Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 6 (16.6.1932)
- Date
- 1932-06-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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Berufsberatung und Arbeitsnachweis 57 Bilder aus dem heiligen Lande .... 58 Deutschtum und Judentum.58 Das Geheimnis Gottes im Schriftwort 59 Aus der Welt des Judentums .... 60 Aus den Gemeinden Württembergs . . 60 Buhnenschau.61 Jubiläen.62 Aus der Geschäftswelt.62 Familiennachrichten.62 M äkk Stuttgart Büchsenstr. 25 Bürobedarfsu. Papierhandlung Fernruf 22354—55 ■OroaHSStalluag BOchsaastr. 31 Der alte Frankfurter Judenfriedhof. Eines der ältesten Denkmäler jüdischer Vergangenheit ist der alte Judenfriedhof am Frankfurter Börneplatz, über den der im letzten Jahre verstorbene in der Gelehrtenwelt hochgeachtete Professor Dr. Julias Hülsen wertvolles Material gesammelt hat. Um den Verstorbenen zu ehren, hat der Vorstand der Israelitischen Gemeinde zn Frankfurt a. M. beschlossen, einen den alten Frankfurter Judenfriedhof behandelnden Vortrag von Professor Dr. Hülsen heranszugeben. Die nachfolgenden Ausführungen sind dieser reich bebilderten Broschüre entnommen. Die Schriftleitung. Es gibt nun in Frankfurt ein in seiner räumlichen Ausdehnung nicht zu übersehendes Kultur- und Kunstdenkmui, einzigartig unter seinesgleichen, umwoben von viel hundert jährigen schicksalreichen Erinnerungen, ausgezeichnet durch die vollendeteHarmonie im ganzen und durch künstlerische Einzelheiten — es ist der alte Judenfriedhof am Börneplatz. Hinter der altersgrauen, unscheinbaren Brudisteinmauer erstreckt sich ein weit ausgedehntes, hügelig gewelltes Gebiet, auf dem etwa 7000 Grabsteine sich erheben. Sie sind bedeckt mit hebräischen Inschriften und geschmückt mit flach gemeißelten Ornamenten. Welche Fülle von geschichtlichen Erinnerungen, die gleichlaufend sind mit den wechselvollen, oft tief tragischen Schicksalen des benachbarten Alt- Frankfurter Ghettos, haften an dieser Stätte; die vielen Beschränkungen, die der alten Judengasse auferlegt waren, haben auch hier ihren Ausdruck efunden. Als der Friedhof überall mit Gräbern e!*tzt wflr, gab es kein anderes Mittel, als sein Gelände durch Erdaufschüttung künstlich zu erhöhen und in dieser neuen Schicht weiter zu beerdigen. ein Verfahren, das im Laufe der Jahrhunderte mehrmals wiederholt wurde. Die alten Grabsteine der unteren Schichten wurden dabei immer wieder mit in die Höhe genommen, um fernerhin die Namen der früher Bestatteten und die Stelle ihres Grabes mit Sicherheit feststellen zu können, und dieser pietätvolle Brauch hat dem f rtedhofe seine heute noch bestehende», unangetastete, einzigartige Signatur verliehen. Alle Steine stehen hinter- und nebeneinander dicht gedrängt gemeinsam auf demselben grünen Plan, gleichsam ein ganzer Wald von Steinen und Dickichten und Lichtungen — ein „Ghetto der Toten**. Die ältesten über dem Boden befindlichen Steine stummen nachweislich aus dem Jahre 1272. Damals bestand noch kein Ghetto: in dieses mußten die Frankfurter Juden erst 1462 einziehen. Die älteste Geschichte der Frankfurter Juden ist in Dunkel gehüllt. Sie beginnt dokumentarisch eigentlich erst kurz vor 1241. dem Jahre der ersten Frankfurter Judenschlacht, in der fast alle Einwohner des Judenviertels am Dom. bis auf wenige die entkamen, den Tod erlitten. Nachweislich wohnten schon im vierten Jahrhundert Juden in Deutschland, und die Gemeinden von Köln. Mainz. Speier. Worms. Würzburg. Regensburg. Erfurt z. B. blicken auf ein hohes Alter zurück. Es sind nicht zwingende Gründe, die daegen sprechen würden, daß auch schon etwa in urolingischer Zeit Juden in Frankfurt ansässig waren, ja. daß auch damals schon der alte Friedhof an derselben Stelle.in Benützung stand. Die ältesten Steine aus dieser frühen zeit würden alsdann in der untersten, jetzt nicht mehr erreichbaren Schicht tief unter dem heutigen Gelände begraben sein. Da dieser Friedhof im Jahre 1828 geschlossen wurde, so hat er. wenn man das Datum des ältesten über der Erde stellenden Steins (1272) in Betracht zieht, mindestens 656 Jahre seinem Zwecke gedient. Hundert Jahre nach der ersten Judenmetzelei von 1241 brach im Jahre 1549 die zweite furchtbare Katastrophe über die Frankfurter Judenheit herein. Wiederum wurden sie fast alle getötet, und die Freie nahm barmherzig die Erschlagenen auf. Im östlichen Teile iiqgt der Hügel der Märtyrer. wie er in den späteren Beerdigungsregistern noch genannt wird: dort liegen alle bei¬ Dresdner Stuttgart Cannstatt-Fauerbach Göppingen -Hellbronn Reutlingen-Ulm Besorgung | aller bankmäßigen Geschäfte •dfniL jayiM.-a«L UWM M DiKnaenlS'LafetraHrl Hofrat Dr. Mi Vornan vom. HifuilMe/ smtUKut Allopathische Apotheke Zentrale für Homöopathie Alter SdiloBplatz 5 / Tel. 24688 / Plante ln d. Alt. Kanf lei. Pharm.-diem. Laboratorium | Spez.: Auto-, Auswanderer-, Hausapotheken u. Verbandkasten. Dtatnbtetlung 1. 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Der verewigte Rabbiner Dr. Marcus Horovitij hat vor fünfzig Jahren die ersten Schritte zur Hebung dieser Schütze getan. Das wohlerworbene volle Eigentumsrecht der jüdischen Gemeinde auf den Friedhof wird schon durch eine Urkunde vom 15. Oktober 1516 ausdrücklich beglaubigt. Kriegerische Ereignisse haben die Stätte des Friedens nicht verschont. Während der Belagerung Frankfurts im Jahre 1552 wurden Geschütze und Mannschaften auf dem Friedhofe aufgestellt. In der Schreckeusnacht_vom 22. zum 25. Apgust 1644. flüchtete» die durch den Fettmilchschen Aufstund ihrer Habe beraubten Juden aus hjurcht vor der blinden Wut der von Fettmilchi aufgestachelten Volksmenge auf den Friedhof Alt und Jung. Männer und Frauen, alle waren jla im Dunkel der Nacht versammelt. Sie hatten ihre weißen Sterbekleider angelegt und bereiteten sich an den Gräbern ihrer Vorfahren awf ihr Ende vor. entschlossen, den Tod der Schand^ vorzuziehen. ' , Ah unsece £esec! Bol allen Abonnenten, die den Abonnements betrag für die Zelt vom 1. April 1832 bis 31. Mlrz »33 noch nicht beglichen haben, lensen wir In den nächsten Tagen denselben danh Qnlttang erbeben. I Sitte ersparen Sie durch prompte Blalösong unserem Boten einen zweiten seltraabeaden Gang.