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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-05-16 · 4 (16.5.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
4 (16.5.1932)
Date
1932-05-16
Page
[Seite] (sequence 3)
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1 er selbst beiseitegestanden bat, als seine Kraft V gebraucht wurde?! Wesen und Ziel der Gemeindearbcit ist Erhöhung der Wohlfahrt der Gemeinde und jedes einzelnen ihrer Mitglieder. In dieser Zeit, in der * wir um unseres religiösen Bekenntnisses und um unserer Abstammung willen so viel angefoditen ' werden, müssen wir in Treue und Ausdauer zueinander halten. Unsere Kulturaufgaben dürfen nicht leiden, unsere Synugogen und Schulen müssen weiter in der Lage bleiben, religiöse Erbauung und Erziehung zu spenden, in der großen Kette unserer humanitären und sozialen Einrich- tungen darf kein einziges Glied verkümmern. Jeder einzelne von uns ist mit der Verantwortung dafür belastet, wir haben sic vor Gott und unserem Gewissen zu tragen. In dem gleichen Geiste, wie die Männer, die in sturmbewegter Zeit unser Vaterland führen, mit dem Blick in eine bessere Zukunft Opfer in der Gegenwart verlangen, wenden auch wir, die Führer der Jüdischen Gemeinde, uns an unsere religiöse* Gemeinschaft. Auch wir verlangen Einordnung zum Wohle des Ganzen, auch wir fordern, «laß jeder Opfer bringt, daß jeder tut. was er kann, um den großen Schatz zu erhalten, den die Jüdische Gemeinde und das Judentum für uns bedeutet. Damit unser Geschlecht \or der Kritik der späteren Generationen, vor dem Urteil der Geschichte besiehe» kann, tue jeder seine Pflicht, die Pflicht gegen die Gemeinde und damit gegen sich selbst, so wie wir. die Vorstandsmitglieder es geloben, sie »ach dem ganzen Mulle unserer Kraft und unseres \\ issens zu tun. Aus xleu, QemeituLen 'lüiidtetH&ecQS. Stuttgart. Sitzung des Vorsteheramt e s a m 4. Mai. Der Vorsitzende, Oskar Rothschild, cröffnete die Sitzung mit der Mitteilung, daß der Kleine Rat beschlossen habe, Vorschußzahlungen der Gemeinde an die Centralkassc nur gegen Verzinsung zu leisten. Nach Rücksprache mit dem Präsidenten des Oberrats empfiehlt der Vorsitzende schon wegen der Schwierigkeit der Verrechnung und der Geringfügigkeit der Zinsbeträge von diesem Beschlösse abzustehen. Nach kurzer Aussprache beschließt die Versammlung, auf der Forderung der Verzinsung nicht zu beharren. Nach einer kurzen Mitteilung über die geplante Darlehenskasse berichtet der Vorsitzende über den Antritt der Tätigkeit der Gemeindeschwester, Fräulein Fanny Scheuer, und über ihre vertragliche Stellung. Er gibt dann Kenntnis von den eingegangenen Jahresberichten einiger hiesiger Wohlfahrtsvereine und teilt mit, daß in der Gehaltsangelegenheit des Rabbiners Dr. A u e r b a ch eine Einigung erzielt sei. Der Antrag des Centralvereins, in der Synagoge öffentliche Vorträge abzuhalten, wird wiederholt abgelehnt. Der Berichterstatter der Finanzabteilung, Karl L e v i, machte Mitteilung von der Bewilligung einzelner Beiträge zu den Wohlfahrts- Vereinen. Der Beitrag für den Synagogenverein Linas Hazedek soll nicht erhöht werden. Eine Ermäßigung der Schächtgebühren wird abgelehnt. Notwendige Ausbesserungen an den Gemeindehäusern sollen vorschlagsgemäß ausgeführt werden. Der Ertrag der Jahrtagsstiftungen soll in der bisherigen Weise auch in diesem Jahre wieder verteilt werden. Die Anträge der Friedhofsabteilung vertrat deren Vorsitzender Eduard Weil. Die Anfrage der Gemeinde Gmünd wegen der Herabsetzung der Gräberkosten ist durch die bisherige Beschlußfassung bereits beantwortet. Die Ausbesserungen auf dem jüdischen Teil des Hoppenlaufriedhofs sind beendet. Eine längere Aussprache ruft das Gesuch hervor, die Asche eines aus der Gemeinde ausgeschiedenen Israeliten auf dem jüdischen Friedhof zu bestatten. Der Beschluß über die Angelegenheit wird ausgesetzt und die Beratung der Friedhofsabteilung zu erneuter Stellungnahme zu allen diese Angelegenheit betreffenden Fragen übertragen. Sie soll dann dem Plenum Bericht erstatten und die Beschlußfassung herbeiführen. Den Bericht der Unterrichtsabteilung erstattete der Stadtrabbiner. Er teilt mit, daß es gelungen ist, den Religionsunterricht der Schülerinnen des Mädchengymnasiums und der Realklassen der Rothert’schen Mädchenrealschule zusammenzulegen. Die Pflichtstundenzahl für Religionsoberlehrer A d I e r ist auf 16, für Religionsoberlehrer J a f f e auf 22 Stunden festgesetzt worden. Die Vertretung für den erkrankten Religionsoberlehrer Aaelsheimer hat vorerst Religionslehrer Warscher übernommen. Im Auftrag der Jugendabteilung berichtet * Dr. Tänzer von einigen Vorschlägen des * Jugendrings, um die Arbeit der Gemeinde für 1 die Jugend zu intensivieren. Er teilt mit, daß das Jugendheim im Monat April von 65 Gruppen be- 1 nützt worden ist und daß der Benützungsplan für den Monat Mai bis jetzt 63 Gruppen vorsieht. Die tägliche Benützungszahl ist durchschnittlich 40 Personen, an Samstagen und Sonntagen sind bis zu 80 Personen gleichzeitig im — 31 — Jugendheim anwesend. Die Bewirtschaftung des Jugendheimes arbeitet einwandfrei und wird von Fräulein A g u 1 n i k ausgeführt Im Lesezimmer befinden sich eine Reihe von hiesigen und auswärtigen Tageszeitungen und die wesentlichsten jüdischen Blätter. Im Herbst soll im Jugendheim ein Kindergarten und Kinderhort errichtet werden. — Der Berichterstatter verliest dann Aeußerungen des Bundes der »Kameraden4*, des Berthold Auerbach-Vereins und des Esra- Bundes, die übereinstimmend ihre lebhafte Anteilnahme am Jugendheim und ihre dankbare Freude an dessen Bestehen zum Ausdruck bringen. Die Mißstimmung, die in einem Teile der Gemeinde gegen die Begründung des Jugendheimes geäußert worden, erscheint ungerechtfertigt Dr. Tänzer erklärt und findet dabei die Zustimmung des Vorsteheramtes, auf eine im Umlauf befindliche Protesterklärung nicht eingehen zu wollen, solange der Text dem Vorsteheramte nicht amtlich bekannt ist. Tatsächlich sind alle jüdischen Jugendvereine dem Vorsteheramt für die Begründung des Jugendheimes zu lebhaftem Danke verpflichtet. Bereits in der kurzen Zeit seines Bestehens hat das Jugendheim sich als eine wertvolle Einrichtung zur Vertiefung und Befe stigung des jüdischen Gedankens in der jüdischen Jugend bewährt. Allen Teilen der Gemeinde muß aber daran liege», selbst unter Opfern die Jugend für das Judentum zu gewinnen oder mindestens in ihm zu erhalten. Die Aussprache, an der sich fast alle Mitglieder des Vorsteheramtes beteiligten, bestätigte von neuem, wie wertvoll die Entschließung des Vorsteheramtes gewesen, das Jugendheim zu begründen. Mit einer kurzen Aussprache über die Berechtigung des Gemeindepflegers, Gemeindegenossen Auskunft über Beschlüsse des Vorsteheramtes zu erteilen, endete die öffentliche Sitzung, an die sich eine kürzere* geschlossene Aussprache anschloß. Stuttgart. Der „Verein zur Förderung des Handwerks und des Ackerbai s unter den I s r u c H t e n in Württemberg" hielt am 4. Mai seine 33. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende. Redii sanwalt Dr. H ei n r ich Wolf.Jkonnte von ersprießlicher Arbeit im abgelaufenen Vereinsjalir berichten. Kassier Sigmund Kuli m a n n erstattete den Kassenbericht, der einen Aufw u itl von 1247.95 RM. für Vereinszwecke ausweist. (» den bei Jahresbeginn betreuten sechs Lehrling»*» ( 2 Schneider. 1 Sattler, 1 Mechaniker. I Modellbauer. I Kleidernäherin) kamen noch drei N'ciuanmelduiigen (I Schlosser. 1 Maler. I Näherin), während zwei Lehrlingetiach mit guter Note bestandener Prüfung aus der Fürsorge des!*reins schieden. Mitglieder sind 33 ausgeschieden. was sich bei der an und für sich nicht großen Mitgliederzahl besonders schmerzlich auswitjkt. Dem Kassier wurde unter warmen Dankeswjrten Entlastung erteilt. Konsul Max Straus dankte namens des Oberrats für die Einladung. Gustav G o 11 s ch a 1 k überbrachte die Gruße der Stuttgart-I.ogc*. Beide Herren würdigten las verdienstvolle W irken des Vereins. Autolackierer Michael Spinadel richtete einen warmen Appell an die Anwesenden zu Gunsten Stellung suchender jüdischer Handwerker und der sch ums tägliche Brot kämpfenden selbständi Meister. Dies geschah in schlichter, ja gerat! bescheidener Weise. Dieser Ruf darf nicht gehört verhallen: Der Handwerkerverein das Fürsorgeaint der» gerne jede Genicindc/.citung geben den Gemeindemitgjlie- .gewünschte Auskunft: in leier werden die Adressen jlidischer Meister regelmäßig bekanntgegeben. 'Die jüdischen Handwerker wolle*» nicht, daß ijuan den bisherigen nicht jüdischen Lieferanten die Kundschaft entzieht, aber inan soll sie nicht ganz übersehen, und ihnen zeitweise Aufträge* ziikpmincti lassen. Wenn dies von allen Gemeinde irittssCiuQm Ausfahrung sjmtl. Polster-, Tapezier-1 a. Schwab Augaatlaentr. 2, Teil (375 Blumsnatr. IS Talafon «712 Radio-Eberspaecher Inhaber: K. Buseh Pllensauatr. 36 ✓ Fernsprecher 7600 Das Spezialgeschäft für Samo-and Maslkspparale. SdullpUtien Reparaturen eeden Schlaflosigkeit nur _ fekundal - Tabletten 1 Schachtel 1.25 RM. Schwan-Apotheke A.Hackh / Esslingen a. Neckar Juwelier über Innere Brücke HF. Bf 10 Zur Frühjahrspuftzerei Bodeawlchse, alle bekannten Marken. TerpantlnOl a. Brsata, MSbelpolitaren, Panamartnda Blameaand Oemfisesanea, Waaaerglaa and Oarantol zum Eiereinlegen Central-Drogerie Carl MantaOar / Inan Md» 26 / Tal. 7362 Dampfwascherei H. Dawid, Inhaber: BBIIngsn, Kasernenstr. 5 u. 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