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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-09-01 · 11 (1.9.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
11 (1.9.1932)
Date
1932-09-01
Page
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— 92 — DQ DAS HAUS FÜR JUWELEN. GOLDu. SILBERWAREN, BESTECKE, UHREN. MODESCHNIUCK uttgart / K6«ig*tr. 17 J Wer '■i(Ti /u (Irr Note» rndi^kril einer Neugestaltung iiK'ri'diliJur B»vieliiing'\erhältnisse l>rkennt, braucht nicht;ms parteiclogmatischcn (.riiiulrii aus seiner Rt'ligionsgcmc'inschaft aii'- /utreten. Im C.efenteil. seine Aufgabe müßte es sein, regenerierend in seiner Glaubensgemeinschaft /n wirken. wie es andererseits eine .'Selbstverständlichkeit fiir die sogenannten religiösen \lens(hen 'ein müßte. sich nicht den brennenden Problemen der Politik innerer Inge zu entziehen. ..In göttlichen Dinge» elirfürclitig. in nieii-clilichen aktiv! I>»rrt verehren, hier imgreifen! \erehren und helfen!" Das muH nach Ma\ Brod die Parole des neuen Mensihentv ps. der im Entstehen begriff» n ist. werden. iiimini ^N@ch mehrjähriger Tätigkeit in der allgemeinen -Praxis und langjähriger Fachausbildung in verschiedenen öffentlichen und privaten Lungenheilanstalten des In- und Auslands (zuletzt über 3 Jahre im Tuberkulose-Krankenhaus Sanatorium Schönbuch bei Böblingen) habe ich mich hier niedergelassen. Dr. Ebstein Lungenfacharzt NeckarstraBe 14 (beim Landestheater) Fernsprecher 24499 Sprechstunden jl—l »nd 4 fi, Samstags II—2 (evtl, nach Vereinbarung)^ rFraw»Klinik>L PrftdcifetaHluiSsfeetni S. Mayer Stuttgart, Schöidalnstr. 27 Leitender Arzt: Dr. Gänssle Facharzt fftr Frauenkrankheiten and Geburtshilfe Verpflegungssätze wie in den öffentl. Krankenanstalten r Dr. Franz Rciss Zahnarzt G arten str. 30 (Postamt), Tel. 23427 zurück Sanitätsrai Dr. Ries Kanzleistraße 1 Facharzt für Blasen- und Harnleiden Diathermie von der Reise zurück r Augenarzt Dr. Sander KSnigstraBe 41 zurück Von der Reise zurück Dr.med.ZUntdorler FildcrstraBe 45 .J Preisw. Hittagstisch« gut u. reichlich, in isr. Hause. Königstr. 23|n 8—1, 3—7 Mk. QoM \ 20k«. IS Mk. krone / 22kar. 18 Mk. FQfhMOM 2—S Mk. Plattenloser Zahne na tz Zahn 3 PlattfuBainlagan nach M.6 und nach Glpsabdruck, krvorregende PaOform. Putpftagai Höhoprguopnti.Homheot'Entfemen. Behandlung eingewechsener NJgel uew.. schmerziosee Verfahren. OumUllStrDliapf« zur Krsmpfadgrbphandkung und bei Anechwel hingen. Sanltltshaus JUUUS ERCHINGER SchlofletrsGe 10 - Telefon 24009 Lieferant simtiieher Kranfceekaesen Alles füc die 9üße! Vom Weg der deutschen Juden. Rückschau und Mahnung. Es darf wohl ohne Einschränkung behauptet werden, dali die bürgerrechtliche Gleichstellung der deutschen Juden während des letzten Kaisertums nicht viel mehr als Theorie gewesen ist. Wenn auch ihre Gleichberechtigung immer und immer wieder versichert wurde und wenn auch dann und wann einmal ein Jude zu einer amtlichen Stelle aufrückte, so waren doch grundsätzlich jüdische Mitbewerber uni Staatsämter eben als Juden von vorherein von diesen ausgeschlossen. Die Staatsumwälzung nach dem großen Kriege bedeutete eine Wendung zu einer mehr liberalen Behandlung der deutschen Juden. Wenigstens in Preußen rückte eine kleine Anzahl jüdischer Staatsbeamter bis zum Amte eines Ministerialdirektors auf. Das Eingreifen der Reichsregierung Papen-Schleicher in Preußen hat alle diese jüdischen Beamten beseitigt. Schon vor der Reichstagswahl hat der Reichskommissar alle führenden Persönlichkeiten der bisherigen preussischen Rrgierung abgesetzt und mit dieser Absetzung die Epocne der Weimarer Koalition gewaltsam beendet. Es mag ein Zufall sein, daß alle Regierungsbeamten jüdischen Glaubens dieser Umwälzung zum Opfer gefallen sind: Mit dem neuen System hat das kurze Zwischenspiel der amtlichen Gleichberechtigung der Juden in Preußen jedenfalls sein Ende gefunden und von neuem die alte Reaktion eingesetzt, die jeden Juden als Mitarbeiter an der Regierung ängstlich ausschaltet. Die Gedankengänge der nationalsozialistischen Doktrin haben sich also hier noch vor ihrem parteilichen Erfolg entscheidend ausgewirkt. Mit feinem Rechte zitieren die Zeitungen das Wort aus Strindbergs „Miniaturen“: „Die Revolution ist aus! Heute abend sind wir noch Brüder, aber morgen sind Sie der Herr und ich der Diener.“ Mit dieser neuen Außerrechtstellung des jüdischen Volksteils beginnt für die deutschen Juden die alte Verpflichtung zum Kampf um ihr Recht von neuem ihre sittliche Aufgabe zu werden. Die Absicht der NSDAP, ist unzweideutig die Rückversetzung der deutschen Juden in mittelalterliche Verhältnisse. Ein neues Ghetto ist geplant. Fest-Gottesdienst in der Synagoge Göppingen am Sonntag, den 11. Sept. 1932, vorm. 10.30 HHr anläßlich des 25 jährigen Amtsjubiläums des Herrn Nabbin er Dr. Tänzer. Israel. Borsteheramt Göppingen. ^Ich habe mich hier als Bücherrevisor, Wirtschafts¬ und Steuerberater niedergelassen. Meine Spezialgebiete sind: Neuanlage und ständige Kontrolle der Buchhaltung / Aufstellung von Bilan- ~ zen / Fertigung von Steuererklärungen Durchführtyig von Vergleichen Julius Paul Eppstein ^Stuttgart / Silcherstraße 9 / Fernsprecher 62736^ Heirat. Ingenieur und Kaufmann, Israel., Anfang 50. Wltw. ohne Kind in schön. Großstadt, m. sonnig, sehr frdl. Wohnung, compl. eingerichtet, ansehnl. nachweisbar. Barvermögen und gutes Einkommen, musikalisch sucht zwecks evtl. Ehe Bekanntschaft mit intelligt.-klug. Fraulein, 33 —42 aui nur ehrenwerter Familie mit unbedingt einwandfreier Vergangenheit, gesund, häuslich, anpassend, charakterfest und nicht wortbrOchig. Nur neueres Lichtbild mitzusenden. Strengste Diskretion gegenseitig. — Bewerbungen unt .Eheglück ». Treae** an die Expedition dez Blattes. Sach« fit aeiaea rOjätzrigra Sotza In gutem Handeis» baiift pir Unierftügnng bcs £b*f* •aafMsOaMtKPr Zällfllttt. •ML ftapHalüetrUlanaa. Offerten erbeten »ntee J. Q. 688 an Mt Demei*dejeitll»g. Berflioid Aocrboth-Vcrcin PROGRAMM vom 13. September 1932 bis 24. Januar 1933 September: Dienstag, 13. Vortrag Johannes Fischer M. d. L., .Arbeit und Lebensgestaltung* . 20. Vortrag Alfred Aherbadi, Frankfurt a. M., .Von jüdischem Humor* . 27. Vortrag Reg.-Rat Dr. Klanser, .Freiwilliger Arbeitsdienst oder Arbeit*- dienstpfllchtT* Oktober: Dienstag, 4. Vortrag Saa.-Rat Dr. Karl Ries, .Gefahren der Entwidclungsjahre* . 11. Vortrag cand Inr. Bert Kaufmann, .Zwangsarbeit und Inflation — oder freie Entfaltung aller Wirtschaftskräfte?* . 18. Ausspracheabend: .Die Situation der Juden In Deutschland*. Leitung: Eduard Jana« , 23. Vortrag Amtsrichter Dr. Frits Bauer, .Wirtschaftsformen der Zukunft* November: Dienstag. 1. Vortrag Generalkonsa! Max Strass, .Urtel da Costa* . 8. Vortrag Trade Weigl, .Menschenerkenntnis durch Individual Psychologie* . 15. Vortrag Stadtrabbiner Dr. Kläger, .Warum wollen wir Juden bleiben?* . 22. Gemütlicher Abend . 29. Vortrag Regierangsrat studier, .BerufswahL in der gegenwärtigen Krise* Dezember: Dienstag, 6. Vortrag Dr. med. Pani Bonem, .Der Jude als Problem der modernen Psychologie* . 13. Vortrag Rabbiner Dr. Auerbach, .Unsterblichkeit* Samstag, 17. Chanuka-Feler Dienstag, 20. Vortrag Oemeladepfleger Dr. Mart. Cohn, .Warum müssen die deutschen Juden sich wirtschaftlich umschichten?* Januar: Dienstag, 3. Sprechabend. Refer.: R.-A. Dr. Walter Einstein und Redakteur Hans Sterabetm . 10. Vortrag Staatsministar a. D. B. Heymaan, Jugend und Politik* . 17. .Schubert* Vortrag und Spiel von Lore Goldsdnnidt . 24. Generalversammlung Sämtliche Veranstaltungen, auBer denen vom 22. November und 17. Dezember, finden in der Stuttgart-Loge, CalwerstraBe 33 Hths., jeweils abends 8‘fc Uhr statt. Unsere Mitglieder und Freunde werden gebeten, sich an allen Veranstaltungen zahlreich zu beteiligen. Richtigstellung. In der Nr. 1,1. Jahrg. der inzwischen verbotenen Druckschrift „Neue Freie Presse“ ist unter dem Dstum des 24. Mai 1932 ein Artikel mit der Überschrift „Geschäftsgeheimnisse der Papierhandlung Schwarz“ erschienen. Wir legenWert darauf, hier festzustellen, dafi sämtliche in diesem Artikel über unsere Firma aufgestellten Behauptungen, wie auch die einer angeblich antisemitischen Einstellung unserer Firma, vollständig unwahr sind. Wir haben gleich nach Erscheinen dieses Artikels der Redaktion der „Neuen Freien Presse“ unter Hinweis auf die Bestimmungen des Reichspresse-Gesetzes eine Richtigstellung zngehen lassen, die aber infolge des in dieser Zeit erfolgten Verbotes dieses Blattes nicht mehr erscheinen konnte. Wir haben darauf hin wegen sämtlicher in diesem Artikel aufgestellten unwahren und verleumderischen Behauptungen Strafanzeige erstattet. Schon die bisherigen Ermittlungen in dem nunmehr anhängenden Strafverfahren haben mit aller Deutlichkeit die völlige Haltlosigkeit der gegen uns erhobenen Vorwürfe bestätigt. Das Urteil des Gerichts, das sich ja nicht zum ersten Male mit den für diese Zeitung Verantwortlichen zu befassen hat, wird von ans seinerzeit der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Erstes Spezialhaus für Papier und Bärobedarf F Tübingerstr. 19B / Stuttgart / TeL 71330 Der Israel. Kalender für die jnl Eetneinilen Württembergs 1932/1933 ist erschienen. Er enthält sämtl. Gottesdienstzeiten für das kommende jüd. Jahr und darf in keiner jüdischen Familie fehlen. Zu beziehen gegen Einsendung von 1 RM. durch den Verlag: Mix OstaM k tt. ttatflnt ImnUnR 13 Postsdiedütonto 2906

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