Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 12 (16.9.1932)
- Date
- 1932-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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Jjic die Jeiectaqe empfehlen vir unfere bekannt vorzägl. Qualitäten in täglich frischer Teebutter Tafelbutter Kodibutter fflle Sorten feiner Käse TJloikecei JCuhn Sonnenßr. 5 / Telefon 243 73 Tiliole CcuwstaU: Bahnhoffir. 13, Telefon 51073 — 104 - gebracht hat. das unter (Ion Greueln der alten Welt am sdiw ersten /u leiden hatte. Wenn es dem Volke Israel noch besihieden ist. jene glückliche /eit mit/uerleben. so wird ihm die volle Gewißheit zuteil werden, daß es nicht umsonst Jahrtausende hindurch unter dem Banner des ältesten Pazifismus, dem der Menschenliebe, der Ideale des Friedens und der Gerechtigkeit, um seine Weiterexistenz gerungen hat. wie am politischen Horizont doch einmal erscheinen. denn der Glaube, daß die Schwäche des Nachbarn das Fundament der eigenen Stärke ist. wird sich auf die Dauer nicht halten können, weil er, wie an seinen wirtschaftlichen Folgen schon jetzt erkennbar ist, ein Irrglaube ist und ein solcher sich in dem von allen Seiten her gespeisten Strom der praktischen Erfahrung noch immer in sein Nichts aufgelöst hat. Not lehrt beten. Die bei allen Völkern, wenn auch nicht in gleichem Grade auftretende Not lehrt aber auch mit veralteten Vorurteilen und Wahnvorstellungen aufraumen. Deshalb sind wir Optimisten, und wenn Zola einst das Wort ansprach: „Die Wahrheit ist auf dem Marsch“, so meinen wir, der Gedanke des Weltfriedens ist cs auch, weil er in Wahrheit allein die Grundlage allen Gedeihens und aller Kultureiitwidduiig I der \ölker ist. _ Die jüdische Frau und der Luxus. Von Emil Bernhard Cohn. Luxus hat es immer gegeben, und was Luxus ist, weiß jeder, ohne freilich seine Grenzen ganz genau bestimmen zu können. Jeder hat sich schon einmal in seinem Leben an dem „schönen Ueberflüssigen“ erfreut und ganz tief die Lust empfunden. sich im Luxus zu erhöhter Geltung entfalten zu können. L nd trotzdem, sowie der Mensch ein bißchen Ernster nachdenkt, merkt er, daß dieser selbe Luxus auch seine dunklen Seiten hat und vor allem dann bekommt, wenn er zum Reservatrecht einer bevorzugten Klasse wird. Daher ist es wohl an der Zeit, einmal über diesen Luxus eine ernstere Betrachtung anzustellen. Zunächst muß man zwischen egoistischem und altruistischem Luxii^ unterscheiden. Was Priester und Könige für die Würde ihres Amtes oder ihrer Kirche an Luxus entfalten, hat nichts zu tun mit dem egoistischen Luxus des Einzelmenschen. Schon die Bibel kennt diesen Luxus, sie schildert ihn sowohl bei der Herstellung des Heiligtums in der Wüste als auch in der'Geschichte vom Könige Salomo, der den Glanz und Reichtum einer Welt um sich versammelte. Aber viel interessanter ist die berühmte Strafpredigt des Propheten Jesaia gegen die üppigen und luxuriösen Weiber Jerusalems, die er in klassischer Weise schildert, um gleichzeitig damit eine fabelhafte Charakteristik für den damals getriebenen Luxus zu geben: „Weil die Töchter Zions so hoffürtig sind und mit gerecktem Halse einhergehen und mit den Augen werfen, trippelnd einhergehen und mit den Fußspangen klirren. — darum wird Gott wegschaffen an jenem Tage den Schmuck der Fußspangen, all die Netze und die kleinen Monde, die Ohrgehänge, die Kettchen und die Schleier. Turban. Sch ritt kettchen und Stirnbinde. Riechfläschchen und Amulette, Tiicher- cheii und Täschchen. Spiegel und Flore. Haarwellen und Lippenstifte — — —“ Das Charakteristikum dieser Darstellung liegt Tafelbutter Kochbutter /Ule Sorten feiner Käse TJlolkecei JCuhn Sonnenftr. 5 / Telefon 243 73 Tiliole Cannstatt: Bahnhoffir. 13, Telefon 51073 Rithm-üchligc-ii. in die Ohren führe, oder noch bl - -er: wenn .m». die»en-. Bänden Krallen wiieh- -en gect die llu—er. Lieferanten und Rulini- -mlnigeii. oie-e Mächtigen und L ntordriickc-r? VV i-t :::it die -ein ll,:ii-> Ki-t irgendein!l. ,- .i:; l.eiifer I - kann -ich den grnßi ’ -eti Kamen ..I’ala-t der Nationen" geben An . n I nullten -oll man emh erkennen. Ob im Nt ie-i :!■! im l.itht unbeweglich, tmer-chiithtli ii:;.! wahrhaft groß liegt dem Haugegönntdi : Montblanc, der uralte Fi-riese. So -ii-in n oi> Völker, die frieden-willigen, frieden — -ehn-üchtigi ii. com k rieg-w ahn-inn zerflei-chten.! ■ I Liu— und -einen Mächtigen gegenüber. Man darf nicht fragen, wer den längeren Atem anu: d I - kommt der lag. Professor Simon Dubnow: VVnd ••••!!• auf Erden die Vera deewigen |-ried. ii- -a.ari tfi' ii. dann wird man .in die g.rn -'i In I ueh- Ilde Gc-chicht-pcrio'dc. in der die -o”rn.t:i’iieii Kulturvölker -ich gegen-eitig zu c -? ioi-1111■ 11 trachteten, alan eine Zeit rohester ilu't.urei ziinukdenken. Dem neuen Menschen wiid an-ert Gf-chichtc aldie Lntw icklungs- -i -ciiidi’e v;.i-iutflutlicher. über den tierischen /.u-t ad huiiiii liinaii-w ach-ender Anthropoiden ii I II-,-re f.i-i-tesknltur alihre- .Namens nicht w -:' - --7-cheinen. Wenn aber die Kinder der *' Me ll Zukunft derein-t die vergilbte, sech-undzw.mzi- Jahrhunderte vor der letzten Sintflut utstandi ne LrkuUTle aiifrollen und darin die VV < ■ 11u dejiiiH-chen Propheten finden werd, n da!- man „am Ende der läge" der Kriegsi, :-i-l n.c’lr mehr gedenken und die Schwerter zu PILig-.liaren um-chmiedcn wird dann werden -u , kimeii. daß schon in grau, r Vorzeit Männe, \-,:i iio.h-ter Sittlichkeit gewirkt haben und daß -oiche Männer zucr-t jene- Volk hc-rvor- Dr. Joachim Prinz: Das alte religiöse Ideal der klassischen Propheten ist auch heute in dem Gedanken vom Weltfrieden lebendig. Die Arbeit für diesen Weltfrieden ist eine Aufgabe aller religiösen Menschen. Juden zumal, denen Tradition. Bestimmungen und Anlage den Weg zu diesem W eltfriedensgedanken weisen, haben keine Mög- - lichkeit. sich dieser Arbeit zu entziehen. Dabei! ist nicht zu verkennen, daß sowohl der Gedanke; als auch die Erfüllung des Weltfriedensgedankens heute ihre besondere und neue Formuliej rang gefunden haben. Weltfrieden ist heute nicht : mehr möglich, wenn nicht die Spannungen zwischen den sozialen Schichten uiisgekämpft und ausgeglichen sind. So wird jede pazifistische Arbeit ohne diese Erkenntnisse und ohne den W illen, für eine l.ösiing der sozialen Frage zu wirken bloße Literatur. Für den Juden besteht die Gefahr, in der pazifistischen Bewegung schon einen vollwertigen Ersatz für Judentum und jiidisclie Arbeit zu sehen und so aus einer Heimatlosigkeit in die andere zu gehen. Jüdisch gesehen. kann die Mitarbeit von Juden an dem W eltfriedensgedanken nur dünn begrüßt werden. wenn sie nicht bedeutet, daß die konkrete jüdische Aufgabe vergessen wird. Professor Dr. Heinrich Silbergleit: Der Gedanke des, Weltfriedens, so alfbezwi»- gencLer ist ist heute nicht weniger eine Utopie wie ehedem. So herrlich weit wir es gebracht haben in der Beherrschung der Kräfte in der äußeren Natur, so sehr es uns gelungen ist. unsere“ Kulturfassade in nie geahntem Maße mit schimmerndem Glanz zu versehen, innerlich sind wir dieselben geblieben: Die Technik hat uns die dritte Dimension geschenkt, aber an der Architektur unseres ethischen Aufbaues und unserer W illensgestaltung ist sie ohne jede Einwirkung vorübergezogen. Luter der im Scheine der Ausgeglichenheit sich gebenden Oberfläche i des Völkerbundes, der doch als Inkarnation des! W eltfrietlensgedankens , dastehen soll, sind die ■ Instinkte'des Macht- und Prestigehungers in unverminderter Stärke lebendig geblieben. Vber inuß dies ein Dauerzustand sein? Sollte der ..liebliche Knabe“ nur in der Phantasie des Dichters existieren? Sollten die Frrungenschaf-; teil der Technik, w ie sie die räumlichen Abstände | fast bis zur Leberwindung abkürzen, nicht auch i die Geister zueinander führen, die Nationen dem , gegenseitigen Verständnis und dadurch dem; gegenseitigen Vertrauen näher bringen können? : Noch i-t der Himmel voller Wolken. Der Silber-; streifen, der sich am wirtschaftlichen Horizont j noch immer nicht entdecken läßt, wird aber hier Jetzt noch zu Sommerprelsen! Jacken von RM. 39, PELZ KLAUS STOLL STUTTGART, NeckarstraBe 24 für die Gemeindezeitung! Seit 1899 Auskunft frei Ing. Friedlaender Fauerbach, Haldenstr. 22a Slelzenmüller Sdhlosserstr.9 Telephon 71317 Spedition Lagerung Umzüge Ungeziefer 3> J. Erfahr. Beite Befer. Rnssen Wanzen, Schwaben, Ratten, Mi nie vertilg. ED. GRONHOFF Seetang . irmeni n|t Gstgrlfchalr 9rou 3Xmsa ©cüttfer Aorststratze 47n, am Diakonissenplatz Übenimmt lebe Xrt Gardine», Veite» etc. zum Waschen und Spannen adcc nar Spannen, ebenfs seb» Srt StiehieUsche, JHeibcr, Olafe» etc. (um Süjtln bei bester ZuisstHenng. MÜLLER-STEFAN STUTTGART / MARIENSTR. 25 Möbel / Städteansichten / Münzen Spitzen / Gardinen / Taschentücher fetzt JCinden tueq platz 3 naban Planetarium Tilade Steinhardt FatkertstraBe 37, Fische / Wild Geflügel TOD 6. Plefferle Markthalle 1. Stock POSTSTRASSE Nr. I (Ecke Königstrasse) FERNSPR. SA. 23559 EINKAUFSHÄUSER IN: BERLIN W IS. LUDWIGK1RCH- PLATZ9 PARIS, 3 RUE BLEUE Gebr. Weber Stuttgart. am Schwabtunnel müssen Sie unbedingt ehe Sie sich anderweitig binden. Diese haben alle Vorzüge und sind außerordentlich preiswert. MÖBEL Das Haus der guten Bedienung: P. BEUTELE STUTTGAR T, Bärenftr.S Stets neueste Formen in: M Hüfthalter, Büftenhalter, Reformleibchen, Corfeletis Vornehme Damenwäfdie