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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-05-01 · 3 (1.5.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
3 (1.5.1932)
Date
1932-05-01
Page
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Qiass & Weis Stuttgart / Mittnachtbau | DAS HAUS I FÜR f DEN HERRN Fünfzigjahrfeier des Ordens Bne~Briss in Deutschland. F* ImM.iixI ursprünglich Hie \l>*idit. die \\ io- ■ It-rkchr de* JO. Mar/ lss2. an «lern uir >o Jahren die erole dc-nl-clx- Loge de* Unabhängigen Ordens Riie-Bri** begründet worden war. festlich /u beui-hen. Oie*«' I eie, *<>llte. so plante «'s die in- /vv,i*chrn auf weil über hundert Ingen anpewaih- *, ,,<- t,ri>ltl<>^> für I)«'nl*«hlan>l. auch d«'n Anßen- *I,->x ixle» <■ iiit-ii Kinldiik in da* große Kulturwerk «■r-chließeii. da* *ie in einem halbe» Jahrhundert in ern*t«T \rbeit aufgebaut. Die Not «lei /> >1 /wallte da/u. «lie Feier in einem weit I>« *di, id> ix l en Linfanu' /u begehen. Da* Jubiläum be*tun«l im we*eutliihen nur darin, dal? in sämtlichen Logen de* deutschen Distrikt* an demselben I ap‘ eine F e.*n ersaminlnng abgehal- I, n wurde, in der v >>, einem erweiterten Kreise über ..«> e n () r «I e n i m W a n d e I «I e r / e i - t «■ n‘ i.i"'pt'«ifien w urd«-. Di«- ,-in/> Inen Niederl t"tiuge» de* (Irden* h. ben seif ihrem Bestehen bedent-a„I, Aufgaben « rfiillt. I.s bedeutet ja s«hon ein, Kulturleistung. dal? si«h in den <leui*clien Loge» etwa I> 000 Jud«-n um d«i' gleiche Ideal greint haben. Aber weit übei «len Kreis, der «lern Orden anjre'ihlnss. fi.-n < >lanbr»*genn**en hat *i«h die Arbeit der I ■«$;«*» betätigt, E* gelang dein Orden, die Gegen - s.it/liihkeiten <><-r rrligiö*en und (xditi*ch«-n \n- 'ihaiin»gen /u mihh-rn und die \chtunjr wir fremder Meinung zu eiin-tn wirksamen Faktor di r sjrtlichen I r/iehimg /u machen. .So hat der i irden da' iiidi'ihe (>e*amtlehcn versöhnlich beeinfluß! und |>ar1eii'(he Zu i'tigkeitrn au*/utrh-iihen V erstanden. Ihm gebührt da* \ erdieii't «lern geistigen und kulturellen I eben der deutschen Juden wertvolle \nr*-g uu-en vermittelt /u halx'ii. Kr hat die t .. -amtheit der Juden sittlich />> heben gewußt durch die Bekämpfung '<> mancher Mifistände in Handel and Wandel, durch die F.iu'thränkiing dl I iixli'iiien W .inderbettelei und durch die li-i.ieii'ilniftliihe Abwehr de* Mädciienhandc'ls. Neben dieser \rbeit stehen hohe Leistungen auf -o/iab-m (.i-biet. Oie über pan/ Deutschland vef- I.: i itete und auch Tn Stuttgart vorbildlich wiik'.ime jüdische K ran keusch wester norpani- -.itimi iibt ihre srgen*reiche Iatipkeit im Auftrap des Orden* all*. Da* 190” pepründete Jaffa-Heim zur Kr/iehiinp von Waisen und gefährdeten Kindern. die Israelitische Erziehunpsanstalt für — 22 — pc'istip zuriickpebliebene Kinder in Beelitz und in Weißensee und vor allem die zahlreichen Kinderheime, unter denen das von der Stuttgartl.ope geschaffene Schwarzw aldheim in Möhringen einen Ehrenplatz einnimmt, sind großzügige Schöpfungen des Ordens und seiner Kögen. Es gibt wohl kaum eine- Lope itn deutschen Distrikt, die nicht eine eigene soziale Einrichtung geschaffen. die für die Gesamtheit eine Quelle des Segens geworden. Bis vor wenigen Jahren galt in der Wohlfahrtsarbeit der Logen der Grundsatz: Alles für andere, .nichts für uns selbst. Erst «lie katastrophale Wendung in der W irtschaftslage der deutschen Juden machte es zu einer gebieterischen Pflicht, neben den für die Gesamtheit wirksamen Einrichtungen eigene Schutzeinrichtungen in der Form der Bruderhilfe zu schaffen. Auch in der Kulturarbeit des Orden* zeigte sich im letzten Jahrzehnt statt des bisher allein geltenden I lumanitätsideals eine stärkere Intensivierung der besonderen jüdischen Aufgaben und Interessen. Aber diese Wandlungsfähigkeit ist ein Ervveis der Lebenskraft in den Logen. Während die in den Logen gehaltenen Vorträge noch vor wenigen Jahren mehr allgemeine Bildungsaufgaben behandelten, werden heute auch die Zeitiinil Streitfragen-des politischen und religiösen Lebens und besonders der Judenheit mehr in den Arbeitskreis ei »bezogen. Allerdings war schon vordem die Pflege der jüdischen Wissenschaft. die Förderung einer guten jüdischen Jugendliteratur und die Pflege jüdischer Kunst mul Kultur eine Arbeitsaufgabe der Logegew t-sen. Seit I*ss sind zu den Bruderbünden etwa 7» Schw estern vereiniget »gen getreten, die eine wertvolle ergänzende W ohlfuhrtsarbeit geleistet haben. Sie pflegen in ihrem Kreise die Ortlensideale und haben so nicht wenig zur Vertiefung und Bereicherung des jüdischen Gemeinschaftslebens in Deutschland beigetragen. Einige dieser Schw «•sternv erbände haben sogar eigene Wohlfahrtsschöpfungen begründet. So darf die Arbeit der deutschen Großloge als ein wertvoller Faktor itn jüdischen Leben Deutschlands dankbar anerkannt werden. Die Gesamtheit der deutschen Juden darf sich in dem Wunsche zusammenfinden. daß dem Orden eine wc-itere-ungestörte Wirksamkeit z.uin Heil der jüdischen Gesamtheit vergönnt sein möge. Unter diesem Gedanken stand auch die Feier, zu der die S t ii 11 g a r t - L o ge außer ihren Mitgliedern einen kleinen Freundeskreis eingeladen hatte, vor dem im Auftrag der Großloge Dr. F! «I u a r d S t r a u ß - F rankfurt a. M. das Programm der Loge fesselnd entwickelte. F ine Reihe ausgezeichneter musikalischer und deklamatorischer Darbietungen umrahmte die Bede. Der Festabend war eine verdiente Huldigung für die stille und wertvolle Arbeit der Stuttgart-Loge. Die Verteilung der Juden auf der Erde. Es ist ein amüsanter Beleg für die mangelnde Genauigkeit der Statistik vor einhundert Jahren, daß man damals etwa 3Vti Millionen Juden auf der Erde zählte, während ihre Zahl heute über 15 Millionen beträgt. Nimmt man an, daß sich «lie Menschheit im Laufe des letzten Jahrhunderts etwa verdoppelt hat. so müssen dement sprechend 1830 etwa 7—8 Millionen Juden auf der Erde gelebt haben. Von den Juden der Erde wohnen ungefäh, 62 c/r in Fairopa. 31 % in Amerika, 4 % in Asien und 3 9F in Afrika. Die Verteilung der Juden auf der Erde ist aber noch ungleichmäßiger, ab diese \ erliültniszahlen angebc». Denn von den 15 Millionen Juden lebt die Hälfte in Osteuropa in Polen.' Oesterreich. Ungarn. Rumänien und in den Sowjetrepubliken, während in West- und Südenropa zusammen I 14 Millionen Juden woh neu. Die stärkste jüdische Bevölkerung, nämlich 4>4 Millionen Seelen, beherbergt neben Ost enropa Nordamerika, ln den Vereinigten Staaten befindet sich die größte Konzentration von Juden auf der Erde: an zweiter Stelle steht Polen mit einer jüdischen Bevölkerungszahl von fast 3 Millionen. an dritter Stelle die Sowjetrepubliken mit 2’4 Millionen Juden. Weniger als 1 Million Juden leben in Rumänien (900 000), in Deutschland (564000), in Ungarn. (480000), in der Tschechoslowakei (400 000). in England (300 000), in Oesterreich (250 000). in Frankreich (220 000), in Argentinien <200 0001, in Palästina (175 000), in Litauen (155 000). in Holland (150 000) in Marokko, Kanada und Algier je etwa 100 000. Der Prozentsatz der Juden im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung beträgt in Palästina 17 %, in den Vereinigten Staaten 2%. in Europa 1,92 5'- 1 n Osteuropa beträgt allerdings der Prozentsatz bV(. dagegen im übrigen Europa nicht viel mehr als F4 c/c. Unter den europäischen Staaten beherbergen Deutschland 0,9 %, England 0,66 %, Frankreich 0.54 % jüdische Seelen. Den kleinsten jüdischen Prozentsatz haben Spanien und Portugal. Den Rekord der jüdischen Einwohnerzahl unter «len Städten schlagen die palästinensischen Orte, an der Spitze Tel-Awiw, Haifa, Jaffa und Jerusalem. Dann folgen New-.York mit einer jüdischen Einwohnerzahl von 1 765000 Juden, Chikago mit 325 000 Juden und Philadelphia mit 270 000 Juden. Die größten europäischen Judengemeinden sind Warschau (360 000), Budapest (250000). Wien (240 000), Lodz (180 000), Berlin (175 000) und Moskau (140 000). Die geringste jüdische Bevölkerung in Europa besitzen die Schweiz (6500), Dänemark (6000), Estland (4500). Spanien (4000), Luxemburg (1800). Finnland (1750), Norwegen (1450) und Portugal (1000). Nach langjähriger fachfirztHcfcer Tätigkeit In Manchen u. Partenkirchen habe ich mich hier als Facharzt für Magen-, Darm- und Stoffffwachzalkrankhalten niedergelassen Qr> guIDN DllleVlillS Marienstr. 42, pari- / Telefon 64141 Sprechstunden 10 bis 12 vorm., 4 bis 7 Uhr nachmittags Samstags 10 bis 1 Uhr und nach telefon. Vereinbarung Dr. med. Frh, v. Gumppenb^rg prakt. homöop. Arzt jetzt Feuerseeplatz 3 / Tel. 633 01 Alle Krankenkassen r Dr, Ludwig Weil ist ab i. Mai auf ca. 3 Wochen verreist Dienstag, de» 3 Mal, Stuttgart-Lag», Caiveratr. 33 Hha., abends I1/» Uhr, spricht Dr. med. deni. Paul Wolpe Aber , Jüdische Aerzte im Mittelalter4* * Dienstag, den ]•. Mai, Ort and Zeit nie oben, Aussprache-Abend „Frauen im Beruf und Öffentlichen Leben44 Leitnag: Martha Straaasa, Cannstatt * Freitag, 13. Mal, JSdiscfeea Jageadheim, abeads8<;< Uhr, Freiiagaben d-Feier Leits Mg t nahhia ir Dr. Aaarfcach Verein Ififflsdies Lehman! / Stnttfiart Sonntag, den 8. Mai 1932, abends 8 Uhr, Logenhaus, Calwerstr. 33 Hhs. spricht Frau Dr. Margarete Sosmaa, Frankfurt Ober: „fudeifiiiii nid Fran in unserer Zell“ ★ Eintritt: frei für anaere Mitglieder and Hörer, sowie Erwerbslose. Die Übriges Besucher zaklea HM. 1.—, Jegesdllche HM, — 5* an der Abendkasse Vereii nr FMeml des Huiierts Lies fiartenbans mfer den Isrullten iitttrlteMfcrt Der Isr. Frauenverein er»seht aaf diesem Wege alle Mitglieder, die den bereits fälligen Mitglieds beitrag noch nicht gnlnln ■ tat hahm. denselben aaf das Peitscheckkosto Stattgart B65S den Isr, FraaeavaralBS eiascuahlsa. Bs ist Im Sinns and Istemme des Vereins, wasa dla Mitglieder dieser Aaffatdsm ag baldigst eatspreebsa, denn dard das Blnkassieren erwachsen dam Veraia Ass gaben, dla den Wohlfahrtsbastrabaagaw entsagen werden. SchHarnralübelin der Stgttiart-Loie MQhringen b• I Horb a.N. - Gute rituelle Verpflegung, fließendes Wasser, Liegehalle, Schwimmgelegenheit, Stahlbader, Beaufsichtigung durch geprüfte Kindergärtnerinnen unter Leitung einer ausgebildeten Krankenschwester — Aerztl. Aufsicht Geöffnet ab 1. Juni 1932 iiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiimiiiiiini Juli und August sind in erster Linie für Kinder von Logenbrüdern vorgesehen. — Vor den Ferien können auch junge Mädchen aufgenommen werden. Anmeldungen sind zu richten an: Fm Berte Hille, Siittfirt, Lessiitstrite 7 Dl« Generalversammlung findet am 4. Mal, abeads 8 Uhr, im Logealokal statt. Der Vortrag von Herrn Regierungsrat Stäbler füllt krankheitshalber aus. «•totlwr mrti eiMtduano« DeUwalf«. lucht Sfle|i(ttllc / Ssflefcstferb.es ftreto, lAkt-fCTftrskc SS ebss Teisfm, 71941 Hoch des Jüaqes TJlüh' und (Kost - abends in den Jiimpaiasl FILMPALAST CANNSTATT Das Theater der Qualitäts-Tonfilme

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