Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 17 (1.12.1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 38)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4904101-5442751-5443214--3289-4907289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I e h r <• r \ e r e i n fiir unsere engere Gemeinschaft bedeuten, wurde gezeigt. wie gerade diese beiden Organisationen versucht haben und glückhaft weiter versuchen. wahrhafte Träger jüdischen Geistesgutes zu sein und es über ihre Mitglieder hinaus zum Segen unserer Religionsgemeinschaft wirksam werden zu lassen. Gerade heute, da das Judentum schwere Einbußen geistiger und zahlenmäßiger Art erleidet, da von allen Seiten gegen unsere Gemeinschaft Sturm gelaufen wird, gerade heute muß jeder "Verein dankbar begrüßt werden, der seine Freunde zielbewußt zu sammeln versteht und durch seine Arbeit ein Bollwerk gegen die destruktiven F.'r- 'iheinuiiüen in unserer Mitte bildet. Jede jüdische Behörde muß solchen Bestrebungen Verständnis und Förderung entgegenbringen — und zur I hre des Israel. Oberrates und unserer Israel. \ or-telter.unter sei gesagt, daß sicstets zur Stelle waren, wenn es galt, unsere jüdischen Organisationen zu unterstützen. So hat sich auch allmählich zwischen den Behörden und den Vereinen ein schönes Vertrauensverhältnis herausgebildet. dessen stärkste W irkung die steigernde Bedeutung'' unserer jüdisch-kulturellen Vereine ist. Die jüdische Jugend unseres Landes zum Beispiel. \on der später noch gesprochen werden soll, verdankt der verständnisvollen Förderung der Behörde* besonders viel: sie allein, das darf hier vorweg genommen werden, hat den ..Lande sc erband der jud. Jugendvereine Württemberg'" instand gesetzt, die jüdische Jugendbewegung im ganzen Lande zu aktivieren: ohne ihre ideelle und materielle Förderung würde der Wirkungsgrad dieses Verbunds ungleich geringer sein. In den Nachkt leg'lahren besonders hat sich in Wiiitfeuibeig ein intensives jüdisch-geistiges leben entwickelt. Vornehmlich der ..Verein J n d i ' ch e ' I c' h r h .i ii ' " in Stuttgart hat un¬ — VIII — ermeßlich viel für die Erhaltung und Vermittlung jüdischer Geisteswerte getan. Jeder Leser der ..Gemeindezeitung" weiß aus ihren Berichten, welche Fülle wertvollsten Lehrstoffes die Arbeitspläne des Lehrhauses enthalten, weiß, wie oft diese Organisation Gelegenheit gibt, prominentejüdische und nichtjüdische Redner kennenzulernen. Auch im Linier Le s e - V e r e i n . der schon I8T5 gegründet wurde-, arbeitet man mit Erfolg in ähnlicher Richtung. In letzter Zeit sind auch unsere- W" o h I t ä t i g k e i t s v e r e i n e. von denen zusammen fassend an anderer Stelle berichtet wurde, dazu übergegangen, mit ihren Generalversammlungen einschlägige* Referate zu verbinden. Mit großem Erfolg sind hier auch der ..Landesverband Württemberg des J ii d i s ch tn Frauenbund e s“ und seine ihm a»geschlossenen Vereine tätig. Bedeutsame, weit übör unseren eigenen Kreis hinauswirkende Arbeit leistet auch der Cent ral - Vorcin mit seinen schw äbischen Organisationen. Geradeihm. w icauch dein ..R e i ch s h und j ii d i s ch e r F i ein t s o I da t e n". sind in Ansehung der politischen Situation in den letzten Jahren Aufgaben von enormer Tragweite erwachsen. Aufgaben, die schwer und verantwortungsvoll sind. Dankbar darf in diesem Zusammenhang auch des .. Vereins zur A b wehr d e s Antisemitismus" gedacht werden, der. obwohl nicht eigentlich eine jüdische Organisation, unter der gc-sin nnngs tüchtigen Leitung von Stadtpfarrer Eduard I. a in parier sich unermüdlich für Recht und Ehre der deutschen Juden einsetzt. Fine besondere Bedeutung im jüdischen Vereinsleben kommt auch unseren Jugeudbünitlen zu. An ihrer Spitze steht der Bert hold A uerbach-V erein. von Oberkirchenrat Dr. Kroner vor nun beinahe vier Jahrzehnten gegründet. Er ist Deutschlands ältester jüdischer Jugendbund. Von seiner heutigen Bedeutung aus gesehen, darf man wohl sagen, daß er sich seines Gründers w ürdig erwiesen. In ihm sammelt sich der Großteil der Stuttgarter jüdischen Jugend, um auf neutraler Plattform, aber in schöpferischer Neutralität, sich die Grundlagen für ihr späteres jüdisches Dasein zu erwerben. Der B.A.V. ist der größte Verein im „Landesverband der jüdischen Jugend vereine W ii rttembergs“, dem die Mehrzahl der schwäbischen Jugendbünde angeschlossen sind und nach dessen Richtlinien sie vielerorts arbeiten. — Einen bedeutsamen Fortschritt stellt auch die I9»0 erfolgte Gründung des ..Jüdischen J u ge n d r i n gs“ in Stuttgart dar, dem die Jugendabteilung des Israel. Vorsteheramts, der B.A.V.. die ..Kameraden", der ..Jungjüdische VVanderbund“ und der Jugendausschuß des Central-Vereins a»geschlossen sind. — Ausgezeichnete Arbeit leistet auch der Deutsch-jüdische VVanderbund ..K a in e r a d c n". dem es gelungen ist. besonders die „Fahrt“ zum Ausdruck und Inhalt seines Jiigendlebens zu machen und der sich in Heimabenden um die geistige Ertüchtigung seiner jungen Freunde müht. — Zu erwähnen ist noch der ,.J u n g j ü d i s ch e Wanderbun d“. der ein Erziehungsideal im Sinne der zionistischen Idee anstrebt, sowie der „E s r a“ in Stuttgart und die ..A r b e i t s g e m e i n s ch a f t der g e s e t z e s t r e ii e n Jugend H e i I b r o n n s“. Vereinigungen, die auf thoratreuer Grundlage arbeiten und schon viel Gutes gewirkt haben. — Sie alle — jung und alt — werden von einer Idee getragen, mögen sie in weltanschaulichen Grundfragen oft auch verschiedene» W ege gehen: Es ist die Idee der gemeinsamen jüdisdien G r u n d a u f g a b e , nämlich: alles zu tun. was für den Bestand unserer Gemeinschaft . notwendig ist und einen vom Geiste der Verantwort lichkeit für das Gesamtjuden tum erfüllten Menschen h e r a n z u b i I d e n. Israelitischer Wohliätigkeifsverein E. V. Ulm a. d. Donau 1. Vorsitzender: Julius Strauß 2. Vorsitzender: Jakob Guggenheimer Kassier: Leopold Hilb Sdirift fü hrer: R.-A. Benno Gump Ausschußmitglieder: Dr. J. Cohn Heiruidt Bissinger Fritz Essinger Ludwig Goldmann Ladung Martin Benny Strauß Reichsbund jüd. Frontsoldaten (R.j.F,\) Ortsgruppe Ulm-Neu-Ulm Vorsitzender: Dr. Franz Hirsch Schriftführer: Alfred Adler Kassier: Friedrich Wallersteiner Ausschußmitglieder: Oberlehrer A. Adler Leopold Hilb R.-A. Dr. Leopold Hirsch Hugo Moos Sigmund Weglein Heinrich Bissinger, Neu-Ulm ISRAELITISCHER FRAUENVEREIN ULM E. V. / Gegründet 1847 1. Vorsitzende: Frau Sofie Levy 2. Vorsitzende: Frau Karoline Kirschbaum Schatzmeisterin: Frau Helene Hirsch Schriftführerin: Fraa Liesl Erlanger EKren-Ausschußmitglied: Frau Mathilde Hirsch Ausschußmitglieder: Frau Mathilde Goldmann Frau Ernestine Naihan Frau Martha Strauß Frau Alice Straßburger Frau Hertha Cohn Reichsbund jüd. Frontsoldaten (R.j.F.) Landesverband Württemberg 1. Vorsitzender: Dr. Franz Hirsch, Ulm 2. Vorsitzender: R.-A. Dr. Siegfried Merzbacher, Stuttgart Schriftführer: Alfred Adler, Ulm Kassier: Friedrich Wallersteiner, Ulm Israel. Leseverein Ulm Gegründet 6. Oktober 16SS Ehrenvorsitzender: Rechtsanwalt Moos I 1. Vorsitzender: Dr. med. Urf Kassier: Fritz Essinger Bibliothekar: Rechtsanwalt Gump Schriftführer: Friedr. Wallersteiner Vergnügungsvorstand: Salfy Leiter Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Ortsgruppe Ulm-Neu-Ulm Vorsitzender: R.-A. Moos 1 Schriftführer: Dr. Franz Hirsch Kassier: S. Leiter Ausschußmitglieder: Alfred Adler Rabbiner Dr. Cohn Frau Elise Erlanger R.-A. Dr. Leopold Hirsch Selmar Klein Ftau Gisela Lebrecht Israel. Verlagsanstalt G. mb. H. Verantwortliche Schriftleitug: Dr. Pani Rieger. Druck: E. G. Seeger, simtl. in Stuttgart ii.