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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-10-16 · 14 (16.10.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
14 (16.10.1931)
Date
1931-10-16
Page
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- 153 - sthiltl. dem der Ausschul! mit behördlicher Genehmigung im Hinblick auf seine grollen Verdienste den I itel ...\ u s t a 1 t s d i r e k t o r“ verliehen hat. Für das I „ n e „ in i u i s t e r i u in und die ../ c* n t r u I I e i t u u g für VV o h I t ü t i g k e i I" sprach dann Oberregierungsrat l.öbich. Drei (docken, so wünschte der fledner. mögen stets über diesem Hause lauten: die (,locken der B a r in li e r / i g k e i t . der Irene lind des \ e r t r a ii e n s. Präsident Andre entbot Grill! und Glückwunsch für das Präsidium des \\ ii r t t . I.andtilgs und für den überwiegenden Teil des I.audlags selbst, kr betonte, dal! man die menschlichen Note nicht allein durch Paragraphen bannen könne, da Ii vielmehr ein Gesinnungswechsel vor allem not Ine kr wünschte, dall die keier ein Beispiel dieses Geistes für das kund sei und dall ans dem Waisenhaus stets nfee eilte, für Staat und Volk vcrnnlvvorlungshcwulitc Menschen hervorgehen. kür die S ladt g e in e i n d e Stuttgart sprach Oberbürgermeister IIr. kaute n s ch I a - ger. Auch ,er dankte für die in v ic-len Jahrzehnten geleistete l.iebcsnrbeil und wünschte dem Waisenhaus auch ferner Glück und Gedeihen. I)r. lang von langen überbrachte als Oberbürgermeister der Stadt klilingen die Glückwünsche* der Stadl und des Gemeinderuts. kr gab schlier kreucle ob dieser harmonischen von e i ii c* in Geist beseelten keier besonders in An *ehung der furchtbaren Zerrissenheit unseres Vaterlandes Ausdruck und schied! unter I c-ber reichung einer klircugnbc mit den be sten VV ein seiten für den weiteren Bestand der ..W illtclnispflege". Beciitsauvvalt Di. ILu y u m - Tübingen der Präsident der Israel. I.audesversnmmlung übermittelte die herzlichsten Daukesgi iillc* seiner Körperschaft. Seine Ansprache gipfelte in der Betonung der innigen Beziehungen zw isciien der Israel. Beliginnsgcmciiischnft Württembergs und ihrem VVuisenhuuse und schied! mit dem Ausdruck der llnfTniing. dal! dieses schöne Verhältnis für immer fortchiuern möge*. An Stelle* des erkrankten Präsidenten des I s r a e I. () b e r r a t c* s. Ministerialrat I )r. Otto Hirsch, sprach das theologische Mitglied des Ober rate*». Sladtrabbiner Dr. Bieg e r. kr bezeichnete das Waisenhaus als das Werk, in dem der Geist der Alten und die Kraft der Jungen sich zum Heile der Israel. Beligionsgemeinscfiafl Württembergs und zum Wolde des deutschen Vaterlandes sichtbar vereinten. kür das Israel. G c* me indeuirslc h e ramt Stuttgart entbot dessen Vorsitzender. Oskar B o t h s ch i I d . Dank lind Grull. kr teilte mit. dal! das Yorstcheramt dem Waisen bans eine Spende von ‘500 VIk. gemacht halte und versicherte, dal! es auch fernerhin seine Bestrebungen nach Kräften unterstützen werde. Nun überreichte Gemeindevorsteher kabrikaut Moritz ko i ge n bu uni im Auftrag einer gröHoron Anzahl von Mitgliedern der Israel G e in c* i ii d c* klilingen zwei prachtvolle silberne Thora-Schellenstöcke und sprach gleichzeitig die herzlichsten Glückwünsche der Gemeinde ans. Im Namen der früheren Schüler und Zöglinge* der „VV ilhelmspflege" dankte hierauf Bnhhincr Dr. k in i I S cfi o r s ch - Ilannover für all die kielte, die das Waisenhaus allen seinen Schützlingen erwiesen hübe, mit bewegten Worten. Nun dankte Landgerichtsdirektor Stern allen Bodnorii für ihre bedeutungsvollen Ausführungen: er gedachte nochmals mit warmen Worten der dem Anstaltsleiter erwiesenen khrung und dankte auch seinerseits für die ihm durch die Ueberreichung de r ..Ludwig Stern-khrendenkniünze“ gezollte Anerkennung, die er in seiner Sdimarja Lewin am 20. Oktober in Stuttgart 1 l'iisere Gemeinde* birgt in diesen lagen einen interessanten Gast: Dr. S eh m a r j a Lewin. der am 2(1. < Iktobcr über ..S eh i ck s a I s f r a g e n der Juden“ sprechen wird. (Siehe Inserat S. f>J| Schmurja l.ewin. einer der gefeiertsten jüdischen Bodner. ist als eine repräsentative kigur der zeitgenössischen Judciilicit bekannt, kr hat in allen l.äiidorn gelebt, er kennt die Kultur aller krdtcilc. er kennt das Leben der Juden in allen vier Kcken der Welt. Lud wo er liiiikommt. wird, er wegen der rhetorischen Sicherheit, mit der er .die verschiedensten Sprachen beherrscht.! bew lindert. Seine politische Wirksamkeit gilt stets seiner bedrängten Gemeinschaft. Aliefi wenn er als Mitglied der ersten russischen Duma tätig war. hat er in erster l.inic* als Jude* für die jüdische Gemeinschaft gekämpft. Von der zaristischen Bogierung in eonliiiuaiiaim zu einer schworen Kerkerstrafe verurteilt, zog Dr. Lew in es vor. den W anderstab zu ergreifen. Seit jener /.eit hat er jahrzehntelang die jüdischen Siedlungen in aller Welt uufgosucht. bis er seinen ständigen Wohnsitz in Palästina nahm. -( uci miidlich literarisch tätig, liel! er sich auf Drängen seiner l're.uiide dazu bewegen, auf Beison zu gehen, kr verbrachte einige Jahre* in Amerika wo er in erheblichem Malte dazu beitrug, die amerikanische Judenlieit auch seine* lischor auch ulscher bei zu organisieren. Dort schrieb er I .ebeiiserinneruiigeii. die an Her in en in v iolon anderen Sprachen, in d I! o w o h I t . Berlin, erschienen sind, ein VV tb k das von der Kritik den bedeutendsten Me nioirenwerken als gleichwertig an l|lie Seite gestellt wird. j Wir b c* g r ii I! c u Heil » I) r. iS ch m a r j a l.ewin in n n s e r e r Milte! bekannt bescheidenen Weise über nicht gelten lassen wollte. Auch Anstultsdircktor B o t lisch i I d sprach für die ihm orw iesene khrung seinen warmen Dank »ins. Leider ist es uns nicht möglich sein anschlicllond erstattetes, überaus wertvolles Beferat. das so recht einen kinblick in die treffliche krziohungsarboit des Waisenhauses gestattete ausführlich zu würdigen. Der Itcdncr darf überze ugt sein, dal! seine Aiisfiihi nngen auf alle Anwesenden nachhaltigsten kiuclruck gemacht haben, kür die Verbundenheit aller Pfleglinge* mit der Stätte ihrer Kindheit zeugten besonders die von ihm verlesenen Briefe und die Tatsache, dal! zu der Leier viele ehe maligen Zöglinge* darunter L rl. Klara Weil aus Amerika erschienen waren. Den Schild! des kestuktes. an dem ander den thon erwähnten Persönlichkeiten Präsident Dr. von Balz. I auclrat B i ch t e r. cvnng. Stadt planer B o I I o r . kalliol. Stadt pfarrer Dr. S liege I c*. < Ihermedizinalra! Dr. VI a n g o I d . die Bektoren der evaugeliscfien und katholischen Volk-schuh'ii. mehrere Vertreter des klllinger Stadlrates Klironsenutnr Bedaktonr V. Heller und Vertreter vieler jüdischer Gemeinden und Vereine teiliialimen. bildete der stimmungsvolle Vortrag des Beethoven selte n Chores „l)ie II i in in e I r ii h m c* u . ..“ .durch dpi* Pfleglinge des Waisenhauses, kin linbil! in d|*r schön geschmückten Laubhütte und ein Buinlgang durch das Vnstaltsgebäude schlossen siele an. So wurde der bedeutungsvolle lag der ll.iinderljahrfeifr ebenso würdig wie* I festlich bc Durchführung de Ganzen hat gangen. I m -die sich Kbusul VI a \ S t ra u s ganz besonders verdient gemacht. Den vielen Wünschen, die von nah und fern dem Waisenhaus in diesen lagen /„gegangen sind, schliellen wir Ulis au dieser Stelle nochmals von Herzen an. Möge die Israel. VV aisen-oind l\rzieliuugsui|stult ..VV ilhelmspflege"' auch im zweiten Jahrhundert blühen und gedeihen zum VV olde unsc'rer Waisenkinder und zur I hre der w iii ltembergischen . udenheil! H. St. Ein Gruij zum W aisenhaus -Jubiläum. Wenn auch |>ost festuni ...! L.tl an dort J a h r e VV a i s e n Ii a n (!" Hier gibt es keine grollen Worte*. Die sind uns abhanden gekommen in dieser /.eit. L.ines nur liestcl I bei mir. bei allen, die kIllingen und das Waisenhaus lebten: Dank, im m e r ii n r I) a n k Alfred DreifnK, Berlin. Seligmann Kahn Am fliisttngsubcml zum I horafeste, um Oktober d. Js.. ist in Stuttgart einer der edelsten Menschenfreunde. Selig m a n » Kahn, nuth langem kehlen in die kvvigkcit hiniibergeschlunimert. Nach einer frommen Sage* lädt Gott zum j hornfreudonfesto die Patriarchen die Weisen der Bibel, die: Meister des Gotteswortes an seinen I isch. Von dieser Sage aus gewinnt das Sterben Scligmnnn Kuhns an diesem Lage* symbolische* Bedeutung. Ist doch mit ihm wohl einer der grollten Schriftkenner unserer Tage geschieden der die ganze Bibel mit souveräner Vollkommenheit beherrschte, der in ihr lebte, mit ihr dachte und von ihrem Geiste ganz und gar erfüllt war. Dieses V erw uchsensein mit dem heiligen Worte vvar der Schlüssel zum Yerstündnides Dahin gegangenen. Die biblische Wahrhei vvar ihm so in L leisch und Blut hbergegangen. jlul! der tief bescheidene Mann in seiner versnnpicncn philo sophisclieu Abgeklärtheit den Ideulgestalten der heiligen Vorzeit glich. Mit kindlicher Gläubigkeit verband er innigste LTömmigkteit. mit lauterster Gottinnigkeit vollendete .Nächstenliebe. Alle diese hügenschaften überstrahlte über seine patriarchalisclie Gastfreundschaft deren rührende* Selbstlosigkeit in Stuttgart fast sprichwörtlich geworden war. Die .Verlusten galten ihm ..als die Kinder seines Hauses", die elendesten Bettler als Brüder, denen er n it fast fürstlicher Freigiebigkeit sorgende Liebe entgegeubruchte. Leidenden Menschen helfen zu können war ihm höchste Duseinsfreude: \s war also ke in VV linder, dal! sein Haus geradezu eine Heimstatt altjüdischer Frömmigkeit geworden war. Südd. 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