kassier wurde Hans Erlanger einstimmig gewählt. Auch diese Wahl bedeutet eine wirkliche Vertrauenskundgebung. Es schloß sich eine allgemeine Aussprame an. Zum Schlüsse wurde noch ein poetischer Nachruf auf Dr. Franz Hirsch sei. Anged., verfaßt von dem leider schwer erkrankten eifrigen Förderer des Bundes, Sanitätsrat Dr. Nördlinger, zum Vortrag gebracht. - 113 - Brief abgesandt, erschien ihm der heilige Lehrer im Traum: „Ich habe mit Ihm gesprochen. Er läßt dir die Wahl, wann du das Darlehen haben willst. Er gibt es dir auf sieben Jahre. Du wirst also sieben sorglose Jahre erleben. Willst du, so wirst du noch heute das Geld erhalten. Du wirst aber nach den sieben Jahren wieder verarmen und weiter in Nöten leben. Wenn du es aber anders willst wird Er dir das Darlehen sieben Jahre vor deinem Tode geben, und du wirst in Ehren und in Reichtum sterben. Entscheide dich selber! Jakob erwachte schweißgebadet. Er mußte die Gattin wecken. Sie sollte die Glückszeit wählen. Er erzählte ihr, was er getan und was der heilige Lehrer gesagt. Seltsam, sie war sogleich entschlossen: „Gehe, sage dem Lehrer, daß du das Darlehen sofort haben willst!“ „Aber wenn wir alt sind?“ „Ich kann es nicht mehr mit ansehen. wie du dich härmst, und daß die Kinder wie die Wilden heranwachsen.“ „Du hast recht, mein Weib,“ sprach Jakob. In der nächsten Nacht erschien ihm der heilige Lehrer wieder: „Wie hast du dich entschieden?" „Die Bitte meines Weibes ist, daß Er uns sofort hilft.“ Da sprach der Lehrer: „Es sei, wie ihr es wollt! Er leiht euch tausend Thaler. Zahlt die Zinsen redlich als Almosen an die Armen, die Witwen und die Waisen! Vergeßt aber nicht, daß Er das Darlehen zur rechten Zeit zurückerhält!" Am Morgen brach ein Dielenbrett in Jakobs Häuschen. Man mußte das alte morsche Brett entfernen und fand unter ihm hundert Goldmünzen von seltsamer Prägung: Auf der einen Seite war eine Sonne zu sehen und auf der andern rätselhafte Schriftzeichen. Jakob war nicht einen Augenblick im Zweifel: das war das Darlehen, um das er gebeten! Er brachte also die gefundenen Münzen zu Mendel dem Gold- Dle Ideale Milaneuee* 'V'CHUSs'lUUetwa&cAe für die kühlere Jahreszeit ttstktassiqeTJlackeMsicümpfe Herrenwäsche - Kravatten M. Tleufisdiex^Jiolt Rosenbergetresse Nr. 28 schmied, der alle Münzen der Erde kannte. Aber dieser erklärte, daß er eine Prägung, wie sie die Münzen zeigten, noch nie gesehen. Auch wären die Schriftzüge von einer ihm unbekannten Sprache. Er wog die Münzen ab und zahlte Jakob tausend harte Taler aus. Nun kamen sieben glückliche Jahre für Jakobs Haus. Er blieb allerdings Jakob der Wasserträger, so oft man ihm auch riet, sein Geld in diesem oder Jenem Handel anzulegen. Er wohnte noch immer in seinem armseligen Häuschen, aß sein karges Mahl und trug seinen alten Arbeitskittel. Aber seine Eimer trug er ganz anders als zuvor, als ob sie leichter oder er stärker geworden, und seine Augen leuchteten vor innerem Glück. Denn seine Kinder lernten, daß es eine Herzenslust war: sie waren ein Stolz für die Eltern und eine Ehre für die ganze Stadt. Die Zinsen des Kapitals aber zahlte Jakob an dje Waisen- und Armenpfleger der Stadt und ließ sich jede Gabe sorgsam verbuchen. Noch wenige Tage, und die sieben Jahre waren Camistattr Ulm. Am 24. September darf Carl Steiner in voller Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Der Jubilar. Mitinhaber der bekannten Firma G e b r. Steiner, ist auch heute noch in seinem Geschäfte unermüdlich tätig. Möge dem allseits feuchteten Manne auch weiterhin ein gesegneter ebensabend beschieden sein! JeuittetoM.. Verbandstoffe + Artikel zur Krankenu. Kinderpflege Sämtliche freigegebenen Arzneimittel HERHANN MICHER w e TAPEZIIR U. DIKONATIUR WIRKSTXTTI FÜRINNENAUSSTATTUNÜ Der Schuldner Gottes. Eine Legende. Nein, so ging es nicht weiter! Das war Jakob dem Wasserträger klar. Seitdem er ein halbes Jahr krank gelegen, fehlte so gut wie alles im Hause. Das Haus war verschuldet bis über die Ziegel des Daches. Bäcker und Fleischer wollten nicht mehr leihen. Das Schulgeld für die Kinder war seit Monaten nicht mehr bezahlt. Und nirgends eine Aussicht auf Besserung. Nein, so ging es nicht weiter! Daß es ihm schiedet ging, daß er oft kaum imstande war, die schweren \Vassereimer von Haus zu Haus, treppauf, treppab zu tragen — er nahm es geduldig hin. Daß aber sein Weib unter den Sorgen fast zusammenbrach, daß sie vorzeitig ergraut und gebückt wie eine Greisin einherging, das tat ihm weh. Noch weher aber war ihm, daß er das Schulgeld für seine frommen und geweckten Kinder nicht aufbringen konnte und daß der Lehrer sie schließlich heimgeschickt hatte. Sollten sie ohne Gottes Wort aufwachsen? Er war kein Unwissender. Er wußte, daß Gott ein guter Zahler, aber ein strenger Rechner war. Wenn es ihm schlecht ging, es war seine Schuld, seine Sünde. Daß aber seine treue Frau, daß seine unschuldigen Kinder leiden sollten, das war zu viel! Hier konnte nur Einer helfen, und das war Er, der Oberste, der Weltenherr. Wohl war Er so reich, daß er ihm so viel schenken konnte, wie er brauchte. Aber er war — Gott behüte! — kein Bettler. Er konnte sich noch sein Brot erwerben! Aber leihen konnte Er ihm gegen Schuldschein. Zins und bestimmte Rückzahlung. So wahr er Jakob hieß und ein Sohn ehrenwerter Eltern war, er wollte auf Heller und Pfennig zurückzahlen, was Gott ihm geliehen. So sairieb er einen schönen langen Brief an den verstorbenen heiligen Lehrer, zu dessen Füßen er einst Thora gelernt und der nun schon ein Jahrzehnt und länger „in der Welt der Wahrheit“ wohnte, und legte einen Brief an den Weltenherrn bei, und bat den verklärten Lehrer, diesen Brief eigenhändig Ihm zu übergeben. So schön er es nur vermochte, mit herrlichen Anspielungen auf Bibelwort und Talmudweisheit, hatte er in diesem Briefe Gott sein Elend geschildert und Ihn um ein Darlehen gebeten, nicht für sich, sondern für seine Kinder, damit sie Thora lernen könnten. Er wollte den Zins nach Recht und Gesetz als Almosen an Arme erstatten und, wenn es so _ weit wäre, das Kapital zurückzahlen. Den Brief trug er „auf den guten Ort“ und legte ihn, nachdem er einen schönen Ichi rozaun, das Gebet am Grabe der Lehrer, gesprochen, in das Auhel, das Grabzelt des heiligen Lehrers. War er. bis dahin voll innerer Unrast gewesen, so fühlte er sich jetzt ruhig. Er wußte, der Lehrer hatte ihn nicht vergessen. Es war also alles in schönster Ordnung. Das erwartete Wunder trat früher ein, als er es erhoffte. Schon in der Nacht, nachdem er den Droitcrlc Wctfclc, wmhh.h STUTTGART-CANNSTATT BADSTRASSE NR. «5 . TELEFON NR. 212 OS KAUFT »El UNSEREN INSERENTEN TV- Ihr« Brennstoff* kaufen Sie Alk am vortsllhaftastsn bat HnßoBnOdlCTjCq. LUfiruiigM IßnirhalkQro6-$talts«rt ohn«Zmahtaf conditorei-cafE MÜLLER jr CANNSTATT BAHNH0FSTR. 5, TEL 50036 tssÜüqen Vnrfioniion uiHM«(riiiiMin! Ieil lllillWHI Durch regelmlMgen Oebrauch des „Dlakeßker-Tee11 (Marke „Schlange Im Kren*”) kann man der Immer mehr überhandnehmenden Zuckerkrankheit (Diabetes) - Vorbeugen. / 1 Paket Nh. 1JM. 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