Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 24 (16.3.1931)
- Date
- 1931-03-16
- Page
- Seite 288 (sequence 4)
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- 283 - Jubel-chrift -eines geliebten Rabbinerseminars „Zur Ktitwidihing<gesichte der Predigt in Synagoge unid Kirche"" lieferte. Sein uissensdiaftlidics lnlere-sf gehörte aber außerdem pädagogischen ilml philologischen Problemen. I1W5 veröffentlichte er eine Biblische Ge*diidtte nach dem Wort dei Uibel. Vier Jahre später erschien seine aufxhlufireiche Cescbicbte des Israelitischen Sihuliun'ii> in \\ lirttc-mlx-ig in kehrbaehs Mitteilungen der Gesellschaft für die deutsche SchnliiimI I r^iehungsgeschichte. Von wissenschaftlicher lieiIchttrag ist. seine -|>rachfreschichtliche Skizze „Der Iiistorische (iang iler hebräischen Sprache" in der Keslschrift für Oberkirchenrat Dr. klroner. mit dein er in inniger r reiincKthaft verbunden war. .Viriler -einen Beiträgen zur Monatsschrift in den^Jahrgüngen llK>9 und 1911. und den von -einem Schwager Marcus Brann 101 "3 beraus- :,--clniii'ii Philonischen Studien verdient sein \ortrag über Ghetto und Ghettodichter (Breslau IM)*) K'rwühnnng. Auch die Genieinde/eitiing leidanlsl ihm mehrere bedeutsame- Beitrage. Ni bietet ein Rückblick auf -ein Leben das fes-elncle Bild itnerniiidlichen Schaffens und gemahnt au "datalmudi-che Wort: „Ks i-t nidit iii^ig. den Gelehrten Grahschriflen zu setzen dire Worte, ihre Werke illizerstcirbare I Viikinale und ihr Wirken sind Tin leidlicher I rn-t waltete in dem ehrwürdigen Gotte-haiiM-. in dem vor dem Altar die sterblichen Beste des letzten Lanpheimer Rabbineraufgebahrt waren. Kin frostiger Wintertap lii.le durch die wundervollen hen-ter des Gotreslwiis«>s. die Krietfcrich Adlers Meisterhand ge-chatfi-ii hat. Drangen, soweit das Auge blicken konnte da- * etile Bahrtuch de-Schnee-, Drinnen »in heiligen Hause die tieftrauernde Gemeinde. Die l'lorte de- Gotteshauses öffnet sich, und gefuhit wm den Vorstehern der Gemeindebetreten die leidtragenden, begleitet von den anwesenden jüdischen und christlichen Geistlichen da- Gotteshaus, feierliche Orgelakkorde, dann, klangscüön vorgetragen, ein deutsches Lied. Nach dem Liecie halt Bezirk-rabbiner Dr. Cohni Imin tiefer Krgriffeoheit die Gedächtnisrede. I r entwirft in engem Anschluß an Psalm *>2. lo ein liebevoll gezeichnetes Lebensbild des Lnt-chlafenc-n. den er als die Verkörperung des biblischen Gerechten schildert. Seine warmherzigen Worte lassen noch einmal die Gestalt des \äterlichen Führers der Gemeinde vor ihr erstehen. Mach ihm spricht im Namen der trauernden Gemeinde deren Vorsitzender. Religionsoberlehrer Kahn, über das Gotleswort an Abraham: Du sollst ein Segen werden (I.Mose U. Jl. dader Verstorbene verwirklicht hat. Im Namej) des Oberrates dankt dessen theologisches Mitglied. Stadtrabbiner Dr. Rieger. dem Tote» für -eine Treue, seinen Idealismus, seine Schaffen-freude bis zuletzt, und gelobt ihm ein bleibende- Hireiigetlachtnis. Ihm schließt sich der Lehrer und \orsänger Kinstein an. der im Auftrag des Jugendbundes und der jüdischen Schule dem Verstorbenen huldigt. Zum Schluß wieder stimmungsvoller Chorgesang. Dann tragen die Vorsteher der Gemeinde ihren Rabbiner zur letzten Ruhe. Auf dem Wege zum Friedhofe feierlicher Gesang des o|. Psalms. Dort wird der Sarg dem Khrengrabe anvertraut. Die drei Schaufeln Krde fallen uuf den Sarg die rituellen Gebete erklingen, und das letzte Liebesamt ist \ollendet. Im Trauerhause wird zu Khren des Verstorbenen gelernt. Die Gemeinde wird in den sieben Trauertagen im Sterbehause beten. Die Krinncrung an den Verstorbenen aber wird in der Gemeinde zum Segen fortwirken. ..Die Frommen heißen noch im Tode Lebende." " UM* Ihre Firma für Sanitär u. Heizung Mampl&MQUer STUTTGART PanlineutT. Ii / Tel. 70951 2 Die Gemeinde Laupheim. Laupheim. früher Marktflecken, seit 50 Jahren etwa Oberamtsstadt, hatte ursprünglich ausschließlich katholische Bewohner. Krst 1724 nehmen die Freiherren v. Weiden, auf Schloß Laupheim wohnend, die unter österreichischer Oberhoheit standen, die ersten Juden auf. Sie befanden -ich in Geldverlegenheiten und hofften, daß die Juden zur Hebung des Marktes beitragen w ürden. So erhielten zunächst vier Judenfamilieu .Niederlassungsrecht, und zwar Leopold Jakob. Josef Schlesinger. Leopold Weil aus .Buchau. David Obermaier aus Grundsheim. Der Judenschutzvertrag sieht eine Wohnerlaubnis für 20 Jahre mr. Die I)orfherrschaft. die Barone r. Weiden, errichteten ein Judenhaus für diese vier Familien. Das Schutzgeld betrug jährlich 2» Gulden und eine gemästete Gans. Mit dieser Niederlassungserlaubnis waren natürlich., wie überall da. wo Juden Finlaß fanden, viele Beschränkungen verbunden. So durften z. B. Söhne erst nach dem Tode des Vaters heiraten und bei noch so großem Familienzuwachs keine weiteren Häuser erbaut werden. So erstanden durch Leberbauten kasernenartige Gebäude, heute noch auf dem Judenberge zu sehen. Neue Jadeneinwanderungen erfolgten, so daß 17>4etwa 27 Familien und 1784 bereits 40 jüdische Familien Wohnrecht hatten. Audi wurde der Judenschiitzbrief erneuert und auf längere Zeit ausgestellt. Später wurden noch fünf neue und bald darauf wiederum acht Judenhäuser erbaut, je für vier Familien. Das Judenviertel wurde regelmäßig im. Viereck angelegt. Die kleine Gemeinde legte in der Nähe des Juden berge- 17-4 ihren Friedhof an. daneben die erste Synagoge: ebenfalls entstand schon um diese Zeit die Judenschnle und das Judenbud. Die Gemeinde vergrößerte sich zusehends und erreichte in der Mitte des vorigen Jahrhunderts ihren Höhepunkt mit einigen hundert Familien. Heute sind, einzelstehende Personen eingeredinet, nur noch neunzig Familien vorhanden. Laupheim ist eine Muttergemeinde der Juden Württembergs, denn von hier aus siedelte sich nach und nach eine größere Zahl von Familien im ganzen Schwaben lande an. Im Jahre 1786 wurde hier der Juden Leibzoll aufgehoben. Kine volle Kmanzination brachte den Juden Württembergs das Jahr I828,i wo sie in der politischen Gemeinde das Bürgerriecht erhielten, und 1864 erhielten die Juden, seit 1812 zu Württemberg gehörig, die volle staatliche Gleichberechtigung. Sie standen nunmebjr unter einer staatlichen Oberkirdienbchörde (Sitz Stutt- V A. Krauß-Hettenbach UHREN-SPEZIALHAUS und Reparatur- Wtrk'tättt STUTTGART - EBERHARDSTR. 63 See Schneidet des eleganten 9Ueenl indtvlduafl u. streng moöarn CARL FRITZ Rot»«tra6* SS, Tai. aae ao - •> ■■ 4. 21. Haltest Alt Poatoi DEUTSCHE VERSORGUNGSANSTALT VERSICHERUNGSBANK A. 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