Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 6 (16.6.1932)
- Date
- 1932-06-16
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- [Seite] (sequence 5)
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Nun berichteten die Delegierten Uber die Tätigkeit ihrer Organisationen. Auch hier stand überall die soziale Hilfsarbeit an erster Stelle. In Stadt und Land wurde gut gearbeitet. Auch an der interkonfessionellen Arbeit ist der Landesverband rege beteiligt. Frau Lucie Levi, Stuttgart, ist Delegierte beim interkonfessionellen Stuttgarter Stadtverbund. Als Schatzmeisterin wirkt sie in dessen Ausschuß. Auch in Ulm, Heilbronn und in kleineren Orten verläuft die interkonfessionelle Arbeit harmonisch. Sehr gut hüben sich in allen Gemeinden die Pfundsammlungeu ausgewirkt. .... , Nach einer lebhaften Diskussion, in der noch viele gute Ratschläge für die künftige Arbeit gegeben wurden, schloß die Vorsitzende die Sitzung. Der Nachmittag vereinigte die Teilnehmerinnen und Gäste im schönen Saal der ..Silberburg“. Frau Lucie Levi sprach über das Thema „W i r stellen uns um!“ Wir müssen uns umstellen, so führte die Referentin aus. in unserer Lebenshaltung: Wir müssen lernen, bescheiden zu werden und die Ansprüche zurückzuschrauben. Die Kleidung muß so gewählt werden, daß sie nicht zu sehr von der Mode abhängig ist und vollständig zur Ausnützung kommt. Die Geselligkeit, die wohl weiter gepflegt werden soll, soll in einfachem Rahmen vor sich gehen. Jede Arbeit ist sinnvoll, mit der man sich auf ehrliche Weise durchbringt. Umstellung der Gesinnung muß schon bei den Kindern beginnen. Sie.muß durch das eigene Beispiel in der Außenwelt sichtbar werden. Jude sein verlangt Verantwortung. Jeder Fehltritt des Einzelnen wird der Gesamtheit zur Last gelegt. Trotz alledem kann die Gegenwart positiv gestaltet werden, wenn wir uns nicht unterkriegen lassen, wenn wir Unnötiges über Bord werfen, wenn wir dem Wesentlichen unseres Daseins wieder näher kommen. — Frau Else Bergmann zeigte die Situation auf dem Lande und forderte auf, die Liebe zur heimischen Scholle zu pflegen, um dem Zuge nach der Stadt Einhalt zu gebieten. Nun folgte ein gemütliches Zusammensein. Frau Hilde Strauß, Stuttgart, sprach einen x on F rau Einst ei n-Gerstmann verfaßten Prolog: Frau Irma Flegenheimer und Frau H e d e 1 Reif erfreuten durch ihre künstlerischen gesanglichen Darbietungen: Frau Alice Schmuckler-Heß bewies sich wiederum als meisterhafte Pianistin. Frau Hilde Strauß führte mit Frau Lisel Victor, Heilbronn. noch einige heitere Szenen auf. Sämtlichen Darbietungen wurde herzlicher Beifall zuteil. Bertha Blumenthal-Weil. Stuttgart. In bewundernswürdiger Rüstigkeit hat Privatier Adolf Baruch am 27. Mai seinen 90. Geburtstag gefeiert. Von nah und fern waren Glückwünsche eingelaufen, die von der freudigen Anteilnahme zeugten, welche das seltene fest überall gefunden. Die Heimatgemeinde des Jubilars. Neuwied, in der er viele Jahre im Vorstand tätig gewesen, hatte ihm besonders herzliche Glückwünsche gesandt. Eine Deputation der Stuttgart-Loge überbfadite ihm deren aufrichtige Gratulation. Im Aufträge des Israel. Ober rat es übermittelte ihm der Stadtrabbiner die Glückwünsche der Religionsgemeinschaft des Landes. Für die Stuttgarter Gemeinde überbrachte ihm Oberrechnungsrat M e v e r eine ehrende Zuschrift der Gemeindebehörde. Der Jubilar dankte den Gratulanten in liebenswürdigen Worten, die von seiner geistigen Frische erfreuliches Zeugnis ablegten. Mögen dem allseitig beliebten Manne noch viele gesunde und glückliche Lebensjahre beschiedcn sein! Stuttgart. Moses Flegenheimer, der am 30. Mai in das 70. Lebensjahr eintrat, wurden seitens des württembergischen Wirtschaftsministers, der Städte Stuttgart und Feuerbach, der Stuttgarter Handelskammer, der Landesproduktenbörse, der Vorstände und Genossenschaften seiner Branche, der israel. Körperschaften und vieler anderen zahlreiche Ehrungen dargebracht. Der Vorstand der Landesproduktenbörse, deren Vorsitzender Moses Flegenheimer seit langen Jahren ist, hat ihn zu seinem Ehrenmitglied ernannt. Stuttgart. Der König von Dänemark hat unser verdientes Gemeindemitglied Konsul Max Straus zum Generalkonsul ernannt. Wir entbieten dem Geehrten zu dieser Ernennung unseren herzlichsten Glückwunsch! Stuttgart. Die Jahresversammlung des Deutschen Auslandsinstituts in Stuttgart hat den hervorragenden Augenarzt Dr. M a x Meyerhof in Cairo für seine Verdienste um das Auslandsdeutschtum durch die Verleihung einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Dr. Meverhof, der aus Hannover stammt, ist auch als Arabist und hervorragender Kenner der arabischen Medizin in der Gelehrtenwelt hoch geachtet. Er ist Ehrendoktor der Universität Bonn. Man nennt ihn den „ehrenamtlichen Kultur-Attuchee der deutschen Gesandschaft“ in Cairo. Stuttgart. Die bekannte Tuchgroßhandlung Herrmann Stern, Schellingstraße 11, konnte vor kurzem ihr 75jähriges Bestehen ^*on 'm Johre 1837 wurde die Firma durch Herrmann Stern gegründet, der es ver- — 53 — stand, seinem Geschäft bald das Vertrauen weitester Kreise zu erwerben. Die heutigen Inhaber der Firma sind Max Stern, Julius Sie m und Oskar Bloch. — Wir wünschen dem altangesehenen Hause auch weiterhin eine gedeihliche Entwicklung. Stuttgart. Das Wiehern haus in Cannstatt, Rheinlandstr. 145, versandte in diesem Tagen seinen 24. Jahresbericht „Dankbare Rückschau“, der zugleich einen Jubiläumsbericht darstellt. Sind doch am I. Juli d. Js. 25 Jahre seit der Gründung des Heims verflossen, das als Zufluchtstätte für gefährdete junge Männer unendlich viel Gutes gewirkt hat. In Dankbarkeit darf daran erinnert werden, daß das Wichernhaus auch manchem jüdischen jungen Menschen seine Hilfe zuteil werden ließ. — Von welcher Bedeutung das Heim für die Jugendfürsorge ist. dafür zeugt so recht, der uns vorliegende, mit vielen Bildern geschmückte Jubilüumsbericht. Wie im vergangenen Jahre, so richten wir nun auch diesmal an unsere Leser die Bitte, das Wichernhaus nach Kräften zu fördern. (Post- ' Scheckkonto Stuttgart 141 36.) Sehr dankbar ist die Verwaltung auch für die unentgeltliche Ueberlussung von Kleidungsstücken. Wäsche und Schuhen. Auch die bewährte Rohrstuhlflechterei und Korbmacherwerkstätte des Wichernhauses sei hiermit regster Benutzung empfohlen. Stuttgart. In der soeben geschlossenen Frühjahrs-Schau des „W ü r 11. Kü n stlerbunde s“ waren auch die jüdischen Maler Ignaz Kaufmann und Hermann F e ch e n b a ch vertreten — zwei ganz verschiedene Malernaturen. Sucht Kaufmann den Reiz der farbigen Erscheinung. so verzichtet Fechenbach fast ganz auf den sinnlichen Zauber der Farbe zugunsten des Stimmungsgehaltes seiner Bilder, In allen drei Bildern Fechenbachs ist die trostlose Weite dargestellt. Ganz besonders geglückt ist dies in dem Bilde „Winter“. Eine Rabenschar, die/auf winterlich verschneiten Aeckern nach Futter sucht und es hoffentlich auch finden wird. Lapidar sind die schwarzen Vögel gegen den weißen Schnee und gegen den hellgrauen Himmel gestellt — die Qual der Kreatur, die unter Hunger'und Kälte leidet. Auch in den beiden andern Bildern „Apfelbäume“ und „G e b i r g e“ ist das gleiche malerische Prinzip angewandt: Helle, farblose Töne, starke Betonung des Vordergrundes, tiefgelagerter Horizont mit weiter Perspektive*. Kaufmann dagegen gestaltet mit starken Farben die Freude des Lebens, den Sonnenschein. Er hat ein großes dekoratives Figurenbild „De r Frühling“ ausgestellt — ein sitzendes junges Weib mit spielenden Kindern. Pferden und Schafen. Aul dem anderen Bild „A n der A Ister“ sind mit großer Freude an der Farbe Wasser, Häuser, Bäume und Menschen unter der lebendigen Einwirkung des Sonnenlichtes gemalt. Braunsbach. Am 10. Juni konnte Salomen Pfeiffer, der Vorsitzende des lsr. Vorsteheramts. seinen 60. Geburtstag begehen. Sein Ehrenamt versieht der Jubilar seit etwa 25 Jahren mit vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit. Salomon Pfeiffer, der weit über die Grenzen Württembergs hinaus sich größter Achtung und Beliebtheit erfreut, ist es zu danken, wenn in unserer Gemeinde noch ein reges jüdisches Leben pulsiert. Hohe Anerkennung verdient auch die außergewöhnliche Opferfreudigkeit des Jubilares. durch die der Bestand unserer kleinen Gemeinde nicht zuletzt gesichert erscheint. Auch die tiefe Frömmigkeit Salomon Pfeiffers muß rühmend erwähnt werden, um so mehr, als sie für die Aufrechterhai taug unseres täglichen Gottesdienstes immer beispielgebend gewirkt hat. Für die Wertschätzung, die der Jubilar auch in der politischen Gemeinde genießt, zeugt sein ununterbrochenes zwanzigjähriges Wirken als Mitglied des Gemeinderats. dem er seinen klugen Rat stets freudig zur Verfügung gestellt hat. Möge es Salomon Pfeiffer vergönnt sein, noch lange Jahre zum Segen unserer Gemeinschaft zu wirken! ä FLA: . MIN CO IcrrcBfeCHtCB kM(k flat TmMIomt Sita billig* Preis« «M, Haltastall« Woltmautra ** Al I Haigerloch. Am 31. Mai verstarb im fast 74 Jahren Frau Ernestine Le Levi. Mit ihr hat unsere Gemeinde ein verloren, das sich allgemeiner Wertschätz freuen durfte. Ein trauriges Geschick fügte es. Stunde*, da man vom Begräbnis der zurückkehrte, ihre Tochter. Frau Ba Wolf Levi, zu einer Operation v wurde, welche die Patientin nicht Oberste jäher Tod. der Gatten und Söhne in tiefe versetzt, hat allgemeine Anteilnahme gerufen. Verliert doch der J ü d i s ch e F verein in Frau Babette Levi seine Vorsitzende, die besonders in der schw flationszeit und den nachfolgenden Jahr£ iniiel 1 ich tätig war und immer mit Enei griff, wenn es galt. Mitmenschen Liebele zu erweisen. Unsere Gemeinde wird Mu Tochter stets ein treues Gedenken bewali er von i geb. Mitglied ung ercl iß zur Greisin bette* Erbracht nd. Ihr Trauer hervoru ii e nfriiherc* ren Ina iinergie zulienste t|ter und ren. t*liel t ce I *n W Rottweil. Am 27. Mai feierte Religionsoberlehrer Max S t r u ß b u rg-e r unter allgei Anteilnahme seinen 60. Geburtstag. Seit ren wirkt Straßburger nunmehr in vorb Treue als ein Mann des Friedens in der Gemeinde, von allen verehrt und ge über den Kreis der Gemeinde genießt er Achtung in allen Teilen der hiesigen schaft. Er ist als Lehrer. Vorbeter und i tretet* der Gemeinde gleich hoch geschätzi burger hatte sich iu seiner großen Bes heit alle Ehrungen verbeten. Aber die Li^l Achtung seiner vielen hiesigen Freim doch an seiitbm Geburtstage in Spenc Ehrungen zu schönem Ausdruck. Der daß ihm noch eine lange, gesegnete Wirk iu der hiesigen Gemeinde vergönnt sein ist hier allgemein. Max Straßburger 26. Mai 1872 in Buttenhausen als Sohn Württemberg nie vergessenen späteren Lehrers Baruch Straßburger geboren. Nachdem er den Vorbereitungskurs in Buchau und die Präparandenanstalt in Eßlingen besucht, erhielt er am Efilinger Seminar seine Lehrerausbildung. Von 1891—1896 wirkte er al > Hilfslehrer im Eßlinger Waisehhaus und dann ungefähr ein Jahr als Stellvertreter in Buchau. Am 19. Dezember 1897 wurde er Amtsverwi*ser in Rottweil, bis ihm am 1. April 1904 die dortige Vorsängerstelle übertragen wurde, die *r seitdem zu allgemeiner Zufriedenheit beklei fet. B i Sontheim. Aus allen Teilen Württ waren die Freunde des hiesigen Isra sehen Lu ndesu sy I s am 5. Juni zus; gekommen, uin an der schlichten Feie zunehmen, welche der Vorstand im Zusci hang mit der 35. Mitgliederversammlung lieh der 25. Wiederkehr des Tages vera hat. an dem die ersten Insassen das Son Heim bezogen hatten. Der festlich mit geschmückte Speisesaal des Asyls konh Zahl der Besucher kaum fassen, die de sitzende. Rechtsunwalt Dr. Ottenhe mit liebenswürdigen Worten begrüßte, zolnen Teile der Veranstaltung waren v wertigen musikalischen Darbietungen der R o s i Sontheim c*r und Alice S ch I er-Heß umrahmt. Schon deren Nantes teil für die künstlerische Höhe des Die klangschön und temperamentvoll vi genen Lieder von Händel, Brahms und gartner weckten denn auch, nicht zum wc durch die meisterhafte Begleitung am die höchste Begeisterung des Zuhörerkre Geh oi meiner 55 Jahildlicher hiesigen ,T‘ Weit höchste äürgerls Ver- Straficjieidenbe und kam und unsch, iamkeit möge, ist am des in chauer embc •Tgs litimmenr teilmmenanlüßnstaltet heimer Ultimen te die r Vorimer, einhoch- Damen m u ck - bürgtenen. tra- Weinnigsten Klavier, ises. Die on c rgel <Keilßcotm Emmeridier Klaren-Expedition Heilkraut i. fl. 6. m. 1. H. SIlaerstraM 32 1 JCaßee, Jüee, JCakaö 1!hme Schokoladen^ Koffer Lederwaren! Ge/chenkartikel / Kaiscrftr. / Sdiqlgoffe Telefon 3441 Zeitgemäß $u(AeklekhuU} U elegant und preiswert H SCHUHHAUS ■ 4 OTTO WALCH 1 Hollbronn, lTnieorolione ss Kauft feeinnurei humpi!