Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-05-16 · 4 (16.5.1931) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VIII (1931-1932)
Issue
4 (16.5.1931)
Date
1931-05-16
Page
[Seite] (sequence 3)
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4904101-5442751-5443187--3101-4907114
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

24 Familien eingebürgert, und 136 Seelen wohnten daselbst; heute 1951 zählt Heilbronn fast 1000 israel. Seelen. Eine Beschreibung des Rabbinats Lehrensteinsfeld vom Jahre 1844 berichtet daß zur Kirchengemeinde Sontheim auch die in Heilbronn wohnenden Israeliten gezählt worden; es ist auch bekannt daß in den vierziger Jahren einige israelitische Familien sich in Heilbronn niederlieflen. welchen dann im darauffolgenden Jahrzehnt ungefähr zwölf weitere folgten: aber erst 'im Jahre 1861 wurde die Konstituierung einer eigenen israelitischen Kirchengemeinde seitens der Behörden genehmigt So hatten die Israeliten Heilbronns seit Januar 1862 mit den Israeliten von Sontheim nur noch den Friedhof von Sontheim gemeinsam. Mit Regina Rosenthal. die am 6. Januar 1868 in Heilbronn starb, wurde die letzte Heilbronner jüdische Bürgerin auf dem Sontheimer Friedhof bestattet, denn die junge Heilbronner Tochtergemeinde eröffnete jetzt ihren eigenen Friedhof am Fuße des Wartbergs. Die Tochtergemeinde Heilbronn hat ihre Muttergemeinde Sontheim an Seelen weit überflügelt; während erstere heute etwa 330 jüdische Familien aufweist, bleibt Sontheim mit vier Familien weit zurück. Konsul Max Straus 70 Jahre alt. Am 27. Mai vollendet einer unserer besten Mitbürger und edelsten Menschenfreunde. Konsul Max Straus, sein 70. Lebensjahr. Wer allerdings den Mann mit den strahlenden Augen, dem liebenswürdigen Humor und der jugendlichen Elastizität kennt, wird es nicht glauben wollen, daß dieser temperamentvolle, immer tätige Mann bereits in das biblische 6reisenalter eintreten soll. Denn wo immer ein edler Gedanke in Stadt und Gemeinde verwirklicht werden soll, ist der Rastlose sicher am Werke. Wo neue Ideen zu Taten reifen, wird Konsul Straus nicht abseits bleiben. Seine Begeisterungskraft, sein Enthusiasmus und sein guter Wille sind Zeugnisse seiner ungebrochenen Lebenskraft. Es wird wenige in unserer Heimatstadt geben, die so viele wahre Freunde zählen, die sich so der ungeteilten Verehrung ihrer Mitmenschen erfreuen, w ie Konsul Straus. Zugleich ist er der stolze Bekenner altehrwürdiger Familienüberlieferungen, der. vorbildliche Jude, in dem sich Deutschtum und Judentum zu klassischer Synthese vereinen, ein Mann, auf den die jüdische Gesamtheit mit stolzer «Dankbarkeit blickt im Frohgefühl, daß er einer der Ihrigen ist. In dem Wunsche, daß ihm seine Jugend Irische und Tatkraft, sein Idealismus und seine Begeisterungsfähigkeit noch viele Jahre hindurch gewahrt bleiben mögen, finden sich seine Angehörigen, seine Freunde, seine Mitbürger und Glaubensgenossen zusammen. Möge er allen denen, die ihn lieben und verehren, noch lange erhalten bleiben! Konsul Max Straus ist am 27. Mai 1861 in Ulm a. D. geboren. Nach vorbereitenden Studien und Reisen kam er hierher, um in den Bettfedernfabriken Straus & Co. sich zu betätigen. Seit 1908 wirkt er als Handelsrichter. Seit 1910 ist er Kgl. dänischer Konsul Auch noch im Ruhestände ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates der Bettfedernfabriken Straus & Co. A G in Untertürkheim und der Jacob Jacobi A.G. Seit vielen Jahren ist er Mitglied des Ausschusses der Deutschen Akademie in München. Seit Januar 1930 ist er Mitglied des Israelitischen Oberrates. Seine - 43 - besondere Fürsorge und Mitarbeit widmet er seit Jahren dem Israelitischen Waisenhaus in Eßlingen, dessen stellvertretender Vorstand er ist. Gleichzeitig hat er am Ausbau des hiesigen Unionclubs und an der Pflege aller seiner Aufgaben an leitender Stelle mitgearbeitet. Darüber hinaus aber weiht der hochgebildete Mann seine Freizeit allen Bildungsbestrebungen in unserer Heimat. Durch seine Vorträge, die alle Gebiete geistiger Kultur umfassen, hat er sich einen weit geachteten Namen zu erwerben verstanden. Der unermüdliche Mann ist immer bereit, seine Kenntnisse und Erfahrungen in den Dienst der hiesigen Vereine zu stellen. Als gern gehörter und beliebter Redner hat er vor allem wiederholt im Berthold Auerbach-Verein seine mahnenden und begeisternden Worte an die Jugend gerichtet. Auch seine Vorträge im hiesigen Fremdsprachenclub zeugen von seiner großen Belesenheit wie von der außergewöhnlichen Beherrschung der romanischen Sprachen. Wahrlich, eine umfassende Betätigung iin Dienste der Pflicht, im Geiste der Nächstenliebe und in der Pflege edler Wissenschaften! Aus dm Gemeinden 'lüudtem&ecgs. Stuttgart. Die Hauptversammlung des L.I.W.. der Zusammenfassung aller jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen in Württemberg, war auch in diesem Jahrevon den hiesigen und auswärtigen Vertretern der Wohlfahrtsvereine des Landes außerordentlich stark besucht." Der Vorsitzende, Arthur E s s i n g e r. begrüßte die Erschienenen, unter ihnen die Vertreterin der Zentral wohl fahrtsstelle in Berlin. Fräulein W e i n r e i ch , und erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Landesverbandes im letzten Jahre. Er berichtete, daß die Fürsorgerin Frl. Weil aus dem Amte geschieden. daß Frl. Waitzfelder, die derzeitige Fürsorgerin, die Weiterführung der Geschäfte des Verbandes übernommen, nachdem in der Zwischenzeit die Erledigung der Vereinsgeschäfte in den Händen von Frl. Salomon gelegen. Es wurde im Jahre 1930 vom Verband für Einzelfälle 4307 Mk.. gegenüber 4890 Mk. im Vorjahr, ausgegeben. Bei der Verwendung der Gelder wurden Familien in Orten, in denen sich keine jüdische Gemeinde befindet, und solche aus leistungsschwachen Gemeinden vorerst berücksichtigt. Die Ausgaben für die Wanderfürsorge sind im Berichtsjahre gestiegen, da sich die Zahl der Durchwanderer von 500 auf 616 Personen erhöht hat. Die Ausgaben für Durch Wanderer betrugen 3373 Mk. Für Strafentlassenenfürsorge wurden 780 Mk. ausgegeben. Leider haben bei weitem nicht alle Gemeinden des Landes sich an die Empfehlung der Landesver^ammlpng gehalten, mindestens 1 % des Gesamtsteueraufkommens als Beitrag an den Landesverband abzuführen Um so dankbarer wurde darauf hingewiesen, daß das Israelitische Vorsteheramt Stuttgart den Verwaltungsbeitrag von 500 Mk. dem Verband erlassen, so daß ihm dadurch größere Mittel für Fürsorgezwecke zur Verfügung standen. An den Bericht schloß sich eine Aussprache an. an der sich Ottenheimer-Ludwigsburg, Frau Oberkirchenrat Kroner, Schwarzschild und Metzger -Ludwigsburg beteiligten. Der Vorsitzende beantwortete die ihm gestellten Anfragen. Er verlas sodann einen Antrag des Sanitätsrats Dr. We i 1, dem Vorsitzenden des Verbandes ein Mißtrauensvotum durch die Mitgliederversammlung wegen seines Verhaltens beim Ausscheiden der früheren Fürsorgerin aus ihrer Tätigkeit zu erteilen. In der Aussprache hierüber wurde die Tätigkeit der früheren Fürsorgerin vollauf anerkannt, aber nach einer Erklärung des Vorsitzenden des Vorsteheramtes, Autosdiikanen wie zum Beispiel: Umstellung der Wagen auf Sommerbetrieb Beseitigung von Betriebsmängeln neu zugelassener Wagen besorgt als Spezialität Sdiwabengdrage beim Neckartor! Oskar Rothschild, daß Essinger ih der Zeit der Entlassung der früheren Fürsorgerin gar nicht in Stuttgart gewesen, an ihr also garnicht mitgewirkt, auf Antrag Steckelmamers- Heilbronn über den Antrag Weil zur Tagesordnung übergegangen, zumal das Ausscheiden von Frl. Weil in vollem Einvernehmen zwischen dem Vorsteheramte der Gemeinde unq dem Arbeitsausschuß des Fürsorgeamtes erfolgjte und die Hauptversammlung jn dieser Angelegenheit nicht-zuständig ist.! Der Hauptversammlung wurde hieraiif die Betriebsrechnung für das Jahr 1930 vorjgelegl. Sie schließt in Einnahmen und Ausgabein mit 7070.29 Mk. und einer Mehreinnahme von 40 Alk. ab.! Zur Betriebsrechnung äußerten sich Schwarzschild. Steckelmacher. Leopold l^ahn. M e y e r -Gmünd. Oberlehrer Adelshelmer. Kops. Rabbiner Dr. Tänzer -Göppingen und Moses -Eßlingen. Es wurde allseitig gefördert, daß die Propaganda für den LJ»\\. gesteigert werde. Wertvoll war die Anregung, eine Statistik der Leistungen aller jüdischen Wohtfahrtsvereine des Landes zusammenzustellen. Nadid rück lieh wurde betont, daß der L.T.W. nur ergänzende Fürsorge leisten soll und daß alle Hilfsmittel der öffentlichen Hand für die Zwecke des Verbandes in Anspruch getrommen werden müssen. Es wurde hierauf nach der Mitteilung, daß die Kasse ordnungsmäßig geprüft ujnd für richtig befunden worden, dem Ausschuß Entlastung erteilt. Bei der Behandlung des Voranschlages für I93| wurde die bedauerliche Tatsache festgestellt, daß ein Fehlbetrag von 2200 Mk. in diesem Voranschlag erscheint, für den vorerst j keine Deckungsmöglichkeit vorliegt.'Zur Positiojn Darlehen empfahl Kops die Schaffung einer Kommission. die innerhalb einer bestimmten Zeit einen Vorschlag für die Begründung einer Darlehnskasse ausarbeiten solle. Ein Antrag ülilb- Ulin. die Landesversammlung zu ersuchen, daß sämtliche Landesgemeinden 1 % ihres Einkommens an den L.I.W. zu zahlen verpflichtet sein sollen, wird von der Versammlung angenommen. Hierauf überbrachte Frl. Wein reim die Grüße der ZentraLwohlfahrtsstelle unp der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und entwarf ein fesselndes Bild der Tätigkeit der durch sie vertretenen Organisationen. Sie kennzeichnete die besondere jüdische Wirtsditftsnot. die durch die Ausschaltung des Zwischenhandels Zwei koschere Pflanzenfette ... so sparsam, so bequem! Tomor, hergestellt unter Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine! Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen. Tomor enthält keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100°/0 aus reinem Cocosfett. Beim Kochen,Braten, Backen —immer freuen Sie sich über seineAusgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenützt. Und dabei ist Palmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfindlichsten Magen gut bekommt. TOMOR -w- PALMIN für die rituelle Küche IFleischig und milchig zu gebrauchen! —i -i | i TPK»—111

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.