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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-06-01 · 5 (1.6.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
5 (1.6.1932)
Date
1932-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
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7Tlodeene JjuiendeAoeatioH J^ppuhe £äujer OwatidedteH 1Tlö&etstoffe IDekocatioHSStotfe l KraUsheimer & Cie. CalwerstraBa 28 STUTTGART »t irn-m A|>|><• 11 /urnft. dal? sic Mitschuldige an <lfii I tii.irtimltcii und Fntglei'tmgeu ein/elner Juden sind, obwohl er gerc-chttrw eise zugeben . dal? die anderen Juden außerstande sind, diri n |!e|i”ii.n-jreni>—«-n zu verbieten. ..niederzur dien und die große geistige hrbsdiaft des dentsiben Volke' zu /ersetzen". Kr vergißt, daß diese /er'et/enden Elemente jenseits jeder Religion -teilen, sich zumeist längst ans dein \erband de- Judentum' öffentlich "der mindestens innerlich gelöst haben, dal? also die Judenheit in keinem halle als mitschuldig gebrandmarkt werden cla rL Mb l dingmuß Brüning z.iigeben. dal? ..die aufbi'CMnlen iendenzen de- Judentum' immer nur dann wirksam sind, wenn -ie auf eine religiös und sittlich faulende (ieneration stoßen“. Hätte da- Jude ntum also die von ihm behauptete zersetzende Wirkung ausgeübt, so wäre sie nur möglich gewesen, weil die deutsche Volksgemeinschaft ..eine religiös und sittlich faulende Generation" gewesen, Es ist aber doch zu bezweifeln. eLifi Brüning dieses vernichtende Urteil über seine clent-chen Volksgenossen zu fällen wagen wird. Im f.rundeist jede Verallgemeinerung ein Versuch. das Problem einer größeren Gemeinschaft mit unzureichenden Mitteln zu lösen, hin L rteil über die I Knirschen oder die Juden ist nur soweit gerecht. ,1es auf die Mehrzahl der Deutschen oder Juden Anwendung finden kann — es ist ein l „recht und eine Ungerechtigkeit, sobald es willkürlich l.in/ulurfahrungen auf die Gesamtheit überträgt. I.' erinnert dann wohl oder ülw-J an — 40 - das Urteil des Engländers, der auf einer Seefahrt eine Nacht in einem dänischen Hafen verbleiben mußte und nach dem Kellner, der ihm damals das Hotelzimmer angewiesen, eine Beschreibung des dänischen Volkes entwarf. Es ist bei der geistigen Bedeutung Brünings selbstverständlich, daß er den Antisemitismus nach seinem Aufbau und seiner Leistung negativ I»« urteilt. ..Die Antisemiten glauben, eine scharfe Waffe zu haben, ln Wirklichkeit ist der Antiseniitismus eine plumpe Keule, deren Schlägen ein geschmeidiger Gegner ansznweichen weiß.“ Aber Brüning irrt, wenn er die Schtihl am Antisemitismus in den Juden allein entdeckt. Er vergißt. daß das Judentum immer die tragische Rolle des Sündenbodcs gespielt hat, daß sich erfahrungsgemäß eine Volksgemeinschaft in Notzeiten an dem schwächsten Exponenten zu rächen pflegt und als Abgleich seiner Minderwertigkeitsgefühle (nach dem verlorenen Kriege) seinen Mut an den Juden ausläßt. Gräberschändungen, Synagogenbesudelungen und Pöbelexzesse gegen die Juden reden eine eindeutige Sprache. Die Aeußerungeu Brünings zur Judenfrage in Deutschland sind also nicht nur eine bedeutsame Zeitstimmc, sie sind auch als document humain zu werten. Von der Tätigkeit des L. J.W. (Landesverband für israelitische Wohlfahrtsbestrebungen in Württemberg) Der L.I.W. berichtete unlängst durch Rundschreiben über seine Tätigkeit im Jahre 1931. Wir veröffentlichen diesen Rechenschaftsbericht anschließend im Auszug, um unseren Lesern in Stadt und Land ein Bild von der bedeutsamen, weitgehendste Förderung verdienenden Arbeit unserer jüdisch-charitaliven Landesorganisation zu geben. Die Schriftleitung. Di«- Tätigkeit des LEW. ist teils beratender und vermittelnder, teils fürsorgerischer Art: die fürsorge-rische Tätigkeit kann aber, was besonders |>etont .werden muß. nur ergänzend sein. Nach uußenhin kommt dazu nuch die \ertretung der jüdischen Wohlfahrtspflege und die Wahrung ihrer Interessen den Behörden und interkonfessionellen Stellen gegenüber, die Mitarbeit bei der Durchführung gemeinsamer Hilfswerke ll'W. Wenn in früheren Jahren das erstere Aufgabengebiet vielleicht ülverwiegend war. so hat heute die reine Eürsorgetätigkeit. die Hilfe für die in kleinen Landgemeinden ansässigen Glatt- Icensgenossc-n. als eine zwingende Folge der ständig wachsenden Not sehr stark zugenommen und spannt die, Kräfte des I..I.W. auf das Aeußerste an. Die schlechte Wirtschaftslage hat sich innerhalb des Berichtsjahres in ganz besonderem Maß in den kleinen Gemeinden ausgewirkt und manchen Berufs/weig. in dein Juden viel vertreten waren, fast völlig lahm gelegt. Hund in Hand mit dem dadurch hervorgerufenen Anwachsen der Hilfsbedürftigkeit der jüdischen Landbevölkerung ging das Herabsinken der Leistungsfähigkeit der kleinen und kleinsten Gemeinden. Auch die Hilfe von Verwandten und die Nachbarschaftshilfe. die früher als die Erfüllung einer selbstverständlichen Pflicht eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt haben, sind aus den oben erwähnten Gründen sehr zurückgegangen und haben vielfach ganz aufgehört. Audi die öffentliche Fürsorge, die wir immer mit heranzuziehen versuchen, hat ihre Leistungen einschränken müssen. So mußte also der L.I.W.. um den dringendsten Ansprüchen genügen zu können, seine rein fürsorgerische Tätigkeit sehr erweitern, was eine starke finanzielle Belastung zur Folge hatte. Während im Jahre 1930 vier Familien in laufender Unterstützung standen, ist die Zahl der Personen. denen jetzt regelmäßig Beihilfen z.ugewendet werden müssen. Ende 1931 auf 16 gestiegen: davon entfallen auf das Gebietder Wirtschaftsfürsorge 11 Fälle, auf das der Jugendfürsorge (Erziehtings- und Ausbildungsbeihilfen) fünf Fälle. Auch die Ausgaben für die einmaligen Unterstützungen sind ebenso wie die Ausgaben für die laufenden Fälle um das Dreifache angewachsen: es mußten in 32 Fällen einmalige Zuschüsse geleistet werden: in fünf Fällen davon wurde aus gesundheitsfürsorgerischen Gründen Hilfe geleistet. In allen übrigen Fällen wurde infolge wirtschaftlidier Not um unser Eingreifen nachgesucht. Die Ursachen der Hilfsbedürttigkeit waren zum überwiegenden Teil geschäftliche Schwierigkeiten, die in vielen Fällen zur völligen Aufgabe des Erwerbs führten, Arbeitslosigkeit und Erwerbsbeschränktheit infolge von Krankheit oder Alter. Auch die Versorgung mit Kleidungsstücken wurde in bedeutend größerem Umfang als im Vorjahr erbeten: die meisten diesbezüglichen Wünsche konnten wir dank der Spenden aus den Gemeinden Stuttgart. Laupheim. Ludwigsburg und Buchau erfüllen. Auf dem Gebiet der Jugendfürsorge bzw. des Aiisbildungswesens hat sich der L.I.W. eines rituellen Studentenmittagstisches Tn Tübingen Schloß- D roge rie Parfümerie Königstraße 35 Spezialhaus für Schönheitspflege-Artikel METHODEN: ELIZABETH ARDEN ELISE BOCK MARINELLO ^nnferen Inserenten! TUfreö Doll Backerei unö Konditorei Silbecburgffrafse 29 ✓ Telefon 23995 73 JAHRE YTs'i S S fc P Q * o Sonntags Sat>n«fpejia(itöf«n Blumentiaus ernntmit mtmmMiantiimnuHiniHffiiiHMmEMHHRHMi Stuttgart, Kronpringftrafle SOS €ctcc <8gmnofinmffraße / fernfpr. 234»? Stets größte Musroatst in schönsten Vlnrnen und Pflanzen Umzüge sowie BütertrtlrileniiG M MUHtor lsrickauj m y E. H O S S Tatafoa Nr. 343A7 Marktstrass« Nr.E .HOLANKA* Hochland-Kaffee mit nebenstehender Schutzmarke auf der Tüte. das ist der echte, der durch seine hervorragende Qualltit ln 19Monaten bei 8die 10000 Familien Groß-Stuttgarts Eingang fand. Den echten „HOLANKA^-Hochland-Keffee erhalten Sie nur Königstr. 45 (beim Wilhelme' bau) im Hochland-Laden Filialen und Verkaufsstellen werden In Ooü Stuttgart nicht unter* halten. H 0 L A N K A-Hochland-Kaffee-Mischungen per Rund von M. 2.70 an ., -Haushalt-Mischungen von M. 2.20 bis M. 2.50 koffeinfrei, 100 Gramm v. 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