Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 6 (16.6.1932)
- Date
- 1932-06-16
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- [Seite] (sequence 4)
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- 52 - Shtm Kapitalanlage In [™ Aifiermtuileitei, Arivatmsifulbrielu nl FeitiiH-HmAekn bei i ObatikcoMmandiU Siegmimd Weil UI—ltfrlM TdefM IM44/4J treten' \ 011 Juilrn in dc-ii'c Iben und eine Karte dic-i-i* 'Siedlungen. Die F infiiliruiig gibt ülar die \er<chieelc neu Perioden jüdischer Siedlungen und <l< n ( hur.ikter ihrer baulichen Zeugni'se Au-kiinft. * I n-r Bilden.-il zeigt ziinuch't ..J ii d i « ch > K u It u r r e s t e in \\ ii r t t ein 1> e r g a u s d e in Mittelalter". Beginnend mit einem bedeutsamen Kund an» allerletzter /eit. nämlich einer Katakombe in Heilbronn a. V. und '"dann bc- 'teliende t .ottesliauxT mul Friedhöfe* wobei 'amtliche i'rael. Re-Iigioti'gcmeinelen Württemberg' bet iiek'iehtigt 'ind. Da' Kommt de' Werked.i' naih F.r'eheinen von uii' eingehend gewürdigt werden wird. ist -4 "io ein. Stuttgart. I )ie v *) r el e n i 1 i di e (.e nera I- , er» a m in I II II g des „\ ereiio J ü d i s dl e r Hau d w e r k e r" fand am gl. Maj 'tatt. Der \ ..r-it/eiide. I. I.andauei. c-rülfnete die >it/i .g. Nach \erlc-Ming de» Protokoll' mul de' J.diM 'b. i idlt' durdi den Sdiriftfiihrer trat man ui die ’ uiiif. iigreidie I ugt-'orelniiiig ein. Den k.i'-enbet i«ht er'tattete der ka"ier J. K r a tu ai ., ff. dem um-chließc-ud Kutla'tuiig erteilt wurde, lie'ondere' X ei trauen wurde dem Aus- 'diui! durdi de"en eiii'timmige Wiederwahl bekundet. /um Besitzer wimle Falkeii'tein neu gewählt. An der 'idi an'ihlie-ßeiideu Aiis- 'pulie beteiligten 'ich Kahn. ( > III b a I j ' t . Hutter, kogjn und l.irberiiun ii. |)ei \ erein be'teht zurzeit all' '2 Mitgliedern I i hat (•' 'idi zur \ufgabe gemacht, alle im Handwerk, tätigen C.laiibeii'geno"en zu- 'tiiiinii nziifn—en. wa» ihm auch zum Ieil gelungen i't. Die Mitglieder 'ind in allen Beruf'- .!,!>!> teil' al' 'olb'tiintlige Handwerker, teil' ,d' (.. lullen tätig. Sie konnten 'ich im verflos- 'em ii t a-'chaft'jahr innerhalb innerer Gemein- 'ch-ift n;i mit 'i hr bi'iheiileiiem Erfolg bei-itigeii jedoch i't zu lioften. dall ihnen in Zukunft gtollere l iiter'liitzuiig all' allen Krei'en uii'oicr < aum iude zuteil wird. Stuttgart. 1m Mahtnen einer vom Bert hold A ii i i liiidiA iTriiMeiaii'talleten Schulung*— wodie '[nach Dr. Georg I. a ii :l a u e r am 2V 2>. und Mai vor einem 'tark iulerc"ierten lloi i rkrei'. Wie w ir 'chon an dieser Stelle beichteten. war Dr. I.alldauer einige Jahre- Leiter de' |S! .i't in ade^iar lerne ntder hxekutive in Je-rm'.i!■ -m und i't vor allem al' eine-' der riihrig- 'ten Mitglieder der J e vv i ' h A g e n e v bekannt, 's.iiu- \u'fiihrungc-n zeugten denn auch von einer aullerordeiitlichen Kc-nntni" der zionistischen Welt aiel ihrer Ideologie, die der Bc-dner mit eine r -cdienen gedanklichen Klarheit ailseinanderlegte. Bc-sonch-r' '> mpathisch lierührte die Sachlichkeit seiner Vii'fiilirungeii. die jede parteimiillige Kluft zu iiberbrücken iu der Lage vc.irc-n und für jeden Menschen mit |x>sitiv jüdischem Willen fruchtbare Anregungen brachten. Begreiflicherweisei't es hier nicht möglich, die v ■ irget ragenen Godnnkeiigäiige nochmal' in ihrer Ganzheit aufzuzeigen. Am er'ten Abend behandelte Dr. Landauer ..Diegei'tige Situation d e r J u d e n i n der ge g e n vv artigen Kri'e". Der Bc-dner führte den Nachweis, daß die- W eitjudenheit von der gegenwärtigen ..Umwertung aller Werte" iH-sondens betroffen werde und daß ihre Probleme nur noch durch gemeinsame Anstrengungen gelöst werden könnten, weil für alle die frühere Grundlageder oo'itiven Bewertung des Jüdischen verloren ging. In einer die ganze- Welt ülx-rflutenden Kulturkrise versuchen aber die Juden, zwischen Trümmern auf alte Welse weiter zu wirken, während es einzig darauf ankommt, neues jüdisches Leben zu schaffen. Hier helfen nach Ansicht des Bedners auch keinelokalen Lösungen der ..Judenfrage" — entscheidend ist nur die aktive- Gestaltung des jüdischen Gesamtschicksal'. die von Palästina ausgehen muß — „dem einzigen Land, in das Juden wandern können aus Bi-cht und ohne Duldung". Von Iper aus leitete Dr. Landauer zum zweiten Abend über, an dem er über ..P roblrmr aus Wirt -chaft und Politik des Palästina a u f b a u s" referierte. Er zeigte, was jüdische Kolonisation durch moderne Intensivbewirtschaftung des Landes erreichte, stellte die ökonomischen Möglichkeiten des Tibc-riassees dar und besprach ausführlich das großartige Elektrifizierungsprojekt Palästinas, die Ruthenbergkraftwerke*. Der Ausbau des Hafens von Haifa, die geplante Oelleitnng von Mosul. der neue Haifaer Flughafen usw. reihen sich in die Projekte des zeitgenössischen Palästinaaufbaus ein. Dr. Landauer schilderte dann eingehend Palästina als Faktor der Welt- und Wirtschaftspolitik und schloß mit einem Hinweis auf die moralische Bedeutung des erfolgreichen Aufbaus für die gesamte Judenheit. — Der dritte Abend — vielleicht der interessanteste - wareine ideologische Auseinandersetzung z w i s ch e n Zionismus Wanderlust im Büro. * Aas der Gedichtsammlung „Unruhe im Blut‘‘ Durdi die trüben Fenfter bridit Lachend heut die Frühlingsfonne ße verbreitet Freud und Licht Und in Menfdiehherzen Wonne. Bei der Sonne heitern Strahlen Wird der Raum mir eng und klein Ich erleide fchlimme Qualen Möcht hinaus in Flur und Hain. Noch ist's Werktag und dort draußen Singt umfonft das Vögelein Doch die Stunden, Tage faufen Bald, o Sonne, bin idi Dein! Mit dem alten Sammetkittel In der Hand das Liederbuch ln der andern einen Knittel Mach ich Dir Natur Befudi. Alfred Levy. II n d K o III III ii n i s m u s. De r Redner hatte diese- Problemstellung deshalb gewählt, weil beide Bewegungen die ..Judenfrage“ von den /iistüudc-n her lösen wollen. Das ist aber auch der Grund der starken .Spannung zwischen ihnen. J)ie Kommunisten verweisen auf Biro-Bidjan und sagen dennoch ..Gebt das Judentum auf!" — Die* Zionisten sagen ..Beginnt ein neues jüdisches Leben auf neuen Fundamenten!“ Auch in der Praxis reiben sich die Bewegungen, weil de r Kommunismus nur ..lokal“, der Zionismus ..total" lösen will. Sehr überzeugend war hier auch Dr. Landauers Darstellung der russischen Sic-dlungspolitik in ihrer Beziehung zu den politischen Problemen de' Orients. — An jeden Vortrag schloß sich eine äußerst lebhafte Diskussion an. in der Dr. Landauer seine \ ortragsgedankeii erweiterte und neue wertvolle Aufschlüsse gab. Im ganzen war die Veranstaltung ein Beweis dafür, daß auch weltanschauliche Gegner sich verständigen können, wofern eihnen um ihre Ideen wirklich ernst ist. Stuttgart. Einen interessanten Vortrag über > m n a ' t i k uii d K rz i e Ii u n g“ hielt am 24. Mai Ilse R o s e n f e I d im B e r t h o I d A ii e r b a ch - V e r e i n. Die Referc-ntin versuchtenuchziiw eisen, daß die dynamische ..Ordnung” eines Körpers in direkter Beziehung zu einer ..geordneten" seelisch-geistigen Haltung des Menschen steht und legte dann anschließend die Grund fordern ngen dar. die an eine gute Gymnastik zu stellen sind. Darnach ist es Hauptaufgabe der Gymnastik, die natürliche Ordnung und Gesetzmäßigkeit des Körpers wieder aufznspüren. sie dem Menschen aufs neue fühlbar zu machen und von da aus seine Haltung im weitesten Sinne des Wortes zu beeinflussen. Dann nämlich wird durch den richtigen Einsatz der köriH-rlidien Kräfte das Leistungsresultat entscheidend bestimmt und auch in der gesetzmäßigen Ruhe werden neue schöpferische Kräfte leliendig gemacht. — Ilse Rosenfeld fesselte nicht zuletzt dadurch, daß sic ihre Zuhörer durch kleine gemeinsame L ehn ngen unmittelbar in die Praxis des Themas hineinzog. ihr dankbar applaudierendes Auditorium aufs stärkste. Eine Aussprache schloß sich an. — Der Aussprache-Abend vom 51. Mai war der Gestaltung des neuen B. A. V. - Programms gewidmet. Der Vorsitzende. Redakteur Hans Sternheim, hielt das einleitende Referat, an das sich eine sehr lebhafte Aussprache anschloß. Der Abend wurde durch eine Besprechung allgemeiner Vereinsfragen beendet. Am 7. Juni sprach Religionsoberlehrer Jakob Jaffe über ..Probleme moderner Erzieh u n g“. Heber diese Veranstaltung werden wir. ebenso wie über den „Gemütlichen Abend" vom 14. Juni, mit dem das Frühjahrsnrogranim seinen Abschluß fand, in nächster Nummer berichten. Stuttgart. Der Deutsch-jüdische Wanderbund „Kameraden“ hat auf seinem Pfingsttreffen iu Kassel be schlosse n, den Bund a u f z u 1 ö s e n, weil, wie die Btinclesleitiiiig uns mitteilt. ..die Entwicklung der letzten Jahre ergeben hat. daß die ursprüngliche Grundlage des Bundes, nämlich der Wille zur Erfassung junger Menschen der deutsch-jüdischen Schicht in einem Bund der Jugendbewegung, nicht mehr ansreicht, um die einzelnen Bundesriditungen zusanimenzuhalten.“ Die einzelnen Teile bleiben vorerst in loser Verbindung miteinander, da keinerlei persönliche. sondern nur sachliche Gesichtspunkte die Trennung verursachten. Die Stuttgarter Ortsgruppe der „Kameraden“ bleibt — wenn auch nicht unter diesem früheren Namen — bestehen: sie wird sich demnächst unter anderer Bezeichnung neu konstituieren und plant, ihre* Arbeit im Sinne einer Teilgrupin* des früheren Bundes fortzusetzen. Diese Gruppe* sieht ,.im bewußten Anschluß an die Geschiente und Gegenwart des Judentums eine Aufgabe, die, neben der Teilnahme an der Neugestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse, den unbedingten Einsatz jedes Einzelnen erfordert“. Stuttgart. Die bisherige S p o r t a b t e i 1 u n g des J ü d. Jugend rings ist aus sporttechnischen Gründen gezwungen, sich selbständig zu machen. Es findet daher in Kürze eine G r ü n d ii n g s v e r s a m m I u n g statt, zu der alle Sportfreunde herzlich eingeladen sind. Siehe Anzeige Seite 50. Stuttgart. Jahresversammlung des J ii d. F r a u e n b undrs. I. andesverba n d W ü r 11 e in b e r g. Am Sonntag, den 20. Mai. versammelten sich die Delegierten der Bunclesvereine und (viele Gäste in der Stuttgart-Loge, um die Jahresversammlung des Landesverbands festlich zu begehen. Die Vorsitzende. Frau Else Bergmann- Lanpheiin. begrüßte die Anwesenden und entbot ein besonderes Willkommen der Vorsitzenden des Verbandes Württ. Krauenvereine. Krau Dr. R e i ch e r t - S p e r- I i ii g. und Rabbiner Dr. A u e r b a ch. Sie führte aus. daß trotz der trüben Zeit das Bedürfnis nach Aussprache groß sei und daß das Zusammengehörigkeitsgefühl nicht genug gestärkt werden könne. Rabbiner Dr. Auerbach dankte in seinem Namen und im Namen des dienstlich verhinderten Stadtrabbiners für die Begrüßungsporte der Vorsitzenden und unterstrich die historische Bedeutung der Frau für das jüdische Leben. Die Frau ist eine zuverlässige Hüterin des heiligen Feuers der Religion. — Frau Dr. R eich ert-Sp erlin g brachte zum Ausdruck, daß durdi gegenseitiges Sich kennenlernen ein lebendiger Strom von einem zum anderen fließe, so vom Jüdischen F rauenbund zur allgemeinen württembergischen Frauenbewegung. Die Vorsitzende erstattete nun den Tätigkeitsbericht und gedachte in ehrendem Nachruf der verstorbenen Mitglieder, Frau Dr. Beermann. Heilbronn, und Frau Linotte Heimann, Schwäb. Gmünd, zu deren Andenken sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben. — Im Vordergrund des Tätigkeitsberichts stand diesmal die praktische soziale Arbeit, in der gute Resultate erzielt wurden. Die Erholungskommission, die Reisekasse, der Wohlfahrtsfonds, die Nähstuben, die Stellenvermittlungskommission, das Vortragskomitee — sie alle haben erfolgreich gearbeitet. Besonders sei erwähnt, daß das Stellenvermittlungsdezernat zehn Stellungssuchenden die gewünschte Arbeit verschaffen konnte. Die Vorsitzende berichtete sodann über die Zusammenarbeit mit dem „Familienschütz“, dessen Propagierung in Württemberg der Landesverband übernommen hat. — Frau Charlotte Rosenbusch soll im Verfassuiigsausschuß der Landesversammlung die Wünsche des Verbands nach passiver \\ ahlberechtigung immer wieder vertreten. cKeil&eotm ANSELMANN ffihrt Kohlen an! intnd Mlllgen Praistii bekommen Sie Ihre QacdUuH tadellos jgeddUet Fuüll«awB«fc* n koalaztaa Pitlml