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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-03-16 · 24 (16.3.1931) · p. Seite 291

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
24 (16.3.1931)
Date
1931-03-16
Page
Seite 291 (sequence 7)
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Der Expressionismus wird der Weg Franz Werfeis. ein Weg, den jüdische Arbeit ihm zu einem Teil gebahnt. Alfred Mombert und Else Lusker-Schüler zersprengen die Sprachform. In ihren Dichtungen ist ein unbestimmtes Schweben und Gleiten, mehr Audition als Vision. Es klingt Fragmentarisches in ihren Dichtungen, die das Unsagbare in Worte fussen wollen. Vor allem Else Lasker-Schüler zeigt sich dabei als. Erbin biblischer Bildiiiskraft. Unmittelbar an sie und Mombert schließt sich im Kampf gegen den Exftressionismus das Suchen nach der neuen Sachichkeit an. Ilre Vertreter sind Jakob Wassermann und Alfred Döblin. Allerdings das große Gelingen bleibt beiden versugt. Wassermann verliert in seinen späteren Werken die ruhige (li staltungskraft seiner ersten Schöpfungen, die Treffsicherheit des Wortes und die Schärfe der Charakterisierung. Eine zu große Aufgeregtheit des Stils infolge des Ubersteigerten Temperaments ist für seine späteren Dichtungen bezeichnend. Die relativ gelungenste Schöpfung dieser Periode ist Arnold Zweigs Sergeant Grischa. Fast scheint es. als ob den Juden der Zugang zur realistischen Dichtung verschlossen bleiben sollte. Eine eigene Note in der deutsch-jüdischen Dichtung vertritt .Murtin Buber in der knappen und einfachen Form der Legende. Frage und Antwort wird von ihm auf die kürzeste Form gebracht. Die Schlagfertigkeit des Wortes ist zur Meisterschaft gereift. Der größte jüdische Dichter der Gegenwart ist allerdings Franz Kafka. Sein Thema ist die Welt ohne Offenbarung, die Sinnlosigkeit des Daseins. Die Traumwelt wird von ihm in schlichten, klaren Worten ganz, realistisch gefaßt. Es gibt also eine eigene jüdische Dichtung deutscher Art mit einem autonomen Bereich In ihren Formen und Fassungen prägt sich jüdisches Wesen im deutschen Sprachkleide aus. Wenn man uueh von einer eigentlichen Dichtung der deutschen Juden in der Gegenwart nicht sprechen darf, so haben sie doch einen eigenen Klang in das deutsche Schrifttum getragen und haben am Werden neuer Kunst ihre Mitarbeit geleistet. . ______ Aus den Qemeindm TüueUemAeeqs. Stuttgart. In den Räumen des „Familienvereins fand unter außerordentlich großer Beteiligung am Dienstag, den 24. Februar, die Vollversammlung des „Israelitischen F r a u e n v e r e i n s" statt, die statutengemäß alle zwei Jahre abgehalten wird. Die Vorsitzende, Frau Kommcrzicnrat Moritz Wolf, begrüßte die Erschienenen und teilte mit, daß zum allgemeinen Bedauern Frau Stephan S t r a u s ihr Amt im Vorstand des Vereins niedergelegt habe, das sie 20 Jahre hindurch in vorbildlicher Treue geführt hatte. Die Ausscheidende wurde von der Versammlung zum Ehrenmitgliede ernannt. Den Tätigkeitsgericht erstattete Frau Eduard Weil, indem sie vor-' erst die vielseitige Betätigung des „Frauenvereins" in den letzten beiden Jahren darstellte, wobei sie besonders die Mitwirkung der Frauen bei der Waschung und Bekleidung der Toten dankbar hervorhob. Sie schilderte die gemeinsame Arbeit mit dt-rn Israelitischen Fürsorgeamt. dem Jüdischen I' rliupnhund und die Teilnahme an der Arbeit dei( interkonfessionellen Frauen, verbünde. Ein ejigcrcr Ausschuß betreut die Hilfsbedürftigen ataa dem Mittelstand. Sie sthloß ihr hVferat mit den schönen Worten: ..Abseits <l;i r f heute niemand stehn!". Sehr interessant war der Kassenbericht, den FrM Schwarzschild vortrug. Es muH;il> ein Zeichen der Zeit j b »trachtet werden, daß der Verein das Jahr D92I mit einem Vermögen von 9608.64 Mk.. das Jahr 1930 mit einem Vermögen von M('*0.~1 Mk.. ,il-<> mit einem Abmangcl von V>|-•)■;Mk. abschloß. Ohne das günstige Ergebnis drr Sammlung] d irch die Kassdicn wäre der Abmangel noch wesentlich größer gewesen. Der Verein mnfl also «frrste Anstrengungen machen, um den au ihn gestellten Anforderungen gerecht werden zu kdnnrii. Nachdem dem Vorstände dir nachgesuchte I ntl.iMiiiif; gewährt worden, machte Frau B a ch des Vereins den Yo dazu Im ■schlag daß sich Mitglieder reit erklären sollten, jeden Monat ein Wund; l.c bensmittel für die Lebensmittelverteilung (Ic^ ansehnliche Anzahl sich zu einer solchen .Bei den Wahlen Winden die satzungsgemäß austcheidenden Vlitg Frauen A n n a S c an Stelle der au S t r a ii s und f ra eine Wiederwahl gern ählt. I tamtt schloß <l< tung. Auf ihn fof) sein, bei dem h Fräulein 11 e d I S schaft durch zwei durch einige enti den erfreuten. Iii r tc raäi d Vereins zu spenden. Eine ler Anwesenden erklärte regelmäßigen Spende bereit. iei ei des \ orstandes und die i ii m a n n und M i n a II i r s ch leidenden Frau Stephan Arthur Rothschil cl. die abgelehnt hatten, durch Zuruf tffizielle Teil der Veraastal-. ii gem&tlk|iei Zusammentäte Stettin er und a ck in gewohnter Meistersikvortrage, Frau Dr. Weil iickende Lieder die Anwesen- Hcisainmensein schloß mit dem reizenden Vortrag lustiger Anzüglichkeiten 75 JAHRE FLOGEL PIANO« eteneweET .18 5 5 lohannes hauffmann STUTTGART Stiftstraße 2 empfiehlt Junge 1931er Mast-Gänse Enten Poularden Hahnen Suppen- und Fricassehühner Rheinsalm Haffzander Haffhechte Seezungen Steinbutte Forellen RM. 2.60/2.80 Karpfen RM. 1.25 Hummer, Caviar, Sardellen, Oelsardinen, ger. Lachs etc. Früchte- und Gemüse - Konserven nur erste Fabrikate Pünktlicher Versand nach auswärts EMU MEYER Eberh.rd.tr. 65, Rot** Hau*, 1*1 S.A. 28031/33 4 SONDER ABTEILUNGEN Stuttgart Tapeten W.nd.loH. and M.tlan Linoleum Teppiche Lblir . 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