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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-12-01 · 17 (1.12.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
17 (1.12.1930)
Date
1930-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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des Beschneidiingsbudis. und so war seine Gehurt in Hcchingen nicht amtlich feststellbar, Er wurde drei Juhrc hin und her geschoben, bis die kan/lci die Einsicht des Buches erzwang und ihn der Gemeinde /»wies. Achnlich dem Ort der \crdummteii im Schatten des Kcinigungsherges schieden sich in Hechingen zwei kreise: die Bürgergemeinde und der Hof. Jeder kreis hatte zwei /onen: dort wohnten Bürger und Iliiitersüflen hier die Herren und Diener und die Juden, k reise und /onen bci ührte» sich au den llündern. durchdrungen einander aber nicht. In jedem kreis gab es eine herrschende und eine rechtlose* Zone, in jener Bürger. Herre n und Diener, in dieser Hintersüllen und Juden. Jedem kreis gehörte eine politische Gemeinde an. dort die Bürgergemeindc. hier die Judengeineinde. In jedem kreis war eine Zone ohne Gemeinderecht, dort die Hintersiillen. die blöd passive Mitglieder der Gemeinde \careu. hier die Herren und Diener, die es zu keinem Gemeindeverband brachten. Zwischen diesen Zonen irrten die übrigen Einwohner umher. Die neue Zeit hatte angefangen, zersetzend auf die historische Gestaltung ein/uw irken. als die fürstliche Herrschaft ein Ende nahm und Preußen das llechinger I.nudle in sich aufnahni. Ein Tag in Sontheim. Von Felix Sontheinier, Stuttgart. Nach einer oiustiincligcn Autofahrt von Stuttgart aus. die dem Neckurtul entlang als ein besonderer Gcniifl nnzu-eheu ist. wird das von weitem schon sichtbare, auf einer Anhöhe* liegende Altersheim erblickt, zu dessen Erstellung unsere Väter vor mehr als einem V ierteljahrhundert den Grundstein gelegt haben. Nur noch wenige der Gründer weilen unter uns: aber diejenigen unter ihnen, die noch Zeugen davon sind, wie* mit Rücksicht auf die veränderten Verhältnisse das \ orhundensein eines Heimes für unsere Alten zur unbedingte», in früheren Zeiten vielfach ungezweifelton Notwendigkeit geworden ist. können sich ihres Werkes erfreuen. das ulten, erwerbslosen, männlichen und weiblichen Glaubensgenossen Aufenthalt in dem rituell geführten l.andc'sasvl ..Wilhelmsr u h e" in Sontheim bei lleilbronn gewährt. - 203 - Das Haus steht unter der Obhut der Israeliten Württembergs: über tausend Mitglieder aus allen Teilen unseres Landes zählt der Verein, der die Erhaltung und Verwaltung des Asyls sich zur Aufgabe macht. Sie sind in dem aus 22 Personen Männer und T rauen aus dem ganzen lande -tbestehenden Ausschull vertreten, der die mitunter recht verantwortungsvollen Geschäfte* des Vereins leitet. Zu diesen Geschäften zählt it. u. die Aufsicht über die Verwaltung und die koutrolle über die Einrichtungen des Hauses. Zur Erfüllung dieser Aufgabe hat sich kürzlich wiederum der Ausschull in Sontheim eingefunden. Schon beim ersten Anblick waren die Anwesenden begeistert von der Sauberkeit und der Ereundlichkeit der Bä um lieh keilen, die im Laufe des Sommers unter v erliültnisinäßig großem Geldaufwand neu instundgesetzt wurden. Die Zimmer der Pfleglinge, die Korridore, der Betsaal. die* Küche, alles, vom Dachboden bis zu den untersten Räumen wurde in hellen Eurben neu gestrichen, die Heiz- und Beleuchtungsanlage erneuert und das elektrische Klingelwerk vervollständigt. , Das zweckmäßig gebaute Haus, in welchem Reparaturen von größerem Ausmaß seit seiner Erstellung jetzt erstmals vorzunehmen waren, macht wieder durchweg den Eindruck eines Neubaus. Den Pfleglingen stehen ein großer heller Speisesaal und ein Lesezimmer zur Verfügung: auf jedem Stockwerk befinden sich gut geheizte Veranden und Badegelegenheiten: bei schönem Wetter können sich die Pfleglinge iin großen, das Haus umgebenden Garten bewegen. Manche Hausfrau würde sich beim Anblick der Speisekammer der Vorräte erfreuen, die unter Aufsicht der Oberschwester hier aufgespeichert wurden. Und nun die Pfleglinge selbst: Trotzdem das Heilbrunner Damenkomitee und die Heilbrunner Ausschußmitglieder in ständiger Kühlung mit ihnen sind, haben die anwesenden Mitglieder des Ausschusses bei ihrem Besuch das Bedürfnis gehabt, jeden einzelnen nach seinen Wünschen und X erlangen zu befragen. Im großen und ganzen konnten übereinstimmend Zufriedenheit und Wohlbefinden festgestellt werden: alle Männer und Eruuen freuten sich darüber, daß sie, bar der Sorgen des Alltags, bei liebe-vollster Behandlung einen sicheren Schutz bis an ihr Lebensende gefunden haben. Die Mehrzahl de r Klagen konnte bei näherer Prüfung rasch entkräftet werden: bekanntlich sind alte und kränkliche Leute, die schon bessere Tage gesehen haben und bei ihrem Eintritt ins Asyl manche liebgewordenen Gewohnheiten aufgeben müssen, leicht geneigt, in einem Augenblick seelischer Auf Cham i und zu Oaburtstagan ute Zigarre ulius Stein d« 4, Fernsprecher 23904 Erregung mit ihrer Umgebung unzufrieden zu sein: bei liebevoller Aufklärung und Güte zerfallen ihre Beanstandungen aber meistens rasch. Der Anstaltsaft-zt äußerte sich sehr befriedigt über den Gesundheitszustand der Pfleglinge. Obwohl einige zurzeit täglich seiner Obhut bedürfen. ist es piit Hilfe der die Oberin unterstützenden zweiten Schwester möglich, die Kranken im Hause selbst zu behandeln, was durchaus den Wünschen der Verwaltungsorgane entspricht, die Verbringung der Patienten in Krankenhäuser vermieden seien möchten, insolange nicht die Hausordnung ind die Ruhe der übrigen Pfleglinge gestört ind deren Gesundheit gefährdet ist. Von den 1 3 Verpflegten — 14 Männer und 2t Frauen — c ie zurzeit im Heim untergebracht sind, hat die älteste kürzlich ihr 90. Lebensjahr vollendet: je lein Pflegling ist «2. 84. 83 und 87 Jahre ult~ugid 12 Pfleglinge zählen zwischen 70 und 80 Juhien: eine 82jährige Frau befindet sich seit Erstellung des Heimes im Hause. *“ Es bedarf Weiner Erläuterung, welche Aufopferung und kveldier Aufwand von Mühe und Arbeit notwenklig ist. um den geregelten Gang des Heimes aufrechtzuerhalten. Außer den bereits erwähntet» zwei Schwestern ist noch ein Personal von äechs Köpfen für Küche. Haushalt und Garten vorhanden: der Gärtner wird, außerdem unterstützt von einem der Pfleglinge, der entsprechende V orbildung hat. Die regelmäßigen Einnahmen dejs Vereins, bestehend aus Verpflegungsbeitragen seitens der Pfleglinge oder deren Angehörigen und aus Jahresbeiträgen der Mitglieder, reichen zur Bestreitung der Betriebskosten nicht aas. um so weniger, als von einem Teil der Verpflegten keine oder nur ganz geringe Beiträge, zu erlhalten sind. Bei dem bekannten Opfersinn unfi*rer Glaubensgenossen und bei der großen Zahl der Freunde und Gönner der Sache wird es hoffentlich auch in der gegenwärtigen Zeit der »wirtschaftlichen Depression möglich sein, die! erforderlichen Geldmittel aufzubringen. Mejir als Worte aber wird ein Bes u ch i n iio i| t h e i in von der Notwendigkeit des Aufbringetzs von Mitteln und von deren richtigen Anwendung überzeugen, we shalb jedem Dann die Vereinigung unserer werke / VoUsllullie Melinit ler Beiriebe Hidnflelstmiben in Form, Osaliiai a. 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