Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 24 (16.3.1931)
- Date
- 1931-03-16
- Page
- Seite 295 (sequence 11)
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Wenn auch in manchen Fragen die Meinungen auseinandergingen, so darf der Gewinn des Abends doch sehr hoch eingeschätzt werden. Dementsprechend wurde der verdienstvollen Rednerin auch lebhafter Dank gezollt. Göppingen. Der „Verein Gesundheitsreform" veranstaltete am 12. Februar einen öffentlichen Vortragsabend über ,.D a s F a s t e n". Neben dem evangelischen Dekan, dem katholischen Stadtpfarrcr und einem Arzt sprach Bezirksrabbiner Dr. Tänzer unter groRem Beifall der Anwesenden. Haigerloch. Der Jugend- und der Literatur verein hatten am 27. Februar die Gemeinde zu einem Vortrugsabend eingeladen. Es sprach unser Gemeindemitglied S e 1 i g m a n n L e v i über das Thema „W ashabenwirden Judenfeinden zu erwidern?" Aus der ungeheuren Fülle der Anwürfe von antisemitischer Seite hatte er sich die wichtigsten zusammengestellt, um sie in geschickter Weise zu widerlegen. Der Redner fand für seine fleißige und gründliche Arbeit verdienten Beifall. Haigerloch. Die Gefallenengedenkfeier fand hier am I. März statt. Morgens hielten die einzelnen Konfessionen ihre besonderen Trauergottesdienste ab. Auch in der Synagoge fand eine solche Feier mit Chorgesängen und Ansprache statt. Darauf begab sich die Gemeinde unter Voranzug der Ortsgruppe des R.j.F. auf den Friedhof zu einer kurzen Andacht an einem Kriegergrab, das zum Denkmal für alle Gefallenen' der Gemeinde ausgestattet worden ist. — Gegen Mittag erfolgte dann eine gemeinsame Gedenkfeier für alle Konfessionen. Die Gedächtnisrede hielt Rabbinatsverweser S p i e r. Seine Ansprache gipfelte in der Forderung, aus dem Leben und Sterben der Kriegsgefallenen Verantwortungsgefühl gegenüber der Volksgemeinschaft und den Willen zur Eintracht zwischen allen Schichten des deutschen Volkes zu lernen. Solches Leben sei die beste Ehrung der toten Helden. Haigerloch. Einen schweren Verlust hat unsre Gemeinde durch den Tod des Eugen Nörd- I i n ge r erlitten. In Laupheim geboren, kam er vor mehr als zwei Jahrzehnten nach Haigerloch. Sein freundliches Wesen und seine Hilfsbereitschaft verschafften ihm die Zuneigung weiter Kreise. Seit einiger Zeit sdiwer leidend, ist er nun im Alter von 53 Jahren ziemlich unerwartet verschieden. Ein großes Trauergefolge legte von der Beliebtheit des Verstorbenen Zeugnis ab. Heilbronn. Am 21. Februar wurde das hiesige neue Postamt durch die Vertreter der Stadt und des Staates in feierlicher Weise übernommen und eingeweiht. Das architektonisch moderne Gebäude, zeigt nach seiner Fertigstellung, daß von der Bauherrschaft in ganz hervorragender Weise auch auf den Stil der benachbarten Synagoge Rücksicht genommen wurde, so daß unser Gotteshaus in "seiner äußeren imposanten Erscheinung nicht beeinträchtigt wurde. Bei der Einweihungsfeier nahm für die I s r. Gemeinde auch unser Rabbiner das Wort. Er überbrachte freundnachbarlichc Glückwünsche und zog einen feinsinnigen Vergleich zwischen dem neuen Haus und der Synagoge, der auf dem Worte „Bete und arbeite" fußte. Heilbronn. Wie wir erfahren, wird die Junggruppe des Jüdischen Jugendbundes am 26. März ihren 1. Elternabend abhalten. Es soll ein Arbeitsbericht mit programmatischen Ausführungen gegeben werden, an den sich eine Aussprache anschließen wird. Mühringen. Am 27. Februar durfte Frau Klara Steinharter Wwe. in geistiger Frische ihren 80. Geburtstag feiern. Der würdigen Jubilarin herzlichen Glückwunsch! Kottweil. Nachdem der hiesige Frauenverein seine allmonatlichen Zusammenkünfte seit Winters Anfang wieder begonnen hatte, fand am 4. Februar eine Zusammenkunft statt, zu der auch die Angehörigen der Mitglieder einfeladen waren. Frau Dr. Hilde Sängertuttgart hielt einen Vortrag über „Selbständigkeit als Ziel der Erziehun g". Nach herzlichen Begrüßungsworten der Vorsitzenden, Frau K. Singer, begann sie ihre interessanten Ausführungen, über die wir bei anderer Gelegenheit schon berichtet haben. Reicher Beifall lohnte die Rednerin. der die Vorsitzende des Vereins, sowie der Vorstand der Gemeinde. Bankier Adler, nochmals mit warmen Worten dankten. Talheim. Am 29. März darf Gemeindevorsteher Max Wertheimer seinen 75. Geburtstag feiern. Wir wünschen dem Jubilar, der sich überall hohen Ansehens erfreut, noch viele gesegnete Lebeusjahre. Ulm. Vor kurzem wurde das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Rudolf Hirsch, der im Alter von fast 88 Jahren in Buchau starb, zu Grabe getragen. Der Verstorbene stammte aus Tübingen und genoß in unserer Gemeinde höchste Wertschätzung. Als langjähriger Gcmeidepfleger, Ausschußmitglied des Isr. Wohl- , tatigkeitsVereins usw. war er mit der Gemeinde - 295 - eng verwachsen und fehlte nie, wenn es galt. Kranke zu besuchen oder Toten die letzten Dienste zu erweisen. Auch mit dem Isr. Frauenverein, dessen Vorsitz die verstorbene Gattin Rudolf Hirsdis lange Jahre inne hatte, war er innig verbunden. Noch im vergangenen Jahre kam er trotz seines flohen Alters von Buchau zur Plenarvcrsammlung des Isr. Frauenvereins. Am Grabe entwarf Rabbiner Dr. Cohn nochmals ein Bild des würdigen Mannes, dessen menschliche und religiöse Tugenden ihm ein dauerndes Gedenken sichern werden. Ulm a. 2). "' ' ''• .'; ', . Albert Cramcr Ulm a. D. Plalzgai»«- 25 - Telefon 2981 Kunslfärberei n. ehem. Wasen - Anstalt Tadellose Arbeitt Kürzeste Lieferfrist! Fachkundige Bedienung! Abholung nnd Lieferant auf Anruf kostenlos. GUSTAV KUMMERLE Unternehmung für Hoch-, Tief- und Eisenbetonbau Barei Krafftstr. 11 * Talelen 2979 Übernahme samtlicher Reparaturen (pielwaren f 9 Sportartikel Größte Auswahl Eduard Müller Sohn Oonaustr. 2 Ulm a. D. - Filiale Hlrschstr. 16 f ~-! " \ Oscar Kammerer / Ulm vorm. Val. Anflelmaler f Langeatr. is, Tel. aroa Spezialgeschäft für Feinkost, Wild u. 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