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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1931-01-01 · 19 (1.1.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
19 (1.1.1931)
Date
1931-01-01
Page
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TAPETEN LINOLEUM VORHÄNGE HIENERWADEL BUCHSENSTRASSE 26B lirfsten. kann, faßbaren Nöten »ich befindenden (>lauben>brüdiTn irrgcnübcr obliegen. Der Inhalt der Reden Ixt denen, die bereits >eit Jahren ihre Anteilnahme der segensreichen Tätigkeit de» c >liT" zuwenden. nicht viel .Neue-, Nie -ehr geschickte Propagandatätigkeit die er nich* ih.iritativ -ein wollenden Gesell- - i! hat für g-naue Orientierung aller ihrer 1 * i::tde gut ge-orgt. Aber eist doch etwa» , ti/ iiidere-, die Sachlage ein berufenen Iled- :,i-rn %-irg‘i tragen /u bekommen, aleine noch so gut abgefallte Schrift darüber /u lesen. Lseien audem reichen Inhalt der Reden einige wesentliche Punkte hervorgehoben. Ministerialrat Nr. Hirsch be/eichnete in seiner f r iflniiiigm-pradie als Aufgabe des ..OR P": Wahrung der Rechte der Juden in Deutschland, ohne darüber der Juden in aller Welt zu vergessen. und »ich dafür einzusetzen. dal? die Juden IM eisten, wie überall, wo sie Boden finden, sich i f ,j, r/e! i»-c h. 1> n und nicht nur vegetieren können Nr.! i u u b -teilteals Haupttätigkeit der Ge- »eii»chnft die \ermittlung zur wirt-chaftlichen Einstellung derer hin. die Opfer der wirtschaftlichen Veränderung geworden sind. Das Rußland von heute kennt keinen eigentlichen Antisemitismus. Aber die Juden sind doch die Hauptleidtragenden der gegenwärtigen \ erhältnisse. da der Handel, von dem die meisten Juden lebten. verboten ist. und die Händler dadurch in civti Stand der sogenannten Deklassierten herab- -unken. Ls gibt deren in der Ukraine 400 000. in RulTund WOooo. Diese halbe- Million Menschen geh* zugrunde, wenn ihnen nicht geholfen wird. Nie-c; Hilfe aber bestellt darin, daß man ihre! m-tc llung /u Handwerkern und I.arfdwirten in die Wege leitet. Ungeheures hat der ..ORT" in die-c r Beziehung schon geleistet. Zur Heranbildung qualifizierter Handwerker w urden bereit» W5 Schulen und ein jüdisches Technikum , i -liatei 00!jo jüdische Handwerker erhielten Kinn beriiihre Ausbildung. Ls gift auch besonder.». die jüdische-, Industrie zu fördern, die \rbc iter mit Maschinen. Werkzeugen und ande- n I t< n-ilic-n zu versorgen, die jüdische LandwKi-'Kilt zubegünstigen. Der Osten und der W a müssen -idi gegenseitig ergänzen. jii-Hzrat Dr. B r o d n i t z erzählte, wie er dazu ,. iin. »ich fün den ..ORT" einzusetzen. Wir dürfen Gl.iiiben-Jbrüder nicht verlassen, die ehrliche Arbeit cuf heimischem Boden verriditen wollen. \\rlu iit vi>b Herzen dazu helfen will, der muß es > i-tuod-niäßig tun. Audeutsch jüdischer I h-rellutig iji rauhabe er sich die -er Arbeit ge- -i iciirse-l. He aiim. trotz der großen dadurch bedingten Zeit-Ader, zum Segen gereiditc*. Lr könne :t eines sap-n: ..Hut ab" vor der Lnverwüstudikeit --es Ostens. Die Bevölkerung ist erfüllt \ ui den: Dilingr zur produktiven Arbeit. Die Z dil cb-r Aufnahme Begehrenden ist al»er nidit zi. b‘•■.vciitlgep. >-Tir »diente trfolge wurden auch in o die urocluktive \ erwandtenfürsorge erzielt. N- Redner verbreitete »ich auch noch über die jiddische Sprache-. Line Sprache aber g. te e» festzohalten. die un-ere Väter und Groll 'c f jq nhen. die bei unseren Kindern und; ikin verloren zu gehen droht, die aber nie . I ni oii.e r verloren gi hen darf: d i e S p r a ch e - j ü d i - di n Herz e n s. Tju-sc» jüdische Herz dürfte bei den Bc-suchern c-, - Abends laut ge|>ocht haben: dabewies e r -r,.rmi'che. beiden Rednern gezollte Beifall. Lei g r :. in folgende n Aus-prache. an der sich ' : i > vv i t z . I >r. f e I ■! in a n ii . K r n s t K I > r. Bollern. Hugo l.nrw i'llllial : 1 i-htsmwalt Dr. LIegenheimer beteiligten. wurden mannigfache Fragen gestellt, dievo;, Heu beiden Rednern in ihrem Schlußworte ln-aotwortet wurden. Ner Vorsitzende schloß den Ahend mit warmen Dankesworten. Ls ist zu hoffen, daß dein großen rednerischen Lrfolg auch der materielle nicht fehlen wird. m. o. Stuttgart. Wie alljährlich, -o hatte auch diesmal wieder - und zwar am 20. Dezember; de r B e r t h o 1 d Auerbach- \ erein seine Mitglieder und Freunde zu einer Chanukar eier ins Obere Museum geladen und ihnen einige frohe Stunden bereitet, von denen man noch gerne sprechen wird. Auch heuer darf die V ereinsleitung einen großen und verdienten Erfolg buchen: Einige Hundert froh gestimmte Menschen füllten die Säle, gespannt auf ein Programm. dessen personelle Zusammensetzung und Künstlerische Leitung zu großen Erwartungen berechtigte. Der Vereinsvorsitzende. Dr. Walter Einstein, brachte in seiner Begrüßungsansprache zum Ausdruck, daß man es trotz den schweren Zeiten gewagt hätte, dieses traditionelle Fest zu veranstalten — um auch der Freude zu huldigen, die mit Chanuka nun einmal verbunden sei. Für diesen Wagemut darf man dem - 236 - B.A.V. dankbar sein: Wir alle brauchen, bei allen Sorgen und Nöten, auch einmal Stunden, die den politischen und wirtschaftlichen Druck vergessen lassen und uns sagen, daß der Mensch, wenn auch nidit zur Freude allein, so doch zur Arbeit und Freude geboren ist. Alfred Dreifuß, der die künstlerische Leitung des unter dem Motto ..Eine Stunde F r ö h 1 i ch k e i t“ angekündigten Kabaretts übernommen hatte, können wir bestätigen, daß er etwas geleistet hat. Den mitwirkenden Damen und Herren muß ebenfalls hohes Lob gezollt werden: sie boten eine ausgewählte, ebenso seriöse wie liebenswürdige Kleinkunst, die das Publikum zu Beifallsstürmen hinriß und die nicht zuletzt deshalb so dankbar aufgenommen wurde, weil sie mit soviel jugendlicher Natürlich keil und Spielfreude geschenkt wurde. —■ Alova Ebstein, eine der bewährtesten künstlerischen Kräfte des B.A.V.. machte den Anfang: in einem stilvollen Kostüm entwarf sie zu Griegs „Auitras Tanz" ein anmutig-beschwingtes län/bild. Dann holte sich Ruth I. e v i. ein neuer Stern am Kiinsthimmel des B.A.V:. mit einem charmant interpretierten .1 n - d i s di e n Tanz" grollen Beifall. HannaGundelfinger rezitierte wirkungsvoll geistreiche Sarkasmen Kästners und eine Satire von Morgenstern. /wischt*ndurdi brachte A I f r e d D r e if ii II einige ..Bemerkungen“ au. deren Treffsicherheit ergötzte. Der von ihm zitierte „Onkel Mos di e W o 1 f". ein unseren Lesern wohlbekannter Mitarbeiter der ..Gemeinde/.eitung". hätte aber ah dem. was man bis jetzt zu sehen bekam und noch sehen durfte, ganz gewiß auch seinen Spaß gehabt, zumal er in seiner abgeklärten Weisheit nur dem hätte zustimmen können, was Trude Jacobs anschließend in einem melodiösen Chanson von den Segnungen der and KÖNIOSJRASSE 4» HAUt i ' f r. t >; > Seit 40 Jahren das Haut für gediegene Schuhe ..goldenen \ erw undtschaft“ humorvoll berichtete. Die nächste Kabarettnummer bestritten Anneliese \ ogel und Alfred Dreifuß. Wer bisher noch nidit wußte, wie ein Liebespaar zur Zeit Walters von der Vogelweide und Schillers sich trennte und in der heutigen, ganz auf Rationalisierung eingestellten Zeit auseinandergeht — dem wurde dies durch die Vorgenannten jetzt ausgezeichnet demonstriert.’ Audi Alexander Po lack gefiel mit einein in deutsch und französisch vorgetragenen W a 1 z e r 1 i e d aus „Sous les toits de Paris“ und einem Schlager in holländischer Sprache sehr. AlexaEbstein und R u t li l. e v i boten sodann nach Melodien -aus -der ..Ureigroschenoper“ ein reizendes lanzduett und ernteten stürmischen Beifall. Einen Beweis hoher Musikalität und bemerkenswerten technischen Könnens erbrachte sodann die \\ endling-Sdiülerin Fanny Sommerhäuser-Reiter durch den Violinvortrag herrlicher Miniaturen von Paganini-Kreisler, Kuhlau und Beethoven. Frau Profesor Schmidt, die am Flügel meisterhaft begleitete, hatte an diesem Lrfolg großen Anteil. Else-Lore Aron stellte sich als fesch befrackter Kavalier dann wieder in den Dienst der Operetten-Muse und Göppingen Adolf Fischer & Sohn Oken Narstallitr. 28 ad 28 a. fensir. 788 Buchen- ».Tannanholx Condilord SCHWARZ / TELEPHON 580 9<w|hiN|amt eoHtutn <Mwn»i—gra «Irflr. siet-, Nroft- ». etanolonlogrii Wteapi—g<Wriw« , Sanerbruonenstr.28 ÜUrrUNUtlN / Ferasnrecher Nr.345 cKeit&conn KRAFT/LICHT/RADIO ' REPARATUREN JEDER ART ELEKTRO-KAISER Lsdon: Sfllmaratrafi« I. Tslafon 820 Hauptgasehift: Wilhalmstrafia 21, Telefon 807 KURZWAREN L.Z crstttL l«R strample, TrlkotwiMkc WoUWETCB ehender ■. nun, t«l »1« Moderne BestefrEmbaaten in Schubladen Heilbr. Heilbronn a.N. MSachseestr. 75a Fernsprecher 27*5 HAUG’S Spezialhaus für Käse - Butter Eier und Aufschnittwaren SOImerstraBe 12 - Fernapracher 1311 MSbel 'Transporte Stadt.Unsflgo Buchdruckerei qustavI 'H ÖLBE Kals.rstrassa 22 a Tal.477 6agr.iae4 Basta Anfartigung ga all. 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