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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-09-16 · 12 (16.9.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
12 (16.9.1931)
Date
1931-09-16
Page
[Seite] (sequence 7)
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Q)orndorf das edelst# Erzeugnis der Schuhtndu«tri# KonigstraS« 3 des Hilfsvereins der Deutschen Juden lebhaften Ausdruck gegeben. Anläßlich seines 80. Geburtstuges wird eine ..James Simon-Stiftung“ beim llilfsverein der Ideutschen Juden geschaffen, für die von einer Anzahl dein Hilfsverein und l)r. James Simon besonders nahestehender Persönlichkeiten, sowie von Organisationen namhafte Beitrage ge/eich, net worden sind. Möge dein Jubilar noch ein langes Wirken im Interesse der werktätigen Nächstenliebe vergönnt sein! Vom Isr. Krankenhaus in Gailingen. Von Oberlehrer Berlinger, Buttenhausen. Am hohen Talhung, der sich /.um Rhein hin neigt, hart an der Schweizer Grenze zwischen Stein und Schaffhausen, liegt Badens größte jüdische Landgemeinde, das liebliche Gai finge n. Ist auch die Zahl der jüdischen Einwohner des großen Dorfes gegen früher stark zurückgegangen, so zeugen doch seine religiösen und humanitären Einrichtungen auch heute noch von früherer Blütezeit, und ihre Erhaltung. Fortführung und Erweiterung in der gegenwärtigen schweren Zeit von hohem Gemein- und Opfersinn des jetzigen Geschlechts. Seit 40 Jahren besitzt Gailingen, was Stuttgart, ja was Württemberg noch nicht hat, ein Israelitisches Krankenhaus. Durch den tatkräftigen Beistand früherer GailingerGemeindemitglieder und des badischen Oberrats, angeregt durch die rührige Verwaltung mit Fabrikant Frankel an der Spitze, wurde diese Stätte jüdischer Nächstenliebe einem Bedürfnis der Zeit entsprechend durch einen geräumigen modernen Anbau zu einem Sa natoriuin und Erholungsheim für den Mittelstand e r w e it e r t. Dort findet der abgehetzte Städter, der überarbeitete Beamte, der genesende Kranke bei mäßigen Preisen die solide Ausstattung und Aufmerksamkeit eines gut geleiteten Hotels, die peinliche Sauberkeit und ärztliche Hilfsbereitschaft eines Sanatoriums und eine streng gesetzestreue. vorzügliche Verpflegung verbunden mit der anheimelnden Herzlichkeit altjüdischen Hauswesens. Unter der Beteiligung der ganzen Gemeinde wurde dieser Tage der Neubau seinem guten Zwecke übergeben. Der Bürgermeister hob in seiner Ansprache den nachahmenswerten Edelsinn der jüdischen Gemeindegenossen herhervor. Die anwesenden Kurgäste waren voll des Lobes über die Leistungen des Hauses. Erwähnenswert ist, daß sowohl die Schwester Oberin wie auch die Wirtschafterin waschechte Schwäbinnen sind. Der Rabbi als Arzt. Von Oberlehrer Knlb, Oeh ringen. Es dürften etwa hundert Jahre her sein, als der in weiten Kreisen und über seine engere Heimat hinaus berühmte Rabbi Sekel Wormser seligen Angedenkens — genannt Baal Schern von Michelstadt — geehrt und geachtet und in hohem Ansehen stehend, segensreich wirkte. Nicht nur in religiösen Fragen wandte man sich an den gelehrten und frommen Mann, sondern auch in Dingen, deren Beurteilung man von Aerztcn erhoffte. So geschah es, daß in der Gemeinde Neckarsulm die Knaben — und es waren deren mehrere — nacheinander in den besten Kindesjahren vom Tode hinweggerafft wurden, während die Mädchen am Leben blieben. Man wußte lange Zeit keinen Rat. um so mehr die befragten Aerzte vor einem Rätsel standen. In ihrer Not wandte sich eine Familie an den berühmten Rabbi in Michelstadt im Odenwald mit der Frage, was zu tun sei, um ein inzwischen geborenes Knäblein am Leben zu erhalten. Man bat nicht vergebens: die Antwort des großen Rabbi lautete, daß man den Knaben bis zu seiner Barmizwah nur in weiße Gewänder - 127 — kleiden solle*. Die Eltern freuten sich über den Bescheid, befolgten den Rot des weisen Rabbi und waren ihrem Gotte und dem gelehrten Manne überaus dankbar. Der Knabe wuchs zur Freude seiner Eltern zum Manne heran. Er übte als wahrer Menschenfreund viel Gutes und segnete nach Beendigung des Weltkriegs, geachtet und geehrt als langjähriger Vorsteher, das Zeitliche. Sein Name — Julius R e i n g u n ii ip — lebt in der Geschichte Göppingens in ehrendem Andenken weiter. _ Aus den, Qememdm 'WiicUem&ecqs. Stuttgart. Vom „S t u d t v e r h a n d Stuttgart des J ü d i s di e n Frauenbünde s" wird uns mitgeteilt: Es erscheint lins ein Gebot der Zeit zu sein, den Frauen des jüdischen Mittelstandes die Möglichkeit zu peben, ihre Wintergarderobe auf billige Weise herzustellen. Zu diesem Zweck ist von uns bereits ein N ä h k u r s eingerichtet worden, der guten Anklang gefunden hat. Wir möchten bei Bedarf gerne einige weitere Nähkurse veranstalten und bitten die hieran interessierten Frauen um Anmeldungen. Die diesbezüglichen Ad ressen sind aus unserer Anzeige Seite 122 dieser Nummer e rsichtlich. Stuttgart. B e r t h o I d A u e r b a ch - V e r e i n. Das Programm des B.A.Y. sieht für die zweite Septemberhälfte eine Reihe interessanter Veranstaltungen vor. Am 22. September spricht Gustav S e ck b a ch über ..D ie Ideenwelt. Samson Raphael 11 i r s ch s“; am 29. September Gemeiiidepflcger Dr. Martin Colin Gesund werden Sie wie der Fisch Ixn Wasser auch ohne Sommerfrische durch VITOR der neueste und wirksamste medizinische Apparat (RM.G5.-) Verlangen Sie in Ihrem eigenen Interesse sofort unverbindlich Auskunft vom Hersteller Pr Kayßer, Ing., Stuttgart, Böhelmstr. 9/11 über ..Die wirtschaftliche* jk r i s i* der deutschen Juden“. Auf befiele Abende machen wir unsere Leser hiermit besonders aufmerksam. Ebenso sei der Besuch clor um 18. September stuttfindciiden und wiederum von Rabbiner Dr. Auerbach geleiteten! Freitagabepd-Feier bestens empföhle i. (Siehe* Inserat Seite 122.) Stuttgart. Der ..V e r e* i n j ü el i s Ri e s I. e h r - haus“ nimmt am 5. Oktober seine W interarbeit iif. Das Programm der Kurse* und sonstigen \ ernnstultiiiigcii werden wir in ne ehster Nqmme*r veröffentlichen. Wie' wir erfahren, werden die bisherigen Kurse fortgesetzt. Stadtrubhiner Dr. Riege* r wird diesmal iibt|r Rosenzweigs „S lern der E r 1 ö s ii n g“ lesen. Des weiteren ist ein von Gemeindepfleger Dr. Mart i ii C-o h n geleiteter \ o I k s w i r t schaftlieber Kurs geplant. Es werden auch wieder sehr interessante So nel e r v e* r a n s t u I t u n g e* n stattfinilen. für die* prominente Redner gewonnen wurden. Wir nennen nur: Rabbiner Dr. Di * nemann . Offenlmch. Frau M n r g a r e t h e Aus m ann. Dr. L. F e u ch t w a n g e r . München. Professor Dr. Martin B u b c r. W ährend Professor Dr. 2Uit6cotw Karl Gertler Jmwulim Spaxlaütßti Bruckmann- Kaisers*. Silber-Besteck« KUazwAREN nesaai T-en.--Men 1 üfrßmplc, ufh ■ M TriketwaMkc ■ VMhnrti »•Machender .. «rf’ETJE Japetm - £itwleiun Hermann Schieferer iCUbnn, Friedensstraße 46 Telefon Nr. MM Stark D Hartmann-Heilbronn KlodergajM § Fernruf durch Nr. 1404 Spezialgeschäft für Zentralheizungen Hochu. Nlederdruek-Warmwasserdnlagen, sowie Heiz-Anlagen für GewSduhSuser GOTTL. 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