Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 9 (1.8.1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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H I <• l H D r N B N PI\K<*W4TIONK> 7Tlodeate JnHeudekocatiOH JeppicAe_ - £äufec_ 2}UumdeckeH Tflö&elstotfe tDekocatioHSStoffe l Krailsbeimer & Cie. Calwerstraße 28 STUTTGART ,!i, 1 ici crti-ti'liciidi'ii \\ irt«cliaft«nötcMi v» i< di /inr \\ .indcr«t.il> uicifrti mü««en. »IN «ich «■imneue Arlii*it"tällr au fzii«nchrn. Sir werden, '■diaid -itli i» den I ändern ihn-» Aufenthalte« Vrhfit'inuugcl zeigt. zuerst gezwungen weiter- /im andern. >i> «md mei«t u»«chuklig als erste t »|>fer de’ >chick«ul«w illkiir preisgegeben. Al« nach der Lrjnordung de« französischen Prüsi- ■ Irnn n D-uimicr dir franzti«ischc Regierung sogenannte gefährliche Lin.w anderer /» I a»«riidrn aii»\vir». mußte» dir jüdi'chcn Linwanderer .d« ri'tr da« >diick«al der Ati~\»ci«itnjr auf sich nehmen. 8n i«I iiu Irt/tru Jahre der Watider- «rrs>m aI!>( it«,i(hcmler <)«tjuil(ii uiig( heuer au- Srw.uli'rh. und dir I' rn;:e der Rückvv anilerung ■st 111 r dir dcut'chrn l „ I,I> iudrii Deutschland;«t ln da« I )nrcligaugslaud vom Osten nach dem \\r«trli und miiii W r-trn nach (Irin Osten eine I>r nrnmir I.eben« littge geworden. Nlinii «eit Jahren i«t dir deutsche* Judrnhrit [irniiiht. dit «i n Heimatlosen und l’ntw ur/elten hilfreich hri/U'trlu n und ihnen dir1 Rückkehr in ihn Heimatländer zu ermöglichen. l itte Zentral- «telle ftii jiidi'die \\ a»derfür«orge hat geeignete Maßrcgi In getrollen. die . Durchw anderer auf — 78 — möglichst großen Strecken und tunlichst schnell in ihre Ursprungsländer zurüdczufiihren. Natürlich erfordert diese Wandererfürsorge verhältnismäßig große Mittel. Aber sie verhindert die Belästigung durch den Wanderbettel, indem sie die W ändernden von einer Zentralstelle zur nächsten besorgt und ihnen die Beschämung erspart, durch Ilausbettel die nötigen Reisekosten ein- /usuniincln. In W ü r t t e in b e r g bildet Stuttgart die Zentrale. Von hier aus werden die Wanderjuden auf möglichst weiten Strecken ihrer Heimat oder ihrer Arbeitsstätte zugeführt. Württemberg bildet so für die Wanderfürsorge eine Einheit. Es trägt die Spesen der Durchwanderung von einer Grenze zur nächsten, von der aus dann die kosten für die weitere Durchfahrt die bayerische oder die badische Zentrale übernimmt. Von den Landesgetneinden tragen bisher Ulm. Cannstatt. I. u d w i g s bürg. E fl I i n g e n. Gmünd. G ö p p i n g e n und T ii b i u g e u zu dieser Rückbesorgung bei. Die Hauptlast liegt auf Stuttgart. Aber auch L a u p h e i nt. Heilbronn und Ulm haben einen nicht unbeträchtlichen Teil der Durchw anderer zu betreuen. Im Jahre 1931 sind 749 Durchw anderer in Stuttgart abgefertigt worden, von denen 334 Ausländer. >8 Staatenlose und 157 Deutsche waren. Unter ihnen waren 208 Rückwanderer. Die kosten für diese Wanderer betrugen insgesamt 4-428 Mk. Im Jahre 1932 haben bis zum 30. Juni bereits 410 Durchw anderer in Stuttgart vorgesprochen, so daß mit einer Gesamtzahl von über .800 Durchwanderern in diesem Jahre zu rechnen ist. Die entstehenden Jahreskosten werden 6000 Mk. erreichen. Da aber der hiesige Durchreisendenv erein in diesem Jahre nur 1200 Mk. Mitgliedsbeiträge erhalten hat. so fehlen für eine geordnete W eiterführung der 'Durchwunderung in Stuttgart in diesem Jahre 4800 RM. Die Stuttgarter Gemeinde hat deshalb bereits ein Darlehen von 300 Mk. der Du rch w andernngsstelle bew illigt, damit diese ihre I-iirsorgetätigkeit nicht unterbrechen muß. Der I.anclesverlKiiiel für jüdische Wohlfahrtspflege hatte deshalb eine Sitzung der Vorstandsmitglieder des I..I.W. und der Vorsteherämter der Gemeinden Stuttgart. Ileilbronn. Ulm. Göppingen. Cannstatt. I.udwigsbiirg. Laupheim und Gmünd ant 17. Juli einberiifen. In dieser Sitzung, die Arthur Essinger leitete, wurde auf Antrag Dr. Riege rs beschlossen, daß die Du rch reisekosten von der einen zur anderen l.andessrren/e auf die Gemeinden des Landes umgelegt werden sollen: als. Schlüssel soll die Seelcnzahl der Gemeinden maßgebend sein, doch «ollen Gemeinden unter 100 Seelen von der Teil- Goiiesdiensizeiien für die üraelttfedie Gemeinde Heflbronn. 1.-3. Aug. Werktagsgottesdienst 6.30 Ubr morgs. 6.30 Ubr abends 5. August Freitag 7.00 Ubr abends 6. August Sabbatb 8.30 Ubr morgs. 3.30 Ubr nadmt. 8.30 Ubr abends 7. August Sonntag 7.45 Ubr morgs. 7.-12. Aug. Werktagsgottesdienst 6.30 Ubr morgs. 6.30 Ubr abends 10. Aug. Mittwoch Tisdtob beaw 7.00 Ubr abends 12. August Freitag 7.00 Ubr abends 13. August Sabbatb 8.30 Ubr morgs. 3.30 Ubr nachm. 8.20 Ubr abends 14. August Sonntag 7.45 Ubr morgs. 14.-19. Aug. Werktagsgottesdienst 6.30 Ubr morgs. 6.30 Ubr abends Zahlung befreit bleiben. Der letzte Absatz wurde dahin geändert, daß nicht die Seclenzahl. sondern die Leistungsunfähigkeit der kleingemeinden für diese Befreiung entscheidend sein soll. Dieser Beschluß soll rückwirkend vom I. Januar 1932 an in kraft treten. Die Beiträge, die bisher von Gemeinden und Vereinen für die Wanderfürsorge geleistet worden sind, sollen von dieser Regelung unberührt bleiben. Es wird dabei erwartet, daß der Stuttgarter Durchreisendenverein für die Aufbringung weiterer Mittel besorgt bleibt. Gleichzeitig soll eine Eingabe an den Oberrat zwecks Einstellung von Etatmittel» für die W anderfürsorge gerichtet werden. I wurde schließlich beschlossen, das bisherige Meldesystcm dahin weiter auszubauen, daß auch an die kleineren Gemeinden regelmäßige Meldungen über die in Stuttgart versprechenden Wanderer ergehen sollen. Die Organisation, die sich bisher sehr gut bewährt hat, soll für alle Fälle beibehalten werden. Dabei wurde der dringende Wunsch ausgesprochen, daß sich die Stuttgarter Gemeindegenossen lebhafter als bisher nach dein Verbilde von. Heilbronn. Laupheim und Ulm an der Gewährung von Beiträgen zum Durdiwanderereereiu beteiligen, um diesen heimatlosen Wanderern, die zumeist ein furchtbares Schicksal durchdulden müssen, hilfreich beistehen zu können. Möge der Weckruf überall Gehör finden! SCeMcatm a. 71. 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