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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-07-16 · 8 (16.7.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
8 (16.7.1931)
Date
1931-07-16
Page
[Seite] (sequence 7)
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außeramtlidi geleisteten Dienste Unikowers zum Ausdrude; er hob insbesondere die Gründung und Führung des Israel. Frauenvereins als Verdienst des Scheidenden und seiner Gattin hervor, erwähnte auch die allsabbathlidien Lehrvorträge, denen die Gemeinde immer gern gelauscht habe, und erinnerte an die privatwissenschaftlichen Bestrebungen des Scheidenden, die von der Gemeinde nicht unbeobachtet bleiben konnten. Hauptlehrer Unikower dankte für die ehrenden Abschiedsworte und sprach die Hoffnung aus, dafl die religiöse Beschaulichkeit, in welcher die Gemeinde hier leben dürfe, ihr allezeit eine Quelle der Glückseligkeit bleiben möge. Buchau. Vor kurzem sprach im Jüd. Jugendbund Rechnungsrut Wissmunn, Stuttgart, über „Der Aufgabenkreis der jüdischen Jugend vereine und insbesondere des neutralen Jugendbund s“. Er gab näheren Aufschluß über die Programmgestaltung in den Jugendbünden und legte an Hand von Beispielen dar, wie die Arbeit in den einzelnen Vereinen je nach dem Alter der Gruppen lebendig gestaltet werden kann. Vom Jugendbund selbst wurde nur bedauert, daß die Aclterengruppe so abgenommen habe, daß eine ausgedehnte Tätigkeit nicht mehr wie früher möglich ist. Der Vorsitzende des Jugendbunds. Max H i r s di, erzählte dann über seine Arbeit und sprach den Wunsch aus. daß die Trefffahrten zu einem wesentlichen Bindeglied der Verbandsarbeit werden mögen. An den Vortrag schloß sich ein gemeinsamer Spaziergang an den Federsee an. Freudental. Die hiesige israelitische Gemeinde, am 1. Oktober 1731 laut Schutzbrief gegründet, kann in diesem Jahre auf ein 200 jähriges Bestehen zurückblicken. Der Israelitische Oberrat hat gemeinsam mit dem hiesigen Vorsteheramt die Feier des Jubeltages auf 18. Oktober festgesetzt. Laupheim. Auf Einladung des Jüdischen Jugendbundes sprach Rechnungsrat Wissmann, Stuttgart, der Vorsitzende des „Landesverbands der jüdischen Jugendvereine Württemberg s“, über „Jüdische Parteien und Organisatione n“. Der Redner schilderte zuerst die geschichtliche Entwicklung der Verfassung der Israel. Religionsgemeinschaft Württembergs, ging von da über auf die süddeutschen Israel. Religionsgemeinschaften und schilderte dann die Verhältnisse in den anderen deutschen Staaten, wobei er auch auf den geplanten „Reichsverband der deutschen Juden“ zu sprechen kam. Er gab dann Aufschluß über die jüdischen Parteien, die er in religiöse und politische gliederte. Nachdem er Näheres über Entstehungsgeschichte und Aufgabenkreis der einzelnen Parteien gesagt hatte, schilderte er die Verhältnisse bei den Jugendvereinen, in denen sich das Bild der andern Parteien wiederspiegelt. Nähere Darlegungen machte er über Zweck und Aufgabe des „Verbands der jüdischen Jugend vereine Deutschlands“ an Hand des zur Zeit geltenden Tendenzparagraphen. Der Vorsitzende des Jugendbundes, Lehrer Hermann Einstein, dankte dem Redner für seine interessanten und gehaltvollen Ausführungen, an welche sich eine rege Aussprache anschloß. Rottweil. Die kürzlich hier vorgenomineuen Neuwahlen zum Isr. Kirchenvorstehera m t hatten folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Rechtsanwalt B. S i n ge r; stellvertretender Vorsitzender: Kaufmann W. Wälder; Gemeinderechner und Protokollführer: Oberlehrer M. Straßburger. Dem Kollegium gehören weiter an: Redakteur Wilhelm Rothschild und Viehhändler Josef Landauer. 9euilleto*i. Juden in Spanien. Daß die in nationalsozialistischen Zeitungen vielfach verbreitete Nachricht, die spanische Republik sei „verjudet“, in der Regierung säßen nicht weniger als drei Juden, darunter der Präsident der Republik, ein Märchen ist, wissen wir alle. Wer die Geschichte Spaniens kennt, weiß, daß die im 15. Jahrhundert zwangsweise zum Christentum übergetretenen jüdismen Einwohner Spaniens zwar in der ersten Generation als Juden gelebt haben, daß sie aber nach und nach, insbesondere durch Blutvermischung, vollständig in der übrigen Bevölkerung aufgegangen sind. Bis zum Sturze der Monarchie gab es in Spanien nur die katholische Religion. Die anderen Konfessionen waren offiziell verboten und nicht geduldet. Wenn auch vereinzelt Juden, insbesondere aus dem Ausland, in Spanien gelebt haben, so haben sie doch keine Religionsgemeinschaft gebildet und durften öffentlich ihre Religion nicht ausüben. Mit der Erklärung zur Republik scheint dieser Rechtszustand beendet zu sein. Wie die französische Zeitung „Le matin“ berichtet wurde am 11. Juni ds. Jahres in Madrid die erste jüdische Hochzeit gefeiert. Die alten Zeremonien, wie solche von dem Großrabbiner von Kastilien vor et- — 87 — wa 500 Jahren eingeführt worden sind, wurden beobachtet und der religiöse Akt vom Rabbiner in Ceuta (Spanisdi-Marokko) vollzogen. Es war dies die erste jüdische Trauung in Spanien, seit der Vertreibung der Juden im Jahre 1402. Möge damit eine neue Blütezeit für die jüdische Bevölkerung in Spanien artbrechen! Dr.G. Der Bubikopf im Religion»- geseiz. Josef Karo erklärt im Schuldian Aruch Joreh Deah § 181, 6, daß sich das biblische Verbot sich die Haare rund zu scheren (III. Mose 19, 27). nicht auf die Frau bezieht. Diese Entscheidung stützt sich auf die Aeußerung des Talmuds, daß die Frau, welche die Haare rund geschnitten hat oder der die Haare rund geschnitten worden sind, sich nicht gegen das Bibelverbot vergeht (Kidduschin 35 b). Rabbi Mose Edeles, der dieselbe Auffassung teilt, stützt sie durch die Aeußerung des Jakob Ascheri zu Makkoth 111. Diese Entscheidung trifft aber den Bubikopf nicht, da diese Haartracht unter das biblische Verbot fällt: Ein Mann soll sich nicht ein Frauenkleid antun (5. Mose 22, 5). Daß sich dieses Verbot auch auf die Frauen bezieht, erklärt der Kodißkator Josef Karo Joreh Deah § 182, 5 ausdrücklich, indem er verbietet, daß eine Frau sich die Haare nach Männerart scheren läßt. Diese Anschauung bestätigt auch Maimonidcs (Hilchoth Aboda Sarah 12, 10) und Josef Karo zur Stelle, nach denen männliche Haartracht den Frauen verboten ist. da die Haartracht der Frau unter das Verbot fällt, Männertracht zu tragen. Das. ist der Grund, weshalb Isaak Abarbanel in seinem Bibelkommentar zu III. Mose 19. 27 ohne weiteres erklärt, daß das Bibelverbot, sich die Haare kurz und rund zu scheren, gleichmäßig für Männer wie für Frauen gilt. Religionsgesetzlich ist also der Bubikopf verboten. Bankcommandite Siegmund Mail tltmrt. 1111«».,» »tTiS.iihrtn) / T«L SM44/48 HBCHINQEN / TÜBINGEN / SIGMARINGEN inu. ansL Wertpapiere / Einlagen so gfinst. ZinasAtzen / Industrie-Kredite / Hypotheken Mein Onkel Mosdie Wolf. Von Max Osterberg. j Ein Freund klagte meinem Onkel ein großes Leid, das über ihn gekommen war, uhd schloß mit den Worten: „Warum mußte gerade mich solch ein Unglück treffen?“ Onkel Masche antwortete: „Täglich hörst du von Leidem deiner Nebenmenschen. Hast du schon einmal gefragt: Warum blieb gerade ich von all dem Uhheil verschont?“ Als jemand einst seine Verwunderung darüber aussprach, daß sich Gott seit Moses Zelten nicht mehr offenbart habe, entgegnete Onkel Mosche: „Du irrst, Gott offenbart sich täglich, dir. mir. allen Menschen. Doch die einen können ihn nicht hören, die anderen wollen ihn nicht Verstehen. Die aber, die ihn begreifen, führen ein gottgefälliges Leben.“ „Onkel Mosche Wolf“, sagte einst eine seiner Nichten zu dem alten Herrn, „alle Leute lauschen Deinen Ausführungen mit Aufmerksamkeit, sie loben dich, sie verehren dich. Macht dich dies nicht stolz?“ „Ich habe? keinen Grund, darauf stolz zu sein, mein Kind. Ich will dir sagen, was die Leute ab. höchstes Lob betrachten. Wenn sie zu mir; sprechen: „Ganz recht hast du, Mosdie;Wolf, das! hübe ich auch gedacht.“ Man unterhielt sich über die edle Juristerei. Ein junger Rechtsbeflissener meinte, die Zehn Gebote wären doch ein recht armseliges GesetJT im Vergleich zur jetzigen Rechtswissenschaft. Onkel Mosche Wolf entgegnete lächelnd: „Wenn die Menschen die Zehn Gebote halten würden, wäre die ganze Rechtswissenschaft überflüssig.“ i Audi zu Onkel Mosdie Wolfs Zeiten Ovaren die Juden vielen Anfechtungen uusgesetzt^ Befragt, TlCmu.S. Albert Cramer Ulm a.D. Pl*tx|uie 25 - Telefon 2981 KaislUiM n. diem. Wasm-Amlalt Tadellos« Arbeit I K(Ineste Lieferfrist I Fachkaadlge Badlaaaag I Abbolnag and Lieferung ant Anrat kostenlos. GUSTAV KUMMERLE Unternehmung für Hoch-« Tief- und Eisenbetonbau Büret Krafftstr. 11 4 Telefon MTS Übernahme sAiaMIcher Reparaturen Reparaturen: sfimtl. Wagentypen elektrischer Anlagen AUTO-BESITZER empfehlen wir unsere ReparaturwerkstAtte DKw-VerkauffsstttllB ABEL & COa Garagen Tagu. Nachtbetrieb ADAC-TurtragnmtittMi Hlracb»tr.M.31fTa«.43B7 Conditoset und Cafe lnt).i T. Vetter, tätigest». 20 empfiehlt steh einem geehrten Publikum KONDITOREI UND CAFE I TRÖGLEN / ULM 1 DW nlcfest dtn MBaatar -MU | Gemütliche non renovierte LoheltUten ■ Spetial - Gesdiift für Beflellungen g Gegr. Pünktlicher Versand nadt auswärts | 1811 Feinste Praline eigener Herstellung £ Die modernste u. reichhaltigste Auswahl In flndsn Sit In don Vorktufsrlumtn dor Firma Emil Vogel, Ulm,C. Sonderkaufs Nacht. 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