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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-09-16 · 12 (16.9.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
12 (16.9.1932)
Date
1932-09-16
Page
[Seite] (sequence 12)
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stli en Jugendheim zum erstenmal einen ..G emeinsamen Aben d". der. wie die Anzeige Seitfe 102 -dieser Nummer kündet, redit lustig zu werden verspricht. Wir machen auf diesen Jugendabend, zu dem alle jungen Menschen unserer Gemeinde berzliihst eingeladen sind, nochmals besonders aufmerksam. Stuttgart. Die Frauen Vereinigung der Stuttgart-Loge macht in einer Anzeige Seite 102 dieser Nummer die Gemeindemitglie- I der darauf aufmerksam, daß wiederum eine , große Anzahl geschmackvoller Handarbeiten in I jeder Preislage im Handarbeit STerka u f des jüdischen Mittelstands zum Yerj kauf steht. Alle Gemeindemitglieder sollten sich I bei je,ler Gelegenheit dieser Einkaufsmögiichkeil erinnern. Wird doch durch den Erwerb dieser Handarbeiten den Frauen des jüdischen I Mittelstands Arbeit und Verdienst gegeben. > Stuttgart. Die Mitgliederversammlung der Israel. Waisen- und Erziehungsanstalt „W i I li e 1 in s p f 1 e g e ' findet am 2». September statt. Die Tagesordnung enthält u. a. den Punkt ..Wahlen zum Ausschuß". Wir machen unsere Le-er auf diese Mitgliederversammlung besonders aufmerksam und verweben auf die Anzeige Seite 102 dieser Nummer. Stuttgart. Auf Wunsch teilen wir mit. daß der in letzte r Nummer besprochene neue ..Kalender des J ii d. Frauenbundes", der eine reiche Auswahl will Bildern zur Bibel bringt, durch Frau G r e t e / ii r n d o r f e r .' Stuttgart. Hnhestr. s ß. bezogen werden kann. Stuttgart. Im Rahmen des S ü d Tu ii k -Programm» vom 5. September sang H e d e S ch a ck am Flügel begleitet von Artur Ha g.e n — eine Reihe moderner Chanson» in vollendeter Weise. Hede Schack verfügt über eine schmiegsame. in allen Lagen schon timbrierte Stimme, die für Operetten- und Tonfilmchansons geradezu prädestiniert i»t. \ iele Rundfunkhorer hoffen, di, kun»tlerin bald wieder zu hören. Stuttgart. Y e h u d i M e n u h i n kommt! Wie viele musikalisch interessierte Menschen haben auch in Stuttgart schon auf ein Konzert Y dt ii,Ii Menuhin». der zu den größten Geigern unserer /eit gehört, gewartet! Nun wird dieser njiihrige jiidi»che Künstler — eigentlich ja noch ein Wunderkind in Stuttgart am 14. Oktober konzertieren. Menuhin wird auch hier stürmisch gefeiert werden. AI» Veranstalter zeichnet die Konzertdirektion Sülze & G a 1 1 e r. Horb. \m 26. August schloß Privatier David Gideon die Augen zum ewigen Schlaf. Obwohl man wußte, daß David Gideon seit Wochen in schmerzvollem Leiden mit dem Tode rang und »ein Ende für ihn eine Erlösung war. weckte sein llin»cheidey doch überall tiefe Trauer. David Gideon, der am 8. März 1860 in Mühlen a. N. geboren war. kam im Jahre 1869. mit seinen Eltern, die in der Marktstraße eine Seifensiederei eröffneten. nach Horb. Nachdem er im Dienst verschiedener Firmen gestanden, kehrte er in die Heimat zurück, wo er sich im Jahre 1886 — 112 - mit der Tochter des Posthalters und Traubenwirts Bernheini von Kappel b. Buchau verehelichte und zugleich das elterliche Geschäft übernahm. Als dieses Geschäft durch seinen F leiß und seine Tatkraft im Laufe der Zeit herauswuchs aus der altväterlichen Enge, da baute er in den Jahren 1900 und 1901 die Seifenfabrik, die seinen Namen und den Namen der Stadt Horb weitum im Lande bekannt machte. In Horb | hatte er sich durch seine lautere Gesinnung und durch sein kluges Wesen längst die Wertschätzung seiner Mitbürger erworben, die ihn schon in jungen Jahren in den Bürgerausschuß entsandten und ihn später 50 Jahre lang im Gemeinderat als treuen Sachwalter des Wohles und Fortschritts wirken sahen. Auch dem Judentum leistete er als Mitglied des Israelitischen Vorsteheramtes treue, hingebende Dienste. Vor zehn Jahren starb ihm seine Gattin, die ihm fünf Söhne und eine Tochter geschenkt hatte und die ihm allzeit eine verständige Lebens- und Schicksalsgefährtin gewesen war. Von ihm selbst gilt das Beste, was man einem Menschen nachsagen kann: er war ein Charakter, ein Mann von jener Art. wie sie als Zeugen einer untergegangenen besseren Epoche da und dort noch hereinragen in die Verworrenheit unserer Tage. Das Andenken des trefflichen Mannes, dessen nach biblischer Art gelebtes Leben Vorbild war und bleibt, wird stets in hohen Ehren gehalten werden. Für die hohe Wertschätzung, die David Gideon von allen Seiten entgegengebracht wurde, zeugte auch sein Begräbnis am 28. August. Rabbiner Dr. Schweizer entwarf noch einmal das Lebensbild des Entschlafenen und betonte seine gute, gemütvolle Art. den Menschen und den Dingen zu begegnen, seine freundliche Fürsorge und sein soziales Verständnis für jedermann. Der Geistliche erinnerte daran, daß David Gideon seine fünf Söhne in den Weltkrieg ziehen sah. Sein besonderer Stolz waren die hohen Auszeichnungen. mit denen ihre Tapferkeit und ihre Opfer an Blut und Gesundheit belohnt wurden. — Für den Turnverein entbot dann Obersekretär Geßler den letzten Gruß: Stadtrat Gunkel sprach für die Demokratische Partei und Fabrikant B a t z 1 e n , Metzingen, brachte das Beileid des Berufsverbandes zum Ausdruck. Ravensburg. Vor kurzem geriet der Ujähriee Schüler Otto Strehle beim Baden im FYappachweiher durch einen Schwächeanfall in höchste Lebensgefahr. Er klammerte sich in seiner Not an einen Kameraden, den er mit in die Tiefe zog. Auf die Hilferufe sprang der langjährige Schwimm wart des Turnvereins. Gustav Adle r, kurz entschlossen nach und brachte den jungen Strehle unter äußerster Anstrengung ans Land, wo er durch die Hilfe von Arbeiter-Samaritern ins Leben zurückgerufen wurde. Der zweite Schüler konnte sich selbst in Sicherheit bringen. Gustav Adler, der schon einmal einen jungen Menschen vom Tod des Ertrinkens gerettet hat, erhielt u. a. ein Glückwunschschreiben der „Deutschen Lebensrettungsgesellschaft", der er schon viele Jahre angehört. Auch wir beglückwünschen ihn zu seiner wackeren Tat! ■ Rotwein Literflasdie M. Hilter. .48 MndMinr . . >.55 h*«IbtüBn. . . >45 lallsMtr . . . >.«5 ft. NtrttMr . . . >.75 flrainsMntr . . -.85 ItalaifihtiiMr >.85 ItHertilff . . . -.-0 IUI. Ftaerkg. 1.— BaUMar utnr 1.— Ink. Idlitli 1.10 Mtokunnrar Literflasche M. VatftnMntr . 1.20 luumk. Liiui kuck . . 1.20 mm, .... 1.25 KWUUdier. . U0 fiitlbltanrlM 1.25 TlnlarUatnkM 1.35 laut, totaler 135 Eilntr Urnttttsw. 1.40 MuktlcUokH. 1.40 Latreii Entxar. 1.45 CUaUiacUtaffiHl^O 1.15 Welftwefn Literflasche M. Literflasche M. Pttliar.-32 Uuuttlarutv 130 Huank. BaMkt- 1.40 rFtrfl -.70 Idtor iäwJwtI. 1.75 _ ... «aOHfeJMuk.1.00 SnMf. >.00 Stator üuL Mil. 35 SLMartiMr. . . 05 nfeUMtsk.*!. l.— Ltourar tttotk. 1.20 utmmuum. 1.00 mkufl.lOMk. 2.20 Bnuh. ItotoHtr. 3.70 Ptau. MttrsltT 3.75 Flaschenpfand für die Literflasche 15 Pfennig Beachten Sie besonders, daß bet Wein nicht der Name entscheidend Ist, denn vielfach werden ganz verschiedene Qualitäten unter ein und demselben Namen in den Handel gebracht. — Kaufen Sie daher dort, wo Sie einer erstklassigen fachmännischen Bedienung sicher sind. Auch auf Wein Spermarkea für Haushalt-Artikel oder 4 > Barrabatt I Einlösung jederzeit Karl Gaissmaier Stuttgart - Cannstatt - Eßlingen - Ulm 7hzuzcittüfic mqeUuUd» j(ädut Mittag- und Abendessen GO U. 70 olnoohl. Bodlonung JCaechets JUfoemgaststäUe Gartenstraße Nr. 30 ■■ Johannes Kauffmann Stuttgart Stiftstr. 2 empfiehlt in nur allerbesten Qualitäten t Leb. Forellen, Schleien, Spiegelkarpfen, Haffzander, Rheinsalm, Blaufelchen, Matjesheringe, Fette junge Gänse, Suppenhühner, Hahnen, Enten, Tauben Miiierteitt sM fianUra ubouAa ult w. 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Die Anteilnahme und das Interesse, das die ganze Gemeinde, Männer und F rauen, vor allem aber auch die sehr zahlreich erschienene Jugend der Veranstaltung entgegenbrachte. bewies, daß der Verband mit dieser Neuerung auf dem rechten Weg ist. Audi die Nachbargemeinde Baisingen war stattlich vertreten. und von Heilbronn. Stuttgart, Ulm und Haifferloch waren FTeunde und Förderer des Verbandes erschienen. Geleitet wurde die Tagung von dem verdienten Vorsitzenden des Landesverbands, Moses Herz, Hall, und in begeisterten Worten begrüßt von dem Vorsitzenden der Gemeinde Rexingen, Oberlehrer Spatz. Sodann trugen Knaben und Mädchen abwechselnd Strophen eines von den Seminaristen Hopf er und Prefiburger eingeübten Sinngedichtes auf die Thora vor. Im Mittelpunkt der Tagung standen drei Vorträge. Rabbiner Dr. Bob rer. Guilingen. sprach über die „Gefahren des Tage s“. Nicht so sehr von außen droht uns Gefahr, als vor allem von innen. Unsere alten Weisen haben das jüdische Volk charakterisiert als Rachmonim, Gomlei Chasodim und Baischonim. Wir müssen das alte jüdische Herz, das innige Mitgefühl mit der Not unserer Brüder nicht nur mit Worten zurückgewinnen, sondern die Not unserer Gemeinschaft mit Rat und Tat zu lindern, suchen; vor allem aber auch die alte jüdische Sittenreinbeit hochhalten. Rabbiner Dr. Kahn, Mergentheim, betonte in seinem Vortrag „W as verlangt die heutigeZeitvonuns?“ die Bedeutung des Lernens und der Kenntnisse des jüdischen Schrifttums: Thauro im derech erez. Dr. Wü r z b u r ge r, Heilbronn, behandelte in seinem Vortrage „Tages- und Erziehung sfragen im Lichte des gesetze st reuen Judentums“ ebenfalls die Wichtigkeit des Lernens, aber auch des Erfüllens und vor allem des Erfühlens der Gebote. Die Disharmonie zwischen Familie und Schule müsse beseitigt werden. Errichtung jüdischer Kindergärten und jüdischer Volksschulen sei dringend notwendig. Sehr instruktiv äußerte sich der Redner über die Schächtfrage. In sozialer Hinsicht forderte er die Berufsumschichtung. Schon jetzt werden vom Verbände Vorkehrungen getroffen, solche Bezirkstagungen auch in anderen Landgemeinden abzuhalten; es ist nicht zu bezweifeln, daß damit Ersprießliches geschaffen wird nicht nur für das gesetzestreue, sondern auch für das Gesamtjudentum. Sontheim. Am 15. September durfte Adolf P e r i t z im Jüdischen Altersheim seinen 86. Geburtstag feiern. — Max Broda wird am 21. September 80 Jahre alt. Wir wünschen beiden Jubilaren auch weiterhin einen gesegneten Lebensabend!

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