Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 9 (1.8.1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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Pfandleihanstalt Stuttgart A.-G. Könlgstr. 10A' beleiht diskret Gold, Silber Juwelen i i \ i Die Ortsgruppe Stuttgart des C. V. im Kampf gegen den Boykott. Die deutschen Juden lehnen jeden Boykott grundsätzlich ab. Sie lassen sich von dieser Ablehnung auch nicht durch das entgegengesetzte Verhalte» der Nationalsozialisten anbringen, die besonders in letzter Zeit im ganzen Reich wiederholt versucht haben, jüdische Geschäfte in Verruf zu bringen und sie wirtschaftlich zu schädigen. Der Angriff der antisemitischen Kreise richtet sich seit einigen Jahren nicht nur gegen jüdische Unternehmen, sondern auch gegen den jüdischen Arzt und den jüdischen Anwalt. Zu welchen Auswüchsen dieser Hetzboykott gegen die deutschen Juden führt, haben die maßlosen Angriffe nationalsozialistischer Abgeordneter gegen die Anwaltskammer im Preußischen Landtag gezeigt. Gewiß haben diese Angriffe von berufener Seite die gebührende Zurückweisung erfahren — aber auch von innerjüdischer Seite muß alles geschehen, das Gegenseitigkeitsverhältnis und das Gemeinsamkeitsgefühl zwischen den Juden und ihren christlichen Mitmenschen zu erhalten und zu sichern. Darum ist die kraftvolle Verteidigungsstellung, die der C.V. seit Jahren gegen die Boykottversuche und die antisemitische Verhetzung einniinmt. dankbar zu begrüßen und von allen Seiten tatkräftig zu fördern. Diese Abwehrtätigkeit des C.V. ist ein wesentliches Gebiet seiner Rechtschutzarbeit geworden, die allen deutschen Juden zugute kommt. Bisher war in Württemberg das Verhältnis zwischen der christlichen und jüdischen Bevölkerung erfreulich einträchtig. Erst neuerdings versuchen die antisemitische Presse und Pro- 1,Uganda, diese von jeher bestehende ungetrübte Eintracht, glücklicherweise ohne größeren Erfolg, zu stören. Der Schwabe hat sich dieser Verhetzung gegenüber fast immun bewiesen: sein gesunder Sinn und sein Gefühl für Gerechtigkeit lehnen jede Gehässigkeit und Hetzerei ab. Diese erfreuliche Tatsache darf aber die Abwehrverbände nicht davon abhalten, im Einzelfalle gegen Boykottversuche und Hetze rechtzeitig Stellung zu nehmen. Die Ortsgruppe Stuttgart der N.S.D.- A.P. gab vor einigen Monaten einen „Führcrr <1 u r di die deutsdirn Geschäfte in Stuttgart und Umgebung“ heraus. Diese Broschüre stellte ein nach Geschäftszweigen gegliedertes Verzeichnis einer Anzahl. niditjüdischer F irmen dar, die als „d e u t s ch“ bezeichnet wurden und deren ausschließlicher Besuch den deutschen Frauen ans Herz gelegt wurde. Der Führer wollte also den jüdischen Geschäftsleuten die Eigenschaft „deutsch“ ab- - 79 — sprechen und so zweifellos zum Boykott ihrer Unternehmen auffordern. Die Ortsgruppe Stuttfart des „Central -Vereins deutscher taatsbürger jüdischen Glaubens“ sah sich deshalb veranlaßt, alle in dem Verzeichnis aufgeführten Firmen im Interesse gegenseitiger Selbstachtung anzufragen, ob die Aufnahme in diesem Führer einen Verzicht auf jüdische Kundschaft bedeute. Der C.V. ging bei dieser Anfrage von der Ueberzeugung aus, daß den meisten der in diesem Verzeichnis genannten Geschäfte eine Aechtung anderer Volksschichten fern gelegen hat. Die überwiegende Mehrheit der in dem Führer genannten Firmen hat denn auch in Erkenntnis der wirtschaftlichen Verflochtenheit aller Volkskreise unzweideutig erklärt, daß sic jeden Boykott u b1e h n e n und die bestehenden guten Beziehungen zu ihrer i ü d i s ch e n Kundschaft uufrecht erhalten wol- I e n. Die Erregung der nationalsozialistischen Presse über den Erfolg dieser Anfrage ist also sehr verständlich. Es ist begreiflich, daß in manchen jüdischen Kreisen das Vorgehen des C.V. nicht unbedingte Zustimmung gefunden hat. Aber die Aufrichtigkeit und der Gerechtigkeitssinn, die aus den vielen Zuschriften der angefragten Firmen klar zum Ausdruck kommen, zeigt clodi. daß die entschlossene Abwehr des C.V. das volle Verständnis der nichtjüdischen Firmeninhaber gefunden hat. — In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die Veröffentlichung der C.V .-Ortsgruppe auf Seite 76 dieser Nummer. Aus dm QemeUidm 'lüudtem&ecqs. Stuttgart. Mit der Arbeitsvermittlung haben sich in Stuttgart folgende Organisationen befaßt: der Württ. Landesverband für Isr. Wohlfahrtsbestrebungen (L.I.W.), die Stuttgart-Loge, der Jüd. Frauenbund, der Central-Verein, der Verband der jüd. Jugendvereine und die Zionistische Ortsgruppe. Diese Organisationen haben sich vor kurzem gelegentlich einer Besprechung zu einer Zentralstelle für Berufsberatung und Arbeitsn a ch w e i s zusammengeschlossen. Die ausführende Geschäftsstelle ist der L.I.W., der als einzige jüdische Stelle in Württemberg die Genehmigung vom Landesarbeitsamt Südwestdeutschland, als nicht gewerbsmäßige Arbeitsvermittlungsstelle tätig zu sein, besitzt. Die Sprechstunden der Jüd. Zentralstelle für Berufsberatung und Arbeitsnachweis finden von jetzt ab regelmäßig jeden Mittwoch von 5—? Uhr im Gemeindehaus, Hospitalstr. 36, statt. Wir bitten insbesondere die jüdische Arbeitgebersrhaft Stuttgarts um tatkräftige Unterstützung dieser wichtigen Einrichtung. Stuttgart. Am 10. Juli trafen sich Mitglieder des Berthold Auerbach -Vereins - mit Pforzheimer jüdischen Jugendbündlern auf einer vom Landesverband der jüdischen Jugendvereine Württembergs veranstalteten Treffahrt in Mühlacker. Von hier wanderten die Jugendbündler zum Maulbronner Klostersee, wo sich inzwischen auch Mitglieder des Heilbronner „Montefiore“ eingefunden hatten. Man hatte Gelegenheit, bei herrlichem Wetter ausgiebig dem Schwimmsport zu huldigen. Am Abend wurde die Rückwanderung nadi Mühlacker angetreten. D. R. Stuttgart. Es wird wohl allen Gratulanten, die sich in großer Anzahl bei Frau Mathilde 3Jue gehören zur Behandlung Ins ^nufitäpaakn rL f Modern eingerichtetes Fußpflegeinstitut He V n. eine rzlichihre Freundr Ge be- F riedriu cle utig. ri Herz Wwe. am 18. Juli eingestellt hatte unvergeßliche F reude sein, mit welcher I keit und Geistesfrische die 90jährige F Besucher begrüßte und ihnen für ihr lieh es Gedenken dankte. Als Vertreter meinde erschien bei ihr eine Abordn stehend aus den Vorstehern Karl Le v i, rieh L. Kiefe und Oberrechnungsrat um unter rühmenden Worten der Grei£ Glückwunsch der Gemeinde zu bringen. J treter des Oberrates richtete Stadtrabbiji Itieger eine ehrende Ansprache an Fr und überreichte ihr eine Ehrenurkunde, der hohen Wertschätzung für die J zeugte. Mit erfrischender Liebenswürdigl unter herzlichen Dankesworten. nahm Glückwünsche entgegen und erzählte ih Suchern lebhaft und geistig angeregt v gangenen Tagen. Mathilde Herz, die Ga: weit über Stuttgart hinaus bekannten logen, hat seinerzeit die Diamantene feiern dürfen; sie ist auch heute durch stige und körperliche Rüstigkeit eine bewunderte Frau. Mögen ihr noch viele und glückliche Lebensjahre beschieden Stuttgart. Eine der edelsten Frauen der Stuttgarter Religionsgenieinde. Frau Saijitütsrat Berta Weil geh. Reif, die Ehefrau allen Kreisen der Stadt hochverehrten rats Dr. E m a n u e 1 Weil, ist nach Krankenlager am Samstag, den 23. Juli. ben. F rau des in $anitütskurzem gestor- Weil war über ein Jahrzehnt in der „ZentraJleitung für Wohltätigkeit in Württemberg“ die Vertreterin der württembc gischen Judenheit. ln vorbildlicher Weise hat die Dahin-« geschiedene dieses Ehrenamt verwaltet und sich in ihrer stillen vornehmen Bescheiden! eit auf allen Gebieten der Wohlfahrtspflege rastlos betätigt. lin März dieses Jahres hat sie ilir-Amt niedergelegt, um sich völlig der Pfleg' ihres eyer, in den s Verer Dr. n Herz lie von «bilarin eit und sie die •en Bein vertin des Pomo- IB och zeit ipre geillseitig I gesunde der Zentralleitung wurde überall rühm erkannt, wie treu und hingebungsvoll Gatten widmen zu'können. Beim Scheinen aus nd allste die Frau Sei der hielt ein ifalt Dr. igs Pflichten ihres Ehrenamtes erfüllt hat. Berta Weil stand im 73. Lebensjahre. Kremation, die am 26. Juli stattfand Schwager der Verstorbenen, Rechtsanw K a t z aus Mannheim, nach einem Gesang vertrag von Frau Hcdel Reif den ergreifenden Nachruf. Die Beisetzung der Aschenreste erfolgte auf dem Israelitischen Pragfriedhof. Das Andenken an die Verblichene wird stets in hohen E i reu gehalten werden. Stuttgart. Unter außerordentlich große r Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkern» ' wurde unlängst der im 62. Lebensjahre verstorbene Facharzt Dr. med. MoritzTannhau: er beigesetzt. An der Bahre hielt Rabbiner Dr! A u e rbach eine ergreifende Ansprache, in der er nochmals ein plastisches Lebensbild des I Intsdilafenen erstehen ließ. — Im Auftrag der Süd westdeutschen T ermatologischen Vereinigung widmete deren I. Vorsitzender, Sanitätsrat Dr. Hammer. Stuttgart, dem entschlafenen Kollegen einen tief empfundenen Nachruf. Sanitätsrat Dr. Ries entlud dein F re ind und Bruder den Scheidegruß der Stuttgart- Loge, der Dr. Tannhauser 27 Jahre ai gehörte. Der Redner rühmte das liebenswürdig: Wesen HERMANN KRIEG Hegalstr. 93, Eck* Höldarllnstr. State frisch gebrannten Kalte« / ff. T««mlschungan W«ina/ Consarvan/ConfitUran / Fainkost spricht zu jeder jüd. Familie Württembergs Königstraße 35 Spezialhaus für Schönheitspflege-Artikel ELIZABETH ARDEN ELISE BOCK MARINELLO Stuttgart — Augsburg — Garmisch Innsbruck — Brenner — Brlxen Bozen — Meran — Landeck — Fempass — Reutte — Kempten —Stuttgart Ferienfahrkarten, Sonntagskarten, Rundreisekarton, alles zu amtl. Preisen Im ReiiebQn «11Mer.MtMl.u1iM.21 7tlU Jlommqec Ui die Welt hinaus... Sfidtirol: 10 Tage Mk. 135.- einschlieBI. Fahrt und bester Verpflegung 7S JAHRE •«tNl I I I •V4» \ocjer a