Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 8 (16.7.1931)
- Date
- 1931-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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Stuttgart. W ir vrräffontütliton kürzlich einen Artikel iibc-r die* Geschichte* des Stuttgarter Ci e in e i n d e h a ii s e s in der Hospitalstraße* 36. Diese-r Aufsatz wird mui geschätzter Seite dahingehend ergänzt. daß «liebes Anwesen ursprünglich miu Weinjuindler Heinrich II i r s eh . dem \ ater unseres geschätzten C,eineindemitglieds I rau Rosa K r a i I » Ii t* i m e r . angekauft w ar und daß dieser, als ihm der Wunsdi der Gemeinde bekannt wurde, auf dem Platz eine Synagoge zu erstellen. c ott dem kauf zu Gunsten der (iemeittde zuriiekgetreton i't. Dieser schöne Beweis von Kröntntigkeit und Opferliebe sei durch diese Notiz der \erge—etiliett entrissen. Stuttgart. Am 2*>. Juni durfte unser überall wertüesdicilzles Demoimlrmitglied Adolf Gumbridt. kuserneti'lr. in. in solletgeistiger und körperlicher f risch.- seinen 60. Geburtstag feiern. Der Jubilar etfreut sich sowohl im Privatwie Gesduift'leben nicht zuletzt auch ob seiner steten f rohl.mtte größter Beliebtheit. Wir entbieten ihm nachträglich uns,-re herzlichsten Glückwünsche! Stuttgart. Am I". Juli wurde Samuel hl e r z. der Senioidief der Herz A k o p s AGfeuerbach. nach längerem Krankenlager aus einem arbeitsreichen heben abgerufen. Der Verstorbene w iirde im Jahre l*>>s in der einst so blühenden indischen Gemeinde Krnsbach. die vor weni- :i-n Jahren aufgelöst wurde, geboren. Schon in inngeu Jahren kam er nach Stuttgart: dort war er zuerst in ehr Bettfedernfabrik Reif & Co. al' I . Itrling tätig und hat sich nach jahrzehntelanger Tätigkeit in diesem Hause zusammen mit Adolf Kops selbständig gemacht. >eiu außerordentlich gc-w issenhaftes Wirken, s. in unbeirrbarer Gerechtigkeitssinn und se in allezeit bescheidene' W c-sen sicherten Samuel Herz im Privat- und Geschäftsleben einen Lhrennatueti. Durch seinen verbindlichen und lauteren ( liarakter hat er sich allerorts einen großen Jrc unde-hiei' erworben. Der Verstorbene fand bei aller Inaii'prncbnalinie noch die Zeit, sich sozial z|t betätigen. v>eit einigen Jahren bekleidete er ehr, uamtlich den Postens eines Kassiers des |sj. Waisenhauses ..W i 1 h e I m s p f I g e". den ei not größter L m~icht und unermüdlicher I utkraft. v ersah. IHier außerordentlich großer Beteiligung fand au lv Juli die I ranerfeier statt. Oberlelt rer I! .. t h ' ch i I d . Kßlingen. schilderte mit warmen Wolle n den I eben'weg des Verstorbenen und zeichnete nochmals ein getreues Charakterbild d. ' treulichen Manne-'. Besonders rühmte er se in schönes, ideale s I amilicnb-bc-n. Als Vorstand des Waisenhauses danktel.andgerichtsdirektor 's t e i ii dem I t.iliiiigi-'chieiieneii für seine, hingebung'v--Ile Arbeit im Dienste des Waisenhauses. daihm ein unauslöschliches Andenken bewahren werde. Adolf kops brachte in schmerzlich bewegten Worten seinem treuen Mitarbeiter die letzten Grüße. Kr schloß mit den Wollen „Ich halt' einen Kameraden, einen Iic""ieti find'! du nit ..." Vertreter der Aui_ e.s t e! 11 e n und Arbeiterschaft gedachten mit ehrenden Worten ihres >tc-ts gerechten Seniorcll. fs. ■so kam noch einmal «o recht zutn Ausdruck, welch großer Sv mputhieu sich Samuel Herz überall eiTrem-ii durfte. Se in Andenken wird in der ganzen Gemeindeste ts in hohen K.hren gehalten w etilen. Cannstatt. Vitt 2+. Juli kann Ferdinand \| .1 v ir. Vertietcr der Großhandel'firma Scharre r a ( e, . sc-im-n ” C.eliurtstag feiern. Der Jubilar steht heute noch in bewundernswerter I ii-ehe und Regsamkeit im Beruf. Durch seine a abe r ordentliche fachliche Tüchtigkeit genießt er -heuneingeschränkte Vertrauen seines Chefs. \lave-r ge hört zu'den immer seltener werdenden Wuimern. die neben ihrer beruflichen Tätigkeit noch I ii't und Liebe aufbringen. tim im Dienste ehr Allgemeinheit zu wirken. Kr erfreut sich deshalb auch allgemeiner Achtung. Besonders verdient gc-tii.eehi hat sich der Jubilar um die hiesige* Israel. Religiott'gemeinde. Schon in verhältnismäßig juuge-ti Jahren wurdeer in den Ausschuß des Israel. W o h kt ii t i g k e i t s v e r ci n s gewählt und versah in demse lben über vier Jahrzehnte lang da- Amt eines Schriftführers und späterhin das des stellvertretenden Vorsitzenden, um dann hach dem lode Ferdinand Levis das Amt des ersten V ersitzenden zu übernehmen. Auch dem > > nago gen chor verein gehört Mac er seit seiner Gründung an. Vor 5 Jahren wurdeer in Anerkennung seiner vielen Verdienste tun den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Besonderen Dank um unsere Gemeinde erwarb er sielt aber durch seine Tätigkeit als Mitglied des V orsteheramtr-s. dem er seit dem Jahre 1013 ununterbrochen und seit 1020 als Stellvertreter des Vorsitzenden angehört. Als Vorsitzender der Bau- und Friedhofkommission huf er durch seine Krfabrnng in Bausachen der Gemeinde wertvolle Dienste* geleistet. Aber auch sonst hat er durch seine praktischen Vorschläge die Arbeiten im Vorsteheramt stets gefördert. Möge es dem Jubilar noch viele Jahre vergönnt sein, in voller Frische für seine Familie und die Allgemeinheit zu wirken. Baisingen. Am 2k Juni trafen sich die Frauenvereine von Horb und Baisingen hier zu freundnachbarlicher Zusammenkunft. Beide Ver- - 86 - eine waren zahlreich erschienen und wurden von der neugewählten Vorsitzenden Frau Jeanette Wolf herzlich begrüßt. Was der Verein Bai'ingen seinen Gästen zunächst darbot, war ein Vortrag des Vereinsschriftführers Hauptlehrer l'nikovfcr über ..Der S 218 und die jüd i s ch e Religio n‘\ Der Redner zeigt an Beispielen ans dem jüdischen Schrifttum, wie die jüdische 'Religion Verewigung des Menschengeschlechts als die höchste Aufgabe des Menschen betrachte. In dem Ausspruche Evas. der „Mutter alles Lebens“, mit dem sie die Geburt ihres erste ll Sohnes begleitet: „Ich habe ein Wesen erworben. das mit dein Ewigen ist“, erblickte der Redner den Hinweis auf Erfüllung jener Mensdtheitsaufgabe. Das fünfte Gebot, das Ehre gegenüber Vater und Mutter verlangt, ist ihm die Forderung an das Kind, daß es sein eigenes Dasein als die Erfüllung göttlichen Gebotes durch seine Eltern anerkenne. Daß die kinderlose Ehe niemals das Ziel einer jüdischen Frau sein könne, vielmehr erst in der Mutterschaft sich ihre Daseinsaufgabe vollende, das zeigte Unikower an der biblischen Hanna. Wie tief die Pflicht zur Mutterschaft im Bewußtsein des jüdischen Volkes wurzelte, bewies der Redner an der Episode von Ta mar und Juda in der Thora. Eingriffe gegen das keimende Leben kennzeichnete der Referent daher als Widerstreben gegen den Willen des Weltenschöpfers und, soweit solche aus wirtschaftlichen Gründen erfolgen, als Mangel an Gottvertrauen. Ihm. dem wir unser eigenes Leben anvertrauen, dürfen wir auch das Leben der Kinder getrost in die Hand legen. Mit Anführung des 12s. Psalms schloß Redner seine Ausführungen. Nachdem die Versammlung durch lebhaften Beifall dem Redner gedankt hatte, sprachen Frau J ca n e t t e VV o 1 f für den Verein Baisingen und Frau I.ippniann für den Verein Horb ihren Dank aus. und zwar nicht nur für den Vortrag, sondern auch für die Tätigkeit, die der Vor- QöppittgeH FRITZ ■m Mt mtaai I*- iMttai ud Mli Haaptitr. U - Talsfon 04 6ch«HbesoHl- ».Re-amwwertstiktte Weller k Hofaa», Spitalstratze8 bei« ffahrrabgeschäst Stähle tragende als Gründer und {Schriftführer des Vereins geleistet; sie wünschten dem am 1. Juli nach Sintmern (Hundsrück) Ubergesiedelten Lehrer Erfolg und Befriedigung in seinem neuen Wirkungsfelde. Der Scheidende gab seinerseits der Hoffnung Ausdruck, daß der Verein Baisingen den ihm gestellten Aufgaben sich gewachsen erweisen möge; seine Bitte an den Nadibarverein Horb, dem noch jungen Verein Baisingen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, fand volles Verständnis. Schließlich dankte Hauptlehrer Unikower für das sinnige Geschenk, das der Verein ihm und seiner Gattin als Scheidegruß verehrte. Baisingen. Am 1. Juli verließ Hauptlehrer Unikower seinen hiesigen Wirkungskreis, um einem Rufe als Religionslehrer und Kantor in der Gemeinde Simmern zu folgen. Aus diesem Anlaß wurde ihm von seiner Gemeinde am 27. Juni ein ehrender Abschied bereitet. Nachdem der Scheidende im Morgengottesdienst den Segen Gottes für den Bestand der Gemeinde erfleht hatte, versammelte sich die Gemeinde am Abend, um die letzten Stunden des Sabbaths um ihren Lehrer geschürt zu verbringen. Hier ergriff der Gemeindevorsitzende. Hermann Kann, das Wort und brachte namens der Gemeinde den Dank und die Anerkennung für die amtlich und Steil&cotm Kauft bei den Inserenten der Gemcindezeitung! Herren- Unterwäsche jeder Art Herren-Sodcen Sport-Strümpfe ln nur guten Qualitäten zu billigsten Preisen Telefon 133 Holet Sdiön Telefon är. 823 Prompte und schnellste Bedienung Hedem SaiUtllUnStilt Lothorstr. 31 Telefon 270 Die Fachdrogerie für Ihren täglichen Bedarf 1 Nikolai-Drogerie GUSTAV BRANDEL SQlmerstr.70 Fischer FACHGESCHÄFT für moderne Optik und Photo Kaiserstraße 16 / Telefon 480 Sdnu8tamgswr«>rr e toaDfaeg rr - «. »rtiarrfitr TEL. 420 SPEZIALITÄT: Liefern u. Verlegen v. Riemen n. Parkettböden, Instandsetzung and abziehen alter Böden Innenu. Laden-Einrichtungen GOTTL Bauscbrelnerel und fTMbd-Fabrlk Holzstraße 5—7, Fernruf 412 SCHUSTER 'lUm a. D. Willy Stadler Billigst« Preiset GEORG WALZ Damen - and Herrenfriaear Marktplatz 19 - TeL 3403 WasserweHen Dauerwellen Brennstoffe nur erster Qualitäten Wilh. 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