Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 6 (16.6.1932)
- Date
- 1932-06-16
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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— 54 — Herde^Oefen sowie s&nrtl. Reparatnren in bester Ausführung Kart Ehnes / Shtttnl Henptstatterstr. 5« / Tel«fom7SSi* Iler Vorsitzende schilderte in großen Lmrissen die Geschichte des Asyls, gedachte der Toten, die ihm einst ihre kraft geweiht, dankte den derzeitigen Mitarbeitern und sprach schließlich ton den /nkunftssorgen des \ereins. Im Anschluß hieran wurden die eingelanfenen Gliiekw unschschreihen Verlesen. Isidor E l e - s <• n li e i m e r gratulierte im Namen der Heilbrunner Gemeinde. Stadtrabbiner l)r. Ilieger im Auftrag des Gr. Olterrats. Adolf Stethelm a »h e r fiir den Jüdischen \\ ohlfahrtsring in lleilbroiin. I li rn d o r S p i e g e I t h a I dankte für die ehrende krwahnung seines verstorbenen \ ater'. 1 He NersammTuiig sandte' auf \ orsdilag des Ehrenmitgliedes I o n i ' H i r ' ch ein Begriiiiiing'telegratnm an den l.hrencorstand Sanitatsrat 1 >r. I i» <> n n e I \\ e i 1. In der anschließenden Mitgliederversammlung bei i titele I >r. Ottenheim-T über die E reignisse im I t/ti ii Jahre. Direktor Felix Snntheim; r e s,, fiele den Kassenbericht. Der \erein besitzt gegenwärtig Mitglieder. Der Ktat zeig:, :1a!! der Nert'in mit der größten Sparsamkeit -earlieitct hat. I rot/dem ist ein kleiner Abm , | -ntstan’den. Die \ c'r'ainniliing erteilte hiei-uf \or»tand und kassier unter dankbarer \m k-nniing ihrer Arbeit die nachgesuchte Entl.i't:.;iig. Die fünf turnusmäßig ausscheidenden \iisschußniitgl jeder: k u n o I I e i s ch e r . W i I - heim J e i t t e I e s . Moritz N a t h a n . Dr. Ile: m a n n \\ eil und Alfred Wolf wurden durch Zuruf wieder gewählt. V - die Mitglii'dercersammlung schloß sich eine Vii'-sihuß'itziiiig an. Nach der Sitzung wurde das Hau um den Besuchern -besichtigt, die alje voll I ab und Dankbarke it für das vorbildlich geleitete \s>l waren. Die strahlenden Gesichter der Insassen, die von dem stillen Glück ihres sorglosen Alter künde gaben, waren aber die besten Zeiig-n für die mustergültige Führung des i leime-.. I lm. In v dler Frische durfte am 3). Mai E rau M a; . e H i r s ch Wwe. ihren 75. Geburtstag begehen. Möge es der allgemein geschätzten Jubilarin vergönnt sein, noch lange frohe- Jahreim kn : aihrer Kinder und Enkel zu erleben! JeuiUeton. Wann fand die Offenbarung am Sinai statt? V ch bis vor kurzem galt Pharao Rani'c-'II. aN der Pharao der Bedrückung und sein Sohn Menu ptah als der Pharao des Auszugs der kim c-r Israel aus Aegypten. Durch die Funde des englischen Altertumsforschers John Gar I II d ist festgestellt worden, daß die Eroberung Jericho» durch Jo-na um das Jahr 1407 staNgfanden. Da die Eroberung dieser Stadt am E nde der vierzigjährigen Wüstenwanderung erfolgte. ist der Auszug, der Kinder Israel aus Aegvpten um das Jahr 1447 durchgeführt worden. Demnach war der Auszug aus Aegvpten unter Pharao riiutmusis III.. der von 1500—1440 Aegvpten regiert hat. Mit dieser Feststellung stiinmeir auch die lontafelfunde von Tel Fl- Amurna überein, die von dem Vordringen der Habiri :Hcbrüeri gegen Kanaan berichten. Thutmusislll. regierte mit der Gattin seines Oheims und BegierungsvorgängersTutmosis II.. Hatschepsiit. längere Zeit gemeinsam. Hatschepsut darf nach den neueren E unden aU die Königstochter bezeichnet werden, die Mostan Kindes Statt angenommen und erzogen hat. Die Angaben Garstand' stimmen auch mit den weiteren biblischen Angaben überein. Der Auszug aus Aegy pten fand nach I. Könige 6. I 4sd Jahre vor dem Bau des Tempels Salomo statt, dessen Begierungszeit in der Mitte des I Sri, ■ au|< m non r »ad «Wege Sd,w«r|iof« historisch« Stjjanblmig, tzihneraugrii. Harn Hanl. an* normaler und ringe* wachsen«! Rüget. rnhmassage Schlohstr.SOI. WERBET «r tH s ...O*« <v9 Stuttgart Seidenstraße 55-57 Charlottenstraße 25 TOblngerstraße 19 Hospitalstraße 35 Edrn Gartanatm&a Cannstatt Marktstraße 53 goganObnr dom Rathaus 10. Jahrhunderts gewesen. Nach II. Mose 12. 40 haben die Israeliten 450 Jahre in Aegypten gelebt. Sie sind also etwa im Jahre 1878 vor unserer Zeitrechnung unter Joseph und Jakob dorthin gekommen. Nach 5. Buch Mose 54. 7 ist Mose im Alter von 120 Jahren verstorben. Er ist also um das Jahr 1527 gelieren und von der ägyptischen Prinzessin Hatschepsut. der Gemahlin und Schwester Thutmusis II.. gerettet worden. Diese Angaben werden durch die Untersuchungen von Percy und Xewberrv bestätigt. Bereits Künders Petrie hatte festgestellt. daß die Aegypter den Abbau der Türkisbergwerke auf der Sinaihalbinsel durch Semiten hatten ausführen lassen und daß in der Nähe der Bergwerke der Tempel der Göttin Serabit gestanden, deren Gottesdienst von dem der Aegypter völlig verschieden gewesen. Gerade in diesen verlassenen Bergwerken sind auch die ersten Schriftzeichen entdeckt worden, die nach neuer Forschung als die ersten Aufzeichnungen in Buchstabenschrift gelten dürfen. Es ist dabei nicht gleichgültig, daß die Spruche dieser Inschriften mit der hebräischen Spruche eng verwandt gewesen. So bieten diese .Neuzeitfunde mancherlei zur gc-schichtliehen Erklärung der biblischen Berichte. Mit einem hohen Grade der Wahrscheinlichkeit darf daran festgehalten werden, daß der Auszug aus Aegypten und die Offenbarung am Sinai im Jahre 1447 vor unserer Zeitrechnung, also genau vor 55*0 Jahren, sich ereignet haben. JkifuteHschau. Württ. Landestheater. Sehr animiert war das Publikum gelegentlich der in neuer Inszenierung gegebenen Komödie ..D e r A r z t a m S ch e i d ew e g” von Bernhard Shaw. Das Stück bedeutet für die Aerzte. so sehr sie darin mitgenommen werden, doch kein eigentliches Aergernis. Uel>ertreibung nimmt dem Spott den Stachel. Die Fabel ist recht phantastisch. Nur ein Shaw kann sich das erlauben. Fr macht mit seinen erdichteten Gestalten und mit dem Publikum. was er will. Sogar eine Sterbeszene umgibt er mit Heiterkeit, eine trauernde Witwe läßt er in eleganter Aufmachung und glücklich neuvermählt erscheinen. Kein Wunder, daß unsere Künstler bei bester Laune waren und den ihnen in den Mund gelegten Paradoxien ausgezeichneten Ausdruck verliehen. Den Vogel schoß Herr Fernau als Genie-Lump ab: in Frl. Eisenlohr hatte er eine sehr liebenswürdige Partnerin. Die verschiedenen Aerzte-Typen wurden durch die Herren Junker, Heß, Franke. Dittrich, Marx und Köstlin charakteristisch gestaltet. In Frau Kinniger hatte Sir Ridgeon eine sehr selbstbewußte, die Wissenschaft gründlich verachtende Wirtschafterin. So wie sie verstehen wenige aufzutrumpfen. Der lebhafte Beifall galt dem Stück, den Darstellern und der geschickten Spielleitung des Herrn Brandenburg. Württ. Landest heater. Offen baths unsterbliche Melodien haben ihre Wirkung noch nicht verloren: sie entzückten wieder ein das Haus füllendes Publikum bei der Neueinstudierung der ..Schönen Helena“. Aus der Operette wurde, dem Zeitwandel Rechnung tragend, eine Revue. Die Regie führte Harrv Stangenberg. die musikalische Leitung lag in den Händen E ranz Konw itschnys. die Bühnenbilder schuf Felix Cziossek. die Kostüme erfand Ernst Pils — im Bühnenaufbau bewährte sich Fritz Hansing. Die Helena gab Margarete Teschenmacher. Den Paris sang Franz Fellner a. G., Menelaus war Fritz Schätzler. Agamemnon Fritz Windgassen. Kalchas Albin Swobocja, Achilles Reinhold Fritz. Ajax Heinrich Lohalm. Ajax II Hubert Buchta, Orestes Hanne Schmitz. An der Spitze des Tanzdiqrs stand Lina Gerzer. Alle an der Aufführung Beteiligten trugen zu dem schönen Erfolge bei, so daß jedem Darsteller großes Lob gebührt. Mit den Worten ..Auf nach Troja!“ schließt die Operette. Und wir rufen unseren Lesern zu: .. A u f ins Landcstheater zur Schönen H e 1 e n a!" Aus det Qeschäftsweit. 60jähriges Geschäftsjubiläum. Die bekannte Firma Emil Meyer, Stuttgart. Eberhard straße 65, konnte vor kurzem auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Das vorzügliche Spezialhaus für Tapeten, Dekorationsstoffe, Teppiche, Linoleum usw. wurde im Hause Torstr. 16 gegründet und hat sich im Laufe langer Jahrzehnte zu eitler der bedeutendsten der einschlägigen Firmen entwickelt. Trotz der schweren Wirtschaftslage war es dem Hause möglich, seinen Personalstand dauernd zu halten. — Wir wünschen der Firma auch weiterhin eine gedeihliche Enwicklung. FAMILIENNACHRICHTEN Stuttgart. IS. 6. 52. Juni 195’. Barmitwah: Heinz. Sohn des Wilhelm Jacobinski ii. seiner Ehefrau C’illy geb. Hoffmatili. Verlobung: Käte Lev i. Kanonenweg 2. niecl. Fritz L. 14. 12 Lindauer. mit Dr. Mann heim. . 7 0. Geburtstag: 26. 6. 52. Louis Messing. Rotebiihlstr. 9S. Sterbefall : 27. 5. 52. Heinrich Hirsch. Keplerstr. 25. 75 Jahre alt. Cannstatt. Sterbefälle: 50. 5. 52. Siegfried Kahn. Karlstr. 29. 55 Jahre alt. 51. 5. 52. Frl. Rosa Rothschild. Olgastr. 71 61 Jahre alt. Braunsbach. 6 0. Geburtstag: 10. 6. 52. Sulomon Pfeiffer. Vorsitzender Gr. Vorsteheramts. Buttenhausen. 8 6. Geburtstag: 12. 6. 52. Samuel Bernheimer. des Eßlingen. Verlobung: Mai 1952. Margot Stern mit Leo David. Düsseldorf. Haigerloch. Sterbefälle: 51. 5. 52. Frau Ernestine Levi geb. Levi. 75 Jahre alt. Frau Babette Wolf Levi. Schwab. Hall. Sterbefall : 51. 5. 52. David Reiß. 65 Jahre alt. Markelsheim. Verlobung: Juni 1952. Thea Adler mit Salomon Krauß. Buden/Schweiz. 6 0. Geburtstag: Oberlehrer Max Straßburger. 8 0. Geburtstag: Frau Sophie Weil geb. Mayer. Sterbefall: Frau Mathilde Bach"geb. Frank- , furter. 59 Jahre alt. Barmizwah: Fritz. Sohn des Leopold Hilb u. s. verst. Ehefrau Frieda geb. Einstein. 7 5. Geburtstag: 29. 5. 32. Frau Marie Hirsch Wwe. Rottweil. 27. 5. 52. Tübingen. 27. 6. 52. 2. 6. 52. Ulm. 25. 6. 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