Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 16 (16.11.1930)
- Date
- 1930-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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tuikäuh SMofigartesuIemkost, alles im SMofiqarten*2Cotel, Stuttgart, Id.26351-54 der Persönlichkeit Johann Heinrich S d» ü - | e s, der durch seine individuell-kapitalistiiche Geschäftsgebarung zur mittelalterlichen Zunft' Verfassung in stärksten Gegensatz geriet, ver suchte der Redner eine Typologie des Kapitalisten und eine Morphologie der kapitalistischen Wirtschaftsform zu geben. Deutschtum und Judentum stehen nach Ansicht, des Redners zu diesen wirtschaftlichen Expansionstendenzen in scharfem Widerspruch und naben nichts mit ihnen gemein. Wie die bestehenden Konflikte nun aber gelöst werden sollen, das hat Dr. Waitzfelder, wenn man nicht ein schwach umrissenes wirtschaftliches „Zurück zur Natur“ aus seinen Ausführungen lesen will, nicht verraten. Alles in allem aber darf gesagt werden, dafl der Vortrag manchen interessanten Gedanken gang entwickelte, wenn er auch besonders in seinen Schlußfolgerungen höchst anfechtbar erscheint Stuttgart Unter dem Motto „Für das jü dische Jugendheim Stuttgart“ fand am 8. November im Oberen Museum ein außerordentlich gut besuchter Werbe-Abend statt zu dem der „Jüdische Jugendring Stuttgart“, die offizielle Vertretung fast aller hiesigen jüdischen Jugendbünde, eingeladen hatte. Das Israel. Vorsteheramt, das Stadtrabbinat und viele anderen jüdischen Vereinigungen unserer Stadt hatten durch ihre Unterschrift auf den Einladungsschreiben ihr Interesse, das sie der Errichtung eines jüdischen Jugendheims zollen, bekundet, wofür innen der Vorsitzende des Jugendrings, Dr. W a 11 e r E i n stein, in seiner Begrüßungsansprache dankte. Darnach ergriff Ministerialrat Dr. Otto H i r s ch das Wort zu einem ebenso sachlichen wie warmherzigen Referat über das zu erridi tende Jugendheim. Der Redner behandelte den ganzen Fragenkomplex von den Gesichtspunkten: Ist der Zusammenschluß der jüdischen Jugend angebracht? Bedarf es hierzu eines eigenen Heimes? Muß dieses Heim jetzt gegründet werden? Hierzu führte Dr. Hirsch ungefähr folgendes aus: Obwohl es ein Gebot der Stunde für Jeden Juden ist, überall seine Verbundenheit mit der deutschen Gesamtheit zu bestätigen, so ist es dennoch heute für uns alle subjektive und objektive Pflicht, den Zusammenhang auch mit Juden und Judentum aufrecht zu erhalten. Während durch Schule und Beruf für unsere jüdische Jugend an sich schon starke Bindungen an ihre nichtjüdische Umgebung geschaffen werden, so ist darüber hinaus die Gefahr ihres unfreiwilligen Abschlusses heute doch sehr groß. Zusammenschluß der Schuljugend und der schulentlassenen jungen Leute ist deshalb warm zu begrüßen, weil aus ihm heraus das Gefühl innerer Stärke und jüdischer Würde eine starke Festigung erfährt. Aus gemeinschaftlicher Erfüllung der gemeinsamen Aufgaben, aus einer neuen, nicht zuletzt von der jüdischen Jugend ausgehenden jüdischen Lebendigkeit führen die Brücken in die Umwelt; und bei der Jugend sind wir im Gegensatz zum Alter — heute schon soweit, daß man sich auch Uber Gegensätze zusammenfindet. — Den Rahmen dieses jung jüdischen Zusammenschlusses soll das zu errichtende jüdische Jugendheim bilden. Bis jetzt erfuhr die Jugendarbeit durch den Mangel einer eigenen Wirkungsstätte große Hemmnungen, und darum ist das Bedürfnis nach einem eigenen Heim zu bejahen. Hier kann diese Arbeit auch ganz anders gedeihen. Den auswärtigen jungen Leuten bedeutet dieses Heim ein wirkliches „zu Hause“ und der Gesamtheit der jüdischen Jugend ist es die Stätte, aus deren natürlichen Beschränkung sich Freiheit entwickelt. Es ist dem Isr. Vorsteheramt aufs wärmste zu danken, daß es gerade Jetzt für das Jugendheim eine namhafte Spende zur Verfügung gestellt hat Die Gemeinde selbst wird den Nutzen davon haben, wenn ihre Vertretung einen Grundstock schuf, auf dem in besseren Zeiten weitergebaut werden kann. Was wir heute tun. das wird uns in der späteren Leistung der Jugend zurückerstattet werden, und heute soll es getan werden, weil Jugend so leicht unter den Fingern verrinnt Die finanzielle Bedeutung des Jugendheims aber wird in weiten Kreisen überschätzt. Es soll, wie ja schon Dr. Einstein ausführte, kein Haus gebaut oder gekauft werden — eine oder zwei Etagen sollen vielmehr für ständige Buhdesabende gemietet und schlicht und einfach, aber mit Wärme ausgestattet werden. Gibt jeder von den 1800 Steuerzahlern in unserer Gemeinde im Durchschnitt nur zwei Mark, dann ist die Errichtung des Jugendheims sichergestellt So angesehen muß man bitten: tut, was ihr tun könnt, um der Jugend ein Heim zu bereiten, das ein Symbol des Verständnisses der älteren Generation für die junge, der Ansdruck des Verständigungswillens in unserer Jugend selbst und ein Zeichen jü dischen Z u - ammenhalts und des Willens, i das Judentum zu erhalten, sein soll. „M ö g e das Jugendheim unsere jüdische Jugend stark machen für die Welt!“ Dem Redner wurde stürmischer Beifall gespendet, der nicht nur dem packenden Vortrag, sondern auch dem Manne galt der sich immer mit Wärme und Entschiedenheit für die Aufgaben unserer engeren lind weiteren Gemeinschaft einsetzt. Die Veranstaltung selbst war von Liedern und einem Sprechchor umrahmt, die, von „Karneraden‘f und „Jungjüdischen Wanderbündlern“ dargeboten, ein ebenso schlichtes, wie von iungjüdisdiem Wollen und Hoffen erfülltes Bekenntnis darstellten. Mögen die Worte des letzten Liedes — „Und wenn wir marschieren, dann leuchtet ein Licht ...“ — für unsere ganze Gemeinde Aufforderung sein, mit unserer jüdischen Jugend zu marschieren und dies dadurch zu bekräftigen, daß jeder sein Scherflein zu einer Einrichtung beiträgt, die zweifellos eine wichtige Stütze der Isr. Gemeinde Stuttgart werden wird. H. St. Stuttgart. Am 18. November spricht auf Einladung des BertholdAuerbach -Vereins Karl Lieblich über: „W irjungen Jude n“. Das Thema führt den früheren Vortrag „Judenhaß als Judenschicksal“, der sich mit dem Problem der Vergangenheit des Judentums beschäftigte, unef den Vortrag „Wozu?“, der das jüdische Problem der Gegenwart zu umkreisen versuchte, zu Ende. Es werden in dem kommenden Referat Karl Lieblichs zugleich die Forderungen und Hoffnungen der jungen jüdischen Generation für die Neugestaltung jüdischen-Lebens in dyr von dem Referenten gewohnten entscheidenden Weise vertreten und durch praktische Wegweisung für den tfeubau der Zu der früheren wir schon bet« und Sprachkraftl bietet. Der letzj so größere s Intel erwähnt, Karl unft ergänzt werden. Anläßlich rträge Karl Lieblichs konnten en, mit welcher Gedankentiefe der Referent seine Themen dare Vortrag darf nun auf ein um esse rechnen, als, wie schon oben eblichs Gedanken zur jüdischen »endet die WiHlsHrtr-TklegiMiiie des rn Frauenbundes! i Außer Her» bereits bekannten Steven zu Haben taei: Frau fitete Zümdorfer, Stuttgart, tzohtstraße 8 B $räalmi Recha Frei, Stuttgart, Bliicherstraße 6 Gegenwart und Zukunft in praktischen Vorleinen entscheidenden Abschluß Gegei schlaf finden. — - Wir machen auf diese Veranstaltung ebenso wie auf den am p. November stattfindenden Ausspracheabend d^s B.A.V. über „Religion und R i t u s“, der vpn Bezirksrabbiner Dr. Beerm u n n -Heilbropn geleitet werden w ird, nochmals besonder! aufmerksam. (Siehe Inserat Seite 185.) [ REMPEN t KREUTZMANN IBIRNAROITR. IS Tapelea ♦ Vutstolfc»Vntiite * MöMitafle i Tonne ♦ linden BAUGESCHÄFT EDUARD ZERWECK STUTTGART, HEUSTEIGSTR. OS TELEFON 70070 AUSFÜHRUNG SÄMTLICHER BAUARBEITEN NEUBAUTEN / UMBAUTEN HAUSENTWÄSSERUNG REPARATUREN ZIMMEREI KimelhunlediM und sonstige Artikel aus Wolldackan ^.StappdRCktn DRUMRdRckan Raiso- und Airtod ackan kaufen Uta arW vortalinaftantan im »nkm Ismsisssi Kodier & to. «k G. GÄNTZLE neue QemQsekonserven beste Qualitlt Zuckerkrank? Dünn nur De. Fromm* NSkrmltte! Liefe frei F- Barts« Mmufl fesuMtifciis Stuttgart« KönigstT.40u.Charl.-PI.,EckeHolzstr. Ferner Hullbrouui Kaiserstr. 34 MÖBEL NACH ENTWÜRFEN VON ARCH. ALB. VOELTER DAS STUTTGARTER HAUS KÖNIGSTR. 54 A. EINGANG LANGESTRASSE Sparsein Stangenspargel extra stark n Kaliforn. 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