Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-11-01 · 15 (1.11.1931) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
15 (1.11.1931)
Date
1931-11-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4904101-5442751-5443210--3231-4907233
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 162 — JakoA und £sau Aus den Bibelholzschnitten von Hermann Fechenbach io:., Ii.ibcn;i» uh die Juden, idsie im \\ r< :• tf :n »iir «• HP HMI isdien 1 »i llder k.illieil. DD ,t :; r, 1 -urlii h d.inii I hegr; in:,. L uilc der Landes¬ .. if/t •nehme n. fr st' ll' dir kultur und ilf I!t* »nur CÜO'IT Nm e!d; .irn ei. irn Aufsehw img /ii i 1 Zell , I. : \i ■iherlic •rr* chaft in Spa- / . i I r Zeit <1 ei k ri riizziig v in Kr.mkrritti : *Mhl Mini In •g.snn 'ich he i den Juden ' \ i'! /»:! : .e!l. in frriimt' Kultur c-ilii - - ll lllls (II •Air? til>< llieh zu ,er- ... 1 \: i -.lll^ell he l! L i.ihrn tllf Juelen ihre L i » * 5 he nie hl mit «* in«*i in Male- /u- . I.-. i :mle" pr*ulu ■ -Ulf. ' MUK lern flofhteu In " L;;n« ■In im. in ri- 1 >-IIU' ntr der Landesspräche in ihrehergebrachte Spruche ein. Ks ent standen dadurch Mischsprachen, in denen sowohl iler Wortschat/ wie die Grammatik von beiden .■sprachen beeinflußt waren. In ähnlicher Weise hat die \ ermi'thiing des Lateinischen mit den Landessprachen zur Bildung des Französischen Spanischen. Italienischen, die Vermischung des keltischem mit dein Niedersiichsischen zur Bildung des Englischen geführt. Bei den Juden finden wir solche Mischsprachen bereits im Altertum im Juden Aramäisch und Juden-Griechisch. Jiiden-Fraiizösieh- und Juden-Arabisch, in dem bis heute gesprochenen Juden-Persisch und Jude nlatarisch. cor allem aber im Spaniolischen (auch Ladino genannt! und im Jiielen-IJeutsch (Jiddisch). Rassencharakter. Fehlschlüsse und Fehlurteile. V - "Lsetzt --Lihrun^st.itsachc-n. Wie ikthr der gleichen Wirkungen I» - e , . '. rs.ichen zwingt zum Schluß auf die i.. e ihre' < ,c s,hehe»s. I ras Wesen . (tfirgeset/üchei: X o:g.:nges i»t 'eine Ali'- , i - i; >i-..cit. Die Hegel duldet keim' \ll'- ,,.oi,< iii>e Mlgemeiugiiltigkeit wird aber '!e" i : >. ejsc auch dann behauptet, wenn . Moe.erzähl cBeobachtungen vorliegt. \ er-.r Igemeiueriing c 1 »n f inzc lerfah- . „ i: < II1 t inzellatsa-heti schallt die felilr, i,e als e- "inen eider nur zu - |; ' e, de; Menschheit beanspruchen. / ii! tt Gerte.., n gehören alle Schlag- -ei,n | inzelfall* c ielleiiht einen be- W,.| hejt'W rt besitzen, aber durch die : ,;,i” /n de tt bedenklichsten Irr- - _\c, uh \ ereinzclte Norgänge und W .. ' . .. - .- danken nn.I Lmpfindungen. 1,, , 1,1 I .teil werden verallgemeinert. l.esetznuißigkeit herausgedeutet. i- . cc .'III, a. , lg, bliche! ,< s, 1/ ps» ehe,logisch e..:,. M ul die Schlagwi.rtliige ist geltoren. - . entstanden I al-churteile. deren Geltung oft Jahrhunderte hindurch unangefochten blieb. Besonders die Juden haben unter diesen corschnellen Verallgemeinerungen schwer zu leiden gehabt und noch zu leiden. I nangemchmc I.rfahrt! ngen. die einzelne im Verkehr mit Juden gemacht, wurden als ..jüdisch" stigmatisiert und zu Frieden über die jüdische Mentalität und den jüdischen Hu'scmchurakter erhoben. Wie ungerecht wärees. um eine Lrfahrung aus jüngster Zeit zu verwerten, etwa den Charakter der Deutschen nach den i’ogromheldcn vom Berliner kurfürstendamm am letzten .Neujahrsfeste1 und nach deren Auftreten vor dem Strafrichter zu beurteilen! Das Urteil müßte unbedingt lauten: die Deutschen von löst sind feige, verlogen und verroht. Nicht weniger willkürlich ist der Versuch, den Dnrchschnittscharakter einer größeren Gemeinschaft aus einer Heilte von Wahrnehmungen an Linzelpersonem zu entwickeln, da er die Auswahl der Fälle dem Zufall, wenn nicht gar persönlicher Abneigung oder Zuneigung überläßt. Dabei ist das Lrteil nach Höchstleistungen und Spitzenerschein ii ngen ebenso ungerecht wie das ÄRZTETAFEL Nach langjähriger Umbildung an der Untversitäts - Nervenklinik Erlangen (Geh. - Rat Ptof. Specht und Prof. Ewald) und der Nerven-Klinik des städi. Krankenhauses Nürnberg (Ob.-Med*- Rat De. v. Rad), habe ich mich hier als Facharzt für Nervenkrankheiten und Psychotherapie niedergelassen. Dr. med. E. de Ponte Reinsburgstr. 281 Telephon 632 73 Sprechstunde 77—72't und 3—S Uhr sowie nach Voranmeldung Heine Praxis und Wohnung befindet sich jetzt Filderstraße 451 (neben dem Zahnradbahnhof) Dr. mcd. L. Zurndorfer praktischer Arzt u. Geburtshelfer Telephon 732 96 Sprechstunder 72—7 Uhr, 4—6 Uhr Bcrfliold Anerbadi-Verein Ditmiig, dtn 3. Novtmbr, Fattual dM Hindwiburpinui, >bind> 8 */* Uhr, Gemütlicher Abend mit Tanz * Dwftttao, «ton 10. Nov^ Stuttgart-Log«, Calwar- •träte 33 «ha., abanda 8'.« Uhr Rezitation»- Abend Wir bitten u m zahlreiche* Erechelnenl , tLnd cdtHtlh > ins Cafe. cKaimoHtt. V_ Seidenstr. 6 Ed<*ScWofletr./Tel.22979^ Bindfaden-Vertretung zu vergeben bei hoher Provision an gut eingelahrte Damen und Herren. Offerten unter F. H. 088 bet. Rudolf Moste, Fraakfnrt/M. Qtass&Wets Stuttgart z Mittnachtbau DAS HAUS FÜR DEN HERRN nach Verfalls- und Kntartungserscheinungen. Der Wahrheitswert aller Definitionen von .Nationalcharakteren. die Hichtigkc'it aller Darstellungen sogenannter Hassencharaktere ist also höchst relativ und nur mit den stärksten Finschränkungen anzuerkennen. Was eigentlich deutscher Geist, französischer Charakter, englische Seele ist. kann überhaupt nicht allgemeingültig gefaßt werden. Die Definition wird je nach der völkischen oder russischen Kinstellung verschieden ausfallcn. Vorgefaßte .Meinungen, wenn nicht gar |>olitische Gehässigkeiten, werden das Urteil bis zum Trugschluß verzerren. Damit ist den Darstellungen des sogenunnten jüdischen Hassencharakters das Urteil gesprochen. Jeder Literat wollte das Problem ..Jude“ in seine Bestandteile auflösen und dann in eine Formel fassen. Die Juden sind strenge Selbstkritiker. die mit scharfem Urteil über die eigenen Schwächen und Gebrechen seit den Bibeltagen niemals zuriickgehalten haben. Die Juden haben es stets anerkannt, daß auch aus ihrer Mitte Fntartungserscheinungen hervorgetreten. Aber nur Verblendung wird die Allgemeingültigkeit dieser Frscheinungen behaupten. Fs gibt wohl kaum eine Gemeinschaft, die eine so bunte Vielgestaltigkeit der Charaktere aufweist, wie die jüdische. Man denke an die überreiche Mannigfaltigkeit des biblisdien Schrifttums und an die Vielgestaltigkeit der in ihm auftretenden Menschen. Aus ihnen einen Rassencharakter der Juden herausentwickeln zu wollen, ist ein kindlich müßiges Vorhaben. Neben den jüdischen Geldmagnaten stehen die jüdischen Schwarmgeister, neben den Protzen und Parvenüs stehen die stillen jüdischen Ge lehrtentypen. neben den Skeptikern die Positiv isten. neben den Sarkasten die jüdischen Romantiker. Nur gedankenlose Oberflächlichkeit wird aus ihnen allen einen jüdischen Hassencharakter herauslesen wollen. Vor allem aber darf nie vergessen werden, daß wirtschaftliche Voraussetzungen, soziologische Finfliisse. die mit der Blutgemeinschaft, mit der Weltanschauung oder gar mit körperlichen Merk Ah unsece £esec! Unsere Ausgabe vom 1. Dezember soll anläßlich des hundertjährigen Jubiläums des Isr. Oberrats bezw. der vormaligen Isr. Oberkirchenbehörde, das im Dezember d.Js. stattfindet, zu einer FESTNUMMER gestaltet werden und einen Ueberblick über die Entwicklung der württembergisehqp Judenheit in den letzten hundert Jahren geben. Diese Jubiläumsnummer soll u. a. auch ein Bild des jüdischen Vereinslebens in Württemberg sowie des jüdischen Anteils an Handel und Industrie vermitteln: auch soll sie nach Möglichkeit der Männer und Frauen gedenken, die sich um unsere Gemeinschaft besonders verdient gemacht haben. Wir bitten nun unsere Leser, soweit sie es können, an dieser Festnummer dadurch mitzuarbeiten, daß sie uns bemerkenswerte, die Allgemeinheit interessierende Geschehnisse aus Vergangenheit und Gegenwart aus ihrem engeren Kreise mitteilen. So kann für jeden unserer Leser unsere Festnummer sich zu einem Erinnerungsblatt von dauerndem Werte gestalten. Sämtliche Zuschriften erbeten an: Isr. Verlagsanstalt G. m. b. H. Stuttgart, Kasernenstrabe 13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.