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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-12-01 · 17 (1.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
17 (1.12.1931)
Date
1931-12-01
Page
[Seite] (sequence 37)
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- VII — ten die Schulen keinen Staatsbeitrag und die I,ehrer nicht mehr die staatlichen Alterszulagen und Penisonsbezüge erhalten. Der Rabbiner- Verein hatte überzeugend nachgewiesen, dafl bei Aufhebung dieser Schulen das religiöse Leben, das religiöse Wissen und die israelitisch-konfessionelle Charakterbildung gefährdet sei. ja. dafl ein ganzer Stand, der israelitische Lehrerstand, in feiner Kxistenz bedroht sei. indem nur noch für 5—6 Lehrer im ganzen Laude an den damaligen israelitischen Volksschulen ein Platz vorhanden wäre. So durften nun die israelitischen Koufessionsschulen weiterbestehen. Weitere Gegenstände der Beratungen waren die Ausarbeitungen einer neuen Gottesdienstordnung, da die bisherige von 185« längst veraltet war, von Bestimmungen über das Schacht wesen, von einer Amtsinstruktion für Rabbiner, da die bisherige von 1841 ebenfalls veraltet war, einer neuen Prüfungs-Ordnung für Rabbinats-Kandidatcn; ferner wurde die Mohelim -Frage eingehend besprochen. Selbstverständlich wurde auch die neue Kirchenverfassung, sowie die N e u e i n t e i 1 u n g der Rabbinate eingehend beraten. Fine unerschöpfliche Stoffmengc ist es. die den Rabbiher-Verein fortwährend beschäftigt hat. Außer den genannten Materien, die ihren Niederschlag in der Gesetzgebung gefunden haben, sind es noch eine Menge von Punkten, die das Herz der Rabbiner bewegten und’fti ihren Beratungen zum Ausdruck gelangten. Wohl sind auch zuweilen Standesfragen behandelt worden: diese bildeten jedoch vereinzelte Erscheinungen. die mir hin und wieder einmal aufleuditeten. Es darf darum als ein Ruhmesblatt in der Geschichte des Vereins verzeichnet werden. daß es weitaus die großen Fragen d^r württembergischen und der allgemeinen Judenheit gewesen sind, die seine Beratungen beherrschten. Man ist seit altersher gewöhnt, daß Rabbiner, wenn sie sich versammeln, nicht eher voneinander gehen, ehe sie nicht den Worten der Thora die Ehre geben. So ist es denn eine stattliche Reihe \on Thematen gewesen, die als li u 1 a di i s ch e Erörterungen behandelt worden sind. Neben den halachischen Arbeiten sind auch von einzelnen Rabbinern auf Anlegung des Vereins historische Arbeiten über die jüdischen Gemeinden in Württemberg geliefert worden, so daß dieselben um die Bereicherung unserer Geschiditsliteratur, besonders hinsichtlich der Ortsgeschichte, sich verdient gemacht haben. Der Württembergisehe Rabbinef-Verein darf das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, ein stattliches' Maß positiver Arbeit geleistet zu haben, nach innen und nach außen, zur Ehre des Judentums und zum Ruhme unseres württembergischen Rabbinerstandes. Der Verein israel. Lehrer in Württemberg. Von Oberlehrer Th. Rothschild, Eßlingen. Der „Verein i s r. Lehrer in Württemberg“ wurde1 am 2. Juli 1862 als „Unterstützungsverein isr. Lehrer und Vorsänger“ gegründet. Der Verein war. wie sein Name sagt, zunächst ein Unterstützungsverein, der den Witwen und Waisen israel. Lehrer und diesen selbst, wenn sie in unverschuldete Not geraten, unter die Arme greifen wollte. Aber schon vom Jahre 1874 an verbanden sich mit den Mitgliederversammlungen des Vereins freiwillige Lehrerkonferenzen. Auf diesen wurden Vorträge gehalten und Referate besprochen, die sich mit der Arbeit des jüdischen Lehrers in Schule und Gotteshaus befaßten. Wertvolle Anregungen sind von diesen Konferenzen ausgegangen: So hat der Chewra Kadisdia Bruderschaft in Laupheim Gegründet: 1746 Vorstand: Jones Wett Kassier: Heinrtdi Heumenn Ausschuß miiglieder: Siegfried Kurz Wllh. Kehn Helmut Steiner Israelit. Frauenverein Laupheim Gegründet: 1636 1. Vorsitzende: Freu R. Trettet 2. Vorsitzende: Freu Berte Heumenn Kessiererin:. Freu Berte Heumenn Sdtri ftfü hrerin: Freu Line Kaufmann Ausschußmitglieder: Freu Mathilde H. Einstein Freu Else Bergmann Frau IV. Kehn Frl. Berte Heilbtonner anfängliche Unterstüt/uugsverein seine Aufgabe wesentlich erweitert und im Jahre I905 ist darum auch der Name in „Verein isr. Lehrer und Vorsänger" umgewandelt worden. Nachdem der Name „Vorsänger“ als Amtsbezeichnung aufgehört hatte, hat der Verein durch seine neue Satzung im Jahre 1925 seinen jetzigen Namen erhalten. So ergibt sich aus der Geschichte des Vereins die doppelte Aufgube: Lehrer witwen und Lehrer waisen zu unterstützen und die Angel ege n heitenderisr. Lehrer, der Schule und des Unterrichts zu vertreten und zu fördern. Der Verein hat zahlreiche Freunde und Gönner, die ihm behilflich sind, seine erste und vornehmste Aufgabe zu erfüllen. Wenn andererseits die rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der isr. Lehrer Württembergs geordnete sind, und wenn in Religioussdiule und Gotteshaus Gutes geleistet wird, so ist dies mit ein Verdienst des .Vereins isr. Lehrer in Württemberg“. Seit I904^fehört der Verein dem'„Verbände der jüd. Lehrervereine im Deutschen Reiche“ an. Jsrael. Wohltätigkeits- Verein e. V. / fSva „Gemillus chasodlm“ Ludwigsbu rg Vorstand: Jos. S. Ottenheimer Kassier: Adolf Elsas Schriftführer: Ludwig Stern Ausschuß mitglleder: Julius Ebstein Jos. A. Ottenheimer Hans Frlschauer Oberl. S. Metzger Jsr. Frauenverein Ludwigsburg Gegründet 1899 1. Vorsitzende: Frau Fanny Elsas 2. Vorsitzende: Frau Eugenie Ottenheimer Rechnerin: Frau Henriette Ottenheimer Schriftführer: Religionsoberlehr. Metzger AusschuBmitglled: Frau Fanny Kusiel Chcbra Talmud-Thora Laupheim Gegründet: 1760 Vorstand: Ludmrig Nürdtinger Kassier: Fritz Hofheimer Sch rif tfü hrer: Hermann Einstein, Lehrer Ausschußmitglie de r: Heinrich Rieser Ludwig Stern Jüdischer Jugendbund Laupheim Gegründet: 1920 Vo rstend: Hermann Einstein, Lehrer Kassier: — Berti NördUnger Schriftführer: Sofie Ullmann Jüdisches Vereins wesen in Württemberg. Von Hans Sternheim, Stuttgart. Wenn hier über jüdisches Yercm$wosen in Württemberg gesprochen werden soll, qo versteht es sich, daß bei der Vielzahl unserer! jüdischen Organisationen nur in ganz großen Zügen ein Bild hiervon entworfen werden kann, ln einer Zeitung, die anläßlich eines für die württembergische Judenheit so bedeutsamen Taget, wie ihn die bevorstehende Hundertjahrfeier darstellt, einen Leberblick über das, was war. und das. was ist. geben will, darf aber eine Darstellung unseres jüdischen Vereinswesens —.ujid sei sie noch so knapp — nicht fehlen, weil eben gerade in der heutigen Zeit unseren Vereinen Aufgaben erwachsen, die aufs engste mit (len wichtigsten Lebensinteressen .des Judentums verbunden sind. Schou in den vorhergehenden Beiträgen wurde dargelegt, was Rabbiner - und Synagogen- Chor-Verein Ludwigsburg Vorstand: Albert Ottenheimer Kassler: Sally Kaufmann Schriftführer: Oberlehrer Metzger

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