Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 23 (1.3.1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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278 9 CH HAU* and KÖN l Q STR A SSB 43 Seit 40 Jahren das Haas für gediegene Schuhe \ intfiihrnnfr hat er (■' verstunden. sich Achtung und VV ertschiit/ung auch in der nichtjüdischen . Rr\.ilkrriin-' zu erwerben. Hermann Uhlmann r,i, ßi .,u,*i ,d« f .nbgelehrter begründeten Ruf. f), i I~.i•;i»i->ln- Oberrat hat ihn in Würdigung -> , Liündlidi»'» 1 achkenntnis wiederholt be- ,,f.■ ■ i. .,ii der Dnustprüfiing der Lehramtskanjl,,laten Fv.miinntnr mit/uw irkrn. l.r darf al« ein ausgezeichneter \crtrcter seines *>tainles gerühmt werden. In einer Ehrenurkunde hat der ( »!>(', lat ihm seine besondere Dankbark> it und W .tsdiat/iing /um Ausdruck gebracht. Mn;,-n ,!,’r würdigen Manne, der als Lehrer. \'.r- ,u-, i um! >ee|s,-r;er 'ith gleich tüchtig befahlt hat. noch viel,- Jahre ungebrochener Kraft! ,d Wirksamkeit /u seiner eigenen Freude wie ■an, Heile -> jn< > i -emeinde und zur Lhre der In li;>,>ns;en,ei>|s,haft Württembergs beschieden Aus de*i Gemeinden lüuettemAetgs. Multgart. I im i «um Landesverband Wiirt- I, ruber■; de« < e nlrdverein - ausgehenden I iuladuii; fur den \ I. Stuttgarter Dies aeadeniieu« /ui \iisspruche ül>er „Die sozialen und;i sellsihaltlichen Verhältnisse des jüdischen Studenten dei /1 leutzeit" hatten zahlreiche an den ««iirtt. Hochschulen Studierende Folge geleistet. Das einleitende Referat hielt zunächst Dr. ^vv alter 's t r .i ii H - Muttgart. Kr gab einen i eberblick über die derzeitigen wirtschaftlichen terhaltni'se der jüdischen Studenten, wobei die i est-fcllting \on besoliderem Interesse war. daß - in (.egeii'.it/ zur Gesamtzahl der Studierenden. ,li, s,-n i„ii um iiber 5o Prozent angestiegen ist. du Zahl der jüdischen .Studenten eine Abnahme «■ui 14 Pr,/, nt zu verzeichnen hat. Als Gründe hierini ei«> lesen «ich die starke berufliche Veränderung letzt! n Jahre innerhalb der jüdischen lb:« ,.ik‘ rillig, «on der bereits im Jahre IÜ2" in l’i,iil>’eii «'s Prozent als Angestellte tätig «,.,!, ii im Gegensatz zu 17.1 Prozent der Gc'unnb, « >!kei ung. Inzwischen hat sich die Zahl der seil -t .-idigi-n Krwerbstätigen zweifellos noch in viel rein Vusmaß verringert, so daß man von e ■ 'jie/iell jüdischen 1 r w e r b s - losig ,-tn clen kann, da hier zu den sonstigen c. h die' allgemeine Wirtschaftslage bedingten iiiiden noch der hinzutritt, daß diese Krwerbsl , infolge Antisemitismus schwerer eine Stel finden ab andere. Dr. Strauß untersucht s.H|aiin da' Verhältnis des jüdischen Studenten / .n, nicht indischen und zur Umwelt überhaupt. Di Vnti'eiuitismti' auf der Hochschule sei zw eit, Uns groß, aber er rechtfertige noch nicht eine 'ich vollkommen abschließende Stellung' sämtlicher jüdischen Studenten, vielmehr sei neben dem jüdischen . Verbindungsstudenten auch der 1 rei'tndent erforderlich und notwendig. I.rfalirung'lat'ach,' «ei. daß viele nichtjiidischen Studierenden, die wahrend des Studiums jeden Verkeilt mit jüdischen Studierenden zu meiden suche n, dies nur aus kor- IKirativem Zwang tun und nacb Beendigung ihrer Studien gerne mit Juden zusammen sind. Fs bedeute für den Juden keine Charakterlosigkeit, mit solchen den Verkehr auf/unehmen. Zum Schluß kam der Redner auf da- Verhältnis des jüdischen Studenten zur Umwelt überhaupt zu sprechen und vertrat hierbei die Auffassung, daß der jüdische Student keine StandesprivRegien zu vertreten halte und deshalb in seinem Verhältnis zur l mwelt einen verantwortiingsbewußten Dienst an der Volksgemeinschaft sehe, so daß für ihn Wissen nicht Macht, sondern Pflicht bedeute. Sodann sprach über die Lage der weiblichen jüdischen Studierenden 1 rau Dr. I. i 1 i Ottenh e i m e r - N e ti w i r t h. Stuttgart. Sic betonte vor allem, daß der jüdischen Studentin die Rolle ,|, s Ausgleichs und der Versöhnung /«, i'cheu den bestehenden Gegensätzen zu komme. Nach ejnem kurzen Leberblick über die Umwicklung der studierenden Frau überhaupt beleuchtete die lieferentin die Stellung der jüdischen Studentin an und zu der Hochschule: sie ging im zweiten I cijc ein auf die Haltung zu den politisch-religiösen Fragen unserer Zeit und gab gleichzeitig die Anregung zur Gründung eines Studentinnfnv, rbandes. die die Studentinnen aller Richtungen uuUder Basis allgemein-jüdischer Inter-" essen einen sollte. Im dritten Teil zeigte Krau Dr. Ottcnheimcr die heutige jüdische Studentin in ihrer äußeren Lebenshaltung und berührte die seelischen Widersprüche, die der jüdischen Studierenden durch das Studium im Konflikt mit der Aufgalie als Frau erwachsen. Das Referat klang aus in der Mahnung an die weibliche studierende Jugend, sich'ihrer Verantwortung als Teil der jüdischen Gesamtheit stets bewußt zu sein. Den beiden V ertrügen folgte eine längere Aussprache. die von dem besonders großen Interesse der Zuhörer an den behandelten Fragen zeugte. Die Diskussion erstreckte sich vor allem auf die Fragen, ob es dem Studenten heute noch möglich sei. sich auf der Hochschule eine allgemeine Bildung im Sinne der Universitas litterarum anzueignen, ob der Wert und die innere Berechtigung des Werkstudententums anzuerkennen sei. ob zwischen jüdischen und nichtjüdisch en oder gar zwischen zionistischen und nichtzionistischen Studierenden trennende Unterschiede bestünden und ob eine Vermehrung jüdischen Korporationsstudententunis cnler des r’reisludcntentums anzustreben sei. Die angeregte und geistig hochstehende Diskussion legte auch diesmal wieder für Sinn und Berechtigung dieser vom Vorsitzenden des Landesverbands ins Leben gerufenen akademischen Tagungen beredtes Zeugnis ab. Stuttgart. Nachdem um I. November v. Js. I Ir. Alfred Hir > chberg - Berlin im Rahmen der ..Jiigendnachmittage“ des Cent ral verein s vor der jüdischen Jugend Stuttgarts über „D i e p o I i t i s ch e L u g e u n tl tl i e j ii d i s dt e Jugend" gesprochen und dabei in lebendiger Weise die neuen, hauptsächlich von der Jugend getragenen Parteibildungen behandelt hatte, woran sich, wie gewöhnlich bei den ..Jugendnachmittagen". eine angeregte Aussprache un- I schloß, fand am 14. Kebruar d. J. der 8. Stuttgarter Jugendnachmittag statt, bei dem Dr.med. Otto Feldmann - Freiburg i. Br. „lieber die Rassenfrage“ sprach. Das Thema, das, wie jedesmal, aus den Reihen der jugendlichen Besucher vorgeschlagen war, entsprach ganz besonders dem den Jugendveranstaltungen zügrunde liegenden Zweck, neben der in freier Aussprache zu erzielenden Klärung von Problemen, die den jüdischen Jugendlichen vornehmlich beschäftigen, auch das positive Wissen zu vermitteln, ejas der heutigen Jugend um ihrer eigenen Sicherheit willen notwendig ist. Im Gegensatz zur Günthcr’schen Pseudowissenschaft legte Dr. Feldmann ohne Spekulation und vor allem ohne Wertung der einzelnen Rasse den wissenschaftlichen Begriff der Rasse und die Prinzipien der Rassenunterscheidung dar und -besprach die verschiedenen europäischen Rassen, wobei er klar machte, daß sie nirgends, am wenigsten in Deutschland, in reiner Form anzutreffen sind, daß vielmehr überall eine Vermischung stuttgefunden hat. Line Anzahl gut gewählter Lichtbilder führte die Russcnmerkmnlr und Rossen unterschiede vor Augen. Die Aussprache legte von einem Verständnis vollen Mitgehen der Zuhörer Zeugnis ab und gab Gelegenheit, wichtige Einzelfragen zu klären. wie diejenige nach der Uebertragbarkeit der bei Pflanzen und Tieren gewonnenen Erfahrungen auf den Menschen und nach dem Verhältnis seelischer Eigenschaften zu körperlichen. Mit echter w issenschuftlicher Bescheidenheit wies der Berichterstatter dabei auf die vielen noch ungelösten Probleme hin, insbesondere dasjenige der Entstehung der verschiedenen Rassen. Der Dank der Zuhörerschaft war allgemein QöppitujeM Adolf Fischer & Sohn SCHWARZ / TELEPHON Ml GÖPPINGEN/ fSXSSÄg Verkauf■ (•acfclfti LANOESTRASSB 11 KARL SEYBOLD, "■«&£"- SteU&uuut fl. Banmann im Damenu.Herrensalon Dauorwollon Tdifn 17«/! Frommer Tapezier ' M8bd>Tfcaaspofte Stadt>Uns lg« Buchdruckare! eusTAvI I Kals.rstra.M 22 a Tel.477.6egr.1M4 Beate Anfertigung w all. Druckarbeltan ÖLBE ehender Tapeten Linoleum, Wandspannstoffe Salubra, Tekko ADOLF FREIHARDT SQImerstr.l - Hallbroaaa.N. -Telefon 929 KRAFT / LICHT / RADIO REPARATUREN JEDER ART Laden» Sülmerstrefle f. Telefon 820 HauptoeeeMft: WiiheJmctreae 21. 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