Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 18 (16.12.1930)
- Date
- 1930-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 11)
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225 De-e Vachmittags* JCaffee im SMofigadeHiCafe, JJhee tuthägfe xLum im SMofigarte4u!hwhost, alles im SMofigarteas^Cotel, Stuttgart, Hel.26351-54 Nachmittags vereinten sich die Heilbronnerinnen mit ihren Gästen zu einem Teenadimittag. Frau Rosa Kirchheimer begrüßte die Versammlung, Frau Hedwig Kann leitete mit Gesang (begleitet von Frau Ramsfelder) die Darbietungen ein. Nachdem Frau B e r g m a n n- Laupheim einen kurzen Bericht über die Dürkheimer Tagung gegeben hatte, nahm Frau Mar- —garete Susman das Wort zu ihrem Referat: -Die Berufsproblematik der Frau“. In unserer Zeit des Zusammenbruchs und der Not, so führte die Rednerin aus. sind alte Formen und Maßstäbe zerbrochen und es vollzieht sich die Umwandlung des Typus Mensch. Die Frau, die bisher unter einem göttlichen Gesetz, dem des ewigen Urtriebs der Mütterlichkeit, verborgen gelebt hat, durchbricht die ihr gezogenen Grenzen, stößt vor in das Leben des Mannes, der unter dem männlich-menschlichen Gesetz lebt, ordnend, geschichtlich, zeitbedingt. Sie stößt vor im Augenblick der Krise — es bleiben ihr keine überkommenen Formen, es bleiben ihr nur ihr Gewissen und die Verantwortung, die die Freiheit auferlegt. Die Problematik beginnt für die Frau überall dort, wo die ihr zutiefst eigenen Pflichten der Frau, und Mutter in Widerspruch geraten mit den Pflichten des Berufs; nur wenige Berufe, vor allem die, die soziale und Erziehungsarbeit verlangen, gestatten der Frau, ihr mütterliches Gewissen zu verbinden mit dem Wissen des Mannes und so die eigentliche Aufgabe der Frau zu erfüllen. Die große Mehrzahl aber muß Erwerbsarbeit tun auf einem Gebiet, das ihr im Grunde fremd ist — doch auch für sie bleibt eine Aufgabe und ein Glück: das Bewußtsein, mitzutun am gemeinsamen Werk und „Schwester“ sein zu dürfen. Und so erscheint hinter der Not der Gegenwart, die manches Einzelschicksal als Opfer fordert. die Hoffnung auf eine Gemeinschaft brüderlich-schwesterlicher Menschen. Frau Susmans Optimismus, ihr Glaube an das Beglückende gerade der schweren Aufgabe, ist das, was die heutige Frauengeneration braucht in ihrem Kampf: die impulsiven und herzlichen Dankesworte Frau Trude Wolfs waren der Ausdruck für die Empfindungen aller Zuhörer. Brahms- und Schumann-Lieder, gesungen von Frau Hedwig Kahn, leiteten zu einem Vortrag von Frau I. ise \ iktor über. Lanpheim. Am Sonntag, den »0. November, wurde auf dem hiesigen Friedhof der plötzlich aus einem gesegneten Leben abberufene Kommerzienrat und Brauereidirektor Leopold Baldauf von Dillingen a. Donau zur letzten Ruhe bestattet. Die Beteiligung von hier, der Umgebung und aus dem Wirkungskreis des Verstorbenen, der ein Alter von nur 55 Jahren erreichte, war eine solch große, wie sie wohl noch niemals auf unserem israelitischen Friedhof zu verzeichnen war. Der jüdische Gesangverein „Frohsinn" leitete die Feier durch einen Trauergesang ein. worauf Oberlehrer Kahn im Anschluß an das Wort aus dem „Buche der Weisheit“, Kap. 4; 8, 9, das segensreiche Wirken des Verklärten schilderte. Nachrufe von'einem Vertreter der Augsburger Schwabenloge des U.O. B.B., von Vertretern der Brauereigesellschaften in Stadt, Bezirk, Land und Reich, von einem Mitarbeiter der Stiftsgartenbrauerei Dillingen. von einem Mitgliede der Sanitätskolonne, des Krieger- und Veteranen Vereins, des Stenographenvereins, der dortigen Taubstummenanstalt, wie auch anderer charitativer Vereinigungen von Dillingen und Umgebung legten Zeugnis ab von dem edlen Wirken des Verschiedenen, so daß sich die Trauerfeier zu einem ergreifenden Kiddusch Haschern gestaltete. Das Andenken des trefflichen Mannes wird nie erlöschen! Lanpheim. Wie alljährlich, so nahm auch heuer am Totensonntag die Kriegergedäditnisfeier auf dem Israel. Friedhof unter Beteiligung aller Kreise unserer Stadt einen eindrucksvollen und würdigen Verlauf. Nach einem Choral der Stadtkapelle hielt Oberlehrer Kahn die Gedächtnisrede über Ezechiels Totenfeld (Kap. 37, 1—3. 9, 10). Niederlegung von Kränzen am Kriegerdenkmal. Chorgesang des Mannergesangvereins „Cäcilia", Böllersalven und ein Solclatcngruß der Stadtkapelle beschlossen die erhebende Feier. — hn — „ Mergentheim. Dieser Tage feierte Oberlehrer und Kantor a. D. Pappenheim seinen 70. Geburtstag. Trotzdem der Jubilar sich jede Feier anläßliai dieses Tages in bescheidener Weise verbeten hatte, ließen die Kollegen der näheren und weiteren Umgebung die Gelegenheit doch nicht vorübergehen, um den allseits verehrten Mann in schlichter Weise zu feiern. Am Sonntag, den 23. November, trafen sich die Kollegen in Mergentheim, um dem Jubilar ihre Glückwünsche zu entbieten. Alsdann folgte ein gemütliches Beisammensein mit seiner Familie bei Pension Gerstner, wobei zunächst Oberlehrer P r e ß b u r ge r-Creglingen als ältester der anwesenden Herren die Verdienste des Jubilars als Lehrer und Kantor würdigte, insbesondere auf seine Bescheidenheit und seinen strengen Gerechtigkeitssinn, den er sich auch in Schicksalsschlägen mit keiner tapferen Gattin erhalten habe, hinwies. Oberlehrer Adle r-Cannstatt beflückwünsdite rappenheim namens des „Württ. s r. L e h r e rfv e r e i n s“ und wünschte dem Jubilar noch cfiele schöne und frohe Tage mit seiner Gattin in Gesundheit und Geistesirische. Mit einem Dankwort des Gefeierten, der in ergreifender We|se seinen Werdegang yom I8jahrigen Elementar-Junglehrer in Thaineim bis zur Religionslehreix- und Kantorstelle in Mergentheim schildert^, schloß die schlichte Feier. Sontheim. Api 17. Dezember findet im Israel. Altersheim „W ilhelmsruhe“ eine Ghana k a - Fe i e i statt, zu der die Verwaltung in einer Anzeige peile 217 dieser Nummer herzlich einlädt und Spenden erbittet. Möge sich jeder anläßlich dieser Feier unseres Württemberg,sehen jüdischen Altersheims erinnern! Ulm. Der Monat November brachte dem „1 s r. J u g e n 4 b u n d Ulm“ neues Leben. Am 1. November fahd pine große Treffahrt mit Stuttgart und Göppingen in Göppingen statt: an die vierzig Jugencjjbündler wanderten bei schönem Wetter auf den Hohenstaufen. — Am 3. November war der Jugendbund beim R.i.F. im Bahnhofhotel zu Gqst Dr. Franz Hirsch sprach über „Abwehrfrigen“. ein passender Abschluß zu den Themen der vorhergehenden Heimabende Besondere Erwähnung verdient diese Veranstaltung als Versuch, die Jugend und die Aelteren zusafcimenzuführen. Am 12. November hielt Obersekretür W i firn a n n -Stuttgart einen Vortrag über „D i e j ü - d i s ch e J u ge ndbewegun g“. Dieser Vortrag gab vor allem über die Gesdiidite und Ziele der Jugendbewegung Aufschluß. — Rabbiner Dy. Cohn hat sich in freundlicher Weise bereit erklärt, alle vier Wochen in einem Heimabend ü|>er den ..Lehrinhalt des Judentum s:‘‘ zu sprechen. — In gedrängter Kürze steht hier, was der Jugendbund seinen Mitgliedern im Laufe eines Monats bieten! konnte: solche Leistungen sind jedoch durch das Interesse der Jugendlichen bedingt, uhd nachweisen läßt sich ein solches nur durch fleißigen^ Besuch der Heimabende. Außer ernsten Themen kommen dort auch Spiel und Freude zu ihrüm Recht. F. Ulm. Am 10. November veranstaltete der „I s r. Frauen verein“ einen Vortragsabend mit Frau Professor! Dr. S t a d I e r-Müncnen, die über KGoltermann Stuttgart« Königstr. 70 Spezialgeschäft für feine Parfümerien, Toiletteartikel Arden, Amor, Skin, Cyclax, Bock etc. SCHÖNHEITSPRÄPARATE Juwelen Gold-und Silüerwaren ln großer Auswahl Bcsfcdf- Anssfalfinäcn in Silber and versilbert W. 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