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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-08-16 · 10 (16.8.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
10 (16.8.1931)
Date
1931-08-16
Page
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ii'■ ■:i<li^.-n kindc-r»(‘t-li-n »trriM-n. »in—tilit Mt-n- -t:i. nli< l>i- . ia-ri-chtigki-it mul Fdc-Isinn. Ich würdei - für ein »chwc-rc-s s ,-rliüiiLiii» hallen, wenn die di-ut-ihr I c-lm-r»chafl in ihrr Mehrheit ins anli- >1 »lili-'he l.agi-r liinühc-rwechsein wollte." I nd n Ti ii!>ehandell l.inde da* l'ehlurteil I he lüden li.ihon den Ile rn Jr»us gekreuzigt im |Ldfuion-iml.-rriihl. \li-.rding» irrt l.inde. wenn er u-nullt. If die-e- I ehlurleil ml dein kriege ker:. ii< ■■-t;- .Bedeul'ing be»e»»en hat. Jeder j uh wird ihm mm »einen gegenteiligen Irfali-; ane. n i>.-richten kernen. I'.r hat aller recht. -; -in er j l/t die I einer an die heilige Pflicht l .,...»,■» I* eh11:"teil nicht gedankenlos a , ' <j■) an", »lind, rn ihm mit Lrn»! und v iith :il k /il I k* l«?N. I iuile ei.brigt nun den Ynhwci». dal* e» die ,;-iiiii.':e W ,!ii heil den I einem /ur Pflicht i e. -e» I hlnrteii ii:=i '»tc-n» .n» dem ... : ...I, : . i.!i I , |»/I| /eil. Der Nachweis . |,| j . . in.-einen leiten unrichtig, in ande- ■ »•._■ : , i»i'i. VI» i »eine lenden/ i»t so; - , : - . dal* ei, i;iidi»che I ehn-r I hr- ■ » h.idm. nn em|ilindet der »ich n |. ,i|• , m i eminien in die l’mlileuiliage; , | ii :;!,:■•! »i 'ra Meinung iii. nidiih cor -es,. : ie »gl II c>! :, i!t. \\ e ■:e i;iii■!■•.: ii-t »ich in e -Il II nach- : e»el I. »id Itc e» . . ge,!, III. :i- -e i ■ |»1 * (iuelh de» J, ' < ■ I;; - -» / ' \ e:-die' l'en. -oll!, der kalll|if e - i , . i;1’.,i .e»iiii,!|!-iiiLi w;i k eil ■ , », . » a ein. im: die», . I n.e i■ I;ri i: n::ren der V|ei,»ciie e .i n oide-i, ii- /n mildern 1 ., 111 - . i, i i-fi: i.en Kollegen und .. i.- - ■' I»!■ ti .. ■ ad!»t c » ge- . , ■ - . ... iije i . , » ili i-li h. die Nach- : _ : ’.i ■ -:|1 ewig für \ . i ■. /ii ... ii n >ie c rie hen eie» ' a ■ ei i ■ •. her ei eicht. - .i * aiol dl I lind je, -j.!- .---I, \oii him- ... (. ki tel; .egen III l»ch III ll ig ,! I . 11 i. > ‘ I - F l /--,. I ieX'-II. I t-'i- Te-e I».eii.il!. tV id III III »ie des- .... - i. I g i, c i . I» -i i l;!d! » I nie a | te* •di-’iii: da» I tog na ic II Ji.d-.-ldlaß!! i 1,1 ll -de J r.iell iil ihl ei VI: ■ , ' r; -;-1. I.: || i» •. e-l.e adei. Illldl \ :»» rtji!.-!>»,-. |». t!f R.-bbi ■- - »■: : ‘ e,, e - il 11 Ie- I teil V» ' i de»!!,!• de de'- *ii,i11ji1,111-■ ■ ‘». die -ein I - hL v . .. . . i, -:, I -teheil k• i I!* *• ii . .. \ eil; dien in d ll I e h 111111 g ■ c ie;il ,.:»! ' e- I Io» dli »litliche p.eiln-;■ Ii; c; leiht, de» die fl.,., gegen den . . i.. i i» ■" \ . ■ Ii di a h , 1,1 a-encle irlier- ■ . i . » i i-tnife!! i i: id-.n grollen Mif’.er 1, - |! Il!eu n!lt»*'in all de» .i! I! e: i e». ,1.1» flj: Jiii -ell (d-mhen g,- V. ihl >, e i d linde. .in / n»ammcai»I r allen , i i!!i iien S ,■ . rin,: j i - - * in eine i ,emein»>haft ne - diu, iea r e .d ei» i»l nun c in aal nicht ein!' I»: ien kirciie il! und Idc-iiien . I, eji ii ■' \!ie[ t:.t: 111:• i »teilt dl ii cca» imalle i int: I): (. I i n h e a II. d e il n lall c n \ ater — 100 — d e r M e 11 s ch h e i t ll n d die g v III e i n - » a in e tl e n t s cfi e il e i in a t.“ Das sind Worte, wie sie nur selten einmal in unserer haßerfüllten Ze it geäußert werden. Durch sie wird der Mahnruf Lindes ein Weckruf an das Gewissen Immer wieder taucht die Frage auf. warum gerade I) e ti t s ch I a n d die Zentrale des Judenhasses ist. Frankreich. Fngland und Italien, um nnr diese drei /u nennen, kennen den Judenhaß so gut wie gar nicht. Sollten die deutschen Juden c ic Ileicht liesonclers entartet sein so daß der kampf gegen »ie geboten erscheint? Oder sollten die» Deutschen so kraftlos sein, daß sich das >ecii/igriiiillioiien \olk einer halben Million Juden in Deutschland nicht erwehren kann'!' Die übliche Vntwort auf diese Frageist eine ge"-chichtlichc l.rklariing. Die Fman/ipation der Juden in Deutschland i»t erst ein gutes Jahrhundert alt. und das kousercatice Deutschland, dein die romanisch-keltische Beweglichkeit abgellt. habe angeblich noch nicht die alle Linstellung gegen den Juden überwunden. Der deutsche Judenhaß »ei ein Stück Atacismu». gleichsam ein gt—ch ichl liehe» Lrbe. Die Gleichstellung ehr Juden in Frankreich und Liiglarid ist allerdings einige Jahrzehnte älte r als dieder deutschen Juden. \ber I ngländer und Franzosen sind in ihre n I Heilen und Vorurteflen mindestens ■!i:-ii»p beharrlich wiedie Dcut-chcn. so daß der llinwei.. iiire größere gei-tige Bc-w c'glichkeit ein .1 riig-tliluß i»t. Die eigeiitIiihe l r-.icfie de» ileul-chi n Juilenlia»»e» war bi» I0O die M-rmindei te llecht—teliung der deutschen Juden, ihre hiü'chät/ung als Paria» der Ge»ell»ehaft. Die l'lu-orie der gesetzlichen Gleichstellung der Juden war durch die ilundiiahuiig der Verwaltung prakti»ch aufgcdioben. Die Stellung der Juden war tatsächlich durch die Lmaii/ipalion nur theorcti»rh gc-änderi. Vii: dem Veiwaltung»wege wurdedie liechts- »lelluug der Jude n so »tark gemindert, daß »ie in: iie-ten I alle al» zweitrangig galten. Nacli ' ciein 'furchtbaren \u»gang des VVc-ltktiege» »nebten vielel)eut»ehe zur Abwehr ihres Minderwertigheitsgelühl» e inen Sdiwadiercn an dem »ie ihr verkümmerte» Mnchtgclii-t bc-fric-- ciigen koniileii. Sie fanden im Juden diesen Schwächeren, an dem »je ihr Miitcheu kühlen ki-nuteii. und der Judenhaß wurde zur deutschen II vst e rie. Alles.-was ihr chauvinistische» I )eut»ihgefiihl sp'irtc-. wurde al» jüdisch geliranelmarkt Da man den andern Völkern gegenüber machtlo» war. berauschte man »id, dem (>eilanken. Judenköpfc* rollen und Judenblilt fließen /ii »eben. Der Mord an Icatlieiiaii i»t nur ein Bei»piel für diese- In »tc-ri-ciicl c-berrei/ung. in der man »ich heldisch dünkte, wenn man einen Juden verletzt oder gar ..umgelegt" hatte. De» Gegenstück zu dieser deutschen llv»terie i»t ch-r V n t i g e r m a n i » in u » einiger entwurzelter Juden, die »ich für den deutschen Judenhaß mit einer zumeist harmlosen Verspottung oder I lerab'et/ung deutscher L Harten rächen. , Diese- Verletzung der Gedemiitigten veird natürlich als Beizung des deutschen Selbstgefühl» besonder» stark empfunden. I.» ist Jedoch Iro/eiehnoiid. daß diese r .Vntigc-niiani»mus ausschließlich von abtrünnigen Juden betätigt wird, daß also bei diesen die- Abkehr vom Judentum und Judesc-in mit diesc-ni Aiitigc-rmanisinus Hand in Hand gebt. Wenn also von Fechter in der ..I )c iitsiheii P>iiiid»ciiau ‘ gefordert wird, daß die Juden diesen Aiitigeinumi»miis entschieden abiclincii. »o geht diese Mahnung an eine falsche Adresse-, da diese Juden längst die Gemeinschaft mit den Juden gelöst haben, so daß eine Einflußdc-r deutschen Lehrerschaft und der gesamten deutschen Menschheit. Gelobt sei Gott, der die Zeit e n ä n dort u nd den Haß der M e n > ch e n in Mens ch e n 1 i e b e wandelt! nähme auf sie von seiten der jüdischen Gemeinschaft ausgeschlossen ist. In seiner soeben erschienenen stilistisch und inhaltlich fesselnden Streitschrift ..Höre Israel und hörcNicht-lsrael! vergleicht ( o n s t a n t i ii Brunner den Judenhaß mit dem Hexen wahn in allen seinen Entartungen. Er will Judenhaß und Hexenwahn aus der Fremdheit der Juden und angeblichen Hexen in den Augen der linwelt erklären. ..Die Anderen” werden deshalb beargwöhnt und bekämpft, weil sie anders sind. So geistreich der Vergleich ist. c-r dringt nicht in die Tiefe* des Problems. Brunner könnte den Judenhaß ebensogut mit jeder anderen Torheit der Menschheit vergleichen. Der Jiidc-nliaß ist vielmehr psvchoanulytisch als Mindc-rvv c-rtigkeitskomplex zu begreifen — und zu bc-kämpfc-ii. Dem deutschen .Menschen muß die* ganze- Feigheit dieses Hasses und der Verschiebung der Schuld auf die- Juden verständlich gemacht werden. Fs muß ihm die Tatsache bewußt werden, daß es für ein großes Volk eine Schande* ist sich vor einem selbstgemachten Götzen zu fürchten und zugleich eine Würdelosigkeit, seinen Zorn an einem wehrlosen Gegner aus/iilasseu. Fs ist kein Zeichen von Mut und Kraft, »ich vor einem Wehrlosen mit der Waffe; in der fällst als Helden zu gebärden. Der Judenhaß ist eine kranklu-itserscheiming de r deutschen Menschheit. .Nur wer ihn als krankhafte Hysterie begreift, wird ihn bekämpfen und bezwingen können. _ Der Fünffahrplan und diejüd. Bevölkerung der Sowjet- Union. Im Organ der sozialdemokratischen Poale Zion Oesterreichs „D er j ü d i - s ch c» Arbeit e r" entw irft Josaa I m Inr ein sehr instruktives Bild von den Auswirkungen des russischen Fünfjulirplans unter besonderer Berücksichtigung der Juden in der Sowjet-Union. Dieser Artikel wird von uns nachstehend im Auszug wiedergegeben; linbeis Ausführungen dürften besonders in der heutigen Zeit, da die Diskussion um die Probleme und Formen dei Wirtschaft aufs neue entbrannt ist, starkes Interesse linden. Die Schrittleitung. Die Periode des VV iederaiifbanes geht zu Filde. Fin gigantischer Plan wird aiisgearheitc-t. innerhalb von fünf Jahren die gesamte* Industrie Sowjetrußinnds zu vervielfache», die Landwirtschaft zu mechanisieren und die ungeheuren Bodenschätze zu erschließen. Ganz Rußland widerhallt von Schlugworten und Parolen betreffs des Künfjalmdanes. Der Plan sieht für die Gebiete Weißrußland und Ukraine*, die unter dem zaristischen Regiment wirtschaftlicher Beziehung stark vernachlässigt worde n waren, eine v<K) prozentige Steigerung des Grundkapitals vor. das bis zum Jahre 19JH in der Industrie* obiger Gebiete investiert worden war. Diese, verglichen jnit den für die großrussischen Gebiete gemachten Voranschläge, be- Zur Psychologie des Judenhasses. Antisemitismus und Antigermanismus. 3u unserem großen Bedauern geben wir Kenntnis davon, daf> untere Cberin Frau Mirjiain SchöUer welebe während dreier ZaHre rn. großem J^lcife dieBerwaltung unseresAltersheim incontbeim geführt hat, plötzlich verschieden ist. Israelitischer Laades-Asyl» «.Unter, stützungsoeeein f. Württemberg E. B. Stlcine« out tstö&l. 3tmme* an Vieren ober Fräulein zu vermiete«. Preis: pro 3!ft>nat AM. 25.— inhl. elektrisches Licht. Zuschriften erbeten unter M. 300 an die Geineindezeitnng. Zur Leitung des Altersheims ia Sontheim bei Heilbrona wird auf 1. September 1931 oder später bei guter Bezahlung u. Pensionsberechtigung Verwalterin gesucht, welche in Krankenpflege und Wirtschaslsführung durchaus erfahren ist und schon ähnliche Stellen bekleidet hat. Angebote mit Zeugnissen, Lebenslaus, Lichtbild und Gehaitsansprüchen erbeten an Dr. Ludwig Ottenheimer, Stuttgart Kanzleistrahe 35«. .und xxbends ins Cafe 9CaimaMH Seidenstr. 6 Eck«Sehio8«ir./Tel.22979^ Nadt langjähriger Ausbildung an der Olga- Nadt langjähriger Ausbildung an der Olga- Kinder-Heüanstalt,Stutlgari (ärztliche Direktoren Prof. Ernst Müller, Geh.-Rat Fischer, Dt. Nasi-Kolb), an der städt. Frauenklinik (Prof. Baisdt) und an der Orihopäd. Universitäts-Klinik München (Geh.-Rat Prof. Frilz Lange) habe idt mich in Stuttgart, Relnsburgstrasso 1, l als Facharzt für Chirurgie und Orthopädie niedergelassen. Telephon 64949 Sprechstundeni Montag — Freitag 11—12 und J-S Uhr, Samstag: 11-12 Uhr. Dr. med. Helmuth Blersch __' lüaAet iuc dUQemeUtdefeeihmg.!

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