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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-03-01 · 23 (1.3.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
23 (1.3.1932)
Date
1932-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
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— 255 — Das Kürsorgeamt hat um die Zuweisung eines weiteren Arbeitsrauines ersucht Der Stadtrab- , biner erklärt die Notwendigkeit der Zuteilung eines neuen Raumes. Oberrechnungsrat Meyer wird seinen Dienstraum der Gemeindeschwester, die demnächst eintritt, für ihre Dienststunden überlassen. Das Vorsteheramt ist mit dieser Regelung einverstanden. Dem L.I.W. werden 400 RM. als Beitrag für das Jahr 1971—32 bewilligt. Ebenso werden hiesigen und auswärtigen" Wohlfahrtsvereinen Beiträge gewährt. Das Gesuch des Ortsarmenvereines ihm 430 RM. zur Deckung des Abmangels des Durchreisendenvereins zu bewilligen, wird abgelehnt; der Ortsarmenverein soll diesen Betrag aus seinen Rückständen decken; falls dies nicht angängig, soll das Fürsorgeamt eintreten, dem ja Mittel des Gemeindeetats zur Verfügung stehen. Ueber die Angelegenheit des Jugendringes berichtet als Obmann der Jugendabteilung Dr. Tänzer. Für das Kalenderjahr 1932 werden 900 RM. bewilligt, deren Verwendung nicht dem Jugendring, sondern der Jugendabteilung des Vorsteheramtes zustehen soll. Für das Jugendheim sind Räume im dritten Stockwerk des Hauses Friedrichstr. 34 gegen eine Monatsmiete von 230 RM. inkl. Heizung gemietet worden. Dem Jugendring ist mitgeteilt worden, daB weitere Bewilligungen für das Jugendheim von seiten der Gemeinde nicht .in Aussicht gestellt werden können. Oberrechnungsrat Meyer berichtet über den Einbruch in das Büro der Gemeinde, bei dem etwa 60 RM. dem Einbrecher in die Hände gefallen sind. Der vom Schächtbüro empfohlene Niederlegungsapparat für Schlachttiere soll vor einer eventuellen Anschaffung durch den Stadtrabbiner, Oberrechnungsrat Meyer und den Schlachthofdirektor besichtigt werden. Der Stadtrabbiner spricht über die Behandlung der Austritte aus der Gemeinde durch den SteuerbeschwerdeausschuB. Eine von ihm vorgeschlagene Aenderung des Verfahrens wird nach AeuBerungen Levis, Dr. Tänzers und Rothschilds von der Versammlung nicht angenommen. Schließlich berichtet Karl L e v i über die bisherige Zahlung der Steuereingänge an die Zentralkasse. An die öffentliche Sitzung schloß sich eine geschlossene Sitzung an. Stuttgart. Jugend n a ch in i t t a g e des Central Vereins. Der dritte Vortrag in der Reihe „G rund fragen der Politik“ war dem Thema „K o in m u n i s m u s und Kapitalismus“ gewidmet. In seinem einleitenden Referat wies Dr. F ranz Wolf. Handelsredakteur der Frankfurter Zeitung, zunächst auf die weltpolitische Bedeutung des Gegensatzes hin. bei dem es sich nicht, wie bei den bisher behandelten Erscheinungen (Liberalismus und Konservatismus) um Ideen, sondern um Wirklichkeiten handle. Der Redner stellte die Vorteile und Gefahren der Geeensutzpaare: Freie Wirtschaft und Planwirtschaft. Privateigentum und Gemeingut. Gewinnstreben und Bedarfsversorgung dar und zeigte? dann in außerordentlich interessanter Weise auf. daß diese wirtschaftlichen Probleme nicht zu trennen sind von Fragen der Politik und des kulturellen Lebens. Darum sei die Entscheidung letzten Endes nicht zwischen der mehr oder weniger erfolgreichen Wirtschaftsform, sondern nur nach der persönlichen Grundhaltung zu treffen. Die Freiheit und Selbstverantwortlichkeit des Einzelnen — die Grundlagen des Kapitalismus —* stehen der restlichen Einordnung in die Gemeinschaft, dem bewußten Verzicht auf eigene Willensbcstimmuug, die der Kommunismus fordert, gegenüber. Eine lebhafte und interessante Aussprache, ins¬ Ei*** . i.; j Größte Besfandserhöhung CGM. 150 Millionen — io"/« des alten Bestands} aller Lebensversicherungsges. des europäischen Festlands im Jahre 1931 - Lebensversicherungsgesellschafft Phönix Größte Sicherheit: Verteilung des Risikosauf 19 Länder Versichertes Kapital: 1700 Millionen GM. Direktion f. d. Deutsche Reich, Abt-Württ., Königstr. 4, Tel. 27736 i -> besondere über die Entwicklungstendenzen Sowjet-Rußlands. über die Begriffe der wirtschaftlichen Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit schloß sich dem Referat an. Ein weiterer Vortrag von Frau Dr. Dora E d i n g e r, Frankfurt a. M.. vollendete die Reihe der Darlegungen über politische Grundfragen. Die Referentin sprach über „Die ideologische Herkunft des Nationalsozialismus“. Sie verstand es, den Wurzeln, aus denen die Bewegung ihre geistige Nahrung bezog und zum Teil noch bezieht, bis in ihre feinsten Verästelungen nachzugehen. Von der Romantik bis zur deutschen Mystik, aber auch in die Welt Nietzsches und Rousseaus führte der Weg. Es wurde aus diesen Ausführungen hauptsächlich klar, daß die Grundeinstellung des Nationalsozialismus eine irrationale „romantische" ist. wie sie besonders eindringlich von Hielscher vertreteiLwird. Aus diesem Gedanken ergeben sich auch für die Abwehrarbeit interessante Perspektiven. Frau Dr. Edinger verstand es. ihr Referat’ so zu gestalten, daß es die Hörer von vornherein zu aktiver Mitarbeit gewann: gewiß hat jeder, der sie hörte, interessante Anregungen zum eigenen Nachdenken mit nach Hause genommen. Stuttgart. Eine weihevolle, von lauterer Harmonie und erhebendem Gemeinschaftsgefühl beschwingte Feierstunde veranstaltete des- Berth o I d A u e r b a ch - V e r e i n am Vormittag des 14. Februar anläßlich des >0. Todestages B e r t li o I d A u e r li a ch s. Der Gelbej Saul des Oberen Museums war bis auf den letzten Platz besetzt, als Redakteur II am s Sternleim die Anwesenden willkommen hieß. Zu der Morgenfeier waren erschienen: Bürgermeister lj)r. L u d - w i g als Vertreter der Stadt Stuttgart, jler Präsident des Isr. Oberrats. Ministerialrat Dr. Otto H i r s ch . L u d w i g E b s t e i n als Vertreter des Israel. Vorsteheramtes, der Vorsitzemde des Schwäbischen Schillervereins. Geh. Horrat Prof. Dr. von Güntter. Vertreter der S uttgurter Presse und an die 400 Mitglieder unserer Gemeinde. — Nach den ßegriißuugsworten des I. Vorsitzenden spielte I. o r e G o I d s ch m i d t in Vollendeter Weise das schöne Adagio cantabile ins Beethovens Pathetique. [ Sodann ergriff Stadtrabbiner Dr. Ringer das Wort und entwarf in meisterhafter Weise eitfc- Bild des Dichters. Juden und Menschen I Bert hold Auerbach. In geistvoller Weise ließ der Redner die Persönlichkeit des toten schwäbisch en Dichters vor seinen aufs stärkste gefesselte i Hörern erstehen. Alles das., was in Berthold \iicrbach als deutscher Dichter und Jude lebte, was Auer- Schuhe werden z. Zt. nicht mehr hergestellt. - Wir verkaufen dieselben soweit' noch Vorrat hauptsächlich zu 3 Serienpreisen und zwar: ^^orndorf (&ornclorf Serie I . . . Nk. 12.« Serie II ■ ■ ■ if 13,® Serie III . . ,, 18.- HERRKNSCHUHC Serie I . . . Mit. 14.- Seriall... „ 17.- Serie III . . „ 20.- SCHUHHAUS WOLF KÖN IQ ST RASSE 3 / In der Stftdt. 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