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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-12-16 · 18 (16.12.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
18 (16.12.1930)
Date
1930-12-16
Page
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Dl« Sulzburg dss |^n)g dm SchflMsehuli*V«Ptlnt Stuttgart t. V. M UnfHeewiwgwi-Tecfc Woehtnind'Skllmrtt jeden Samstag-Sonntag Weihnächtew. Neujahrs-Sklkurse v. LS. Dez. b. 7.4afi. Iw Bad Oberdorf b. HIndolang-AllQiu Arnnaidung und Kuraprogramm durch dia Qeechiftsatetle SPORT-BREITMEYER BÜCHSENSTR. 12-14 / ANRUF 289 44 Don Dank der Versammlung stattete der \or- -it/ende mit wirkungsvollen Worten ab mit dem Gelohnider Treue und Pflichterfüllung für das deutsche \ aterland. in welchem der Kampf des jiiilisihen Frontsoldaten leider notwendig geworden ist. H. M. Stuttgart. I )er ..!> e i ih s b und j ü d i ' ih e r I io n t s o | il a t >- n". ()rtsgruppe Stuttgart veranstaltet am JO. Dezember einen Gesell- - di a f t ' a I)n d . dessen Programm w jeder besonder* gut gewühlt Ist. Stuttgart. Am 26. Nnveinbei sprach Rabbiner I *r. beer in a n n im Rahmen >ler im Berth o I d A ii e r b a dt -Verein v veranstalteten Vortrugsreihe über religiöse Probleme über die vl-*llimg de- Rj , ii im Judentum: Wenn eder Sinn des Judentums ist. so führte der Redner aus. den Vleiisdien /n heiligen, so ist das Mittel die-.-r Heiligung der Ritus. Sein Wesen ist aus dein sittlichen ( liarakter des jüdischen Gottesdienstes. aus seinen religiösen Motiven und aus -einen Wirkungen auf die Gesamtheit am besten /« erkennen. Im Gottesdienst wird der Egoismus des han/elbeters ersetzt durch das Verbundensein mit der (.emeiii'diaft. Die Motive de-' Ritus sind die Erziehung zur Selbstbeherrschung und die Festigung der sittlichen PersiinlitY.eit. Durch die Beziehung des Alltags auf '■ott und durch die Bildung der Gemeinschaft und ihre Gesundung wird der Ritus zum stärksten lleiliguiig'inittel. Der Redner behandelte einzelne Satzungen des jüdischen Ritus, um an ihm ■<- die V ersittlichung der Gemeinschaft nach- /uwei'en. Die soziologischen Wirkungen des Ritus und seine hvgicni*thc Bedeutsamkeit wurden dabei nachdrücklich hervorgehoben. Reicher Beifall lohnte die wirkungsvollen Darlegungen. Eine kurze Aussprache über die Frage, wie der moderne Mensch zum Ritus steht, schloß 'ich an den Vortrag an. Sein Schlußgedanke war: ..Das J ii d e n t ii m wird ii ii s erhalten, w e n II w i r es halten!" j Stuttgart. Mit einem V u ' * p r a ch c-a b c-n d übet ..J ii g e n d u n (I B ii h Ii e" geleitet von Vif red Dreifuß eröffnete der Berthe d V ii!■ r liacfi - V e re i n seine künstleri- - n F lagen gewidmete Vortragsreihe. Alfred Dreifuß zeigte die iiiittelbaren Beziehungen zwischen Jugend und Bühne auf. indem er zuerst die bedeutsame Erscheinung des Laienspiels nach Entstehung und Weiterentwicklung darstellte und dann erläuterte, wiees einerseits den Blick der Jugend für die Bühne und ihr Geschehen weitete und andererseits eine ganz neue Theaterhiillnr anbahnte. In äußerst interessanter vv eise --lichte der Redner diese Neuorientierung aus der neuen dramatischen Produktion heraus verständ- ’.ich zu machen, die den früheren ..Part pour I'arf-Standpiinkt aufgegelien und dafür sich das Ziel ..Kunst als Waffe“ gesteckt hat. Alfred Dreifuß ging auch auf die Bühne als Jierufsproblent ein und verstand es dadurch, sein Thema auch nach dieser bedeutsamen Seite aiiszugestalten. Fine Aussprache schloß sich au das einführende Referat an. Stuttgart. Im Bert h old - Auerbach- V ereil) sprach am 9. Dezember, vom Vorsitzenden als einer der treuesten und beliebtesten Vortragenden im B.A.V. herzlicbst begrüßt. KAFFEE UNSERE SPEZIALITÄT SEIT 85 JAHREN EIN VERSUCH ÜBERZEUGT J. G. MOTZ KAFFEE-RÖSTERS z KOLONIALWAREN LANQESTR. 39 - 224 - Konsul Max Straus über „Max Liebe rra a n n“. Der Vortrag bildete ein wertvolles Glied in der Vortragsreihe über prominente Persönlichkeiten. die Konsul Straus im Laufe der Jahre an dieser Stelle dem Hörer nähergebracht hat. Der Redner schöpfte auch diesmal wieder aus bester Quelle und verstand es. durch geschickte Gliederung ein fesselndes Bild des großen Meisters zu entrollen und ihn als Mensch und Künstler in das rechte Licht zu stellen. Die Bedeutung Liebermanns wurde erst im Auslande anerkannt, wahrend es lange währte, bis er sich in Deutschland durchsetzte. Sein Judentum war hier Hemmschuh. Er aber ließ sich nie von dem geraden Wege ablenken, verfolgte unentwegt sein Ziel und lieferte so den sprechenden Beweis für die Richtigkeit seiner Behauptung, „der Jude soll etwas leisten, und wenn er etwas leistet, wird man ihn auch anerkennen“. Er. wie auch Professor Albert Einstein, sind übrigens nach des Redners Ansicht größte Feinde einer heute gerade in jüdischen Kreisen sich breit machenden Verhimmelung hervorragender jüdischer Persönlichkeiten. Liehermann.s kernige Art und ursprünglicher Humor fanden im Vortrage natürlich besondere Berücksichtigung, was bei den Hörern viel Freude und herzliches Lachen auslöste. Eine lange Reihe vorzüglicher Lichtbilder veranschaulichte inehr als Worte des Meisters hervorragendes Schaffen. Kennzeichnend für Liebermanns Einstellung zum Judentum ist die Ablehnung der Teilnahme an einer hervorragenden Veranstaltung, weil sie am Versöhnungstage stattfand. Konsul Straus erntete für seine glänzende Darbietung stürmischen Beifall. Der ihm vom Vorsitzenden ausgesprochene Dank entsprach ganz dem Sinne aller Anwesenden. M. O. Stuttgart. Der BertholdAuerbuch-Yere i u veranstaltet am 20. Dezember seine traditionelle Chanuka- Feier, in deren Mittelpunkt ein von Alfred Dreifuß geleitetes Kabarett stehen wird. Wir können verraten, daß den Besuchern des Abends reichste Unterhaltung geboten wird, um so mehr, als die diesmaligen Darbietungen der bewährten B.A.V.- Künstler im Zeichen humorvollster Parodie stehen werden. Die Namen der zahlreichen Mitwirkenden wie Zeit und Ort der Veranstaltung finden unsere Leser in der Ankündigung Seite 217 dieser Nummer. Die bekannte Künstlerkapelle Hans Tel ser wird mit modernstem instrumentalen Rüstzeug anschließend zum Tanze aufspielen. Wir empfehlen unseren Lesern den Besuch dieser Chanuka-Feier aufs wärmste, denn gerade bei der heutigen Zeit darf auch einmal für einige Stunden Fröhlichkeit walten. Auf die übrigen Veranstaltungen des B.A.V.— ebenfalls Seite 217 angekündigt machen wir besonders aufmerksam. Stuttgart. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft zur politischen Schulung, die vom „Stadtverband des J ü d. Frauenbundes“ veranlaßt worden ist, hielt am 26. November Ministerialrat Dr. Otto Hirsch einen Vortrag über ..Die* Organisation der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs“, in dem er die Wandlungen der Verfassung behandelte, die seit dem Jahre 1924 in Geltung ist. Er hob dabei die Bestimmungen besonders hervor, die für die Stellung der Frau innerhalb der Religionsgemeinschaft von entscheidender Bedeutung sind. Er verstand es durch seine Darlegungen, das Interesse der zahlreich erschienenen Zuhörerinnen für die Fragen der Organisation zu wecken und sie über die strittige Frage des Frauen Wahlrechtes aufzuklären. Der am 3. Dezember von derselben Arbeitsemeinschaft veranstaltete Vortrag von Frau ella Lepmann über „D ie staatspolitischen AufgabenderF rau“ bot eine erwünschte Ergänzung der vorangegangenen Ausführungen Dr. Tänzers und Dr. Hirschs. In sachlichen und doch anregenden Darlegungen mahnte die Rednerin die r rauen zur Erfüllung und Wahrnehmung ihrer staatspolitischen Rechte und Pflichten gegenüber Staat und Gemeinde. Politische Schulung gehört zur Bildung der modernen Frau. Auf Wunsch des Zuhörerkreises gab Frau Lepmann einen Ueberblick über die politischen Riditungen in Deutschland und zeigte, ausgehend von der äußersten Rechten bis zur Linken, die Verschiedenheit der einzelnen Parteien in Weltanschauungs- und Wirtschaftsfragen auf. Die Rednerin richtete an die Frauen, durch deren Hände ein großer Teil des Volksvörmögens geht, die Mahnung zu weiser Sparsamkeit und schlichter Einfachheit. Ihre inhaltsreichen Darlegungen wurden mit großem Beifall entgegen- W. Hertter L21L'.! rtAfeci- ■ BABsOrctacrd, Slascrd Anfertigung rfmHkhrr SdndncrafMfen / TUparahirtn hülfest Antritten von Möbeln / RuAe Bedienung | Inserieren bringt Gewinn 1 ~| genommen. Dem Frauenbund gebührt für diese zeitgemäßen Aussprachen Dank und Anerkennung. Stuttgart. Auch heuer wieder bereitete ein edler Fraueukreis mit Frau D. A. G u t m a n n an der Spitze den Zöglingen des Eßlinger Waisenhauses eine schöne C h a n u k n - V o r f e i e r. Den Kindern wurde eine Sondervorstellung in den Stuttgarter Kammerliditspieleii geboten, wobei sie sich natürlich köstlich unterhielten. In der darauffolgenden Vesperstunde wurden sie bestens bewirtet und jedes von ihnen durfte noch ein ausgiebiges Paketchen mit nach Hause nehmen. Vorträge. Reigen und Chorgesang der Kinder brachten reiche Abwechslung. Landgerichtsdirektor Stern dankte mit warmen Worten dem Damenkomitee und insbesondere Frau D. A. Gutinann. Der schönste Dunk für ihr schönes Werk der Nächstenliebe werden den Veranstaltern aber die vor Freude leuchtenden Augen der beglückten Kinder gewesen sein. M. O. Stuttgart. Die Isr. Religio usg esc* IIs ch a f t e. V„ Stuttgart, teilt in einer Anzeige in dieser Nummer mit, daß die Metzgerei J. Te u - fei. Büchsenstr. 46, ab 13. Dezember d. Js. n i ch t mehr unter der Aufsicht ihres Rahbina s steht. Stuttgart. Von einem Teil der Studentenschaft der hiesigen Technischen Hochschule wurde seit einiger Zeit versucht, das bisherige Fachschaftssystem in eine po litische Gruppierung umzuwandeln. Dank der tatkräftigen Abwehr des Vorstands der Studentenschaft konnten sich diese Strömungen nicht durchsetzen. Auch der nach Rücktritt des alten Vorstandes gebildete neue Ausschuß trat den Politisierungsbestrebungen mit Entschiedenheit entgegen und hat vor kurzem eine Erklärung in diesem Sinne abgegeben. In Ansehung der betrüblichen Verhältnisse an den deutschen Hochschulen darf diese Haltung als besonders erfreulich bezeichnet werden. Stuttgart. Die Rabbiner Württembergs besitzen eine große und wertvolle Bibliothek, die* seit langen Jahren beim Ulmer Rabbinat unterebracht war. Diese Büdiersammlung wurde vor urzem den neuen Räumen des Isr. Ober rats zugeteilt und kann auch in Zukunft von hier benutzt werden. Cannstatt. Oberlehrer E in a n u c I Adler in Cannstatt feiert am 20. Dezember seinen 60. Geburtstag. Der weit über seipen engeren Wirkungskreis hinaus geschätzte und beliebte Beamte war nach kurzer Verwendung in Jebenhausen. Ellwangen und Crailsheim von 1894 bis 1909 in Stuttgart als Religionslehrer tätig. Seit 1909 wirkt er in Cannstatt. Seit Bestehen der Landes versa in mlung war er deren Mitglied als Abgeordneter des 2. Wahlbezirks. Auch ist er seit langen Jahren Kassier des „Vereins Israel. Lehrer“. Auf allen Gebieten seiner vielseitigen Tätigkeit ist F.manue! Adler nicht nur wegen seiner Tüchtigkeit, sondern auch wegen seines charakterfesten, zuverlässigen Wesens und seiner liebenswürdigen, verbindlichen Art hoch geschützt. Möge es ihm vergönnt sein, noch recht lange Jahre* so segensreich wirken zu können! Göppingen. Am 24. November sprach Frau S p i el m a n «-München über „D o s t o j ews k y und die Jude n“. Die Vortragende zeichnete in sehr interessanter Weise die Persönlichkeit des Dichters und sein Werk und ging auch ausführlich auf diejenigen Bücher ein. in denen Dostojewskys Antisemitismus zum Ausdruck kommt. Reicher Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen. Gmünd. Mit einem Bericht über die S o in - merschule des Jüdischen Frau e n - b u n d e s in Bad Dürkheim eröffnete der hiesige Frauen verein die Reihe seiner winterlichen Vorträge. F rau Bergmann -Laupheim hatte das Referat übernommen und in gewohnter Meisterschaft gestaltet. Mit größtem Interesse folgten die Anwesenden den Ausführungen, die nach Beendigung des Vortrags zu lebhafter Diskussion führten. Frau Bankier Gutmann dankte der Rednerin. die. einer Anregung Folge leistend, den Mitgliedern des Vereins ihr Manuskript zu eingehendem Studium überließ. Heilbronn. Am 23. November fand in Heilbronn die Gesamtvorstandssitzung des „Jüd. Frauenbundes. Landesverband Württemberg“, statt. Vormittags wurde der feschaftliche Teil erledigt: Tätigkeitsbericht der Kommissionen; Spesenzuschuß; Aenderung des Namens von „Württembergisch-Hohenzolleriischer Landesverband des jüd. Frauenbundes“ in „Jüdischer Frauenbund, Landesverband Württemberg.“ Spielwaren in bekannt reicher Sortierung wie immer, bei fachm. Bedienung, von Homolka & Sohn Tübingeru. Paulinenstraßen - Ecke

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