Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 22 (16.2.1931)
- Date
- 1931-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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Ihr Weg zur Verjüngung, das 'auUnenbad (Höchstfrequenz) Pi statthaft ist. Aschenreste in schon mit Toten belegten- Grabstätten beizusetzen. \ on der Anordnung des Stadtrabbinats über die Festsetzung besonderer \ erkaufsstunden für rituell geschlachtetes Fleisch in Gegenwart des Gemeinde schächters in den Metzgereien von Gailinger' und Liebermann wird Kenntnis genommen. In nichtöffentlicher Sitzung werden die Linspriiche des Rabbiners Dr. Anerbach und de» Oberlehrers Adelsheimer gegen die Gehaltskürzung besprochen. Frl. Thea W eizleider wird als Fürsorgerin der Gemeinde mit sechs*ochentlirher Kündigung auf das Ende des Quartals angestellt: ihre Besoldung erfolgt nach Gruppe \ der städtischen Besoldungsgruppe, wobei ihr Dienstalter auf den l.Juli 1926 festgestellt wird. Der bisherige stellvertretende Ge ineindeptleger Dr. Martin Cohn wird ab l. April aut lünf Jahre als Gemeindepileger ge- ' ss eilt 11. Muttgart. Dir erste G e n e r a I v e r s a m m - , ,i n g cJie-es Jahres hielt der Bert hold V u i r b u ch - \ e r e i n am 27. Januar ab. Im Gegensatz zu den Generalversammlungen frühei• i Jahre stand dieser Abend im /.eichen höchster Lebendigkeit — ein Beweis für das aktive Inter- »-se -einer leilnehmer. In seinem einleitenden latlgkeltsbericht zeigte der I. Vorsitzende. I >r M aller Einstein, nochmals die Arbeit >.ei e.-iio"tü. n Gesdiäffsjnhres auf: Der ß.A.Y.!..*t * o deruiii eine stattliche Anzahl von A or- :.rtgca Ausspracheabenden. Frei tag-Abend feiern eii.i ..Gemütliche n Abenden" veranstaltet, die luiiLvceg gut besucht waren: im letzten Sommer landen eine literarische Arbeitsgemeinschaft und .u den entsprechenden Terminen ein Seeler- Vbend und eine Chanuka-I eier statt. Daneben wurden regelhiallig Turnabende für Damen und Herren abgehalten. Die vollkommen veränderte »iri-vli.iftliche und politische Lage hat auch dem B A.\.-Programm ihren Stempel aufgedrückt. . Leinen d c-t /eit. Norträge und Dis . .--loiijliende über vv irt-diaftlidie. politische. .:.io,e und hun-tleii'che f ragen, standen im . o. .• i _• ■ 111d und weckten bei den Mitgliedern . ri:> Aktie itat. \\ enn auch manche Wünsche ■iio :r . oeben. so darf das vergangene Jahr Joch : - Jahr des trfölges betrachtet werden. - B-_: : ' hc i w ei-e hat die Art der Arbeitsthi men euch Widerspruch gefunden. Aber die ,\c utmiitat de- B.A.N . prädestiniert ihn zur Platt!■■:::/ tut j ■ :l e ii Ideenaustausch, und deshalb sollten be-onders die Aelteren dem Verein keine Vorworte machen, wenn er alle Fragen der /ei: aal seinem Boden diskutiert, ln diesem Zusammenhang ging Dr. Linstein ausführlich auf den \ ertrug von Dr. Karl Lieblich und die durch ihn ali-gelöste Stimmung in der Gemeinde eia: er stellte ausdrücklich fest, dal! der B.A.Y. s;<ii in keiner Weise mit den von Dr. Lieblich seinerzeit vertretenen Ansichten identifiziert und auch detr \orvvurf der ..Zionistenfreundlichkeit" nicht verdient. Die Note des B.A.Y. soll lediglich j ü d i ' di sein, und hieraus ergibt sich •zwang-lauiig seine Grundhaltung. Die Arbeit der J u n g g-r u p p ep . die organisch in die Bestrebungen des Vereins hineinwachsen soll, hat «ich erfreulich gestaltet. Linen besseren Besuch verdienen die Freitag-Abendfeiern, die unter der ilauken-wertei! Leitung von Rabbiner Dr. Auerb a di 'tehen. Die letzte Chanuka-Feier ist durchaus geglückt andere Teile der B.A.Y .-Arbeit — Wanderungen, in nie n — weisen eine weniger günstige Entwicklung auf. Hier gah der Redner noch s, hr wertvolle Anregungen betr. Gründung eines >prechchores und eines Orchesters. Dr. Ein- 'lein behandelte dann das Verhältnis des B.A.Y. zu den verschiedenen Organisationen wie Reichs^ verband und Landesverband. Jugendring. Gemeinde. Stuttgart-Loge usw.. welch letzterer er für die Leberlassung ihrer Räume besonders dankt. Mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf die kommende Arbeit schloß der 1. Vorsitzende seinen Tätigkeitsbericht. Da der Kassier. Obersekretär VY iß mann, erkrankt war. erstattete Dr. Einstein nur in großen.Zügen den Kassenbericht. Der Vermögensbestand des Vereins beträgt zurzeit 060.22 Mk.: von 164 ordentlichen und 160 außerordentlichen Mitgliedern gingen 2M6. Mk. Mit gliedsbeitrage ein. Liese-Einstein berichtete anschließend über die Arbeit der-Mädels-Junggruppe. Herbert S ch i f t a n über die der Jungens Gruppe. Beide Berichte zeugten von intensivem und erfolgreichem Arbeitswillen. Im Mittelpunkt der Generalaussprache, die sowohl Kritik übte als auch gute Anregungen vermittelte, stand ein Meinungsstreit über den schon erwähnten Vortrag von Dr. Karl Lieblich. Lin Teilder Redner hielt eine Auseinandersetzung mit Dr. Lieblich im Rahmen eines Ausspracheabends aus verschiedenen Gründen für - 266 - notwendig: ein Antrag, von einem solchen abzusehen. wurde aber mit großer Mehrheit angenommen. Hierauf wurde der Vorstand, mit Ausnahme des Kassiers, entlastet: diesem soll nach Prüfung der Rechnungsführung durch Hugo Dav idsnhn und Religions-Oberlehrer J a f f e nachträglich Entlastung erteilt werden. Den letzten Punkt der Tagesordnung bildeten die Wahlen. Zu allseitigem Bedauern erklärte Dr. Walter Einstein, daß er aus zwingenden beruflichen Gründen den Vorsitz niederlegen müsse. Auf seinen Vorschlag wurde Redakteur Hans Sternheim per Akklamation zum I. Vorsitzenden gewählt. Dr. Martin Cohn'vvurde in geheimer Wahl zum 2. Vorsitzenden. Obersekretär Julius Wißmann zu m Kassier und Martha Strauß - Cannstatt zur l. Schriftführerin durch Zuruf bestimmt.' Auf Grund geheimer Neuwahl setzt sich der Aus- - ch u ß nunmehr aus den folgernden Personen zusammen: Dr. Fritz Bauer. Ruth Eb- - t e i n . Dr. Walter Einstein. J. David. Leo H i r s ch - Cannstatt. Joseph Läufer. Siegbert VVcrtheimer. Für die Junggruppen gehören ferner Hilde Jacobs und Herbert Sdiiftan dem Ausschuß an. Nach Beendigung der Wahlen wurde die Versammlung in später Stunde geschlossen. * Wie schon weiter oben mitgeteilt, hat sich Dr. Walter Einstein leider veranlaßt gesehen, sein treulich verwaltetes Amt niederzulegen. Mit ihm ist ein tatkräftiger Führer und warmherziger Freund der jüdischen Jugend vom einer Stelle geschieden, an der er lange Jahre begeisternd und mit Begeisterung gewirkt, an der er mit hohem Verantwortungsgefühl, nie versagender Krpft und unentwegter Bereitschaft sich für die Jugend einsetzte. Wer die Gründlichkeit und Sachlichkeit, mit der er die Geschäfte des B.A.V. geführt, kennt, der weiß, mit wie großem Bedauern die Mitglieder des Vereins und seine jugendlichen Freunde ihn scheiden sehen. Ist doch der Aufschwung, den der B.A.Y. besonders in den letzten Jahren genommen, in erster Linie der zielbewußten Leitung seines I. Vorsitzenden zu verdanken, der es nicht nur ausgezeichnet verstand, seinen Verein würdig nach aufy?n zu vertreten, sondern auch unsere ganze Gemeinde für die jungjüdische Arbeit zu interessieren. Heute, da überall die Bedeutung unserer Jugend für die Erhaltung und Entfaltung des Judentums erkannt wird, erscheint die große F ührcrleistung Dr. Walter Einsteins in einem besonderen Lichte; neben unserer Jugend schuldet ihm auch die jüdische Oeffentlicnkcit deshalb wärmsten Dank. Der besondere Dank des Vereins wurde ihm denn auch am Abend der Generalversammlung unter stürmischem Beifall der Anwesenden durch Redakteur Hans Sternli e i m zum Ausdruck gebracht. Das, was Dr. Ein -tein in langjähriger selbstloser Hingabe für den B.A.Y. geleistet, wird ihm unvergessen bleiben. Sein schönster Lohn darf aber in der Gewißheit bestehen, an einem Werke gearbeitet zu haben, das reiche Früchte getragen hat: er scheidet von ihm herzlich verbundenen Freunden und einer Gemeinschaft aufrechter und selbstbewußter junger Juden! Cannstatt PT »forbnislumls-Nillel ■■■Hl V gasn drlpp* und Drogerie l Wegele, Könlgsir. 46 /W Tllodecne Optik! Diplom-Optiker Widmaier Bahnhofstraase 11 Krankenkassen - Lieferant Baaflasdinerel, Gasaad Wasser lei tu gs-Geldlift Saaltirs Aalagaa Hermann Olridi Marienstraße 6 Telephon 51577 B P.|l99| Fische, Wild, »glich r m wmVICiCil frisch gsschlachtetes u. geschichtetes QeflQgel Lieferung frei Haus Nohenstaufenstraße 24 - Lager Karlstraße 40 Fernruf 60661, Malegneister W. 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