Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 17 (1.12.1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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and KÖNtQSJRÄSSM 43 Seit 40 Jahren das Haus für gediegene S diu ne $CHUHHAUS ,|jt jüdischen ( luilu/im ungelegen. dir sich selbst hingrbrn für rin gerechtes. frrirs. sozialistisches l.rlirn. Dir*r Men*cheii Iv.-druten ihr „unervviin*chtr |wlif i*che Elemente“. dir von Palästina *ch>o**en worden müssen. W ir liold dir ..Riirk'uhtnalinir auf dir araiii-dir Bevölkerung" i*t. zeigt dir Tatsachr. daß England nicht* imtrrniinmt. um (Irr steten /.»- ((anclernng von Beduinen au* fransjorclanien riil'-n Riegel v or/uschiebcn. Ständig wird der I rifl>*aml der \\ iiste in da* uufsteigende Palä- *lilia wehen. ständig wird er den Standard des .:i ihi'ihrn \rhritrr« *rnkrn. ständig wird er *idi -Mir Reservearmee der Arbrit>lo*en rrkrnli< i | iic '-.hrininoral England* wird all/u deutlich. In dem ..k>>u*iruklivrn Programm der Palitstina- >i,k" findet *iih amh nicht rin A-n*atz zur I s ichfiiltning einer Agrarreform,die allein «len .•.rahi'tfii'n Ma**rn eine allmähliche Befreiung - : Jmh der kleinen Effondikaste bringen kann. \m kl.ii'trn aber offenbart sich die Schein- iliik England* in dem Danaergeschenk de* Parlanis iite*. Da* ganze jüdische olk und die jiidi- «d,e \rbeitei'diaft in seiner Mitte i*t Träger der I Vmtikratir. de* Eort*cbrittr« und der Befr: imi” a'i'pi’benteter Ma**en. Die palästinen- -i'.hc- Bevölkerung wird *idi ein Parlament xfiurcu. wenn die /eit dafür reif ist. Noch immer aber gilt l.a**alle* Wort, daß \erfassun- - da* Produkt von Macjitvorhältnissrn sind. Die Einführung de* Parlament* in der entstellten form, wie sie durch die Regierung Seiner Majestätvorge*chlagon ist in der jetzigen Stunde bedeutet einen \erkauf der wichtigsten l.eben*interessen des jüdischen und uiabi*iheu \olke*. der ge*amten Bevölkerung de* l ande*, an eine Klique von Xotabeln und 1 ffendi* und ongli'chrn'Beamten. können wir nach all dem der erneuten feierli.Orn \ ei Sicherung England*. die iilirrnomnienen \ erpflichtimgrn der Bai fonr-Deklaration getreulich du rdizuführen. auch nur irgendw eichen > da üben schenken? Dieses schwarze Weißbuch i*t allzu sehr der Ausdruck der Inter- > ** -,, de* englischen Imperialismus. Da* 'dieint nur lieachtcnswert. werter Herr R„ Tapeten Stoffe - Teppiche Innendekoration ■ - - — »— —- —MM. LINDEN STR ASSE 7 klvnnara&Ecica CalwarstraS« Tel. 22517 Kanzlalstrams« Gegr. 1673 Haus- und Küchengeräte Speziailtlt: Tallst. ■fl<hea-Elarfcfctu*eu WEIHNACHTS¬ GESCHENKE FINDEN SIE BEI UNS IN REICHER AUSWAHL UND JEDER PREISLAGE S DAS STUTTGARTER HAUS KÖNIGSTR. 54 A. EINGANG LANGESTRASSE Inserieren bringt Gewinn! Kinderwagen Klappwageit Bettstellen billig len . K. Reinhard lim—rtr 17 mm ft— Tä. 123« *•- 4, ■ ’ 1 - 202 - wenn wir uns auf die andere Seite unseres Palästinaaufbaus stellen wollen, um ..objektiv* zu werden. Aber kehren wir zurück auf unser l'fer. Reißen Wir auch hier rücksichtslos unsere Augen auf! Sehen wir nach dem Osten, wo jüdische Massen um ihrer Art, um ihrer Geschichte willen Unsägliches leiden. Blicken wir in unser eigenes Land, dessen jüngste Entwicklung uns die Situation des Juden besonders schmerzlich verdeutlicht. Erkennen wir das nicht: Die Zukunft des jüdischen Volkes ist nicht abhängig von den politischen Erklärungen und Taten eines noch so mächtigen Volkes auf Erden. Der Zionismus ist eine historische Notwendigkeit. Sie entstand nicht durch die Balfour-Deklaration und wird durch ihr Zurücknehmen nicht untergehen. Der Zionismus fängt nicht mit San llemo an. auch nicht mit dem 1. Zionistenkongreß. nicht mit der Freiheitsvision Herzls. Er besteht, gewollt oder nicht gewollt, bewußt oder unbewußt, erkannt oder nicht erkannt, seit vielen Generationen. Jahrhunderte lang, in der Tatsache der jüdischen Zerstreuung, in der Tatsache der jüdischen Anomalie. Die Juden in Hediingen. (Schluß) Die jüdische Gemeinde, von der 1800 79 an die Stadt steuernde Ehen aufgezählt werden, wies später nach ihren eigenen Steuerbüchern folgende Haushaltungen von Verheirateten und selbständigen Unverheirateten auf: in Hechingen auf der Fried riehst ra&o rus. 1833 104 >K 152 1837 104 31 155 1842 117 45 150 1845 121 55 154 1849 128 160 is>2 107 2" 154 |8fe| St) 8 97 1864 105 1867 105 1871 124 Nach der > olkszählnng voll 1867 w ohnten der Stadt und auf der Friedrichstraße 408 ortsanwesende. 5» ortsabwesende Juden. Wie der Ackerbau so war auch der Zutritt zum Gewerbe den Juden untersagt. Nur eines stand ihnen, solange die Grafen und Fürsten ihnen Schutz gewährten, offen: der Handel, insbesondere der Schacherhandel, d. h. der Hausierhandel, der Handel mit alten Waren, das Leihen auf Kunstkitterei H. BUrgle, vorm. Mall«, SpanrtsaJI'« Naohf. Tat. 72406 StUttgart'MowWr. 21, Dag. b. 27 V A. Krauß-Hettenbach UHREN-SPEZIALHAUS mttd Reparatur- WtrkHitU STUTTGART - EBERHARDSTR. 63 JJicen <Kut hoc mm Jadtmatml EMIL ZIEHE »»«»»>, m. ■•hi« n. Fils« flr alle t*eh«l*eli«a ». htaelieh«« Zwacke Dr. Fischer KönlgstraBe 5 Telefon 289 91 Beratung in Rechts- und Steuerfragen Vergleiche Buch- und Bilanzprüfung Faustpfänder, die Mäkelei jeder Art und das Viehverstellen, dann auf besondere Konzession im 19. Jahrhundert das kaufmännische Geschäft. Der S ch ii 1 ti n t e r r i ch t war bis 1825 nur ein privater. Dann wurde aber eine öffentliche Schule für die israelitische Jugend errichtet. Die Kinder des begüterten Juden Rafael Jakob K a u 11 a und seine Schwester Karoline, die Frau des Akibu Auerbacher, hatten 1803 aus eigenen Mitteln eine Talmudschule für jüdische Theologen errichtet: die berühmte Kaullasche Stiftung in der Münz, deren Eingang noch heute in Stein gehauen das Chronogramm „Am Weinstock waren drei Reben“ (Jahreszahl 5566) in punktierten hebräischen Buchstaben zeigt. 1825 hat Berthold Auerbach als dreizehnjähriger Bube diese Schule besucht (1873 hat er am 20. August bei seinem Besuch in Hechingen sich das Lehrhaus. das inzwischen zur Baumwollspinnerei geworden war, noch einmal angesehen). Diese Zeit ist von Auerbach geschildert in seinem „Ivo“ und in der in den letzten Tagen seines Lebens in Niedernau begonnenen Selbstbiographie. Die Nachkommen der Familie Kaulla haben 1850 die Stiftung eingezogen. Die Armenpflege der Gemeinde war von je sehr entwickelt. 1769 erhielten die bekannten Armen aus der Nachbarschaft (Haigerlodi, Del tensee. Mühringen. Rexingen) zu Ostern, Pfingsten. Neujahr und Purim Bettelbriefe. Die Packenträger, mit Weib und Kind umherziehende heimatlose Juden, die Spitzen, Bändel, Messer, Gabeln verkauften und dabei bettelten, durften in der Stadt nicht übernachten, sie hatten aber freie Schlafstatt in einem Haus außerhalb der Stadt. Unter den Betteljuden war gefährliches Gesindel, die Kißler (Beutelabschneider), die im Gedränge der Märkte ihr Unwesen trieben. Die letzte Schlafstatt für diese Gäste war im Hudelgäu im jetzigen Eppsteinscheu Hause an der Starzelbrücke. Um 1818 wurde in Süddeutschland versucht, die Gäste ansässig zu machen. Man wies sie dem Ort ihrer Geburt oder, wenn dieser nicht bekannt war, dem ihrer Ehefrauen als Mitglieder zu. Moses Philipp war in Hediingen geboren und hatte sich in Breisach verheiratet. Er fiel also der Gemeinde Hechingen zu. Aber der Vorsteher verweigerte die Herausgabe! sowie sfimtL Reparaturen ln bester Ausführung Herde-Oefen kaufen Sie vorteilhaft bei Juwelier Adolf Klein Königsbau - Femspredier Nr. 30895 Lassen Sie sidt ganz unverbindlidi beraten/ Gold-Juwelen ■ Silber ifönigfhaßs