Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 1 (1.4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
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Qlass&'lDels Stuttqart z Mittnachtbau 1 DAS HAUS- FÜR DEN HERRN und Di.ilit zic-lu-ii. -(Iini'idi rn Körltc* drehten. Schuhe *tri<kru. X I» II und cle-rgl. Noch (las \\ «lix'iiliaii» in l ntrrw aldcn. don’ii Leiter Pe*talo//i war. kotiulr -id> von d« in Grundsatz der '■'clh'terhaltnn;.' der Waisen durch Arbeit nicht freim.Kh.-n. Die Märten dieser W ai'c-m-r/iehiing Mini dnr=h traditionelle Bindungen bis weit ins l<». J ,lii li. ii(l. i t hinein gc-hlit-beit. hatte das W aisrrihaus in Paderborn it*-th im Jahre ISrJ einen Knecht von t>0 ~l'■ Jahren als Hausvater, dessi n I laii|>tei/irhung'inittel ein dicker Stock gevet-srn iM. 11aerste I indelli.iii'. voll (lein wir wissen, wurde in: Jahre 's' von detn Lr/prie'ter der Kathedrale in Mailand gegründet. In Deutschland hören wii erst um die Wende des |V und U. Jahrhundert' von l indel-. \rmen- und Waisenlhol'ern. Die;üdi'(hrn Waisenhäuser sind erst viel sj.äter entstanden. I> hat freilich auch initiier jüdische Waisen gegeben aller sie wurden eben hei \ erw andten oder in fremden Kamilien erzogen. I *a' erste jüdische Waisenhaus in I ieutsdiland war das hiirther Waisenhaus. gcgründet l'fie llitii folgten ähnliche Häuser in Hamburg I'Mi. Breslau Is0>. das vierte in der Heilte war dann das LHIinger Waisenhaus, dein unsere heutige leier gilt. Da» Sindiiiiii .der Akten dieses Hauses ergibt die erfn uliihe I at-ache. dal*. utibc S(hw c-ri von jeder l ( b l ' , f,-rillig. vom ersten lag seiner Gründung an die Hmk'icht auf die /u erziehenden Kindei in v :>■ (Irrster Linie stand. Was frommt den Kindern, wie können sie gefördert und fürs Lehen brauchbar gemacht werden, das waren die I r egen, um die sich alle Beratungen, alle Beschlüsse und alle Arbeit der \nrstünde. Di",Lasse und \ii'tull'|eiler drehten. Wohl hall! :■:.h öfters die Sorgen eines vielköpfigen I laush.ör. s an (|jie Pforten der Anstalt gepocht, aber deuried,. die Kinder sollten in ihrer Verpflegung und in ihrer Lr/iehung nichts davon v ersj.ii i eti dürfen. Das i't bis auf den heutigen lag g> 'diebett. I> sind dieselben Kräfte tätig, die vom ersten lag an am Werke waren: die Kräfte der helfenden und verstehenden Liebe. Isr. XraiikeolliilerstSMs-lfereln E.V. Sonntag, den 3. April, 10 Ti Uhr, im Gemeindehaus, Hospitalstr. 36, 80. GeneralTersammlanö TAGESORDNUNG: Bericht des Vorstands Rechenschaftsbericht des Schatzmeisters Wir laden unsere verehrlichen Mitglieder höflichst ein und bitten um zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand. @abbatbfteie Tätigkeit wünscht bilanzsichere Buchhalterin, perfekt in allen Büroarbeiten. Offerten erbeten unter W. 254 an die Hemeindezeitung. B.A.V. Freitag, den 1. April, JQd. Jugendheim, abend« 8' Uhr, Freitagabend - Feier Leitung: Rabbiner Dr. Auerbach * Dienstag, den 5. April, Stuttgart-Loge, abends 0 Vdr. spricht Dr. med. dent. Paul Wolpe Aber „Jüdische Aerzte im Mittelalter" * Dienstag, den 12. April, Ort nnd Zeit wie oben, spricht Gustav Seckbach Ober „Vom östlichen Judentum" — 4 — der Geduld, der selbstlosen Hingabe, der Gerechtigkeit. aber auch der Festigkeit und Konsequenz. Denn der junge Mensdi spürt sich nicht allein in der Liebe, er spürt sich ebensowohl in der Strenge geborgen. Nur die Formen dieser Grundmotive haben gewechselt, die Wege und die erzieherischen Mafinahinen sind andere geworden. je nach den wechselnden Zeitanschauiingen und nach den h ortschritten der Erziehungsw issonschaftcn. l'nd die Kinder sind anderegeworden. Wenn in früherer Zeit in der Hauptsache verwaiste Kinder in unser Haus kamen. Kinder aus ländlichen. einfachen, aber ärmlichen Verhältnissen, so bekommen wir jetzt fast ausschließlich Kinder aus Städten mit ihrem differenzierten Kulturleben. mit ihren vielseitigen wirtschaftlichen Nöten, mit ihrer neuen Struktur, welche alle Gesc-Ilscfiaftsschichteu unter Druck setzt und die lebensschw achcn Ieile der Gesellschaft zugrunde richtct. Gewiß auch viele- Kinder, die heute bei uns sind, entbehren der natürlichen Erzieher und suchen bei uns einen Ersatz für die Heimat, die ihnen ein hartes Geschick versagt hat. Immer sind in unserem Hause auch ehelose Kinder gewesen. Nur ihre Zahl ist gewachsen. Es sind jetzt fast immer 20 Prozent. Diese unerw ünschten und unwillkommenen Kinder befinden sich auf der düsteren Schattenseite des Lebens. Wir haben es immer als unsere schönste Aufgabe angesehen. wertvolle Eigenwerte in ihnen lebendig /ii machen, sie mit Selbstbew ufitsein und Mut zu erfüllen und so ein Gegengewicht zu schaffen für den Mangel der einen Eiternhälfte. Dann kommen heute Kinder zu uns. die bei ihren natürlichen Erziehern vernachlässigt worden sind. Auch die jüdische Familie ist heutevielfach nicht mehr die unbestrittene Aufbaugc-ntc-inschaft der he ran wachsenden Generation. W irtscha ft liehe Not. LAigebundenheit. Hemmungslosigkeit haben auch in iiusern Familien vielfach große sittliche Schäden ungerichtet und so in iinsern Ehen und Familien große Wunden gerissen. In solcher Umgehung sind ungünstige Anlagen gefördert worden und die guten konnten nicht zur Entwicklung kommen. In unserem Hause sollten sie die Umwelt finden, die ihnen die soziale Schichtung unserer Zeit versagt hat. Und dann haben wir immer auch eine Anzahl Kinder, die Erziehungsschwierigkciten aufweisen. Es sind das Kinder mit Bewegungsunruhe, Mangel an Konzentration, an Ertragensfähigkeit. Kinder mit ungehemmten Triebkräften, asozialem Verhalten, also Kinder, deren seelischer Mechanismus nicht inehr ganz normal verläuft. Jedes gut geleitete .Normalheim kann eine kleine Isr. Minnervereln Iflr KraikeniiDeile iaad LeifflenbeslalM e.(. NEfipK-an Samstag, den 23. April, abends 81/« Uhr, im Restaurant Blodi, Calwerstrafie 4 57. Generalversammlung TAGESORDNUNG: Bericht des Vorstandes Rechenschaftsbericht des Kassiers Verschiedenes Zahlreiche Beteiligung erbeten Der Ausschuß 5>><ni SRaaac «rieb «»Ile (IlllCDC J&CUfiOtl bei mäßigen Preise gebeten SI1I»eee, unter 3tr. tt. L »» an ble <8eweinbe|eüimg Tüchtige Näherin und Flickerin empfiehlt sich prai Snaniben. Offerten erbeten unter A. 0.2 'S nn ble (Bemrinbegeitung Am 12. März dieses Jahres ist unser verdienter Generalvertreter Herr Martin Dreifuß, Bankier, gestorben. Die Generalagentur wird von der 5icma ItlacÜH, tDceifuß Stuttgart, Jloteiühlste.99 in unveränderter Weise weitergeführt. Allianz lind Stuttgarter Verein Versicherungs-Aktiengesellschaft Landesdirektion fOr Württemberg und Baden Abteilung Groß-Stuttgart gehören zur Behandlung Ins ‘Pautiiipfitod! ^Modern eingerichtetes Fußpflegeinstitut^y Anzahl solcher Kinder ohne Bedenken aufnehmen. Die Zahl ist clabc-i nicht ziffernmäßig, sondern einflufimäßig zu werten. Diese oft sehr gut begabten Kinder erfordern gesteigerten Helfer willen, denn ihre Aktivität und Selbststeuerung zum rechten Ziel sind herabgemindert. Dem Heini fällt hier die schwere Aufgabe zu. diese Kinder zu ertüchtigen durch Erforschung der Störungen und planmäßige Beseitigung derselben. Dann kommen Kinder zu uns. die geringe körperliche Störungen haben, wie Efiiiiilust. all gemeine Schwächlichkeit und dergl. Unser gesundes Heim mit seinen luftigen Räumen, unsere einfache natürliche Lebensweisebeseitigen oft recht bald solche Anomalien. Endlich haben wii eine größere Anzahl lern schwacher Kinder im Hause. Es sind das oft rechte Sorgenkinder. Unsere kleinen Schulklassen und unser vernünftiger natürlicher Unterricht können diese Kinder weitgehend fördern. Woher unsere Kinder auch kommen mögen, welches auch der Grund ihrer Unterbringung bei uns ist. alle sind sie uns willkommen, es sind ..unsere Kinder“, jedes wird freudig aufgenommen. denn es gilt auch für eine Anstalt, die einer kleineren Gemeinschaft zu dienen hat. welche nicht für jede Form von Kindernot ein besonderes Heim gründen kann, es gilt auch für eine solche Anstalt das. Wort Goethes: „Denn wir können die Kinder nach unserem Sinn nicht formen. so wie Gott sie uns gab. so muß man sie haben und lieben, sie erziehen aufs beste und jeglichen lassen gewähren.“ Was wir nun tun? Eigentlich nichts Besonderes. Wir versuchen die so verschieden gearteten Kinder, die aus so verschiedenen Lebenslagen zu uns kommen, zu einer Gemeinschaft zusammen zuschweißen, sie heimisch zu machen im Haus, alles zu tun, daß sie sich wohl fühlen. Diesem Zwecke dienen die gemütlich warmen Räume unseres Hauses, die weiten Gartenanlagen, die abwechslungsreiche Umgebung, der weite Himmel. aber auch die aufgelockerte Tagesordnung, die sich willig an den Wechsel der Tages- und Jahreszeiten, der Tagesereignisse, der' religiösen iurrrmii Dr. med. Frh. v. Gumppcnberg prakt. homöop. Arzt jetzt Feuerseeplatz 3 / Tel. 633Ol . Alle Krankenkassen Rcidisbnnd |öd fron! soldolen Ortsgruppe Stuttgart * Wir laden die Mitglieder der Oemeinde zu dem am Samstag, den 2. April, abends 8*/< Uhr, im großen Saal des Oberen Museums (Kanzleisiraße / Lindenstraße) stattfindenden ecKiusen Kameradsdialfsabciid ergebenst ein. Mitwirkende: Frl. Fanny SommerhSuser-Relter (Violine); Fri. Susi Strauss (Klavier); Opernsänger H. Horner (Arien und Lieder); Humor.MSnnerqiiartette (Asdill, Ebsteln^alM, Krßmer, Horladier, Ziegler); Tanzgirl-Truppe (Richter, Schauer, Ebstein, Kahn, Friedmann, Kamm). Conference: Arpad Kandor zKapelle Brantner Verlosung / Tanz Eintritt RM.l.—,fOr Jugendliche RM. — 50. Der Reinertrag wird lür notleidende Kriegsteilnehmer verwendet. Wir bitten um zahlreichen Besuch. R. j. F., Stuttgart CTacfHHIfftunOen ,0^?. Bafragen unter O. W. 236 an bi« ..Israelitische Qcinrinbejfituitg" Setten guter, foft neuer 6tet«too«-6tn|9lllael ist für etnine Jahre an Private gegen gering« Gebühr bei svrgsält. Debanblung de» IaOrumeniea ->> vermieten. Anfragen e»b. u. Chiffre E. €. 247«. b.Iir.Demeinbe^tg. 7loch des Jxiqes TTlüti und <Kast - aBends in den Jilmpoiost FILMPALAST CANNSTATT Das Theater der Qualitäts-Tonfilme