Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 12 (16.9.1931)
- Date
- 1931-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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— 126 — I rirägiiisse\ die das \ ersicherungsgeschäft sonst den privaten \ ersichcrungsgosellihaften ubwirft „»<> <Ii>- Le'berscliii"e. soweit sie nidit bestimmungsgemäß ile'ii \ ersiclii'rte'ii selbst zugute kommen, wird der Verein dein jüdischen \\ o ii I f n li r t > / w e ck /nr \ erfiigung steilen. I ' ist fiir die jüdische Wohlfahrtspflege imi besonderer Bedeutung, dal? diese r Weg hier zum istenmal beschritten wird. Die Zentral wohl fahrtsstelle der deutschen Juden hat die Verpflichtung übernommen, die Lebersihiisse des V.-reins /„ kontrollieren und dafür Sorge /u tragen, dal? diese f ebersehü-se den jüdischen U ohlfnlirfsonstalten in Deutschland zugefiihrt werden. Die' edlejeiebsche Idee vom Zusanime'ii- 'ihlul? eh r Jiiele'u /um Sehut/e der Fin/elnen und /IIIII >ehut/e' efer Gesumthe'it fand im Verein Familie nsehiit/ eine für dieheutige Zeit ausgezeichnet- \ uv» enelung. I )er hin/eine' soll an seine l’lliehl e rinne rt werclc'ii. für schle chte Tagedurch I iii/elhliiug kleinster Betrage' veir/useirgen unel ei, h-reie'in eihne' geringste Mehrbelastung der C.. '.in-the'it ela/ii /II ve rhe lfe n, elas Wedilfahrts- ■ - : k. eins oite-r grolle n Mühen aufge'baut wurde'. ei h ellen. Im lutere'—e der jiicli'chcn Ge'sauit- - - le n Celle: die s, ' Molt noch fremel sei,,, in Cei11• n kn i'i n ji'de,H?i i't es schon e in Begriff - cee.ieiii. Iloelge ■» i't ein I >orf in ehr Nahe' um ‘ e'.i. in ih'in eh r ..Brith ( h.dii/iin D.itiim" i-'.n-i ge-.et/est.-euc-r ( hulii/inti 'e in erstes l.e-hr- . it Jahresfrist be-'il/t eh r Bnnel einen •i ii ■ - :i'h -f mit |se, Morgen I and. Wahl unel -ii bei I i-tte nhof im kreise- Fulela und ' ■ eilt hell': weiter ..l.e'h rgiit B o d g e s". s,. ,n )>, f’.-teiefi likuali ll’alii'lin.ii. in 'iee - in I ti-iit'ifilauil ,111'ge bilde te n Vliae" ,i eh-' Be-dg' .:ii'ie-ele lten tragt den Name n k ■- - -h II-Iu- ■.. -7 ce ii: - Bi ith! lialii/im D.itiim. ie,i. will t - Not-- eh i jiieli'ihe-n Jiige'iid in De'iitschlauel - - -m el be-k.iunt. V\ e ■ ii ii sefion die i-t I. I Ille ube-rfiillt ~inel. so i't e s fast >,||S- _ 'i:: -i"i-,i. I vi'te-n/iuogliehheite'ii /» finele-n. be i u ela 's.!bb.ithli.i11uiig niefit erschw e-renel Doch niefit ilie-ser l ut'tand allein ist es. ' lii 'e 'iigen Men~efie'n /ii einer Ciemein'ifiaft : e ii'ihlielft unel unter härtesten Opfern ■ iii'.igengen ihre n M e g gt'hen lallt. Fs ist I- : i :!-! Glaube' an (.eitt unel an die lelee ■ - li.-i.i. Vii' diese r Frkcnntnis heraus will .- ü -bi I lioru zur Le-bensge*stalterin einer - ii.i nii :ii'cfiaft auf jüdischem Boden machen. N1 e ii l:.ila-tina elas Objekt/ionistisch-natioi'li'etier Zieh i't unel ser jiielisch werden - v»; nglatiel englisch, sondern weil es das i ’ e : g : I a n el" i't.-weil dort die Thora - -> :; und mit ihr elie- \ erpfliditung. Zion nie ' : g- '-e-n unel ela' Fanei jiielisch zu erhalten. >' 1 i : die sem Boden Gott eh're'inst ec je der sein .;-{i r'lelh-ii vcirel. I -li uil unifallt ohne parte-ipeditische Bin- - 11 g n g i j ii el i s di e ge.setzestr e II e Mi I- ' di e ii. diegewillt sind, nach Palästina -; g- - i und hat in Deutschland im besonderen ii 1 die im>tweuelige ..Ifachsdiarah"!Ausbilehmgl / i se-rgen. Dazu dient das Lehrgut Rodges. Das * winde mit I lilic zweier Hv pothekenanleihen eie- Berliner jiiili-chen Gemeinde unel efes preulfih. ii 't, ate-s --?worben: es i't dort bzw. noch auf - ii - nad,barten Bauerngütern Ausbilv - -'tiioglichkeit für ca. jtl Jungen unel .Mäd- •ii. >ie jährliche' Anme'leliingsziffer ist doppelt g'iolf, so elall nur elie in plic'ischer unel auch g.i'tig- -ligioser Hinsieht geeignetsten aus g‘-ddt c> erden können. In greillcm Umfange w::u c . h- und (,e flüge-I/ncht betrieben: besonn.-iei \\ - rt c» iret auf Garte nbau und Obstkultur g .egt. : I- ' Vrbe it'/cce'ige. die auch in Palästina am -iis'iehi'Ce-ieh'ten 'ind. IJie berufliche Ausbildung cs ireI lilgetneiii gelobt. Die Vein Rodges i-.ufi I i ■/ l'iae-l aii'u ände rnden ( hawerim finden dank iliiei gute n Kenntnisse dort leicht Anstellung. I Meim i'te-ii von ihnen - es sind bereits ca. .irbe-ite-n in der ke-w nzall Bodges bei Pe-taeh likwali. Der Beiden w nrde vom Salvendikomite-e in I runkfurt a. M. langfristig zur Verfügung gestellt. Diegeistige» Ausbildung beschränkt.'ieh nicht nur auf elie \ e'rmittlung von lielir.ii'ehe-ii S|ir<idikc-nntiii"cn. soiiele'rn sieumfalft das ganze jüdisch-geistige (int. in dem sich Lord Reading der neue englische Außenminister lieit und der jüdischen Familie ist die Tätigkeit des Nere'iii' aufs wärmste zu begrüßen. die' ( hawc-rim eh s Bundes vervollkommnen sollen. >eil einigen Jahren wird deshalb regelmäßig e ine Anzahl C hawerim aus Bodges fiir die Winternioiiate auf die' Jeschiwo nach Frankfurt u. M. geschickt. Die Ausbildung der Bniidc'siuitglicder geschieht also von dem Gesichtspunkte* ans. junge jüdische Menschen im Sinne' der Tradition zu \ olljtidc'ti zu erzielten unel ihnen ein jüdisches Milien zu schaffe-n. De'r I. instand mm. daß Rodges keiner Partei dienstbar ist und völlig unabhängig an seiner großen Aufgabe arbeitet, macht es jedem bewußten Juden ob Zionist oder .Nichtzionist — zur Flire'npflieht. diesen jungen Pionieren behilflich zu 'ein. \ni. IT. September 1931 vollendet Dr. pliil. h. c. James Simon sein M). Lebensjahr. Mit dem Namen James Simon ist ein wichtiger Teil der Geschichte des deutschen Judentums verknüpft. James Simon wurde 1831 in Berlin geboren. Als Chef der weltbekannten Baumwollfirma Gebrüder Simon in Berlin spielte er eine führende Rolle im deutschen Wirtschaftsleben, war jahrelang Vizepräsident der Handelskammer Berlin und Mitglied des Reichsbankdirektoriimis. Fr gilt . als einer der feinsinnigsten Kunstkenner und Kunstsammler. Die Berliner Museen haben ihm eine große Bereicherung ihres Besitzes zu verdanken. So schenkte er dem Kaiser-Friedrich-Museum seine Sammlung italienischer Renaissancebilde(r. Broncen. Medaillen. Münzen usw.. die in einem eigenen ..James Simon-Saale“ untergebra^ht sind, und seine Sammlung deutscher Holzskulpturen und Gobelins. James Simon war Mitbegründer der Deutschen Orientgesellschaft (1898) und beteiligte sich in starkem Ausmaße an der Finanzierung der Ausgrabungen in Mesopotamien (Babylon 1898 bis (912. Assur 1902—1914). Palästina (Jericho. Synagogen in Galiläa, Aegypten (Abusir bei ( airo. Abusir-el-Mene und el-Amarna 1908 bis 1914) und Kleinasien (Boghazköi). Dr. Simon betätigte sich in hervorragender Weiseauf dem Gebiete der jüdischen Wohlfahrtspflege. Bis Fnde 1929 gehörte er dem Rat der Jewish Colonization Association (JCA) in Paris an. Im H-ilfs verein der Deutschen Juden nahm er seit seiner Begründung (1901) einen besonders hervorragenden Platz ein. Unter der Leitung von Dr. James Simon hat sich der Hilfsverein der Deutschen Juden drei Jahrzehnte hindurch in Zeiten größter politischer Erschütterungen und ökonomischer Umwälzungen in we item Ausmaß betätigt. Kurze Zeit nach der Begründung des Hilfsve'reins übernahm Dr. Simon den Vorsitz in ihm. Sir Herbert Samuel der neue englische Innenminister Das Lehrgut hat ein Jahresbudget von zirka 30 000 bis 32 000 Mk.. wovon 23 000 Mk. durch 3 e rkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse herausgew irtschaftet werden. Ein von Fachleuten als staunenswert bezeichnetes Ergebnis, wenn man bedenkt, daß es sich doch um ein Fohr gut handelt. Zirka 5000 bis 7000 Mark müssen durch freiwillige Spenden aufgebracht werden. Das ist in erster Linie Aufgabe des A ei e ine s der Freunde von Rodges“-. Die Subventionen einiger Organisationen und Grofigenieinden mußten infolge der schweren Wirtschaftslage stark gekürzt werden, und es müssen. um diesen Ausfall zu decken, recht viele ..Freunde von Rodges" gewonnen werden. Dies soll mit Zweck dieser Zeilen sein. Fs ist das Verdienst von Rodges, daß es in dieser schweren Zeit einen freilich a u di schweren aber fruchtbaren und produktiven Ausweg zeigt. Möge sich das deutsche Judentum diese Chance erhalten! Anmeldung von Mitgliedern zum ..Verein der Freunde» von Rodges" nimmt entgegen: G u s t u v S c ck b u ch . Stuttgart. Schließfach 2t. der auch ge rne weitere Auskunft erteilt. In langjähriger Zusammenarbeit mit dem verewigten Pa n I \ a t h a n hat er den Hilfsverein zu einer Organisation ausgebaut. die in engster Verbindung mit großen Körperschaften wie Jewish Colonization Association, American Jewish Committee, Joint Foreign Committee, Alliance Israelite Universelle stehend, in Osteuropa und im Orient eine vielseitige Tätigkeit entfaltet hat. Das Sdiulwcrk in Palästina und in den Ländern des Nahen Ostens, die Organisierung der Answandererfürsorge in Deutschland, die Durchführung großzügiger Hilfsaktionen anläßlich der Pogrome in Rußland und Rumänien, bei Naturkatastrophen, während der Balkankriege 1912/13 und insbesondere im Weltkriege, ein weitverzweigtes Hilfswerk für die jüdische Jugend, vom Säuglingsalter angefangen bis zu erfolgter beruflicher Ausbildung — all das sind wichtige Teile der Arbeit des Hilfsvereins, mit der Dr. James Simon aufs engste verwachsen war und ist. Während des Weltkrieges bereiste er Gebiete, die von der deutschen Armee okkupiert waren, um sich an Ort und Stelle über die Lage der jüdischen Finwohnerschaft zu informieren. Dr. Simon stellte sich stets zur Verfügung, wo es galt, für die verfolgten Juden in osteuropäischen Ländern einzutreten — sei es durch Interventionen bei Behörden, sei es durch Fühlungnahme mit einflußreichen jüdischen Persönlichkeiten und Organisationen auch außerhalb Deutschlands. Von besonderer Wichtigkeit war es für den Hilfsverein, daß Dr. James Simon dem Conceil der Jewish Colonization Association angehörte und an deren Arbeiten stets lebhaften Anteil nahm. In der letzten Jahresversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden, in der ein Ueberblidc über sein dreißigjähriges Wirken gegeben wurde, hat Max M. W a r b u r g-Hamburg, der Verehrung für Dr. James Simon als Präsident Jüdische Jugend in „Rodges". Dr. h. c. James Simon 80 Jahre. milCK-mOBEL, Zeppelinbau Die vornehme Möbelausstellung Stuttgarts Unverbindliche Besichtigung unseres reichhaltigen Lagers in 3 Stockwerken erbeten