Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VIII (1931-1932)
- Issue
- 1 (1.4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 9)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4904101-5442751-5443181--3060-4907076- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
12.52 DER HER 12.5? Könlgstraße 3 ..lYsach-Hagadnh" genannt, sondern ..linmauisditnnnah". Neben diesem Schreiber Wird ein Rabbi Meir. \\<»hl Rabbi Meir von Rothenburg, erwähnt. Die Handschrift selbst besteht aus 22 Pergumentblättern. analog der 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets, und trügt deutschen Charakter. Die deutschen Worte Lattith und Kerbel bestätigen dies. Doch soll diese wertvolle Schrift viele Jahre im Besitze von spanischen Juden gewesen sein. ..Oswald de Kgh" stellt auf dem ersten Blatt, „Ex bihiiotheca diomhorgic-u" auf dem letzten Blatt - 5 - Besonders erwähnt die Schrift das ..llündewaschen der Tischgesellschaft vor dem Kiddusch". „Eintauchen des Lattich in Sulzwasser" ..Charosses". „Emporheben und Entfernen der Sede/- schüssel". Mit dem Wunsche, im kommenden Jahr in Jerusalem zu sein, endet die hochinteressante, äußerst wertvolle Schrift. Am Runde der Schrift bemerken wir \erschiedene Federzeichnungen, die zum Teil leicht angemalt sind, so z. B. den Einfältigen mit blödem Gesiditsausdruck. einen Stock in der Hand: ferner das Kind als Narr, ebenfalls mit einem. Stock. Kin M.inii mit einem Knaben auf dem Arm soll uu das Bibel« ort erinnern: „Jede* neugeborene Kind sollt ihr in den Eluß werfen." Ferner erblicken wir einen Frommen, der den Kidduschbecher emporhebt. Das letzte Bild stellt den Frieden und Erlösung bringenden Propheten Eliuhu auf einem Esel reitend dar. Möge die Mugacluh in diesen Tagen (leidig studiert werden. Interesse erwecken, und vor allem uns erinnern an das schöne Schillerwort: JE i n tiefer Sinn w o hnt i n den alt e u B r ä ii ch e n . m a n in u ß s i e e h r e n." Die Juden in Deutschland und Polen in früheren Jahrhunderlen. In der „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" veröffentlicht der bekannte Schriftsteller und Statistiker Dr. Felix A. Theilhabe'r eine interessante Studie über das obige Thema, in der er u. a. ausführt: Die Statistik, insbesondere die Bevölkerungsstatistik der Juden läßt uns die Verhältnisse der letzten hundert Jahre überblicken. Alle Versuche. (Iiifrühere Volkszahl in früheren Jahrhunderten zu rekonstruieren, leiden un der Unzulänglichkeit dcsMutcriuls. Die Frage nadi der Anzahl der deutschen Juden im Mittelalter ist von Bedeutung. Erfahrungsgemäß stammen \un ihnen die Ostjudcn ub. Die Behuiiptung. duß nennenswerte Teile von Juden im Osten Nachkommen von vom Schwarzen Meer her nach Süd-Rußland eingewanderten Juden waren und eich später mit den Flüchtlingen aus Deutschland vcrmisditen. erscheint unwahrsdieinlidi. •' Bekanntlich sprachen die Ostjudeu um dus Jahr ls(M) insgesamt Jiddisch. Es ist undenkbar, duß größere Teile von Juden, die eine andere Sprache beherrschten, sich in Polen, also in einer slawischen Gegend, die fremdartig«- Mundart des Jiddischen ungeeignet hätten. Von den 16 Millionen heute lebenden Juden stummen 13 Millionen von den ums Julir 1800 jiddisch-deutsch redenden Juden ab. Eine Million sind Nachkommen der spanischen Juden und eine Million entfallen auf Splitter, die sich in einzelnen Ländern, vor allem der arabischen Zone (Nordafrika, Vorderusien). erhalten haben, wozu noch Partikel von südfranzösisdicn. italienischen Juden kommen, die aber auch stark mit Spaniolen und deutschen Juden vermischt sind. Leber die Juden in Deutschland Iiis zum Jahre IOOÜ sind wir schlecht unterrichtet. Ihre Zahl sdieint ziemlich gering gewesen zu sein. Köln. Trier. Aachen waren ganz kleine Orte. Die Anwesenheit von Juden in Deutschland bis iiugcfähr ins 10. Juhrhundert ist sichergestellt. Nudt dem Jahre IOOÜ häufeu sich die Angaben über das Vorkommen von Juden in den rheinischen Orten. Um das Jahr HXX) war die französische Judenheit in jeder Beziehung den deutschen Juden überlegen. Sie war reicher und zahlreicher. Trotzdem kamen in dem ganzen Jahrhundert vordem ersten Kreu/zug Tslmudschüler aus Lothringen nach Mainz, vielleicht weil hier mehr Freiheit als in Frankreich herrschte. Gerschön Ben Jehudu, das geistige Haupt der mitteleuropäischen Juden um die Wende des I.Jahrtausends, stummte aus Französisch-Loihringeri und lehrte in dem rheinischen Lehrhaus. dus Rabbi Kalonymos aus Lutea begründet hatte. Raschi kam aus der Champagne nach Worms und Mainz, wo schon vor ihm eine stattliche Zahl berühmter lothringischer Gelehrter das Talmtidsttidiiim . aufgerichtet hatte. Der Druck, der schon damuls auf den frnnzösischen Juden lastete, verführte sie zur Abwanderung in Gegenden, die noch wirtsdiuftlich unerschlosseu ®ornclor/\ das edelste Erzeugnis dtr Schuhindustrie SCHUHHAUS WOLF KönigstraBe 3 waren. Der Aufschwung der rheinischen Judengemeinden hängt mit der Einwanderung der wirtschaftlich erfahrenen Juden zusammen, die in den Zentren der französischen Industrie gelebt und den Geldhandel bereits mit ausgebaut hatten. Bis zum Jahre MW6 ist die überv legende jüdische Bevölkerung J)eutsihlands also in den wenigen rheinischen Städten konzentriert. Alles spricht dafür, duß die- Juden in diesen Städten nicht sehr zahlreich waren, daß die alle -größten Gemeinden höchstens "><x> bis i<xx> Jud m zählten. Die Historiker sprechen gelegentlich von großen Ziffern der Pogrome des Juhies IIW6. Dem widerspricht die UelK-rprüfung der Memorbüdier. Die Namen der Getöteten sind gut gesunimelt. Unter den uns vorliegenden Angaben müssen wir in Mainz mit >>0. NN onus 4H). Köln 175 Toten rechnen. Die übrigen Todesfiille sind nur wenige. Damit erhalten wir Verluste an— läßlich des I. kreuzzuges auf deutschem Boden von ca. 1250 Seelen. Es gab zu jener /.eit nur ganz wenige jüdische Siedlungen in Deutschland, etwa l» bis höchstens jo. \ou denen~die größeren Gemeinden 5tX) Juden zählen mochten. Dr. Theilhaber neigt zu der Auffassung, daß die-i'ahl der deutschen Juden um das Jahr I<r>»6 knapp ">IXX> betrug. Wir nnden MX) Jahre nadi der Katastrophe von KWh Juden in den neu aufstrebenden Siedlungen, in Regensburg, Prag. Magdeburg, Halle und anderen Orten. Immer dichter werden ihre Siedlungen in der Nlaingegend. im Pres, im Taubergrund, an der Donau: die fruihtbaren Gegenden Hessens finden jüdisdieir/uzi g. langsam schieben sich Gemeinden in die Rhön bis nudt Thüringen vor und übersiedeln von da in den Harz. W aren es um die'Zeil des ersten Kreu/zuges knapp 2« Orte, in denen siei Juden aufhielten, so sind es hundert Jahre _spi tei fast I(X) Stallte und um 1348 ca. J"><i "MKl. L'ie Herkunft der Hauptmasse der Ansiedler JUS den rheinischen Städten läßt sich aus verschiedenen Umständen annehmen. Es wäre recht wertvoll. Uber die Anzahl der deutschen Juden in der Zeit von I2>() 1350 genaue Kenntnis zu besitzen. Leider gestuttet die Höhe der Reichssteuern keinen Anna tspuukt für die Größe der Gemeinde: es war keine Kopfsteuer. 1241 bezahlten in ganz. Deutschland 29 Judengemeinden an den Kaiser Hi7 Mark Silber. Es ist nadi den L nteisiiehungei durchaus wahrscheinlich, «laß die Mehrzahl der jüdischen Gemeinden meist recht klein vjar. Im Jahre Ivt« gab es in 60 größereu und l>t) kleineren Gemeinden Judenverfolgungen; vieledieser jüdischen Gemeinden wurden bei den Pcgromeh vollkommen ausgetilgt, alle jüdisdien Bewohner kamen ums Leben, und so erfahren wir die Anzuhl der jüdischen Einwohner, die nicht groß w ar. Eine Unzahl Namen'deutet darauf hin. daß" der französisch-jüdische Einschlag redit i;roß gewesen ist. W ar um dus Jahr KXJO die französische 75 JAHRE FLOCEk PIANO« tan«»» o kt 16 5 5 J. Pfänder, Mariensir. 2 Inn.: Ad. Ph. Rothschild HERREN-HÜTE - MÜTZEN > wirM sofort* g «gen Kopfschmerz Zahfuctwnarun. Rheuma Gicht. Gripp«. Erkaltung rssrjgat Mt-,n t****** 3ta<$ fünf Oftonoten — -—- lim b«n erhöhten 2(nforberungen bes fid) DauecnD fteigernoen Umfafce& im LMagunb J5er|"anbgefd)äfte gerecht roerben ju können, oergröfjere ich meine «efchof tsroume, mit Ausnahme bes Sabens, um mehr als bas doppelte--- 5 TRonate nad) (öefehäf toeröffnung u. in einer 3elt roirtfrhaft(. lieffhmbes. ®ibt es einen befjeren 23eroets für bie ©üte unb ^reismürbigheit metner ,,.v>olanka" yiochlanb»Äaffees unb lees? (Es ift 3hr 35orteil, rotnn aud) Sie fofort einen Ikrfud) machen. „Molanka" Sodjlanb Kaffee OMf tfjung o. Mk. 2.70 je f$fb. an rantos........................oon 311k. 2.— je i»fb. an ,,.v>Ianha" - Sees...........oon OTb. —.44 bis 1.Ü6 je 50 g <OOct|lono-i\o f f cc-<$rofrr o f terci ©uftan $unjclmann Kaffee* unb lee^lmport Äönigftrafje 45 (beim "Zßiihelmsbau) / Stuf 20458/59 £ i e f c t a * f Ittel Quantum» feet » a u o ge(. a«(a|. 422866 Kauft: Mi Ä^S iQSfi—c/vKt4/ "7J<rcX<4»M.»«ve/o«<^ Telephon^47*27 Kaflstf. 9 Tübingerstrasse 25 FÜLLHALTER HEERMANN K Ö N I GSTR. WO